Monthly Archives: September 2017

Bardische Inspiration

24. September 2017

In der Ritualgrundstruktur ist es kein verpflichteter Schritt. Gerade die Kreativen unter uns verbinden sich aber gerne auch mit einer bardischen Gottheit, um sich für das Ritual besonders inspirieren zu lassen.

Hier mal ein paar Beispiele:

I.

Der Klang deiner Harfe lockt uns an dein Feuer, Bragi!

Gerne lauschen wir dir und deinen Liedern!

Bringe auch unseren Geist zum Klingen,

lass uns den richtigen Ton finden!

Größter Barde in Odins Hallen:

Nimm diese Gabe von uns an!

 

II.

Dort am Fluss sitzt du, Saga,

Bewahrerin der Traditionen, Hüterin des alten Erbes!

Dort am Fluss sitzt du

und teilst deinen Becher Met mit Odin.

Wir bitten dich, Saga,

teile auch mit uns deinen Met und deine Geschichten:

Inspiriere uns, damit wir das alte Wissen weitertragen können!

 

III.

Cerridwen,

Hüterin des Kessels,

zu dir rufen wir:

Öffne unseren Geist für deinen Segen,

teile mit uns, was dein Kessel an Inspiration und Weisheit bereithält,

damit wir unsere Worte weise wählen!

Cerridwen, wir bitten dich um dein AWEN!

 

IV.

Dreifaltige Brighid,

Hüterin des Feuers,

dies ist es, worum ich dich bitte:

Dein Feuer in meinen Kopf – um meine Gedanken zu formen!

Dein Feuer in mein Herz – um meine Gefühle zu formen!

Dein Feuer in meinen Mund – um Gedanken und Gefühle in die richtigen Worte zu fassen,

damit meine Rede wahr ist und die Botschaft gehört wird!

 

V.

Sei gegrüßt, Brighid,

Göttin der Dichtkunst!

Wir entfachen ein Feuer in unserer Mitte.

Wecke du in uns den Funken der Inspiration!

Lass uns die richtigen Worte finden,

entfache unsere Glut der Begeisterung!

 

Ogmios, Oghma, Odin, Apollo, Lugh etc. wären weitere Beispiele für Gottheiten mit bardischem Fokus, die man anrufen könnte.

Mutter Erde verabschieden – 8 Gebete für die Hochfeste

24. September 2017

Ergänzend zu den 8 Gebeten um Mutter Erde zu begrüßen hier nun der jeweilige Gegenpart:

zu Mittsommer

Tief atme ich ein,

Mutter Erde,

alle Sinne erfüllt von deinen Gaben.

Du gibst mir Halt in dieser Zeit, in der alles auf der Kippe steht,

im Ritual wie zu jeder Zeit.

Ich danke dir

und gebe dir zurück, was ich nicht gebraucht habe.

Nimm es als Zeichen meiner Liebe und Dankbarkeit zu dir.

 

zu Lughnasadh

Braun, blau und grün deine Farben im Sommer

und bunt bedecken dich die Blumen, bevor ihre Farbenpracht Platz macht

für den Herbst und seine roten, gelben und braunen Töne.

Ich stehe hier fest auf dir, geborgen in deiner Hand, geborgen in diesem Ritual wie zu aller Zeit:

Nimm, was ich nicht gebraucht habe, Mutter Erde,

als Zeichen meiner Liebe und Dankbarkeit.

Lass es zurückkehren in den ewigen Kreislauf von Leben und Tod, Geben und Nehmen.

Amen!

 

zur Herbst-Tagundnachtgleiche

Ein Hauch von Kälte liegt in der Luft,

Mutter Erde,

eine Ahnung von den Tagen,

die vor uns liegen.

Ich gebe dir zurück, was ich nicht gebraucht habe,

nimm es auf in deinen Schoß!

Möge es dich nähren, wenn die dunkle Zeit anbricht und du dich zur Ruhe setzt.

Möge es deine Erinnerung an die Zeit wachhalten, in der du deine Fülle vor uns ausbreitest.

 

zu Samhain

Was von dir kam, Mutter Erde,

kehrt irgendwann zu dir zurück.

Nie ist uns das so bewusst wie in dieser Zeit,

wenn die Welt um uns trüb und nass und neblig erscheint.

Vergänglich sind auch diese Dinge, die ich nicht benötigt habe.

Nimm sie von mir, Mutter Erde,

und nimm meinen Dank.

 

zu Mittwinter

Tief im Herzen des Winters,

inmitten von Kälte und Dunkelheit,

feiern wir, dass das Licht die Dunkelheit besiegen wird,

dass der Zyklus von Neuem beginnt.

Von dir zu uns, Erdmutter:

Auch wenn du tief in dir ruhst,

so sind wir doch durch dich miteinander verbunden und auch mit dir verbunden.

Von uns zu dir, Erdmutter:

Nimm, was wir nicht gebraucht haben,

unsere Liebe und unsere Dankbarkeit.

 

 

zu Imbolc

Ein Teil deines Netzes sind wir, Mutter Erde,

durch dich mit allem verbunden.

Durch dich finden wir Halt, im Ritual wie im Leben.

Wenn wir nun gleich gehen, dem Frühling entgegen,

so sind wir uns deiner doch sehr bewusst.

Was wir hier zurücklassen,

soll dir unsere Dankbarkeit und Zuneigung ausdrücken

und deine Kräfte für die kommende Zeit des Erwachens stärken.

 

 

zur Frühjahrs-Tagundnachtglieche

Mutter Erde,

du ewige Verwandlungskünstlerin!

Aus weiß, schwarz und braun der kalten Jahreszeit verwandelst du dich

in ein Kaleidoskop von Farben.

Und doch bist du immer du,

Mutter Erde,

und hältst die Welt im Gleichgewicht.

Auch in diesem Ritual warst du für uns da,

und dafür danken wir dir.

Nimm, was wir nicht gebraucht haben,

mache es zu einem Teil der Wandlung.

Herbst-Tagundnachtgleiche 2017

24. September 2017

Ich habe in den vergangenen Jahren komplette Rituale gepostet. Diesmal gibt es nur das Hauptopfer, das sich in diesem Jahr an die Erde selbst richtet.

 

Mutter Erde, Stammesmutter,

du, die uns alle trägt und nährt,

du, durch die wir alle miteinander verbunden sind.

Wenn ich heute hier stehe, dann weiß ich,

dass gleichzeitig, vor mir und nach mir,

viele andere Menschen auf dieser Welt dasselbe tun.

Ich bin nicht allein, auch wenn es den Anschein haben mag.

Ich bin Teil des Ganzen,

mit all meinen Stärken und Schwächen,

mit all meinen Verantwortungen und Bedürfnissen

bin ich ein Teil von dir.

Dir gebe ich, was ich kann

und im Gegenzug gibst du mir tagtäglich

von deiner Fülle.

Wenn ich heute hier stehe, dann geschieht dies

in dem Bewusstsein, wie viel du mir in diesem Jahr gegeben hast

und es geschieht mit dem Ziel, dir dafür Danke zu sagen.

Nimm meine Geschenke an.

Amen

In der Kernarbeit ging es nachher darum, sich Gedanken dazu zu machen, was im vergangenen Jahr gut gelaufen ist.

Wer den Schwerpunkt auf Gemeinschaft legen möchte und ein Gruppenritual abhält, der kann vorab mehrere lange Wollfäden überkreuz legen. Jeder TN nimmt ein Ende auf. Ein Wollknäuel wird dann reihum über und unter die Fäden geführt, bis ein Spinnennetz entsteht. Alle müssen zusammenarbeiten, damit das funktioniert. Das fertige Netz kann an einen Ast gehängt werden oder auf den Boden gelegt.

Opfergaben waren selbstgebackenes Brot für die Ahnen, Obst für die Naturgeister, Federweißer für die Götter und verschiedene Getreide- und Mehlsorten für die Erde.