Monthly Archives: Dezember 2017

Gottheit der Woche 05: Hödur

30. Dezember 2017

Gott des Anlasses: Hödur

Wenn dein Name fällt,

Hödur,

dann meist nur in der Bemerkung,

dass du deinen Bruder getötet hast.

Wo er Licht war, giltst du als Dunkelheit.

Und im Dunkeln bist du tatsächlich,

blind für das, was man dir zeigen will.

Doch du blickst hinter die Fassade!

Du schaust in den Kern der Dinge!

Die inneren Werte sind es, die dir ins Auge fallen.

Am Ende wirst du mit Balder in Helheim wiedervereint:

So wie die Dunkelheit vom Licht erhellt wird,

so braucht auch das Licht die Dunkelheit

um wirken zu können,

zwei Seiten einer Medaille!

Lehre mich

nicht auf verlockende Worte zu hören

nicht auf schöne Gesichter hereinzufallen

Lehre mich die Wahrheit und das wahre Wesen zu sehen

Mein Feuer sei dein Blindenstock,

dein Leuchtturm in der Dunkelheit!

Feiere gemeinsam mit mir,

dass Ragnarök nicht das Ende ist,

sondern der Beginn einer neuen Ordnung!

 

English:

When your name is spoken,

Hödur, then it’s mostly to say

that you killed your brother.

Where he was light, you were the darkness.

And in darkness you are indeed,

blind for what is shown to you.

But you look behind the facades,

you look into the core of things

The inner qualities are what meets your eye.

At the end you’ll be reunited with Balder in Helheim:

Just as much as the darkness is illuminated by the light

the light needs the darkness to show its strength,

two sides of a coin.

Teach me not to listen to sweet tempting words,

not to fall for pretty faces,

teach me to see the truth and the real values instead.

May my fire be your white cane,

your lighting house in the darkness.

Let us celebrate together

that Ragnarök isn’t the end

but hte beginning of a new order.

 

Gottheit der Woche 03: Njörd

30. Dezember 2017

Gott des Anlasses: Njörd

Eine grüne Tunika kleidet dich

und eine leichte Brise spielt mit deinen grauen Haaren.

Ruhig gleitet dein Boot über die Wellen

Sanft ist die Fahrt mit dir über das Meer,

Njörd von den Wanen!

Fürst der Menschen, Gott des Meeres und des Winds!

Beschützer der der Seefahrer und Fischer!

Wo du bist, haben Ägir und Ran keine Macht!

Schwäne schwimmen vor dir her

und Robben begleiten dich auf deinen Wegen.

Deine schönen Füße brachten dir Skadi als Gemahlin ein,

auch wenn eure Ehe nicht von Dauer war.

Ich grüße dich, der Ragnarök überleben wird

und lade dich ein:

Verlass Noatun, dein Heim am Meer, für einen Augenblick

und geselle ich zu mir an mein Feuer!

 

English:

You are clad in a green tunic

a soft breeze plays with your gray hair

Gently your boat glides across the waves

Peacefully the ride with you across the sea

Njord of the Vanir!

Chieftain of the people, god of sea and wind,

protector of seafarers and fishermen!

Where you are Aegir and Ran will stand no chance.

Swans are your heralds,

seals guide your path!

Your beautiful feet were the reason that Skadi became your wife

even if your marriage wasn’t meant to last.

I greet one who will survive Ragnarok

and invite you:

Leave your home on the sea, Noatun, for a moment

and share my company at this fire!

Gottheit der Woche 02: Geister des Hauses

30. Dezember 2017

Gott des Anlasses: Die Geister des Hauses

Ich spüle – und ihr seid da

Ich koche – und ihr seid da

Ich wasche – und ihr seid da

Ich räume auf – und ihr seid da

Ich heiße Gäste willkommen – und ihr seid da

Ich verbringe den Tag im Kreis der Familie – und ihr seid da

Ich schlafe – und ihr seid da

Tag und Nacht haltet ihr Wache

Tag und Nach teilen wir diesen Ort

Möge mein Tun euch gefallen, ihr Geister des Hauses!

Segnet und schützt die, die hier wohnen und ein- und ausgehen!

Macht mein Haus zu einem Platz, wo man sich gerne aufhält

und nehmt im Gegenzug die Geschenke an, die ich für euch bereithalte!

 

In English:

I do the dishes – you are there

I cook – you are there

I wash – you are there

I clean up – you are there

I welcome guests – you are there

I spent the day with my family – you are there

I sleep – you are there

 

Day and night you stand guard

Day and night we share this place

May my actions please you, spirits of the household!

Bless and protect those who live here or come and go!

Make my house a place where one likes to be

and take these presents that I have for you in return.

Gottheit der Woche 01: Cernunnos

30. Dezember 2017

Gott des Anlasses zum Jahresbeginn: Cernunnos

Cernunnos zwischen den Dingen

Cernunnos zwischen den Jahren

Cernunnos auf der Schwelle

Torhüter, Grenzwächter,

du, der an den Rändern lebt,

der feinen Linie zwischen Chaos und Ordnung

Cernunnos mit dem Geweih,

jede Spitze eine andere Möglichkeit, eine neue Chance

Hier und jetzt,

am Ende des alten Jahres,

am Beginn des neuen,

rufe ich dich an:

Sei mein Gast, Cernunnos,

setz dich an mein Feuer

und feiere mit mir ein Fest des Lebens

inmitten von Dunkelheit und Kälte.

Nimm meine Geschenke an

und teile im Gegenzug dein Wissen mit mir.

_ _ _

 

Cernunnos between things

Cernunnos between the years

Cernunnos on the threshold

Keeper of the gates, guardian of the borders

you live on the edge

the fine line between order and chaos

Cernunnos with the antlers

each end another possibility, a new chance

Here and now

at the end of the old year

at the beginning of the new

I call out to you:

Be my guest, Cernunnos,

sit down at my fire

and celebrate with me the feast of life

in the middle of cold and darkness.

Teach me what you know

and take my gifts in return.

 

Pläne für 2018: Gottheit der Woche

30. Dezember 2017

Im nächsten Jahr möchte ich mich mit verschiedenen Gottheiten befassen, die bislang ein wenig untergegangen sind oder die nicht zu meinen üblichen Herd- und Herzkulturen gehören. Ein paar Stammgäste werden aber wohl auch dabei sein. Für die kommenden wöchentlichen Rituale außerhalb der Hochfeste plane ich jedes Mal eine andere Gottheit des Anlasses einzuladen.

Ich habe eine Übersicht aufgestellt mit den Göttern, die bislang feststehen. Ein paar Lücken sind noch da, und es mag sich auch noch etwas verschieben, aber so ist der Stand der Dinge:

 

 

English:

I plan to have a different deity on each of my regular weekly rituals, high days excepted. You can see here which gods are planned, and find a link to the prayers written for that deity. I will try to give an English version as well. You might want to correct the grammar and choice of words though.

Mittwinter-Ritual 2017: Für die Sonne

17. Dezember 2017

Mittwinterritual 2017

Eröffnung

LIED: (Original „Return to me beloved“, Anne Hill)

Ich rufe in das Dunkel, oh komm zu mir, Geliebte!

Denn die Nacht ist schon so lang, oh, kehr zu mir zurück!

Werd’ dich ohne Pause suchen, oh komm zu mir, Geliebte,

bis den Morgen du mir bringst, oh, kehr zu mir zurück!

 

Die dunkelste, die längste Nacht des Jahres ist gekommen,

und ich warte,

warte auf einen Lichtschimmer am Horizont,

warte auf die Rückkehr der Sonne,

auf die Verheißung von Wärme und Licht.

In dieser Nacht,

erneuertes Leben.

 

Reinigung

Die rechte Hand ins Wasser tauchen und die Stirn berühren:

Möge ich rein sein, damit ich die Grenzen überschreiten kann.

Die rechte Hand ins Wasser tauchen und die Lippen berühren:

Möge ich die Grenzen überschreiten, um dem Heiligen zu begegnen.

Die rechte Hand ins Wasser tauchen und das Herz berühren:

Möge ich dem Heiligen begegnen, um in allen Dingen gesegnet zu sein.

(William E. Ashton/SDF-Liturgie März 2014, Ü: B.R.)

 

Mutter Erde

Tief hast du dich in dich selbst zurückgezogen, Mutter Erde,

und doch hast du wie jede gute Mutter immer ein Auge auf deine Kinder:

Auch in der längsten Nacht des Jahres, wenn alles still und starr zu sein scheint,

können wir darauf bauen, dass du für uns da bist und uns hältst, so wie immer.

Mag auch Schnee dich mit einer Decke überziehen,

mag unwirtliches Wetter uns in die Häuser treiben:

Ich weiß: Du bist da draußen, immer da, und sammelst frische Kräfte,

um nach der langen Dunkelheit neues Leben hervorzubringen.

Sei auch in diesem Ritual bei mir und halte mich in deiner Hand.

Amen!

 

Wiedererschaffung des Kosmos

Ich erwecke die Kraft der Quelle. Kraft des Wasser, das mich mit der Urquelle verbindet, fließe durch diesen Hain. Bring mir das Geschenk der Intuition, das rohe Potential der Energie, die Verbindung zu meinen Gefühlen und das Mitgefühl zueinander und zu den Lebewesen auf dieser Welt.

Heiliges Wasser, fließe tief – fließe in mir!

Ich erwecke die Kraft des Feuers. Kraft der Flamme der Transformation, brenne hoch und leuchte durch diesen Hain. Bring mir das Geschenk der Wandlung, das Erkennen meiner eigenen Kraft, die formende Kraft der Ordnung und den Schutz des Lichtes.

Heiliges Feuer, brenne und wandle, leuchte in mir!

Ich erwecke die Kraft des Weltenbaumes, der auf dem Land wächst, die Wurzeln tief in den Flüssen des Erdinneren. Und mit Ästen, die hoch in den Himmel aufragen, durch die die Luft raschelt. Bring mir das Geschenk des Respekts und der Fürsorge für das Land und füreinander. Gib uns die Verbindung untereinander und zwischen den Welten. Und den tanzenden Geschichten im Wind.

Heiliger Baum, wachse hoch – verbinde mich!

(Elen Adair)

Oben und unten, und ich dazwischen.

Um mich und in mir, und ich in der Mitte.

Davor und danach, und ich jetzt.

Ich öffne meine Augen und schaue mich um,

und sehe das Heilige mitten unter uns

und sehe mich in der Mitte des Heiligen.

(beides: Ceisiwr Serith, Ü: B.R.)

Hüter der Tore rufen/ Tore öffnen

Cernunnos,

du, der zwischen den Dingen sitzt,

du, der trennt, was getrennt werden soll,

du, der verbindet, was zusammengehört,

Herr der wilden ungezähmten Natur,

ich grüße dich (heute, an diesem heiligen/sonnigen/stürmischen…. Tag, etc.):

Hier stehe ich, im Zentrum aller Dinge und bitte dich:

Vereine deine Magie mit der meinen, wenn ich nun die Tore öffne!

Schütze mich, wenn ich auf fremden Pfaden wandle

und sei als Vermittler an meiner Seite, wenn ich mich mit den Kindred treffe!

Diese Gabe, Cernunnos, ist für dich:

(Opfergabe bringen)

Nimm diese/n (Symbol für die Quelle) und lass sie zur Quelle werden,

zum Tor, das uns mit den Vorfahren verbindet.

Nimm diese Flamme und lass sie zum heiligen Feuer werden,

zum Tor, das uns mit den Göttern verbindet.

Und nimm diesen Baum und lass ihn zum Weltenbaum werden,

zum Tor, das uns mit den Naturgeistern verbindet.

Durch deine und mit deiner Kraft und Magie: Mögen die Tore sich öffnen!

Die Kindred rufen

Ich rufe die Vorfahren.

Ich stehe hier und heute, nicht am Anfang, nicht am Ende,

einfach ein anderes Gesicht in einer langen Reihe.

Ahnen von Blut und Gebein, deren Herzen gemeinsam mit meinem schlagen,

deren Worte in meinem Herzen wiederhallen: Ich heiße euch willkommen.

Ahnen von Staub und Stein, deren Füße Spuren in dieser Erde hinterließen,

deren Worte in den Bäumen wiederhallen: Ich heiße euch willkommen.

Ahnen unbekannter Zeiten, deren Lehren ich zu lernen erhoffe,

deren Worte in meinem Geist wiederhallen: Ich heiße euch willkommen.

Ahnen derjenigen, die hier versammelt sind, des Lands und des Volks!

Ich bitte euch: Trefft euch mit mir an den Grenzen, kommt an mein Feuer!

Unterstützt mich und wacht über mich, wenn ich den alten Weg gehe!

Ahnen, nehmt meine Opfergaben an!

(Seamus, Three Cranes Grove; Ü: B.R.)

* * *

Ich rufe die Geister des Landes.

Ich stehe hier und heute, nicht darüber, darunter oder außerhalb,

sondern mitten im Kreis des Lebens.

Die Geister von Staub und Stein, die Erde, die unsere Knochen aufnimmt

Erdvolk, ich heiße euch willkommen.

Die Geister von Busch und Baum, alles was grünt und gedeiht

Grünes Volk, ich heiße euch willkommen.

Die Geister von Fell und Finne, die Geschöpfe mit Feder und Haut

Tiervolk, seid mir willkommen.

Naturgeister von Erd-, Pflanzen- und Tiervolk

Ich bitte euch: Trefft euch mit mir an den Grenzen, kommt an mein Feuer!

Unterstützt mich und wacht über mich, wenn ich den alten Weg gehe!

Naturgeister, nehmt meine Opfergaben an!

(Seamus, Three Cranes Grove; Ü: B.R.)

* * *

Unsere Stimmen erklingen unter den Bäumen,

steigen auf mit der Wärme des Feuers,

hallen wieder in den Tiefen des Brunnens.

Ich strecke meine Hände aus, gefüllt mit Gaben der Liebe und Freude,

und biete sie den Göttern an.

Ihre Hände strecken sich meinen entgegen, Fingerspitze berührt Fingerspitze,

wenn sie meine Geschenke erhalten.

Doch wenn ihre Hände sich nach meinen strecken,

dann tun sie das nicht nur um zu nehmen,

sondern auch, um im Gegenzug zu geben.

Keine Hand, die sich ausstreckt, ist leer, voller Gaben oder Segen,

so ist es euer Brauch, Leuchtende.

Hört meinen Ruf, Leuchtende: Trefft mich hier,

und nehmt meine Geschenke entgegen,

damit ich euch auch weiterhin geben kann.

Leuchtende, nehmt meine Gaben an!

(M.J. Dangler, Ü: B.R.)

 

Lied: Götter, Geister, Kindred drei

Götter, Geister, Kindred drei, Kraft von Land, Meer, Himmel vereint

Vor Feuer, Quelle, heiligem Baum bringen Gaben wir für euch

 

Ahnenvolk, gegrüßt seid ihr, Vorfahren, kommt durch diese Tür

Herd und Herz steh’n offen hier, mächtige Tote, euch lieben wir.

 

Geistervolk von diesem Land, Ehre euch mit Herz und Hand

Schuppe, Fell, Haut, Federkleid: Euch ist hier ein Platz bereit’.

 

Leuchtende, oh kommt heran, Mond und Sonne, Heim und Wald

Unterwelt und Himmelsreich, voll Liebe, Stärke, Weisheit zugleich.

 

Götter, Geister, Kindred drei, Kraft von Land, Meer, Himmel vereint

Vor Feuer, Quelle, heiligem Baum, heißen wir willkommen euch

( Original „Gods and Dead and Mighty Sidhe“ neue Version von Ian Corrigan, Auszug aus ‘Three Short Ritual Modules’ in OL #78, 2017, Ü: B.R.)

Hauptopfer

Sulis,

hell leuchtende Sonne,

hör mein Gebet, wenn ich dich rufe:

Deiner sicheren Rückkehr gelten meine Gedanken

und voll Sehnsucht erwarte ich das Gefühl, wenn deine Strahlen mein Gesicht streicheln.

Vor einem halben Jahr, an Mittsommer, habe ich in deinem Licht gebadet,

als du auf der Höhe deiner Kraft warst.

Seitdem hast du an Kraft verloren,

und seit der Tagundnachtgleiche dein Licht vor allem an anderen Orten verbreitet.

Doch nun ist der Tag deiner Rückkehr gekommen:

Dein Glanz und deine Wärme werden hier schmerzlich vermisst,

Fast scheint es, als würde die Dunkelheit kein Ende nehmen,

die Stille jedes Geräusch verschlucken.

Sulis, ich rufe dich:

Kehre zu uns zurück! Mach dich auf den Weg

und erfreue uns mit deinem Anblick!

(Benötigt werden: eine zentrale hohe Sonnenkerze, mehrere Kerzen, die zu 6 Sonnenstrahlen drum herum angeordnet sind, wenn ihr dieses Ritual mit einer Gruppe durchführt, nehmt so viele Kerzen wie TN da sind, damit jeder eine Kerze mit anch Hause nehmen kann)

Vom heiligen Feuer aus wird die Sonnenkerze angezündet.

Ein Sonnenstrahl für Hoffnung,

auf eine bessere Zukunft. (1. Sonnenstrahl von der Mitte her anzünden)

Ein Sonnenstrahl für Frieden,

damit eine Zukunft möglich ist. (2. Sonnenstrahl von der Mitte her anzünden)

Ein Sonnenstrahl für Liebe,

füreinander und für sich selbst. (3. Sonnenstrahl von der Mitte her anzünden)

Ein Sonnenstrahl für Leben –

und leben lassen. (4. Sonnenstrahl von der Mitte her anzünden)

Ein Sonnenstrahl für Zuversicht,

nach der längsten Nacht, dem tiefsten Tal. (5. Sonnenstrahl von der Mitte her anzünden)

Der erste Sonnenstrahl – ein Neuanfang. (6. Sonnenstrahl von der Mitte her anzünden)

Opfergebet

LIED: Nehmt, Kindred, die Gaben, die ich bringe… (Original: Andrew Lloyd Webber)

Omen

Ich habe euch meine Geschenke überbracht und die Erinnerung an euch wachgehalten.

Nun schweige ich und öffne meinen Geist für euch und eure Botschaft.

Kindred, was habt ihr mir zu sagen?

Bitte um Segen

Ich bitte euch nun, Kindred: Seht auf diesen Kelch vor mir.

Ich fülle ihn mit Met.

Euch bitte ich: Füllt ihn aus dem Kessel der Inspiration, aus der Quelle der Weisheit, aus dem Horn der Fülle!

Füllt ihn mit den neu erwachten Kräften der Sonne, noch ganz klein, die uns Hoffnung schenken und eine neue Chance geben unsere Zukunft zu gestalten.

Füllt ihn mit euren Gaben, damit die, die davon trinken, gesegnet sind mit Gesundheit, Weisheit und Wohlstand.

 

Heiligung

(Kelch zum Boden senken) Der Segen der Ahnen! Awen!

(Kelch auf Bauchhöhe) Der Segen der Naturgeister! Awen!

(Kelch auf Kopfhöhe) Der Segen der Götter! Awen!

(Kelch über Kopfhöhe) Der Segen der Kindred wirke in uns und durch uns und um uns!

Siehe, das Wasser des Lebens!

 

Annahme des Segens

Ich nehme euren Segen an.

Möge er mich erfüllen und überfließen, so dass er auch die berührt, die mir begegnen.

Möge der Funke in mir zu einer Flamme werden, die überspringt auf die, die meinen Weg kreuzen.

 

Verabschiedung

Liebe Vorfahren, Naturgeister und göttlichen Kräfte,

besonders du, Sonne:

Ich danke euch für eure Anwesenheit in meinem Ritual

und freue mich auf ein Wiedersehen!

Für jetzt aber verabschiede ich mich von euch:

Euer Segen geht mit mir, wie meine Liebe mit euch geht!

Bleibt, so lange ihr wollt und geht, wenn euch nichts mehr hält!

 

Tore schließen

Cernunnos,

du hast mein Tun begleitet, als ich die Tore geöffnet und mich mit den Kindred getroffen habe.

Zwischen den Welten wanderst du und begleitest mich auf meinem Weg.

Ich danke dir und bitte dich ein letztes Mal um deine Unterstützung, wenn ich die Tore nun schließe:

Lass das heilige Feuer wieder zur Flamme werden!

Lass die heilige Quelle wieder zur Wasserschale werden!

Lass den Weltenbaum wieder zum einfachen Baum werden!

Lass alles sein, wie es vorher war, bis auf die Magie, die hier geschah!

Durch deine und mit deiner Magie: Mögen die Tore sich schließen!

Mutter Erde verabschieden

Tief im Herzen des Winters, inmitten von Kälte und Dunkelheit,

feiern wir, dass das Licht die Dunkelheit besiegen wird,

dass der Zyklus von Neuem beginnt.

Von dir zu mir, Erdmutter:

Auch wenn du tief in dir ruhst, so sind wir doch durch dich miteinander verbunden

und auch mit dir verbunden.

Von mir zu dir, Erdmutter:

Nimm, was ich nicht gebraucht habe, meine Liebe und meine Dankbarkeit.

Ritual beenden

Mein Ritual nähert sich dem Ende:

Ich habe meinen Bund mit den Kindred bestätigt und gefestigt.

Ich habe die Rückkehr des Lichts gefeiert.

Nun sind die Tore geschlossen:

Das heilige Feuer ist erloschen, doch in mir brennt es weiter.

Die heilige Quelle ist versiegt, doch in mir fließt sie ewig.

Der Weltenbaum mag schwanken, doch ich stehe stark und fest auf dieser Erde.

Mein Ritual ist beendet.

Amen!

Option für ein Ritual mit Kinderbeteiligung: Lichter-Schatzsuche

Vor dem Ritual das Haus ganz dunkel machen und Kerzengläser im Haus verteilen. Jeder bekommt nach dem Ritual eine brennende Kerze aus dem Sonnenstrahl. Anschließend dürfen alle die im Haus verteilten Kerzen suchen und anzünden, bis das Haus hell erleuchtet ist.

Wie der Regenbogen an den Himmel kam oder Der Kampf zwischen Taranis und Cernunnos

3. Dezember 2017

Zu jener Zeit wanderten die die Götter noch oft über die Erde und lebten zwischen den Menschen. Taranis, der Donnernde, der Gott, der durch seine Regengüsse und Frühjahrsgewitter die Felder fruchtbar machte, streifte mit seinem Wagen umher und sah danach, dass alles seine Ordnung hatte.

Bei seiner Fahrt macht er einmal Halt in einem weiten Tal. Die Luft war mild, die Felder wurden langsam grün – Taranis war zufrieden.

Da ertönte ein Donnern und Brausen – und es stammte nicht von ihm! Überrascht und auch ein wenig verwirrt blickte er um sich.

In der Ferne, wo die Berge zu sehen waren, erhob sich im Flussbett eine hohe bräunliche Welle. Eine riesige Wasserwalze kam den Fluss herab und riss alles am Ufer mit sich. Zurück blieb ein schlammiger Sumpf, der weit über die Ufer des Flusses hinaus ins Land reichte. Gleichzeitig fielen orkanartige Regengüsse vom schwarz gewordenen Himmel.

Taranis runzelte verärgert die Stirn. Wo kam das her? Wer wagte es, dermaßen Chaos zu stiften und die Ordnung zu bedrohen? Er sprang in seinen Wagen und eilte durch die Sturmfront hindurch zum Himmel hinauf. Von hier oben hatte er einen besseren Überblick und da er ja selbst ein Sturmgott war, konnte ihm das Unwetter wenig anhaben.

Die Flutwelle war inzwischen weitergezogen und hatte weitere Landstriche verwüstet. Taranis sah, dass sie ihren Ursprung in den Bergen hatte, wo Schnee und Gletscher zu rasch geschmolzen waren und die Flüsse und Seen gefüllt hatten. Und er sah auch, wer dafür verantwortlich sein musste.

Dort, wo die Menschen mit ihren Äckern und Feldern nicht hinkamen, wo nicht mal mehr vereinzelt Almhütten standen, dort stand Cernunnos, sein alter Freund, und trommelte mit seinen Hufen, der der Grund bebte.

Taranis schüttelte besorgt den Kopf. War es wieder so weit? Cernunnos war der Herr der ungezähmten Natur, er hatte immer schon etwas Chaotisches, Unberechenbares an sich gehabt. Er herrschte auch über die Unterwelt und ihre Reiche des Todes. Gleichzeitig galt er als derjenige, von dem die Menschen sich Reichtum und Fruchtbarkeit erhofften. Während eines Großteils der Zeit war das auch so, doch gelegentlich zeigte sich Cernunnos von einer anderen Seite. Wie viele der Tiere, die ihm umgaben, gab es Zeiten, in denen er einen Wandel durchmachte und sich erneuerte. Und bis diese Wandlung vollzogen war, nahmen seine bedrohlichen Seiten aus alter Zeit zu und er wurde zu einer Gefahr für die Welt. Dann war er unruhig, unbeherrscht und zerstörerisch in seinem Wirken.

Der Donnergott nickte vor sich hin. Seine Aufgabe war es, Cernunnos durch diese Phase zu helfen und seine Kräfte in Schach zu halten. Rasch griff er nach seinem Blitzbündel und machte sich auf den Weg.

Cernunnos hörte das Donnern, als sich der Wagen näherte. Er verwandelte sich in einen Hirsch und floh in den Wald. Zwischen den hohen Kiefernstämmen war es für Taranis schwer, mit seinem Wagen durchzukommen. So spannte er sein Pferd aus, sprang auf dessen Rücken und nahm so die Verfolgung auf. Er warf mit einem Blitz nach dem anderen Gott, aber dieser war schon zu weit voraus, und der Blitz verfehlte das Ziel.

Cernunnos wähnte sich erst mal in Sicherheit. Sein Kopf mit dem Geweih juckte so fürchterlich, daher rieb er sich an einem dicken Stamm. Doch er hatte nicht mit Taranis’ Hartnäckigkeit gerechnet. Dieser war den Spuren gefolgt und seine Beute aufgespürt.

Cernunnos verwandelte sich erneut, diesmal in eine Schlange. So, glaubte er, könne er dem Gegner besser entgegentreten.

Taranis’ Pferd bäumte sich auf, als die riesige Schlange ihn umkreiste. Mehrfach versuchte der Donnergott seinen Gegner zu erwischen, aber Cernunnos wich immer wieder geschickt aus. Schließlich warf Taranis wieder einen Blitz, aber diesmal wandte er sich sofort in die Gegenrichtung – und Cernunnos hatte das Gleiche getan, um dem Blitz auszuweichen. So ritt Taranis mit voller Kraft über den mächtigen Schlangenkörper seines alten Freundes.

Cernunnos krümmte sich, aber die Hufe des Pferdes hatten gut gezielt und ihn fast betäubt. Mit letzter Kraft schälte er sich aus seiner Schlangenhaut und glitt in ein Loch in der Erde.

Der Orkan nahm ab und verwandelte sich in einen leichten, feinen Regen. Gleichzeitig erschien die Sonne hinter einigen Wolken und sandte zaghaft erste Strahlen zur Erde herab.

Taranis hob die zurückgebliebene Schlangenhaut auf und hob sie triumphierend über den Kopf. Die Schuppen schillerten in bunten Farben, rot, gelb, grün, blau. Der Donnergott warf sie in die Luft, wo sie hängen blieb und eine großen Bogen formte. Zufrieden betrachtete Taranis sein Werk:

„Bleib da unten, bis du wieder bei Sinnen bist!“, rief er Cernunnos zu. „In dieser Welt ist kein Platz für dein Chaos.“

So geschah es, und als die Flüsse letztlich wieder in ihre Betten zurückgekehrt waren, zeigte sich an vielen Orten, dass sie unerwartete Schätze an Land gespült hatten: Mancherorts war der Boden nun viel nährstoffreicher als vorher, an anderen Stellen waren Schiffswracks mitsamt ihrer verbliebenen Fracht zugänglich geworden und vereinzelt zeigte sich eine Goldader, wo vorher nur Stein gewesen war. So hatte sich Cernunnos doch noch als gewinnbringender Gott erwiesen.

Die Schlangenhaut blieb als Regenbogen der Erde erhalten, zum Zeichen dafür, dass die Ordnung das Chaos bezwungen hat.

Taranis aber kehrte zufrieden an den Himmel zurück.

 

Diese Geschichte ist von vorne bis hinten eine freie Schöpfung meinerseits. Für viele Kulturen gibt es den Mythos vom Kampf zwischen dem Donnergott und der Chaosschlange oder dem Drachen oder etwas Ähnlichem. Thor gegen die Midgardschlange, Indra gegen Agni, Perún gegen Veles – und bei den Galliern möglicherweise Taranis gegen irgendwen. Dass es sich dabei um Cernunnos handelt, ist meine Version, und sie funktioniert für mich nur, weil ich die Beziehung zwischen den beiden Kampfgegnern als eine freundschaftliche darstelle, eher eine Art Freundschaftsdienst als ein Kampf auf Leben und Tod.

Wahr ist, dass es Säulen gibt, auf denen ein Gott, der als Taranis/Jupiter identifiziert werden konnte, eine gigantische Gestalt mit Schlangenkörper nieder reitet und besiegt. Wahr ist auch, dass der Gott Cernunnos als eine ambivalente Gottheit bezeichnet werden kann. Ceisiwr Serith hat dazu eine schöne Analyse geschrieben. Es gibt Geschichten, die Cernunnos über sein Geweih mit der Hirschgestalt in Verbindung bringen. Nirgendwo wird hingegen behauptet, dass Cernunnos sich in eine Schlange verwandeln kann. Er hält wohl eine Schlange in der Hand. Ich habe mir hier Elemente der slawischen Variante ausgeliehen. Wichtig war mir, dass Cernunnos nicht als der Bösewicht von Dienst erscheint, sondern das Chaos nur ein zeitweiser Aspekt seiner Persönlichkeit ist. Darum kann man ihn dennoch verehren und respektieren, und er kann mit Taranis befreundet sein. Was nun den Regenbogen betrifft, nun ja, das nordische Pantheon hat Bifröst, und mir kam die Idee, dass der Regenbogen für die Gallier bestimmt auch eine besondere Bedeutung gehabt haben muss.

Der schlafende Fürst unterm Gochfortzberg

1. Dezember 2017

Um den Gochfortzberg bei Uedem ranken sich mehrere Sagen oder Geschichten. Eine davon ist diese hier, die eine deutliche Lokalvariante des Kyffhäuser-Mythos ist. Ich habe sie nur in Stichpunkten gehört und hier dementsprechend ausgebaut. In manchen Sagenvarianten gilt der Schläfer unter dem Berg als Friedensbringer, in anderen wird er erscheinen, wenn der Weltuntergang beginnt. Tatsächlich hat man auf dem Berg Spuren einer Besiedlung gefunden. Allerdings könnte es sich dabei auch um römische Hinterlassenschaften handeln.Trotzdem ist es eine nette Deutung und fügt sich gut in den Reigen der schlafenden Könige ein. Die Bedeutung der Vögel für das Ende der bekannten Ordnung kennt man auch vom englischen Tower.

 * * *

Gleich hinter Uedem, auf dem Weg nach Xanten, liegt eine Anhöhe mit dem Namen Gochfortzberg. Früher ragte sie vorne spitz aufs Land hinaus, aber dieser Vorsprung ist schon vor langer Zeit eingebrochen. Über den Berg führen geheimnisvolle Hohlwege und in den Sträuchern an den Hängen nisten zahlreiche Vogelarten. Es heißt, dass oben auf dem Berg einmal ein Fürst seine Burg gehabt habe und dort mitsamt seinem Gesinde bestattet worden sei. Davon ist jedoch nichts mehr zu sehen.

Unsere Geschichte spielt vor einem Jahrhundert oder zwei, genau weiß ich es nicht. Die Technik war jedoch noch nicht allzu weit fortgeschritten, und wer in den Nachbarort wollte, der konnte dies mit dem Pferd oder zu Fuß erledigen.

So geschah es, dass der Schmied von Kervenheim an einem grauen Nebeltag im September in der Dämmerung von Uedem nach Hause gehen musste. Er hatte einen wichtigen Auftrag in Uedem erledigt, aber nun wurde es spät und er wollte heim. Er war ein großer, kräftiger Mann, und die Dunkelheit konnte ihn nicht schrecken.

Sein Weg führte ihn am Gochfortzberg vorbei. Seine Laterne irrlichterte in den Hohlwegen und warf wirre Schatten auf den Boden, denn der Wind wehte recht ordentlich und die Bäume bogen sich hin und her. In der Ferne hörte er einen Hasen aufschreien. Vermutlich hatte ihn eine Eule erwischt.

Mit einem Mal rauschte es um ihn und ein schwarzer Vogelschwarm stieg auf und umringte ihn.

Erschrocken sprang der Schmied ins Gebüsch und duckte sich zwischen die Brombeersträucher. Die Vögel kreisten noch eine Weile und stiegen dann langsam immer höher, bis sie im Nebel und der frühen Dunkelheit nicht mehr zu sehen waren. Ihr Krächzen hallte dem Schmied jedoch weiter in den Ohren. Während er versuchte, sich aus den Dornenranken zu befreien.bemerkte der Schmied plötzlich etwas Glänzendes zwischen den Brombeersträuchern, etwas, das er dort noch nie zuvor gesehen hatte. Er hob seine Laterne und tatsächlich – er hatte sich nicht getäuscht. Unter den Beerenranken verborgen lag eine Tür, und nicht irgendeine: Diese war mit schweren Eisenbeschlägen versehen, die sehr kunstvoll gestaltet, aber an vielen Stellen schon verrostet waren. Der Schmied nickte beeindruckt: Da hatte ein Kollege sehr gute Arbeit geleistet. Aber warum, fragte er sich sodann. Neugierig schob er weitere Ranken beiseite und bald hatte er einen Türgriff freigelegt.

Vorsichtig zog er an dem Griff. Halb rechnete er damit, dass ihm der Griff verrostet in der Hand liegen bleiben würde. Aber die Tür öffnete sich fast geräuschlos und ein dunkler Gang tat sich vor ihm auf.

Nun war unser Schmied kein Ire: Die Geschichten von Feenhügeln waren ihm nicht vertraut, und so folgte er seiner Neugier und trat in den Gang. Und tatsächlich: Nach einigen Schritten erkannte er in der Ferne einen hellen Schimmer, und bald tat sich vor ihm ein Raum auf.

Das Gemach schimmerte golden, und nicht von ungefähr: Der Boden war mit feinsten Teppichen ausgelegt. Münzen, Schmuck und goldene Trinkpokale stapelten sich in Regalen an den Wänden rund herum. Am beeindruckendsten war jedoch der goldene Thron in der Mitte des Raums.

Der Schmied staunte nicht schlecht, als er entdeckte, dass der Raum keineswegs leer war. Ein Mann saß auf dem Thron, ein uralter Mann mit einem langen weißen Bart. Und neben dem Thron stand ein anderer Mann in einer Diener-Livree, wie sie vor einer Ewigkeit modern gewesen sein mochte. Beide schienen zu schlafen, aber als der Schmied näher trat, regte der Mann auf dem Thron sich und schlug die Augen auf. Seine Gesichtszüge glätteten sich und mit einem Mal schien er um Jahre jünger geworden zu sein. Der Mann richtete sich auf, und nun sah der Schmied, dass er einen mit Edelsteinen besetzten Stirnreif trug. Ehrfürchtig erstarrte er, doch der Mann hatte ihn gesehen und winkte ihm, näher zu kommen.

„Wie lange habe ich geschlafen?“, fragte er mit volltönender Stimme. „Ich, ich weiß es nicht, Herr.“, stotterte der Schmied. „Wie bist du hierher gekommen?“ „Durch die Tür. Da war eine Tür im Gestrüpp. Ich schwöre, dass die noch nie da war. Aber auf einmal sehe ich da Metall schimmern und-“ „Schon gut.“, winkte der Mann ab. „Die Tür zeigt sich nicht jedem. Du bist mit der Magie des Eisens vertraut, nehme ich an.“ „Von Magie weiß ich nichts.“, gab unser Schmied zurück, bodenständiger Niederrheiner, der er war. „Aber ich bin ein Schmied. Da lernt man das eine oder andere über Eisen.“

„So ist es.“, stimmte der Mann zu. „Sage mir: Fliegen die Vögel noch um den Berg?“

Der Schmied dachte an den Vogelschwarm, der ihm gerade um den Kopf gesaust war. „Das kann man wohl sagen.“

Da seufzte sein Gesprächspartner tief auf und sagte: „Dann muss ich noch weiterschlafen. Meine Zeit ist noch nicht gekommen.“

Der Schmied stutzte ob dieser Aussage, und tausend Fragen schossen ihm durch den Kopf, aber der alte Mann schloss die Augen.

„Mein Diener wird dich sicher nach draußen geleiten. Leb wohl, mein guter Schmied!“

Der Diener verneigte sich aber nur knapp, nahm die Lampe des Schmieds und eilte voraus. Am oberen Ende des Gangs gab er ihm die Laterne zurück und reichte ihm überdies eine goldene Münze mit seltsamer Prägung. „Nehmt dies als Zeichen unserer Dankbarkeit.“

Dem Schmied war es nun doch unheimlich geworden und er beeilte sich, seine Schmiede in Kervenheim zu erreichen. Inzwischen war es stockfinster und regnete in Strömen.

Daheim schlief schon alles. Daher kroch er rasch unter die Decken und schlief ein. Er würde seiner Frau am Morgen alles erzählen.

Doch als der Morgen kam, und der Schmied in seine Tasche fasste, um die Goldmünze heraus zu holen, da war sie verschwunden. Er suchte alle Taschen ab und ging den Weg zurück bis zum Gochfortzberg, aber auch die Tür war nicht wieder zu finden. Ohne einen Beweis aber schien ihm selbst sein Erlebnis so abenteuerlich und an den Haaren herbei gezogen, dass es Jahre dauern sollte, bis er dieses Abenteuer jemandem erzählte. Nur ein paar graue Haare mehr schien es ihm eingebracht zu haben.

Die Tür aber blieb verschwunden, und den schlafenden Fürsten und seinen Diener hat seitdem niemand mehr gesehen. Und so soll es auch bleiben, bis die Vögel einmal aufhören, um den Berg zu kreisen.