Monthly Archives: September 2018

Ritual für den Hambacher Forst

16. September 2018

Dieses Ritual ist halb spontan, halb geplant entstanden, weil ich das Bedürfnis hatte, in irgendweiner Form Unterstützung zu geben.

Ehrengast/Gott des Anlasses war Teutates (siehe Gottheit der Woche 39), der sich schützend vor sein Volk stellt.

Das Omen habe ich im Rahmen einer Meditation gezogen, bei der ich Teutates visualisiert habe, wie er zu mir in den Nemeton kommt.

In der Kernarbeit habe ich zunächst ein Gebet für die Bäume gesprochen und dann unter Trommelbegleitung die drei im Omen gezogenen Runen (Gebo, Wunjo, Ansuz) gechantet. Dabei habe ich mir vorgestellt, wie ich eine Dornenhecke à la Dornröschen rund um den Wald hochziehe. Undurchdringlich für die, die mit zerstörerischen Absichten kommen.

Wenn sich jemand dem anschließen möchte, wäre das toll.

Gottheit der Woche 45: Morrigan

11. September 2018

Über das nun stille Schlachtfeld fliegt die Krähe,

zieht ihre Kreise über Tod und Verwüstung:

Morrigan fährt ihre Ernte ein!

In der Liebe wie im Krieg bist du erfüllt von Leidenschaft

und deine Leidenschaft verleiht dir Flügel!

Vielschichtige, wandelbare große Königin,

erscheinst mal als schöne junge Frau,

dann als reife Mutter und

schließlich als hässliche Greisin am Ende ihrer Tage,

spielst mit den Menschen

und forderst die  besten von ihnen ständig heraus.

In deiner Nähe wird das Leben zur ständigen Prüfung,

ein ewiger Kampf.

Cú Chulainn maß sich mit dir

und sein Lohn war ewiger Ruhm.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht so genau,

ob du mich etwas lehren könntest,

denn deine Maßlosigkeit schreckt mich eher ab,

aber es war mir wichtig,

auch dir meinen Respekt zu erweisen,

und darum stehe ich hier.

Gottheit der Woche 49: Ullr/Uller

11. September 2018

Die Tage sind kurz wie nur in dieser Zeit

und in der Dämmerung zwischen Kälte und Dunkelheit

sieht man dich leichtfüßig durch den Wald schreiten,

Schneeschuhe an den Füßen,

einen Bogen in der Hand

und einen Köcher voller Pfeile auf dem Rücken.

Gott des Winters und der Jagd,

ich treffe dich unter einer Eibe,

jetzt , wo die Schleier dünn sind und die Tore offen.

Eidgott und Bewahrer des Thingfriedens,

du setzt deine Kräfte für bessere Ziele ein

als bloße Spielerei.

Aufrecht wie einer deiner Pfeile

und ebenso gradlinig

hältst du deine Wache,

und mit deiner Geschicklichkeit und Treffsicherheit

sorgst du für die Einhaltung dessen,

was man in deinem Namen geschworen hat.

Uller, Sifs Sohn,

lehre mich die Kraft deines Arms,

die Schärfe deines Auges,

die Ruhe deiner Hand,

die Sicherheit im Geist!

Führe meinen Bogen und lenke meine Pfeile so sicher in ihr Ziel,

als wären es die deinen!

Gebetskarte ‘Einen Sterbenden begleiten’

5. September 2018

 

In English:

Don’t be afraid,
go with a light step,
your burden stays behind.

Cross the bridge
leave this life
and only your grave will be between us.

You are expected
there on the other side,
not alone in the afterlife.

A light is shining for you,
a warm smile
and a hand that holds your hand.

Don’t worry
but let us behind,
with a heavy heart and tears on our faces.

Still we know
it’s not the end,
just a veil is separating us.