Category: ADF

Gebet an eine Göttin der kriegerischen Tüchtigkeit

3. August 2015

Gebet an eine Göttin der kriegerischen Tüchtigkeit

Ein Krieger folgt seinem eigenen Kodex.

Nicht so sehr die Waffen sind entscheidend,

nicht die körperliche Kraft,

sondern die innere Haltung und die Werte, die damit einher gehen.

Vagdavercustis,

Göttin der Cugerner,

die einst auf diesem Land lebten:

Ich rufe zu dir!

Du stärkst in deinen Anhängern die Tugenden,

die sie zu guten Kriegern machen:

den Mut, in einer schwierigen Situation das Richtige zu tun

die Ausdauer und Disziplin, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren,

die Integrität, für sich selbst einzustehen,

mit sich selbst im Reinen zu sein und die eigene Ehre zu bewahren.

Sei auch an meiner Seite, Vagdavercustis!

Stärke in mir Mut, Ausdauer, Disziplin und Integrität,

und mache mich zu einer besseren Kriegerin,

damit ich für das einstehen kann,

was mir wichtig ist, mit Worten und Taten.

Vagdavercustis,

ich bringe dir meine Gaben voller Respekt.

Nimm sie an und erteile mir im Gegenzug deinen Segen!

Amen!

 

Über die germanische Vagdavercustis ist nicht allzu viel bekannt. Bei Kalkar gab es einen Tempel, der ihr geweiht war. Leider ist davon nichts mehr zu sehen, aber die Fundstücke können im APX-Museum bestaunt werden. Sie wurde von der Cugernern verehrt, deren Gebiet zwischen dem der Ubier im Rheinland (südlich von Mönchengladbach), dem Rhein und dem Land der Batavier bei Nijmegen (NL) lag. Dieser Stamm wurde vermutlich von den Römern kurz nach der Zeitenwende hierher umgesiedelt und ist eigentlich ein semnonischer Ableger. Der Name der Stadt Goch im Kreis Kleve wird auf den Stammesnamen zurückgeführt.

Aufgrund der Fundstücke wird abgeleitet, dass sie eine Göttin war, die in den Kriegern Mut und kriegerische Tüchtigkeit weckte. Ich habe das hier kombiniert mit den Tugenden, die für einen Krieger wichtig sind. Es geht nicht darum, wild um sich zu schlagen oder die Taschen voller Waffen zu haben. Es geht darum, die Kraft und den Mut zu haben, für das zu kämpfen, was wichtig ist. Und das ist eine Fähigkeit, die wir alle gebrauchen können.

Natürlich kann man das Gebet für eigene Zwecke abwandeln und auf jeden anderen Kriegsgott ummünzen.

Getreide-Ernte

Nehalenniaritual mit Talismanweihe

25. Juli 2015
Foto vom Nehalenniaritual am Brouwersdam in den Niederlanden

Foto vom Nehalenniaritual am Brouwersdam in den Niederlanden

 

Nehalennia ist eine germanische Göttin, die ungeachtet dessen auch zahlreiche römische und keltische Verehrer hatte. Vor der Küste von Domburg und Colijnplaat in Zeeland (NL) fand man Überreste von zahlreichen Weihesteinen und Statuen sowie einigen Tempeln, die ihr zugeschrieben werden können. Ein weiterer Tempel stand in Cuijk, Noord Limburg (NL), aus meiner Sicht gleich um die Ecke. Die Rekonstruktion dieses Tempeln kann man heute im Archeon-Park in Alphen (NL) bewundern: ein gallo-römischer Umgangstempel, wie er typisch für die Zeit nach der Romanisierung war.

Nehalennia wird dargestellt mit verschiedenen Attributen: Entweder stehend mit einem Fuß auf einem Schiffsbug und einem Ruder in der Hand, aber auch auf einem Thron sitzend mit einem Füllhorn oder einer Schale im Arm.

Meistens ist ein Hund an ihrer Seite, häufig findet man auch Körbe mit Obst (Äpfel/Birnen) neben ihr oder Getreidebündel.

Die Interpretationen aus den Inschriften auf den Steinen deuten darauf hin, dass Nehalennia mehrere Funktionen hatte: Vor allem scheint sie eine Schutzgöttin der Seefahrer gewesen zu sein, die ihren Schwerpunkt auf dem Schutz des Schiffes und seiner Fracht, weniger auf der Beeinflussung des Wetters und der See hatte. Als solche besaß sie eine große Bedeutung für den Handel.

Auch als Fruchtbarkeitsgöttin wird sie betrachtet, ebenso mag es Beziehungen zur Unterwelt geben (die Äpfel und der Hund sprechen dafür). Einige Spekulationen sehen eine Verbindung zwischen ihr und der germanischen Nerthus. Möglicherweise war sie eine lokale Variante.

Aufgrund der ähnlichen Gestaltung einiger Weihesteine und Altäre mag es auch eine Verwandtschaft mit den Matronen (Matres/Matronae) geben, den drei Göttinnen, die vor allem im Rheinland sehr verehrt wurden.

Wer mehr darüber wissen möchte, dem sei ein Blick in das Buch von GardenStone empfohlen.

Heute wird Nehalennia häufig als heidnische Schutzpatronin für Reisende angerufen, ähnlich wie der christliche Christopherus. Das oben gezeigte RItual lehnt sich an das Simivisonnos-Ritual aus dem ‘Crane Breviary and Guide Book’ von Michael Dangler an. Die Gabe für Nehalennia war das aus Muscheln gelegte Füllhorn mit mitgebrachten Exemplaren der ersten eigenen Erdbeeren, Kirschen und Kartoffeln. Die beiden hölzernen Scheibchen sind Talismane, die mit entsprechenen Runen und Oghamsymbolen beschriftet wurden und nun ihren Platz in unseren Autos haben.

 

Morgengebet für Eilige

29. Juni 2015

Hier habe ich ein Morgengebet für diejenigen von uns, die morgens ähnlich in Eile sind wie ich. Es ist im ADF-Stil.

Für gewöhnlich wasche ich mich dabei und gebe bei jedem der drei Kindred einen Schwung Wasser ins Gesicht 🙂

Morgengebet für Eilige

Knete selber gemacht

3. März 2015

Bei meinen Kindern, und allen Kindern die ich sonst noch so kenne, ist Knete der Hit.

Egal, ob das Wetter gut ist oder nicht, mit Knete lässt sich der Tag wunderbar herumkriegen. Dazu ein paar Förmchen, eine Presse und Mamas Teigrolle, und fertig ist der Spaß.

 

Da man aber im Laufe der Zeit immer größere Mengen Knete braucht, stelle ich sie gerne selbst her.

Hier folgt mein Standardrezept. Manchmal erweitere ich die Zutatenliste um so Kleinigkeiten wie Glitter oder Duftöl. So gab es zu Weihnachten rote Lebkuchenknete und grüne Glitzerknete (und nachher logischerweise rot-grün-bräunliche Lebkuchen-Glitzerknete 🙂 )

 

Zutaten:

400 Gramm Mehl+ x
200 Gramm Salz
2 Esslöffel Alaunpulver, (das sind etwa 11 Gramm. Alaunpulver bekommst Du in der Apotheke)
einen halben (1/2) Liter kochendes Wasser
3 Esslöffel Speiseöl
eine Messerspitze Lebensmittelfarbe (Lebensmittelfarbe in allen möglichen Farben bekommst du in der Drogerie oder im Supermarkt), es geht auch flüssige Farbe oder Pulver

Herstellung:
Mehl, Salz und die 2 Esslöffel Alaunpulver werden gut vermischt.

Während du weiterrührst, schüttest du nun den halben Liter kochendes Wasser dazu.

Als nächstes die 3 Esslöffel Speiseöl und eine der Lebensmittelfarben in die Schüssel geben und mit dem Handrührgerät oder dem Mixer solange gründlich weiterrühren, bis eine Knetmasse entstanden ist.
Sollte die Knetmasse zu trocken sein, kannst du noch ein wenig Öl hinzugeben und noch einmal gründlich durchrühren.

Die Knete, die du gerade hergestellt hast, ist nun etwa 6 Monate haltbar, wenn du sie im Kühlschrank aufbewahrst. Allerdings musst du darauf achten, dass die Knetmasse wie andere Knete auch, immer gut luftdicht verpackt ist. Sie ist sehr geschmeidig, aber nicht zu pappig und lässt sich gut verarbeiten.

 

 

Und wenn kein Alaun vorhanden ist, oder zu wenig Salz?

Dann macht man eben ‘Schneeknete’: Einfach Speisestärke mit Bodylotion mischen, bis eine knetbare Masse entsteht. Hält sich nicht ewig, aber der Tag ist gerettet.