Category: ADF

Lied: Fylgia

19. September 2016

Eine Fylgia ist so etwas wie die nordische Version eines Schutzengels. Sie ist verwandt mit den Disen, Nornen und Landgeistern – klare Abgrenzungen sind da schwer.

Häufig liest man, dass die Fylgia für denjenigen, dem sie folgte, bis zu dessen Tod unsichtbar war. Erst beim Nahen des Todes konnte derjenige sie sehen.

Ich habe das Lied für meinen ADF-Kurs Bardic Studies 3 geschrieben.

 

Immer da, unsichtbar,

mir ganz nah, Fylgia!

Wie im Traum, durch Zeit und Raum

folgst du mir, Fylgia!

Hüterin, Wächterin,

wandelbar, Fylgia!

In der Not bis zum Tod

sei bei mir, Fylgia! (bzw.: bist du da, Fylgia)

Der fremd klingende Akkord ist ein F7+, also die hohe E-Saite leer lassen und dann C, A und F greifen. Ganz einfach 🙂

fylgia

Mabon 2015: Kernarbeit

11. September 2016

Kernarbeit: Erntedank

Diese Kernarbeit entstand in Anlehnung an einen Ritualvorschlag von Ceisiwr Serith. Seine Idee war meines Erachtens eher auf die USA zugeschnitten, aber das Konzept gefiel mir, und ich habe mich bemüht eine für Europa passende Version auf die Beine zu stellen. Ich habe es schon 2014 verwendet, für dieses Jahr aber noch einmal komplett überarbeitet.

Benötigt werden außer dem übliche Ritualzubehör:

Proben verschiedener Getreidesorten, Mehl, ein Maiskolben (z.B. dekoriert wie auf dem Bild unten), eine Kette aus Herbstblättern oder aufgefädelten Rosskastanien, 1 Stift zum Daraufschreiben)

 

Mabon-Maiskolben 2014

Während des ganzen Sommers haben wir schon ernten können,

und frische Lebensmittel haben unseren Tisch reich gedeckt.

Ein paar Beispiele habe ich mitgebracht.

Heute ist es an der Zeit danke zu sagen für alles,

was wir bekommen haben.

(Wofür bin ich dankbar? Auf die Blätter des Mobiles schreiben und das Mobile dann in einen Baum hängen)

Lied: “Ich möchte einfach danke sagen” oder ein anderes Erntedanklied

(Mehl, Körner und Mais hochhalten)

In meinen Händern halte ich verschiedene Getreidesorten: Weizen, Roggen,Mais, Dinkel, Hafer:

Getreide, das schon unsere Vorfahren angebaut haben,

Getreide, das mein Volk seit Generationen ernährt.

Ich segne dieses Getreide.

Möge es weiterhin reiche Frucht bringen und zum Segen für uns werden.

Ich bring die gesegnete Gabe herfür

und hänge den Maiskolben an meine Tür.

Bleib dort und segne unser Haus,

und alle, die da gehen ein und aus!

Bleib dort, bis die Welt im Dunkel versinkt

und die Nacht von Samhain beginnt!

Das Mehl eine Gabe an das Land sei:

Gegeben in Liebe und Dankbarkeit.

Flieg mit dem Wind über das Land,

vermisch dich mit Stein und Wasser und Sand.

So sei es! Amen

(das Mehl in die Luft blasen, den Maiskolben nach dem Ritual an die Haustür hängen, die Körner, wenn möglich verwahren und im Frühjahr aussäen. Wenn sie angehen sollten, kann man daraus später eine neue Corn Dolly machen)

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Mabon-Ritual 2016: Kernarbeit

11. September 2016

Kernarbeit: Wir ziehen uns einen neuen Familienbaum heran

Ich liebe Walnüsse! Und noch besser: Der Rest der Familie auch! Walnüsse gab es bei uns zu Hause immer reichlich. Als meine Oma mütterlicherseits vor einigen Jahren starb, musste der große Walnussbaum in ihrem Garten einer Umbaumaßnahme weichen. Glücklicherweise hatte dieser Baumriese einen Ableger, der seinen Weg in meinen Garten fand. Aufgrund unglücklicher Umstände steht besagter Baum aber an einer nicht sonderlich geeigneten Stelle, so dass auch er in einigen Jahren vermutlich weichen muss. Letztes Jahr hat er endlich angefangen, Nüsse zu tragen. In diesem Jahr will ich mir von einer dieser Oma-Baum-Nüsse einen Ableger heranziehen, der dann später einen vernünftigen Platz in unserem Garten finden soll.

Wer diese Kernarbeit verwenden will, muss den Text für sich persönlich umformen.

Benötigt werden außer dem normalen Ritualzubehör:

1 Blumentopf

Pflanzerde und ggf. etwas eigener Kompost

Wasser und Gießkanne

1 Walnuss (oder vorsichtshalber 2-3)

evt. kleine Opfergaben für die Kindred

Von Alters her gelten Nüsse als Früchte der Weisheit. In der irischen Mythologie ist es die Haselnuss, deren Früchte ins Wasser fallen und so den Lachs ernähren, der die ganze Weisheit in sich trägt. Heutzutage werden Nüsse als Futter für das Gehirn beworben. Und erinnert nicht das Innere der Walnuss ein wenig auch an ein Gehirn?

Diese Walnuss hier (in die Hand nehmen; wenn ihr mit mehreren seid, könnt ihr sie auch reihum gehen lassen) stammt von einem Baum, dessen Vorfahre schon meine Vorfahren mit Früchten versorgt hat. Sein Ahne stand im Garten meiner Großeltern, und manchen Spätsommer haben wir damit verbracht über den Rasen zu laufen und Nüsse aufzusammeln, die Oma dann getrocknet und geknackt hat.

Walnusslikör, Walnusskuchen, Walnussbrot – die Liste der Rezepte, die wir in den vielen Jahren ausprobiert haben, und die durch die ganze Familie gegangen sind, ist schier endlos.

Heute stehe ich hier, weil ich die Tradition fortsetzen möchte: Auch wenn der alte Baum vergangen ist und sein Nachfahre nicht alt werden kann an dem Ort, wo er steht, so soll es doch einen weiteren Nachfolger geben. Ich lege diese Nuss in die Erde, reich an Nährstoffen, und rufe zu euch, Kindred:

Ihr Vorfahren!

Diese Nuss ist Teil eures Vermächtnisses an mich. Ich übergebe sie der dunklen Erde, damit sie wächst und eines Tages selber Früchte hervorbringt. Ich bitte euch: Wacht über sie, damit sie einst Teil unserer Verbindung sein kann!

Ihr Geister!

Diese Nuss übergebe ich euch zu treuen Händen. Ich bitte euch: Unterstützt meine Arbeit mit der euren, damit diese Nuss eines Tages ein stolzer Baum wird, der Himmel und Erde miteinander verbindet!

Ihr Götter!

Diese Nuss ist Teil meines Vermächtnisses an meine Nachfahren. Ich bitte euch: Lasst euer Licht auf sie scheinen und segnet sie, damit sie eines Tages für meine Kinder das bedeuten kann, was ihre Vorfahren für mich bedeuteten!

Topf halb mit Erde füllen, Nuss hineinlegen, mit Erde bedecken und etwas gießen

Lied: Tree Wassail von Anne Hill (das bezieht sich zwar auf Apfelbäume, aber ich finde, es passt trotzdem)

Den Blumentopf mit etwas Weihwasser aus der heiligen Quelle besprenkeln und mit Weihrauch bewedeln:

Ich segne die Erde, die dich umgibt.

Ich segne das Wasser, dass dich ernährt.

Ich segne den Himmel, dessen Licht dich wärmt.

Ich habe den Segen der Kindred für dich erbeten und ich werde meinerseits über dich wachen.

Wachse und gedeihe, kleiner Baum! Willkommen in unserem Garten!

Lughnasadh-Soloritual 2016

11. Juli 2016

Mit diesem Ritual kehre ich zu meinen gallischen Wurzeln zurück.

 

Zweck

Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen,

und obwohl man es kaum merkt,

werden die Tage kürzer udn die Nächte kälter.

Die Sonne hat ihren Zenit überschritten,

das Land seine volle Fülle erreicht.

Ich bin hier, um das Land zu ehren,

Rosmerta und all ihre Gaben, die sie bereitwillig hergibt.

Ich bin hier, um Lugus zu ehren,

den Geschickten, der ihre Gaben nimmt und zu aller Nutzen verwandelt.

Ich bin hier, um meinen Bund mit den Kindred und allen Lebenwesen zu bestätigen:

Auch, wenn ich allein hier stehe, weiß ich, dass ich ein Teil des Großen Ganzen bin, Teil meines Volkes, der Menschheit, der Bewohner des Planeten Erde.

Als solches akzeptiere ich meine Verpflichtungen, die damit einhergehen, und meine Verbundenheit.

 

Reinigung

(Teil 1 nach Ceisiwr Serith, Teil 2 nach Ian Corrigan in Übersetzung von Ishtar vom Sternenkreis?)

Möge ich rein sein, damit ich die Grenzen überschreiten kann. (Stirn mit Wasser benetzen)

Möge ich die Grenzen überschreiten, um dem Heiligen zu begegnen. (Lippen mit Wasser benetzen)

Möge ich dem Heiligen begegnen, um in allen Dingen gesegnet zu sein. (Herz mit Wasser benetzen)

Durch die Kraft des Wassers (Wasser aus dem Brunnen in alle 4 Himmelsrichtungen versprengen)

und den Rauch des Feuers (Feuerschale einmal im Kreis herumtragen):

Dieser Schrein ist hehr und heilig!

 

Mutter Erde anrufen

Braun der Boden, Mutter Erde,

krümelig in der Sommerhitze.

Blau der Himmel, Mutter Erde,

wolkenlos und unendlich.

Grün die Wiesen, Mutter Erde,

wogendes Gras in vollem Saft.

Ich bei dir, Mutter Erde,

geborgen in deiner Hand,

wenn ich über das Land schreite,

wenn ich zwischen den Welten wandle,

als Teil deines allumspannenden Netzes.

Amen!

(Opfergabe an die Erde)

Kosmos erschaffen

Am Anfang war das große Nichts, das Urmeer voller Chaos, voller Potential: Alles war möglich! Und dann verbanden sich die Elemente zu Feuer und Eis, und aus Feuer und Eis entstand das Land, und über dem Land erhob sich der Himmel.

Und auf dem Land wuchs der Weltenbaum, mit den Wurzeln tief in der Erde, die bis an die Quellen im Erdinneren reichen, und den Ästen, die hoch zum Himmel aufragen und so alle Reiche miteinander verbinden.

Hier stehe ich nun, in der Mitte von allem:

Mit dem Land unter meinen Füßen, dem Himmel über meinem Kopf und dem Meer, das mich umgibt!

Und hier in der Mitte fließt dreifach das Wasser: Das Wasser der Weisheit und Inspiration, der nährende Regen, der vom Himmel fällt und das Wasser und Blut in mir. (Opfergabe an das Wasser)

Und hier in der Mitte brennt eine dreifache Flamme: Das Feuer der Schöpfung, tief im Erdinneren, das Feuer der Sonne, warm und lebenserhaltend, und das Feuer von Herdflamme und Lebenswillen in mir. (Opfergabe an das Feuer)

Und hier in der Mitte wächst der Weltenbaum, der in alle Reiche ragt: Mit den Wurzeln in der Tiefe, mit der Krone hoch im Himmel und dem Stamm hier in dieser Welt. (Opfergabe an den Baum)

Oben und unten….. (C.S.)

Hüter der Tore anrufen und Tore öffnen

Cernunnos,

du hütest die Übergange, du wachst über die Grenzen.

Ich rufe dich, der in den Himmel blickt,

der die Welt kennt und in die Unterwelt sieht:

Richte deinen Blick auf mich, wenn ich heute den Kindred begegne.

Wache über mich, wenn ich fremde Pfade gehe.

Sei als Vermittler an meiner Seite, wenn ich die Tore öffne.

(Gabe an Cernunnos)

Nimm das Wasser und lass es zum heiligen Brunnen werden, das Tor, durch das ich meinen Vorfahren begegnen kann.

(Lied: Cernunnos, öffne die Tore)

Nimm die Flamme und lass sie zum heiligen Feuer werden, das Tor, durch das ich den Göttern begegnen kann.

(Lied: Cernunnos, öffne die Tore)

Nimm den Baum und lass ihn zum Weltenbaum werden, das Tor, durch das ich den Naturgeistern begegnen kann.

(Lied: Cernunnos, öffne die Tore)

Durch deine und mit deiner Magie: Mögen die Tore sich öffnen!

Kindred anrufen

(in Anlehnung an SDF March Equinox 2014)

Vor dem heiligen Brunnen stehe ich, im Zentrum der Welt, und rufe meine Vorfahren!

Seid mir an meinem Feuer herzlich willkommen,

Vorfahren des Blutes, des Geistes und des Herzens,

ihr, die hier vor mir wart,

ihr, die den Weg bereitet habt!

Ich bitte euch: Teilt euer Wissen mit mir und nehmt im Gegenzug meine Gaben an.

(Opfergabe an die Vorfahren, Ancestor’s song I)

Vor dem Weltenbau stehe ich, im Zentrum der Welt, und rufe die Naturgeister!

Seid mir an meinem Feuer herzlich willkommen,

Cucullati, Hüter des Hauses,

Talamonodêwoi, ihr, die diesem Land innewohnt!

Ich bitte euch: Teilt euer Wissen mit mir und nehmt im Gegenzug meine Gaben an.

(Opfergabe an die Naturgeister, Ancestor’s song II)

Vor dem heiligen Feuer stehe ich, im Zentrum der Welt, und rufe die Götter!

Seid mir an meinem Feuer herzlich willkommen,

Dêwoi, Leuchtende,

Hüter der kosmischen Ordnung!

Ich bitte euch: Teilt euer Wissen mit mir und nehmt im Gegenzug meine Gaben an.

(Opfergabe an die Götter, Ancestor’s song III)

Götter des Anlasses anrufen und ehren

Rosmerta,

du bist das Land.

In dich säen wir, von dir ernten wir.

Wir nehmen an, was du uns gibst.

Du bist der Boden unter unseren Füßen

und die Quelle unseres Reichtums.

Aus deinem Füllhorn teilst du großzügig deine Gaben aus

und lehrst uns zu geben, damit wir umso mehr zurückerhalten können.

Nimm meine Gabe an dich an,

Rosmerta!

(gebackenes Füllhorn oder Brot)

Lugus,

du bist der Geschickteste unter allen,

nicht nur Krieger,

nicht nur Zauberer,

nicht nur Handwerker,

nicht nur Künstler:

In dir vereinigen sich alle diese Fähigkeiten,

und du nutzt sie zum Wohle deines Volkes.

Von dir lernen wir, nach Können zu streben,

und unsere Gaben nutzbringend einzusetzen.

Nimm meine Gabe an dich an,

Lugus!

(Lied: ‘Lugh’ von Kellianna, alternativ etwas, das man selbst angefertigt hat)

Geschichte von Lugus und Rosmertas Hochzeit erzählen: http://werkelwald.de/geschichte-wie-es-kam-dass-rosmerta-lugus-zum-mann-nahm/

 

Hauptopfer

Lied: Sehet mich

Omen

Ich habe euer Lied gesungen,

die Worte über euch weitergetragen.

Nun schweige ich und lausche,

was ihr mir sagen habt!

(Omen ziehen, interpretieren, annehmen)

Kommunion

Ich bitte euch nun, Kindred:

Seht diesen Kelch in meinen Händen und füllt seinen Inhalt aus Rosmertas Füllhorn und mit den Lehren des Lugus, mit den schützenden Kräften der Naturgeister und dem Rückhalt der Ahnen, damit ich, wenn davon trinke, erfüllt werde mit Gesundheit, Wohlstand und Weisheit.

3x AWEN singen, Kelch dabei von oben nach unten schrittweise absenken und zum Schluss wieder anheben:

Siehe, das Wasser des Lebens!

 

Annahme/Bestätigung des Segens

Ich habe auf euer Wohl getrunken, Kindred, und euren Segen erhalten: Möge er in mir überfließen und die berühren, die mir begegnen. Möge der Funke in mir wachsen und überspringen auf die, die meinen Weg kreuzen.

 

Kernarbeit: Lughs Segen auf Ährenherzen

Aus Gerstenähren (die mit den langen Grannen) habe ich zuvor Herzen gebastelt, indem ich zwei Halme unterhalb der Körner zusammengebunden habe, die Ähren rechts und links heruntergebogen und auf geeigneter Höhe mit den Halmen wieder zusammengebunden habe (kleines Schleifchen). Diese Herzen möchte ich anschließend and Familie und Nachbarn verschenken.

SANYO DIGITAL CAMERA

 

Lugus,

geschickt in allen Dingen,

Speerträger und Schmied,

Harfner und Historiker,

Magier, Heiler, weise über dein jugendliches Aussehen hinaus,

ich bitte dich heute um deinen Segen:

Deinen Schutz für die, die mir wichtig sind!

Deine Weisheit für die, die mir wichtig sind!

Deine Geschicklichkeit für die, die mir wichtig sind!

Deine Inspiration für die, die mir wichtig sind!

Deine Heilkraft für die, die mir wichtig sind!

Ein langes Leben in Gesundheit, Weisheit und Wohlstand

erbitte ich für die, denen diese Herzen zugedacht sind.

Wie die Ähren voller reifer Körner

gehe der Segen deiner Saat in ihnen auf.

Amen!

 

Dankgebet und Verabschiedung

Kindred, ich danke euch für eure Gesellschaft und euren Beitrag.

Lugus und Rosmerta, ich danke euch!

Götter, Naturgeister und Vorfahren:

Meine Liebe geht mit euch, so wie euer Segen mich begleitet,

bis wir uns wiedersehen.

Lebt wohl!

 

Tore schließen

Cernunnos,

du hast mein Tun begleitet, als ich die Tore geöffnet und mich mit den Kindred getroffen habe.

Zwischen den Welten wanderst du und begleitest mich auf meinem Weg.

Ich danke dir und bitte dich ein letztes Mal um deine Unterstützung, wenn ich die Tore nun schließe:

Lass das heilige Feuer wieder zur Flamme werden!

Lass den heiligen Brunnen wieder zur Wasserschale werden!

Lass den Weltenbaum wieder zum einfachen Baum werden!

Lass alles sein, wie es vorher war, bis auf die Magie, die hier geschah!

Durch deine und mit deiner Magie: Mögen die Tore sich schließen!

 

Mutter Erde verabschieden

Braun, blau und grün

deine Farben im Sommer

und bunt bedecken dich die Blumen,

bevor ihre Farbenpracht Platz macht

für den Herbst und seine roten, gelben und braunen Töne.

Ich stehe hier fest auf dir, geborgen in deiner Hand,

geborgen in diesem Ritual wie zu aller Zeit:

Nimm, was ich nicht gebraucht habe,

Mutter Erde,

als Zeichen meiner Liebe und Dankbarkeit.

Lass es zurückkehren in den ewigen Kreislauf von Leben und Tod, Geben und Nehmen.

Amen!

 

Ritual beenden

Mein Ritual nähert sich dem Ende.

Ich habe den Kosmos wiedererschaffen und in seiner Mitte gestanden.

Ich habe die Fülle des Landes gefeiert und mit Lugus gelernt,

diese Fülle mit meinen Fähigkeiten zum Wohle aller zu nutzen.

Ich habe meinen Bund mit den Kindred bestätigt und gefestigt.

Nun gehe ich, allein, doch als Teil des großen Ganzen.

Die heilige Quelle ist versiegt, doch in mir fließt sie weiter.

Das heilige Feuer ist verloschen, doch in mir brennt es ewig.

Der Weltenbaum schwankt, doch ich stehe fest verwurzelt in dieser Welt.

Dieses Ritual ist nun beendet. Amen!

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Mittsommer-Soloritual 2016

19. Juni 2016

Zweck

Dies ist der längste Tag,

und ich bade in deinem Licht, Sonne,

ich lasse mich einhüllen von deinen warmen Strahlen,

mit jeder Pore sauge ich deine Energie in mich auf

und speichere die Erinnerung an diese Tage für eine Zeit,

wenn dein Licht und deine Wärme an Kraft verloren haben.

Jetzt bist du auf dem Höhepunkt deiner Macht,

aber das Rad dreht sich beständig,

und so ist im Höhepunkt auch der Tiefpunkt,

im Leben auch der Tod vorweggenommen.

Lied: Song for Summer Solstice – Libby Roderick

Reinigung

(Teil 1 nach Ceisiwr Serith, Teil 2 nach Ian Corrigan in Übersetzung von Ishtar vom Sternenkreis?)

Möge ich rein sein, damit ich die Grenzen überschreiten kann. (Stirn mit Wasser benetzen)

Möge ich die Grenzen überschreiten, um dem Heiligen zu begegnen. (Lippen mit Wasser benetzen)

Möge ich dem Heiligen begegnen, um in allen Dingen gesegnet zu sein. (Herz mit Wasser benetzen)

Durch die Kraft des Wassers (Wasser aus dem Brunnen in alle 4 Himmelsrichtungen versprengen)

und den Rauch des Feuers (Feuerschale einmal im Kreis herumtragen):

Dieser Schrein ist hehr und heilig!

Mutter Erde anrufen

Auf dem Feld vor meinem Haus wiegen sich die Ähren im leichten Wind,

so als ob du dein goldbraunes Haar für mich schüttelst.

In dieser Zeit, wo die Kraft der Sonne am stärksten ist, bietest du uns Halt,

Mutter Erde,

einen Moment des Atemholens zwischen Säen und Ernten.

Schenke mir auch in diesem Ritual die Gewissheit,

festen Boden unter den Füßen zu haben,

so wie du es immer tust.

Amen!

(Opfergabe an die Erde)

Kosmos erschaffen

Am Anfang war das große Nichts, das Urmeer voller Chaos, voller Potential: Alles war möglich! Und dann verbanden sich die Elemente zu Feuer und Eis, und aus Feuer und Eis entstand das Land, und über dem Land erhob sich der Himmel.

Und auf dem Land wuchs der Weltenbaum, mit den Wurzeln tief in der Erde, die bis an die Quellen im Erdinneren reichen, und den Ästen, die hoch um Himmel aufragen und so alle Reichen miteinander verbinden.

Hier stehe ich nun, in der Mitte von allem:

Mit dem Land unter meinen Füßen, dem Himmel über meinem Kopf und dem Meer, das mich umgibt!

Und hier in der Mitte fließt dreifach das Wasser: Das Wasser aus den Tiefen, das Wasser des Himmels und das Wasser in mir. (Opfergabe an das Wasser)

Und hier in der Mitte brennt eine dreifache Flamme: Das Feuer aus der Tiefe, das Feuer des Himmels und das Feuer in mir. (Opfergabe an das Feuer)

Und hier in der Mitte wächst der Weltenbaum, der in alle Reiche ragt: Mit den Wurzeln in der Tiefe, mit der Krone hoch im Himmel und dem Stamm hier in dieser Welt. (Opfergabe an den Baum)

Oben und unten….. (C.S.)

Hüter der Tore anrufen und Tore öffnen

Heimdall,

du, der das Gras wachsen hört!

Du, dessen Auge bis in alle Reiche zu blicken vermag!

Du, der Wache steht am Bifröst, der leuchtenden Regenbogenbrücke!

Ich bitte dich: Sei mit deinen scharfen Sinnen an meiner Seite!

Unterstütze mich mit deiner Magie, wenn ich nun die Tore öffne!

(Opfergabe an Heimdall)

Nimm das Wasser und lass es zum heiligen Brunnen werden, das Tor, durch das ich meinen Vorfahren begegnen kann.

Nimm die Flamme und lass sie zum heiligen Feuer werden, das Tor, durch das ich den Göttern begegnen kann.

Nimm den Baum und lass ihn zum Weltenbaum werden, das Tor, durch das ich den Naturgeistern begegnen kann.

Durch deine und mit deiner Magie: Mögen die Tore sich öffnen!

Kindred anrufen

(in Anlehnung an SDF March Equinox 2014)

Vor dem heiligen Brunnen stehe ich, im Zentrum der Welt, und rufe meine Vorfahren!

Seid mir an meinem Feuer herzlich willkommen,

Disen und Alfar,

ihr, die hier vor mir wart,

ihr, die den Weg bereitet habt!

Ich bitte euch: Teilt euer Wissen mit mir und nehmt im Gegenzug meine Gaben an.

(Opfergabe an die Vorfahren, Ancestor’s song I)

Vor dem Weltenbau stehe ich, im Zentrum der Welt, und rufe die Naturgeister!

Seid mir an meinem Feuer herzlich willkommen,

Landvaettir,

ihr, die diesem Land innewohnt!

Ich bitte euch: Teilt euer Wissen mit mir und nehmt im Gegenzug meine Gaben an.

(Opfergabe an die Naturgeister, Ancestor’s song II)

Vor dem heiligen Feuer stehe ich, im Zentrum der Welt, und rufe die Götter!

Seid mir an meinem Feuer herzlich willkommen,

Leuchtende, Asen und Wanen,

Hüter der kosmischen Ordnung!

Ich bitte euch: Teilt euer Wissen mit mir und nehmt im Gegenzug meine Gaben an.

(Opfergabe an die Götter, Ancestor’s song III)

Götter des Anlasses anrufen und ehren

Verrat war es, der dich ins Reich des Todes trieb,

Verrat und Missbrauch!

Baldur,

du glaubtest dich geschützt vor allem Unheil,

aber mit Lokis List und Tücke hast du nicht gerechnet.

Die Tränen aller Welten reichten nicht,

um dich sofort ins Leben zurück zu holen.

Und doch verkehrte das Schicksel dein Los in Hoffnung:

Zwar gehst du nun von uns,

aber wir lassen dich ziehen in dem Wissen um deine Wiedergeburt.

Nanna,

deine Liebe zu Baldur war so groß,

dass du den Verlust nicht ertragen konntest.

In guten wie in schlechten Tagen bleibst du an seiner Seite

und so begleitest du ihn nun auch ins Reich des Todes.

Euer Schiff legt nun vom Ufer ab,

und ihr tretet eure Reise ins Dunkel an.

Die Tage werden wieder kürzer,

die Welt wird kälter sein ohne euch.

Doch wir halten die Erinnerung an euch wach!

Lied: Baldurs Abschied

Opfergabe: Wikingerschiff mit Grabbeigaben (später den Flammen übergeben)

Baldurs Schiff

Hauptopfer

Lied: Sehet mich

Omen

Ich habe euer Lied gesungen,

die Worte über euch weitergetragen.

Nun schweige ich und lausche,

was ihr mir sagen habt!

(Omen ziehen)

Kommunion

Ich bitte euch nun, Kindred:

Seht diesen Kelch in meinen Händen und füllt seinen Inhalt aus dem Metkessel der Götter, mit den schützenden Kräften der Naturgeister und dem Rückhalt der Ahnen, damit ich, wenn davon trinke, erfüllt werde mit Gesundheit, Wohlstand und Weisheit.

Der Segen der Ahnen – der Segen der Naturgeister – der Segen der Götter:

Siehe, das Wasser des Lebens!

Annahme/Bestätigung des Segens

Ich habe auf euer Wohl getrunken, Kindred, und euren Segen erhalten: Möge er in mir überfließen und die berühren, die mir begegnen. Möge der Funke in mir wachsen und überspringen auf die, die meinen Weg kreuzen.

Dankgebet und Verabschiedung

Kindred, ich danke euch für eure Gesellschaft und euren Beitrag.

Baldur, möge dein schwindendes Licht mir in den nächsten Wochen den Weg weisen!

Götter, Naturgeister und Vorfahren:

Meine Liebe geht mit euch, so wie euer Segen mich begleitet,

bis wir uns wiedersehen.

Lebt wohl!

Tore schließen

Heimdall,

du hast mein Tun begleitet, als ich die Tore geöffnet und mich mit den Kindred getroffen habe.

Mit deinem scharfen Gehör und deinem wachsamen Blick hast du Hindernisse vorhergesehen und aus dem Weg geräumt und so als Mittler zwischen den Welten gewirkt.

Ich danke dir und bitte dich ein letztes Mal um deine Unterstützung, wenn ich die Tore nun schließe:

Lass das heilige Feuer wieder zur Flamme werden!

Lass den heiligen Brunnen wieder zur Wasserschale werden!

Lass den Weltenbaum wieder zum einfachen Baum werden!

Lass alles sein, wie es vorher war, bis auf die Magie, die hier geschah!

Durch deine und mit deiner Magie: Mögen die Tore sich schließen!

Mutter Erde verabschieden

Tief atme ich ein,

Mutter Erde,

alle Sinne erfüllt von deinen Gaben.

Du gibst mir Halt in dieser Zeit, in der alles auf der Kippe steht,

im Ritual wie zu jeder Zeit.

Ich danke dir

und gebe dir zurück, was ich nicht gebraucht habe.

Nimm es als Zeichen meiner Liebe und Dankbarkeit zu dir.

Ritual beenden

Mein Ritual nähert sich dem Ende.

Ich habe den Kosmos wiedererschaffen und in seiner Mitte gestanden.

Ich habe die Sonne auf dem Höhepunkt ihrer Macht gefeiert, die Fülle des Lebens, die Wärme und das Licht,

in dem Wissen, dass wir nun fast unmerklich der Dunkelheit entgegengehen.

Ich habe meinen Bund mit den Kindred bestätigt und gefestigt.

Nun gehe ich, allein, doch als Teil des großen Ganzen.

Die heilige Quelle ist versiegt, doch in mir fließt sie weiter.

Das heilige Feuer ist verloschen, doch in mir brennt es ewig.

Der Weltenbaum ist gefallen, doch ich stehe fest verwurzelt in dieser Welt.

Dieses Ritual ist nun beendet.

Amen!

 

Lied: Baldurs Abschied

15. Mai 2016

Ein Lied für die Sommersonnenwende, wenn die Sonne auf dem Höhepunkt ihrer Kraft ist und danach täglich an Kraft verliert. Ein Sinnbild ist dafür, dass der Sonnengott sich in die Unterwelt begibt, um dann am Tag der Wintersonnenwende neu geboren zu werden. Beispiel hierfür wäre die Geschichte von Baldur, dem nordischen Frühlings-/Licht- und Sonnengott, der durch eine Intrige Lokis stirbt und in Hel bleiben muss bis nach Ragnarök, dem Weltenende. Doch nach Ragnarök erneuert sich die Welt wird, wie Baldur, neu geboren.

Baldurs_Abschied

Baldurs Abschied

(BR, Mai 2016)

Seht, das Schiff, es treibt hinaus,

fort auf’s offene Meer.

Es nimmt mit sich teu’re Fracht:

Baldur, hold und hehr, Baldur, hold und hehr!

 

Sonnengott, dich führt die Fahrt

nun ins Reich der Hel!

Nanna blieb an deiner Seit’.

Ist ewig treu zur Stell’, ewig treu zur Stell’.

 

Euer Abgang bringt mit sich

der alten Ordnung Tod.

Doch nach Ragnarök erscheint

erneut das Abendrot, erneut das Abendrot.

 

Und eine neue Welt entsteht,

wo die alte verging.

Baldur hier auf’s Neue lebt

und Leben mit sich bringt, Leben mit sich bringt.

Baldurs_Abschied-1

Lied: Carpe diem, Nantosuelta

8. Mai 2016

Nantosuelta, die gallische Göttin, wird oft mit einem Vogelhäuschen bzw. Haus auf einem Stab dargestellt. Ihr Name hat etwas mit dem ‘sich windenen Fluss’ zu tun. Sie gilt als eine Bienengöttin und heißt mit Sucellos, ihrem Partner, die Toten in der Unterwelt willkommen und bewirtet sie.

So viel ist über die schöne Dame bekannt. Die Frage für mich war nun: Wie interpretiere ich dieses Wissen? Was hat mir Nantosuelta heute zu sagen? Herausgekommen sind zwei Aspekte: Zum einen das sich Fokussieren können auf eine bestimmte Aufgabe – wie die Bienen eben. Den anderen Aspekt habe ich dann hier im Lied verarbeitet.

Carpe diem, Nantosuelta

(BR, April 2016)

Der Fluss windet sich durch die Täler,

zwischen Wiesen und Feldern dahin,

langsam rollende Wellen, hell glitzernde Schnellen:

Ich kann dich dort am Ufer sitzen seh’n.

Oh, Nantosuelta,

du zeigst uns, wie schön das Leben ist!

Du teilst mit uns dein Wissen,

lehrst uns zu genießen

und achtsam durchs Leben zu geh’n.

Der Fluss als Tor zu den Ahnen,

ein Portal so kühl und rein.

Du heißt sie willkommen, ob Winter, ob Sommer,

reichst ihnen den Trunk von süßem Wein.

Oh, Nantosuelta,

du zeigst uns, wie schön das Leben ist!

Du teilst mit uns dein Wissen,

lehrst uns zu genießen

und achtsam durchs Leben zu geh’n.

Die Vögel, sie singen für dich!

Die Bienen, sie summen dein Lied:

Die Süße des Lebens ist Teil deines Segens:

Pflück den Tag, weil das Leben so kurz ist!

Oh, Nantosuelta,

du zeigst uns, wie schön das Leben ist!

Du teilst mit uns dein Wissen,

lehrst uns zu genießen

und achtsam durchs Leben zu geh’n.

carpe_diem_nantosuelta

Beltane-Soloritual 2016

30. April 2016

Das Ritual ist für eine einzelne Person geschrieben, kann aber ganz leicht in ein Gruppenritual abgewandelt werden. Es richtet sich entsprechend der Vorarbeiten in den vergangenen Wochen an das slawische Pantheon. Ich habe nur das notiert, was ich jetzt speziell für dieses Ritual geschrieben oder zusammengestellt habe. In manchen Fällen würde ich Überleitungen oder weitere Textbausteine mit hineinnehmen, die ich standardmäßig verwende. Das mag aber jedem selbst überlassen sein. Auch Lieder etc. habe ich diesmal nicht extra notiert. Wer aber etwas sucht, wird hier auf der Seite und in den Weiten des WWW sicherlich fündig.

Euch allen ein schönes Beltane!

 

Einstimmung/Zweck:

Langsam werden die Tage länger,

langsam scheint die Sonne länger auf uns herab.

Ihr Feuer wärmt uns,

und wir sehnen uns nach mehr davon.

Die Erde tanzt einen Freudentanz,

und ich tanze mit ihr,

reihe mich ein mit den vielen anderen

und feiere das Fest des Lebens!

 

Reinigung:

(Teil 1 nach Ceisiwr Serith, Teil 2 nach Ian Corrigan in Übersetzung von Ishtar vom Sternenkreis?)

Möge ich rein sein, damit ich die Grenzen überschreiten kann. (Stirn mit Wasser benetzen)

Möge ich die Grenzen überschreiten, um dem Heiligen zu begegnen. (Lippen mit Wasser benetzen)

Möge ich dem Heiligen begegnen, um in allen Dingen gesegnet zu sein. (Herz mit Wasser benetzen)

Durch die Kraft des Wassers (Wasser aus dem Brunnen in alle 4 Himmelsrichtungen versprengen)

und den Rauch des Feuers (Feuerschale einmal im Kreis herumtragen):

Dieser Schrein ist hehr und heilig!

 

Mutter Erde rufen:

Matь Syra Zemja,

feuchte Mutter Erde,

du lässt dich von warmen Sonnenstrahlen einhüllen,

du badest in den Regenschauern, die über das Land fegen,

bis dein Leib schwer ist von Feuchtigkeit

und so Nahrung und Halt bietet

für die Samen und Keimlinge,

die in dieser Zeit so unbändig ans Licht drängen.

Ich bitte dich:

Halte mich in diesem Ritual,

wie du auch den Pflanzen Halt gibst.

Lass mir bewusst sein,

dass ich in dir wurzle wie sie und durch dich mit allem verbunden bin,

was lebt.

Amen!

 

Wiedererschaffung des Kosmos:

Am Anfang war das Urmeer,

voller Chaos, voller Potential.

Daraus wurde die Erde gehoben und das Land bildete sich: der feurige Erdkern, der fruchtbare Boden, die nährenden Flüsse und Quellen, die luftigen Höhen, und über allem wölbte sich der Himmel.

Hier kommen stehe ich nun, in der Mitte von allem:

Mit dem Land unter meinen Füßen, dem Himmel über meinem Kopf und dem Meer, das mich umgibt!

Und hier in der Mitte fließt dreifach das Wasser: Das Wasser aus den Tiefen, das Wasser des Himmels und das Wasser in mir. (Opfergabe an das Wasser)

Und hier in der Mitte brennt eine dreifache Flamme: Das Feuer aus der Tiefe, das Feuer des Himmels und das Feuer in mir. (Opfergabe an das Feuer)

Und hier in der Mitte wächst der Weltenbaum, der in alle Reiche ragt: Mit den Wurzeln in der Tiefe, mit der Krone hoch im Himmel und dem Stamm hier in dieser Welt. (Opfergabe an den Baum)

Hüter der Tore rufen und Tore öffnen:

Triglav, dreiköpfiger Gott,

du bist in allen Reichen zu Hause.

Ich bitte dich:

Begleite mein Tun, wenn ich nun die Tore öffne und mich mit den Kindred treffe.

Ebne den Weg und glätte die Wogen,

wirke als Mittler zwischen den Welten.

(Opfergabe an Triglav mit ein paar persönlichen Worten)

Nimm das Wasser und lass es zum heiligen Brunnen werden, das Tor, durch das ich meinen Vorfahren begegnen kann.

Nimm die Flamme und lass sie zum heiligen Feuer werden, das Tor, durch das ich den Göttern begegnen kann.

Nimm den Baum und lass ihn zum Weltenbaum werden, das Tor, durch das ich den Naturgeistern begegnen kann.

Triglav, nimm der Dinge drei, Tore soll’n sie sein

durch vereinte Magie geöffnet nun:

Die Kindred lade ich ein!

 

Kindred anrufen:

(in Anlehnung an SDF March Equinox 2014)

Vor dem heiligen Brunnen stehe ich, im Zentrum der Welt, und rufe meine Vorfahren!

Seid mir an meinem Feuer herzlich willkommen,

ihr, die hier vor mir wart,

ihr, die den Weg bereitet habt!

Ich bitte euch: Teilt euer Wissen mit mir und nehmt im Gegenzug meine Gaben an.

(Opfergabe an die Vorfahren)

Vor dem Weltenbau stehe ich, im Zentrum der Welt, und rufe die Naturgeister!

Seid mir an meinem Feuer herzlich willkommen,

Geister der Elemente,

Domovoi!

Ich bitte euch: Teilt euer Wissen mit mir und nehmt im Gegenzug meine Gaben an.

(Opfergabe an die Naturgeister)

Vor dem heiligen Feuer stehe ich, im Zentrum der Welt, und rufe die Götter!

Seid mir an meinem Feuer herzlich willkommen,

Leuchtende,

Hüter der kosmischen Ordnung!

Ich bitte euch: Teilt euer Wissen mit mir und nehmt im Gegenzug meine Gaben an.

(Opfergabe an die Götter)

Gott des Anlasses rufen:

Perún, dessen Donnern unüberhörbar ist,

Perún, Regenbringer,

Perún, Feuerträger,

Perún, der das Volk schützt

Perún, Eichenfreund!

Das Land macht sich bereit und erwartet dich und deinen Segen,

die kalte Erde verwandelt sich unter dir in fruchtbaren Boden,

du bringst die Ordnung, die das Leben ermöglicht.

Ich heiße dich an meinem Feuer willkommen.

Setz dich zu mir und teile mit mir den Wein, während ich von dir erzähle:

Geschichte von Perún und Veles erzählen, spielen oder singen

Perún,

deine Geschichte soll nicht in Vergessenheit geraten.

Wenn ich von dir erzähle, werden andere Ohren es hören und andere Münder es weitertragen.

Perún, nimm meine Gabe an!

(ggf. materielle Opfergabe an Perún)

 

Omen:

Ich habe euer Lied gesungen,

die Worte über euch weitergetragen.

Nun schweige ich und lausche,

was ihr mir sagen habt!

(Omen ziehen)

 

Segnung des Wassers und Kommunion:

Ich bitte euch nun, Kindred:

Seht diesen Kelch in meinen Händen und füllt seinen Inhalt mit dem Segen der Götter, den schützenden Kräften von Feuer, Wasser, Luft und Erde, und dem Rückhalt der Ahnen, damit ich, wenn davon trinke, erfüllt werde mit Gesundheit, Wohlstand und Weisheit.

Wie Perúns Regen und Feuer das Land fruchtbar machen, so möge auch mein Geist fruchtbar werden und überfließen vor Kreativität und Produktivität. Mögen meine Hände das, was ich plane, in die Tat umsetzen und euren Segen weitertragen.

 

Bestätigung des Segens:

Ich habe euren Segen empfangen, Kindred, und danke euch dafür.

Möge er in mir wachsen und reiche Frucht tragen.

 

Kernarbeit:

nach Bedarf, z.B. etwas zum Thema Fruchtbarkeit oder Feuer, Vertiefen der Verbindung zu den Naturgeistern….

 

Dankgebet und Verabschiedung:

Kindred, ich danke euch für eure Gesellschaft und euren Beitrag.

Götter, Naturgeister und Vorfahren:

Meine Liebe geht mit euch, so wie euer Segen mich begleitet,

bis wir uns wiedersehen.

Lebt wohl!

 

Schließen der Tore und Verabschiedung von Mutter Erde:

Triglav, dreiköpfiger Gott!

Du hast mein Tun begleitet, als ich die Tore geöffnet und mich mit den Kindred getroffen habe.

Du hast den Weg geebnet und die Wogen geglättet,

du hast als Mittler zwischen den Welten gewirkt.

Ich danke dir und bitte dich ein letztes Mal um deine Unterstützung, wenn ich dir Tore nun schließe.

Möge der heilige Brunnen wieder zur einfachen Wasserschale werden!

Möge das heilige Feuer wieder zur einfachen Flamme werden!

Möge der Weltenbaum wieder zum einfachen Baum werden!

Triglav, nimm der Tore drei, Feuer, Quell’ und Baum,

geschlossen soll’n sie sein!

Alles wieder wie zuvor, doch die Magie bleibt hier im Raum.

 

Matь Syra Zemja,

feuchte Mutter Erde,

auf dir stehe ich, in dir ruhe ich,

in diesem Ritual wie zu aller Zeit.

Nimm von mir, was ich nicht gebraucht habe,

als Zeichen meiner Liebe und Dankbarkeit!

 

Beenden des Rituals:

Mein Ritual nähert sich dem Ende.

Ich habe den Kosmos wiedererschaffen und in seiner Mitte gestanden.

Ich habe die Erhaltung der Ordnung des Kosmos durch Perún gefeiert.

Ich habe meinen Bund mit den Kindred bestätigt und gefestigt.

Ich habe mit der Erde ihre erneuerte Fruchtbarkeit und das neue Leben gefeiert.

Ich habe den Sommer und die warmen Tage willkommen geheißen.

Nun gehe ich, allein, doch als Teil des großen Ganzen.

Die heilige Quelle ist versiegt, doch in mir fließt sie weiter.

Das heilige Feuer ist verloschen, doch in mir brennt es ewig.

Amen!