Gottheit der Woche 38: Tamfana

29. Januar 2018

Alles hat seine Zeit:

Es gibt eine Zeit des Säens und eine Zeit des Erntens.

Es gibt eine Zeit des Regens und eine Zeit des Sonnenscheins.

Es gibt eine Zeit des Wachsens und eine Zeit des Reifens.

Es gibt eine Zeit des Arbeitens und eine Zeit des Ruhens.

Es gibt eine Zeit des Planens und eine Zeit um Bilanz zu ziehen.

Es gibt eine Zeit des Bittens und eine Zeit des Dankens.

Diese Zeit ist nun gekommen.

Tamfana, du, die die Zeit bemisst,

ich grüße dich und heiße dich an meinem herbstlichen Feuer willkommen.

Jetzt, wo die Ernte nahezu eingefahren ist, bitte ich dich:

Lehre mich dein Wissen

und nimm dafür meine Geschenke an!

Tamfana wird in verschiedenen etymologischen Analysen unterschiedlich gedeutet: mal als Herrin der Fülle/Ernte, mal als Herrin des Zeitmaßes. Beides passt zur Tagundnachtgleiche im Herbst. Entsprechend wäre ihr Gegenpart Nerthus. Wenn ihr genau hinschaut, stellt ihr fest, dass die beiden Gebete hier auch ein Paar darstellen. Und wer sich an einen Psalm erinnert fühlt – nun ja, auch als Heide kann man Anleihen bei der Konkurrenz machen. Ist ja nicht immer alles schlecht, ne 😉

In English:

There’s a time for everything:

A time to sow and a time to harvest.

A time for rain and a time for sunshine.

A time to grow and a time to ripen.

A time to work and a time to rest.

A time to make plans and a time to take stock.

A time to ask for something and a time to thank.

Now is this time.

Tamfana, you who measures time,

I greet you and welcome you to my autumnal fire.

Now, that the harvest is almost done,

I ask you: Teach me your knowledge

and take my presents for you in return.

 

Etymology sees Tamfana sometimes as the goddess of bounty/harvest, sometimes as the goddess who measures time. Both explanations are suitable for the autumn equinox, which makes her a perfect counterpart for Nerthus. If you check both prayers here in this blog you’ll find that those are a pair, too.

And should this remind you of a certain psalm –  well, you can get inspired by the works of other religions, even as a pagan. Sometimes it’d be stupid to reinvent the wheel.

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