Category: Gebete

Prayer a day 2019: Gebet zu den leiblichen Vorfahren

15. November 2019

Gebet zu den leiblichen Vorfahren

Ein Grab auf dem Friedhof,

eine Urne mit Asche,

das ist es, was von euren Körpern übrig geblieben ist.

Euer Lachen, eure Umarmungen,

eure Geschichten über das, was ihr erlebt habt,

die Zeit, in der ihr gelebt habt,

die Erfahrungen, im Guten wie im Schlechten, die ihr gemacht habt,

die Gegenstände, die ihr benutzt oder sogar selbst hergestellt habt,

das ist es, was von eurem Geist übrig geblieben ist.

Heute grüße ich meine leiblichen Vorfahren,

die, deren Gene ich teile, deren Blut durch meine Adern fließt.

Meine Erinnerungen an euch sind ein Teil von mir.

So teilt ihr euer Wissen mit mir,

helft mir auf meinem Weg voran.

Nehmt im Gegenzug das Wissen, dass ihr nicht in Vergessenheit geratet!

In English:

A prayer to my biological ancestors

A grave on a cemetry,

an urn with ashes,

that is what is left of your bodies.

Your laughter, your hugs,

your stories about what happened to you,

the time you lived in,

the experiences you made, good or bad,

the things you used or even created yourself,

that is what is left of your spirit.

Today I greet my biological ancestors,

you, whose DNA I share, whose blood rushes through my veins.

My memories of you are part of me.

That is how you share your knowledge with me,

help me along on my way.

Take the knowledge that you will not be forgotten in return!

Prayer a day 2019: Fliegenpilz

15. November 2019

Fliegenpilz

Im Wald sehe ich dich, unter lichtem Gehölz,

und es zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht.

Kleiner Freund in Rot mit weißen Tupfen:

Wie gefährlich du auch sein magst,

so bringst du uns doch das Glück ins Haus,

wenn das neue Jahr beginnt.

Und ich denke: Alles hat zwei Seiten.

Fly agaric

I see you in the forest, on a spot of shrubbery,

and it puts a smile on my face.

Little red friend with white spots:

Dangerous you may be,

but still you bring the luck to our houses

when the new year begins.

And I think: Everything has two sides.

Prayer a day 2019: Zukunft

15. November 2019

Was für ein fantastischer Baum,

denke ich und staune,

in welchen Winkeln seine vielen Äste sich krümmen.

Sein Weg war nicht immer gerade und zielstrebig,

viele Steine wurden ihm in den Weg gelegt.

Doch gerade das ist es, was ihn heute noch

so beeindruckend und einzigartig macht.

Wenn ich in dreißig Jahren auf mein Leben zurückblicke,

wie werden dann wohl die Äste meines Baumes aussehen?

In English:

What a fantastic tree,

I think and marvel

in which angles his many branches curve.

His way hasn‘t always been direct and easy,

often his passage has been obstructed.

But it is just that what makes him

impressive and unique today.

When I will look back in thirty years,

how will the branches of my tree look like?

Prayer a day 2019: Mauern

9. November 2019

Walls

They rise high, threatening, bone-crushing

Keeping in, keeping out.

Walls between countries.

Walls in heads.

Walls in hearts.

For your own protection, they say,

meaning:

Because we are not sure,

because we lack trust,

in you and in ourselves.

For your own protection, they say,

meaning:

Because we are afraid of

what we don‘t know

what looks different

what thinks and talks not like us.

For your own protection, they say,

meaning:

For OUR own protection,

so we don‘t have to think,

don‘t have to learn something new,

don‘t have to compete.

Tear down those walls!

But carefully, without violence.

Let them disappear stone by stone,

allowing peaks through holes into the wide world.

Build bridges of them,

creating connections,

so that one day

you and I

will be able to walk across a world without walls.

Prayer a day 2019: Kerzengebet

8. November 2019

A candle prayer

This candle burns for someone who is important for me.

Her light shines for that one in difficult times and at dark places.

Her warmth surrounds her, when there is nobody around to hug that person.

Her mass dwindles for that one when this person needs strength urgently.

This candle burns for someone I can‘t support otherwise.

Prayer a day 2019: Eine Wiedererschaffung des Kosmos

7. November 2019

Aus unbekannten Gründen lässt sich die dazugehörige Gebetskarte nicht hochladen. Daher die reine Textversion.

Eine (Wieder)erschaffung des Kosmos

Hier stehe ich und frage:

Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich?

Und um mich herum und in mir selbst forme ich den Kosmos:

Das Land unter meinen Füßen, das mich trägt.

Und über mir den Himmel, voller brennender Gestirne:

Die Sonne,

lebenspendend, wärmend, Funke der Transformation

und Mond und Sterne, Lichter in der Dunkelheit,

Bewahrer von Geschichten und alten Mythen.

Und um mich das Wasser:

Das Meer, das an die Ufer rollt,

und die Flüsse, die das Land durchziehen,

die Erinnerungen mit sich tragend,

lebenserhaltend, erneuernd, reinigend.

Und dazwischen den Weltenbaum,

beides miteinander verbindend,

der das Gewebe des Universums durchbricht

und so Orientierung ermöglicht.

Heiliges Feuer, brenne in mir!

Heilige Quelle, fließe in mir!

Heiliger Baum, wachse in mir!

A recreation of Cosmos

Here I stand and ask myself:

Who am I? Whre do I come from? Where will I go?

And so I shape the cosmos in me and around me:

The land under my feet, that is carrying me.

And above me the sky, full of burning celestial bodies:

The sun,

life giving, warming, spark of transformation,

and moon and stars, lights in the darkness,

keepers of stories and ancient myths.

And around me the water:

The sea, rolling onto the beaches,

and the rivers, crossing the country,

who carry the memories with them,

life supporting, renewing, cleansing.

And between both the world tree,

connecting them,

breaking through the texture of the universe

and thus making orientation possible.

Sacred fire, burn within me!

Sacred well, flow within me!

Sacred tree, grow within me!

Prayer a day 2019: Gebet zu Taranis

7. November 2019

Prayer to Taranis – for getting into motion

Sometimes, things moves oh so slowly.

It feel like chewing gum.

Everywhere there are obstacles,

and I feel like running through a maze.

Between

‚Someone should…‘

and

‚It is on the way.‘

there‘s a huge gap, but hardly ever a brigde.

Taranis with the wheel:

Help us to get into motion,

not just to talk about problems,

but to do something useful.

Let the ‚someone‘ become an ‚I‘ or even better a ‚we‘.

Your wheel gets us moving, jollies us up.

Your thunderstorms clear the air, help us to keep our wits about us.

Your rains fall on fertile ground.

Taranis, be at our side!

Väntljustaken – ein heidnischer Advent

3. November 2019

Über die USA schwappt aus Schweden in letzter Zeit ein neuer heidnischer Brauch herüber. Dabei handelt es sich um eine Adaption des christlichen Adventskranzes. Durchaus okay für mich, denn auch wir bereiten uns ja auf Mittwinter und die Sonnenwende vor.

Der Kranz bzw. das Gesteck umfasst 6 Kerzen, die jeweils mit den ersten 6 Runen beschriftet werden. Jede Woche wird eine Kerze mehr angezündet, mit einem passenden Gedicht dazu. Das offizielle Gedicht findet ihr hier in verschiedenen Sprachen: https://www.facebook.com/pg/vantljusstaken/photos/?tab=album&album_id=2040025936018459&ref=page_internal

Der Podcast ‘Gifts fo the Wyrd’ hat ebenfalls eine Episode zu diesem Thema auf Lager. Und in der neuesten Ausgabe der ADF-Mitgliedszeitschrift Oak Leaves (Samhain 2019) gibt es auch einen ausführlichen Artikel dazu.

Da es mich persönlich aber nicht so anspricht, habe ich mri eine eigene Version davon geschrieben. Passend dazu gibt es im Anschluss eine Kernarbeit für ein Mittwinterritual. Und da ich die Verse nicht einfach so in der Luft hängen lassen sollte, gibt es passend dazu Aktivitätenvorschläge, wie man sich ganz konkret mit dem Thema auseinandersetzen kann.

Ich wünsche euch viel Vergnügen und eine schöne Vor-Sonnewendzeit!


Gegen das Dunkel entzünden wir das erste Licht,

Fehu, das von Wohlstand spricht.

Wir bedenken, was wir haben,

und geben davon weiter,

kein Hort, sondern ein Fluss,

so birgt es keinen Verdruss.

(Aktionsmöglichkeiten: Essensspende, Weihnachtsgeschenk packen für Bedürftige…)

Gegen das Dunkel entzünden wir das zweite Licht,

Uruz, das von der Kraft der Erde spricht.

Gesundheit ist ihr hohes Gut,

ihr Boden gibt uns Halt,

Stärke und Ausdauer schenkt sie viel

mit Geduld führt sie uns an unser Ziel.

(Aktionsmöglichkeit: sich selbst erden und mit der Erde verbinden durch einen Waldspaziergang, Sport treiben, etwas mit Kräutern machen, den Garten für das Frühjahr planen…)

Gegen das Dunkel entzünden wir das dritte Licht

Thurisaz, das von Chaos spricht.

Die feste Ordnung wird verwehrt,

das Festgefügte wird gestört.

So kommt Bewegung in das Spiel,

ein steter Wandel, nicht zu viel.

(Aktionsmöglichkeit: an einer Demo teilnehmen, schwierige Themen/Probleme ansprechen bzw. etwas dagegen tun)

Gegen das Dunkel entzünden wir das vierte Licht

Ansuz, das von Sprache spricht.

Von Weisheit und Schutz,

Vision und Gesang.

Wir reden miteinander, so wächst das Versteh‘n,

wir können nebeneinander besteh‘n.

(Aktionsmöglichkeit: andere Leute/Gruppen kennenlernen, ein Flüchtlingscafé, eine andere Kirche…)

Gegen das Dunkel entzünden wir das fünfte Licht

Raidho, das vom Wege spricht.

Jede Entscheidung, die wir treffen,

lässt uns etwas Neues lernen.

Stetig dreht sich das Rad der Zeit,

auf und ab führt der Weg so weit.

(Aktionsmöglichkeit: überlegen, was man gerne im nächsten Jahr Neues lernen möchte/welches Buch lesen/welche Sportart oder Meditationstechnik ausprobieren, was man verändern möchte und konkrete Schritte einleiten (anmelden, organisieren…) …)

Gegen das Dunkel entzünden wir das sechste Licht,

Kenaz, das von Feuer spricht.

Vom Funken des Lebens

von Hoffnung und Leidenschaft.

Sein heller Schein, des Opfers Licht,

erfülle uns mit Zuversicht.

(Aktionsmöglichkeit: sich mit Freunden/Verwandten treffen, kleine Kerzen verschenken oder eine andere Aufmerksamkeit, …)

In der Mittwinternacht:

(Eine große Sonnenkerze in der Mitte, die FUTHARK-Kerzen drum herum.

Während man die einzelnen Verse spricht, werden die Kerzen nacheinander angezündet.)

Die Schatten werden länger, dunkle Finger, die sich nach uns ausstrecken, die uns glauben machen, es gäbe kein Morgen mehr.

Doch in dieser Nacht, der längsten Nacht, wenn das Dunkel und Kälte die Oberhand zu haben scheinen,

in dieser Nacht entzünden wir unsere Feuer:

das Feuer auf unserem Altar und das Feuer in unserem Herzen!

Und mit diesen Feuern rufen wir das dritte Feuer herbei:

das Feuer der Sonne,

das Feuer des Lebens, der Wärme und des Wandels,

das Feuer der Kreativität, der Liebe und Leidenschaft!

(ggf. bietet sich hier eine Trommelrunde an, bis jemand die Sonnenkerze auf dem Höhepunkt anzündet)

Und so machen wir uns bewusst,

dass der Kreislauf des Lebens von Neuem beginnt

und uns so neue Möglichkeiten und einen Grund für Hoffnung bietet.

Und so feiern wir gemeinsam die Rückkehr der Sonne,

noch blass und schwach,

aber mit dem Versprechen von Wärme und Licht!

(hier können gemeinsam Mittwinterlieder gesungen werden, etwas gegessen und Geschenke ausgetauscht werden)

Prayer a day 2019: Gebet zu einer Göttin der bewahrten Geheimnisse

2. November 2019

Prayer to a goddess of secrets

I‘ll die if I can‘t tell it someone.

I just have to get rid of it.

It is on the tip of my tongue, but nobody is supposed to know about it.

Angerona,

so I come to you.

Goddess of absolute silence,

keeper of secrets,

silent goddess of the new year.

Whatever weighs heavily on my soul

whatever I want to talk about:

It is safe with you.

Your finger, put across your mouth,

promises me:

You won‘t pass it on.

Whatever I share with you:

It is safe with you.

Angerona, keep your smart silence

in a world full of rumours and talk.

Angerona, thank you.

Angerona ist die römische Göttin der bewahrten Geheimnisse. Ihre Statue legt den Zeigefinger in der Schweigegeste über die Lippen. Eine sehr nützliche Göttin, auch heute noch.