Category: Mittwinter/Yule

Rezept: Wintersonnenkuchen

8. Januar 2017

Dieser Kuchen ist relativ einfach zu machen, hat eine fruchtige Note und liegt erstaunlicherweise auch nicht zu schwer im Magen.

Ihr braucht:

1 Wiener Boden (dreilagiger Biskuit, kauft ihn, wenn ihr könnt)

1 Pck. backfeste Puddingcreme Vanillegeschmack plus Milch und Zucker lt. Packungsaufschrift

300 ml Sahne plus 2 Pck Sahnesteif

2 Ds. Mandarinen

2 Pck Tortenguss klar plus Zucker

feiner Kristallzucker für die Sonnenstrahlen, evt. Zuckerperlen in Gold zur Dekoration

 

Zubereitung:

  • Zuerst legt ihr den untersten Boden in einen eng abschließenden Tortenring.
  • Dann bereitet ihr die Pud-wintersonnenkuchen-01dingcreme nach Packungsaufschrift zu und streicht die Creme auf den Boden. Das gibt nur eine dünne Schicht, reicht aber völlig aus.
  • Anschließend kommt der zweite Boden auf die Puddingcreme.
  • Nun gießt ihr die Mandarinen ab und fangt den Saft auf. Verteilt die Mandarinen auf dem zweiten Boden.
  • Aus dem Saft, zusätzlichem Wasser, Zucker und Tortengusspulver bereitet ihr einen klaren Tortenguss zu. Verteilt den Tortenguss zügig auf den Mandarinen, bis alle Früchte gut bedeckt sind.
  • Lasst den Tortenguss fest werden und legt dann den dritten Boden auf die Mandarinenschicht. wintersonnenkuchen-03
  • In der Zwischenzeit schlagt ihr die Sahne. Gebt Sahnesteif dazu, damit es wirklich fest wird. Am besten geht es mit gekühlter Sahne.
  • Wenn die einzelnen Schichten fest geworden sind, nehmt den Tortenring vorsichtig ab und streicht die Torte ringsum und obendrauf dünn mit der Sahne ein.
  • Gebt Zucker in eine Pfanne und lasst ihn auf kleiner Flamme unter Aufsicht schmelzen. Bestreicht ein Stück Alufolie mit Öl und gebt den flüssigen, leicht gebräunten Zucker in Streifen darauf zum Aushärten. Macht die Streifen an einem Ende etwas breiter und am anderen spitz, damit es wie Sonnenstrahlen aussieht. Das Öl sorgt dafür, dass ihr die Streifen nachher wintersonnenkuchen-02leicht ablösen könnt. Je nachdem, wie dick/breit eure Streifen werden, müsst ihr das wiederholen. Daher habe ich oben keine Mengenangabe gemacht.
  • Schneidet den Kuchen in Stücke (am besten von der Mitte aus, 16 Stücke sind machbar) und verteilt die Zuckerperlen auf dem Kuchen. Kurz vor dem Servieren (ich habe es zwei Stunden vorher gemacht) steckt ihr die Sonnenstrahlen leicht schräg in die Kuchenstücke.

Guten Appetit! wintersonnenkuchen-05

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Die 12 Nächte von Mittwinter – gallische Version

8. Januar 2017

Tressabelle hat auf ihrem Blog Ozark Pagan Mamma vor einigen Jahren ein wunderschönes Set Weihnachtsbaumanhänger für die 12 Rauhnächte für das nordische Pantheon vorgestellt.

Ich habe mich davon inspirieren lassen und in diesem Jahr ein eigenes Set für das gallische Pantheon zusammengestellt.

Die Anhänger sind aus Salzteig gemacht, also für jeden, der ein bisschen Erfahrung mit Knete hat, gut nachvollziehbar.

Man kann es so halten, dass man an jedem Tag einen weiteren Anhänger an den Baum hängt, oder aber man startet direkt mit allen und macht sich an jedem Tag zu einem anderen Anhänger ein paar Gedanken.

Hier meine Übersicht:

21.12. Die Matronen (als sie selbst) Geburtshelferinnen der Sonne und Schicksalsweberinnen

22.12. Belenus (die Sonne) die Sonne, die nach der längsten Nacht zurückkehrt

23.12. Taranis (das Rad mit den 8 Speichen) der Himmelsgott, der die Erde fruchtbar macht

24.12. Rosmerta (das Füllhorn) die uns mit ihren Gaben reich beschenkt

25.12. Teutates (das Haus mit der Axt) für Gastfreundschaft und Schutz für         Haus und Familie

26.12. Cernunnos (der Hirsch) Herr über die ungezähmte Natur, das chaotische Element und die Unterwelt

27.12. Grannus und Sirona (der Wassertropfen mit dem Stern) für Heilung und Klarheit

28.12. Lugus (der Speer) für Geschicklichkeit und Zielstrebigkeit

29.12. Brigantia (die Kerzenflamme) für die Gemeinschaft des Herdfeuers und Inspiration

30.12. Nantosuelta  (die Biene) für Ausdauer, aber auch die Fähigkeit, das Leben zu genießen

31.12. Epona (das Hufeisen) Mutter von Maponus, dem jungen Frühlingsgott, und Schutzpartonin der Pferde und Hunde

01.01. Esus (der Baum) für Vernunft und Mäßigkeit

 

Natürlich kann man die Götter auch anders anordnen. Cernunnos passt als Schwellengott auch auf den 31.12. oder 01.01., Epona als Mutter von Maponus würde auch zu einem früheren Datum passen. Und natürlich kann man auch Götter austauschen: Ogmios, für Wortgewandtheit, fehlt noch und ließe sich durch eine Kette symbolisieren. Artio könnte als Bärin auftauchen, Damona als Kuh, Sucellus als Fass oder Schlegel, Nehalennia – obwohl sie wie die Matronen eine Grenzgängerin zwischen Kelten und Germanen ist und von beiden Seiten beansprucht wird – durch ihr Schiff als Schutzpatronin der Reisenden.

 

Mittwinter-Soloritual 2016

23. Dezember 2016

Dieses Ritual hat den Schwerpunkt des Neuanfangs, der neuen Chance etwas richtig zu machen, die uns gegeben wird dadurch, dass es ein neues Jahr geben wird. Angesichts der vielen Krisenherde, Anschläge und Kriege um uns herum finde ich das ganz passend.

In der Kernarbeit wird eine Arbeit mit Kerzen erwähnt. Da meine Familie mein Ritual nicht mitfeiert, habe ich diesen Teil vorgezogen. Ihr könnt es natürlich problemlos in das Ritual mit einbauen.

Wir haben im Garten eine Spirale aus Tannenzweigen gelegt. In der Mitte steht eine Feuerschale mit der Kerze, die mein Feuer repräsentiert. Alternativ ist auch ein richtiges Feuer möglich. Alles eine Frage des Wetters. Im Haus etc. sind alle Lichter ausgeschaltet. Jeder von uns hat nun eine Kerze (im Glas wegen des Windes). Nacheinander gehen wir in die Spirale hinein, zünden unsere Kerze an dem Licht in der Mitte an und verlassen die Spirale wieder. Währenddessen singen wir ein Lied: „In dieser Nacht“ textlich abgewandelt.

Mit diesen Kerzen wandern wir nun durch das Haus, suchen alle Kerzen, die dort verteilt sind und zünden sie an, so dass es nach und nach hell wird. Die Kerzen, die wir ursprünglich angezündet haben, verschenken wir während der Feiertage an Familienmitglieder und/oder Freunde.

Mittwinterritual 2016

Beginn

(3 Glockenschläge)

Lied:

Zeit für Ruhe, Zeit für Stille,…

Begründung

(Sonnendevotional von BR, 2014)

In dieser längsten Nacht des Jahres wird die Sonne wiedergeboren –

wie unwissenschaftlich das klingt.

Doch damit verbunden ist

die Hoffnung auf eine bessere Zukunft,

die Chance auf einen Neuanfang,

die Möglichkeit daran zu arbeiten,

dass Frieden und Freiheit,

Gesundheit und Gerechtigkeit,

Bildung und Wohlstand eines Tages Realität für alle werden.

Ohne das dreht sich dich Erde nur ein Stück weiter

und ein feuriger Ball steigt im Osten auf.

Reinigung

(nach Ceisiwr Serith und Ishtar vom Sternenkreis)

Möge ich rein sein, damit ich die Grenzen überschreiten kann.

Möge ich die Grenzen überschreiten, um dem Heiligen zu begegnen.

Möge ich dem Heiligen begegnen, um in allen Dingen gesegnet zu sein.

Durch die Kraft des Wasser und den Rauch des Feuers:

Dieser Schrein ist hehr und heilig.

Mutter Erde grüßen

Tief hast du dich in dich selbst zurückgezogen, Mutter Erde,

und doch hast du wie jede gute Mutter immer ein Auge auf deine Kinder:

Auch in der längsten Nacht des Jahres, wenn alles still und starr zu sein scheint,

können wir darauf bauen, dass du für uns da bist und uns hältst, so wie immer.

Mag auch Schnee dich mit einer Decke überziehen, mag unwirtliches Wetter uns in die Häuser treiben:

Ich weiß: Du bist da draußen, immer da, und sammelst frische Kräfte,

um nach der langen Dunkelheit neues Leben hervorzubringen.

Sei auch in diesem Ritual bei mir und halte mich in deiner Hand.

Amen!

Lied: Winter Solstice Chant von Anne Bearheart, Übersetzung von Ishtar vom Sternenkreis?

Tief, tief, tief in das Herz des Winters
Tief, tief, tief in den Schoß der Mutter
Tief, tief, tief, wo es nichts anderes gibt
als den reinen Klang meiner Seele.

Kosmos wieder erschaffen

Am Anfang war das große Nichts, das Urmeer voller Chaos, voller Potential: Alles war möglich! Und dann verbanden sich die Elemente zu Feuer und Eis, und aus Feuer und Eis entstand das Land, und über dem Land erhob sich der Himmel.

Und auf dem Land wuchs der Weltenbaum, mit den Wurzeln tief in der Erde, die bis an die Quellen im Erdinneren reichen, und den Ästen, die hoch um Himmel aufragen und so alle Reichen miteinander verbinden.

Hier stehe ich nun, in der Mitte von allem:

Mit dem Land unter meinen Füßen, dem Himmel über meinem Kopf und dem Meer, das mich umgibt!

Und hier in der Mitte fließt dreifach das Wasser: Das Wasser aus den Tiefen, das Wasser des Himmels und das Wasser in mir. (Opfergabe an das Wasser)

Und hier in der Mitte brennt eine dreifache Flamme: Das Feuer aus der Tiefe, das Feuer des Himmels und das Feuer in mir. (Opfergabe an das Feuer)

Und hier in der Mitte wächst der Weltenbaum, der in alle Reiche ragt: Mit den Wurzeln in der Tiefe, mit der Krone hoch im Himmel und dem Stamm hier in dieser Welt. (Opfergabe an den Baum)

Hüter der Tore/Die Tore öffnen

Cernunnos,

in dieser Nacht,

zu dieser Stunde, wenn das Dunkel kein Ende zu haben scheint,

rufe ich dich

und bitte dich um deine Hilfe,

wenn ich gleich die Tore zwischen den Welten öffne

und mich mit meinen Freunden und Verwandten am Feuer treffe.

(Waldweihrauch)

Hüter der Tore, ich rufe dich:

Nimm diese Kerze und verwandle sie:

Lass sie zum heiligen Feuer werden, Tor zum Himmel, Tor zu den Leuchtenden!

Nimm diese Muschel und verwandle es:

Lass es zum heiligen Brunnen werden, Tor zur Unterwelt, Tor zu den Vorfahren!

Nimm diesen Baum und verwandle ihn:

Lass ihn zum Weltenbaum werden, der Himmel und Erde verbindet,

Tor in Mittelerde, Tor zu den Naturgeistern!

Durch und mit deiner Kraft und Magie: Mögen die Tore sich öffnen!

Oben und unten, und ich dazwischen.

Um mich und in mir, und ich mittendrin.

Davor und danach, und ich jetzt.

Ich öffne meine Augen uns schaue mich um

und sehe das Heilige mitten unter uns

und sehe mich in der Mitte des Heiligen! (nach Ceisiwr Serith)

Die Kindred einladen

Ich rufe meine Vorfahren: Die die vor mir hier lebten, die, deren Blut durch meine Adern fließt, die die mein Vorbild sind und denen ich mich besonders verbunden fühle: Seid mir an meinem Feuer herzlich willkommen! Ich lade euch ein: Feiert gemeinsam mit mir, teilt euer Wissen mit mir und nehmt im Gegenzug meine Gaben an.

(Kekse opfern)

Ich rufe die Naturgeister, die die Seele dieses Landes sind, die Geister der Tiere und Pflanzen, die Geister der Elemente, die Geister des Hauses: Ihr wacht über die Erde und das Leben, das tief in ihr schlummert, bereit für einen neuen Frühling. Seid mir an meinem Feuer herzlich willkommen! Ich lade euch ein: Feiert gemeinsam mit mir, teilt euer Wissen mit mir und nehmt im Gegenzug meine Gaben an.

(Vogelfutter opfern)

Ich rufe die göttlichen Kräfte, die Ordnung in das Chaos bringen: Euch bitten wir um Rat. Ihr wirkt in uns und um uns. Seid mir an meinem Feuer herzlich willkommen! Ich lade euch ein: Feiert gemeinsam mit mir, teilt euer Wissen mit mir und nehmt im Gegenzug meine Gaben an.

(Met opfern)

Hauptopfer

Lied: (Original: Nimm, Oh Herr die Gaben, Mel: A.L. Webber)

Nehmt, Kindred, die Gaben die ich bringe, seht auf mich,so lade ich euch ein:

Was ich bete und was ich singe, soll allein für euch meine Opfergabe sein.

Omen

Ich habe euch meine Geschenke überbracht. Nun öffne ich mich für euch und eure Botschaft.

Matronen,

ihr sitzt da und webt den Faden meines Lebens hinein

in das große allumspannende Netz.

An diesem Punkt bitte ich euch:

Schenkt mir einen Blick durch eure Augen,

damit ich erkenne,

was die Kindred mir mitteilen wollen und

welche Folgen mein Handeln haben kann.

Omen ziehen (Runen: Ahnen, Naturgeister, Götter)

Segnung des Wassers

In meinen Händen halte ich einen Kelch. Ich fülle ihn mit Met. Ich bitte euch:

Segnet seinen Inhalt!

Macht ihn zum Wasser aus den Tiefen der Erde und zum Regen, der vom Himmel fällt.

Füllt ihn aus der Quelle der Weisheit, aus dem Horn der Fülle, aus dem Kessel der Inspiration

damit die, die davon trinken,

gesegnet sind mit euren Gaben!

(3x Awen)

Der Segen der Kindred ruhe auf mir und in mir! Siehe, das Wasser des Lebens!

Annahme und Bestätigung des Segens

Ich nehme euren Segen an.

Möge er mich erfüllen und überfließen,

so dass er auch die berührt, die mir begegnen.

Möge der Funke in mir zu einer Flamme werden,

die überspringt auf die, die meinen Weg kreuzen,

so dass ich zum segen werden kann für andere.

Kernarbeit

Matronen, Mütter der Menschheit,

Frauen, die den Kreislauf begannen,

Frauen, die die Wege pflegen:

Eine,

um den Faden zur Vergangenheit zu durchtrennen,

alte Lasten fortzunehmen,

abzuschließen mit dem, was war,

und den Funken des Lebens zu entfachen.

Eine,

um den Pfad zu ebnen,

Kraft zu spenden

die Hand zu halten,

und den Funken den Lebens zu hüten.

Eine,

um die Zukunft aufzuzeigen,

die Möglichkeiten und Gelegenheiten,

der Hoffnung Nahrung zu geben

und den Funken des Lebens zur Flamme werden zu lassen.

Helft der Sonne sich zu erheben: Entlockt irh den ersten Schrei!

Vertreibt die Dunkelheit mit ihrem neugeborenen Licht!

Bringt die Welt wieder ins Gleichgewicht, damit die lange Dunkelheit ein Ende hat!

Matronen, dreifache Mütter,

bringt die Sonne und die Sterne in dieser Nacht herbei!

Lasst sie in meinen Augen leuchten und meinen Weg erhellen!

Matronen, haltet eure Hände über uns,

wie ihr es bei der Sonne getan habt.

Unsere Liebe, unser Respekt begleiten euch,

so wie ihr allen Müttern Hilfe gewährt,

die eure Hilfe suchen.

(kursiv: Druid Moon Ritual Dumannios, A Crane Breviary in Übersetzung von BR)

Wir haben vorhin euer Licht ins Haus geholt und der Dunkelheit ein Ende bereitet.

Wir werden dieses Licht weitergeben an die, die uns am Herzen liegen, so dass es um die ganze Welt wandern kann.

Lied:  Flammenträger

des Lebens…

der Liebe …

der Hoffnung …

des Friedens …

Dankgebet und Verabschiedung

Liebe Vorfahren, Naturgeister und göttlichen Kräfte,

besonders ihr, Matronen:

Ich danke euch für eure Anwesenheit in meinem Ritual

und freue mich auf ein Wiedersehen!

Für jetzt aber verabschiede ich mich von euch:

Euer Segen geht mit mir, wie meine Liebe mit euch geht!

Schließen der Tore

Cernunnos, grüner Mann und Hüter der Tore: Ich danke dir für deine Hilfe

und bitte dich noch einmal um deine Unterstützung, wenn ich nun die Tore schließe:

Lass das heilige Feuer wirder zur Kerzenflamme werden.

Lass die heilige Quelle wieder zur Muschel werden.

Lass den Weltenbaum wieder zum einfachen Baum werden.

Lass alles sein, wie es vorher war, bis auf die Magie, die hier geschah!

Durch und mit deiner Kraft und Magie:

Mögen die Tore sich schließen!

Verabschiedung von Mutter Erde

Dunkel ist es, und kalt! Was einst grün und bunt leuchtete, erscheint nun leblos, wie tot.

Dich unter ihrem winterlichen Mantel liegt die Erde schlafend,

und ihr Herzschlag dringt ruhig und gleichmäßig an mein Ohr.

Sie tankt Kraft, bis die Tage länger werden und Licht und Wärme sie wieder erblühen lassen.

Lass mich dir zurückgeben, was ich nicht gebraucht habe, Mutter Erde.

Nimm es als Zeichen meiner Dankbarkeit und Liebe zu dir!

Beenden des Rituals

Lied: Wenn wir nun gehen, Schritt für Schritt….

Das Feuer ist verloschen, doch in mir brennt es weiter.

Die Quelle ist versiegt, doch in mir fließt sie ewig.

Der Weltenbaum schwankt, doch ich stehe stark und fest auf dieser Erde.

Dieses Ritual ist beendet!

(3 Glockenschläge)

Die Mutter Erde anrufen – warum und wie?

28. April 2016

Nemeton 2016 - Mutter ErdeMutter Erde – das klingt freundlich, etwas kindlich naiv vielleicht. Man hat sofort ein kuscheliges Gefühl der Geborgenheit. Hier wird bedingungslos Liebe geschenkt, sie ist immer da für den, der sie ruft. Sie ist einfach da, so lange es irgendwie geht.

Erdmutter – das klingt schon ernsthafter, erinnert an die Venus von Willendorf, die dicken kleinen Statuen aus früheren Zeiten, mit ein bisschen Distanz darin.

Mutter des Landes – nein, damit ist nicht Frau Merkel gemeint. 🙂 Das Land hatte früher seine eigenen Gottheiten, je nachdem wo man sich gerade befand. Göttinnen mit eigenen Namen, eigenen leicht variierenden Eigenschaften und Ausprägungen, eigenständig handelnd. Häufig waren sie verbunden mit den großen Flüssen, die die Region durchzogen. Bei diesen Göttinnen wurde nicht selbstverständlich davon ausgegangen, dass sie einem bedingungslos zur Verfügung standen, sondern man behandelte sie als Wesen, die sich durchaus auch zur Wehr setzen konnten und würden, wenn man sie nicht respektvoll behandelte.

Mutter Erde – ich bleibe mal bei diesem Titel, weil er mir am meisten zusagt – ist aber noch mehr als das. Die Wikinger hatten das Konzept von einem Schicksalsnetz: Alles ist miteinander verwoben, und wenn ich an einem Faden ziehe, indem ich eine bestimmte Handlung ausführe, dann hat das auch Auswirkungen auf andere Teile des Netzes bzw. sogar auf das ganze Netz. Insofern bekommt der Grundsatz: ‚Tu, was du willst, solange du keinem Schaden zufügst‘ noch mal eine besondere Bedeutung. Ich verstehe mich als Teil eines größeren Ganzen, und was ich tue, beeinflusst die Entwicklung des Ganzen. Die Erde als Planet, auf dem wir leben, ist (derzeit noch) einzigartig in ihrer Bedeutung für das Überleben der menschlichen Spezies, da uns ja die Möglichkeiten fehlen, mal eben das Sonnensystem zu wechseln und uns auf einem anderen Planeten niederzulassen. Es empfiehlt sich daher ganz dringend für uns, mit diesem einen Planeten, den wir haben, schonend umzugehen und die Beschränkungen in Bezug auf die Ressourcen, die vorhanden sind, zu respektieren. Passiert häufig leider nicht so wirklich, wenn der Geschäftssinn das Verantwortungsgefühl überwiegt.

Ich halte die Erde allerdings nicht für ein rachsüchtiges Wesen: Wo man früher vielleicht von göttlicher Strafe gesprochen hat, sehe ich eher eine Konsequenz aus ablaufenden Prozessen, die nicht unbedingt denjenigen treffen, der ‚am falschen Faden gezogen hat‘. Wenn ich immer mehr Wasser in ein Litermaß gebe, dann wird es irgendwann überlaufen. Vielleicht werde ich selbst dabei nass, vielleicht aber auch die wichtigen Unterlagen, die jemand dort abgelegt hat, wo ich mein Litermaß hingestellt habe.

Eines Tages sind die Kompensationsmechanismen nicht mehr ausreichend, dann geschieht eine Katastrophe: Die Häuser, die im Boden verschwinden, weil die Bergwerke zu intensiv gegraben haben, die Lawine, die die Schifahrer verschluckt, weil die Hänge zu kahl sind, die überfluteten Felder und Stadtteile, weil der Fluss begradigt wurde und die Deiche nicht mehr halten…

Welches Fazit ziehen wir nun daraus?

Im Ritual

  • machen wir uns bewusst, dass wir durch die Erde miteinander verbunden sind
  • erinnern wir uns ihrer Funktion als unsere Ernährerin, als der Lebensraum, in dem unser Leben überhaupt erst möglich ist
  • zeigen wir der Erde, dass wir dies zu schätzen wissen und drücken ihr unseren Dank und Respekt dafür aus
  • wollen wir der Erde etwas für ihre Leistung, bewusst oder unbewusst) zurückgeben

Darum bitten wir sie am Anfang des Rituals darum, dass sie uns Halt gibt und uns im Hier und Jetzt verankert, und danken ihr am Ende für ihre Unterstützung.

Anm.: Ich spreche normalerweise danach noch ein paar spontane persönliche Worte und mache ein Geschenk aus Körnern, Samen oder einem Lied.

 

Gebete, um die Mutter Erde zu rufen

an Beltane:

Mutter Erde,

du lässt dich von warmen Sonnenstrahlen einhüllen,

du badest in den Regenschauern, die über das Land fegen,

bis dein Leib schwer ist von Feuchtigkeit

und so Nahrung und Halt bietet

für die Samen und Keimlinge,

die in dieser Zeit so unbändig ans Licht drängen.

Ich bitte dich:

Halte mich in diesem Ritual,

wie du auch den Pflanzen Halt gibst.

Lass mir bewusst sein,

dass ich in dir wurzle wie sie und durch dich mit allem verbunden bin,

was lebt.

Amen!

 

an Litha/Mittsommer:

Auf dem Feld vor meinem Haus wiegen sich die Ähren im leichten Wind,

so, als ob du dein goldbraunes Haar für mich schüttelst.

In dieser Zeit, wo die Kraft der Sonne am stärksten ist, bietest du uns Halt,

Mutter Erde,

einen Moment des Atemholens zwischen Säen und Ernten.

Schenke mir auch in diesem Ritual die Gewissheit,

festen Boden unter den Füßen zu haben,

so wie du es immer tust.

Amen!

 

an Lughnasadh/Lammas:

Braun der Boden, Mutter Erde,

krümelig in der Sommerhitze.

Blau der Himmel, Mutter Erde,

wolkenlos und unendlich.

Grün die Wiesen, Mutter Erde,

wogendes Gras in vollem Saft.

Ich bei dir, Mutter Erde,

geborgen in deiner Hand,

wenn ich über das Land schreite,

wenn ich zwischen den Welten wandle,

als Teil deines allumspannenden Netzes.

Amen!

 

zu Mabon/Herbst-Tagundnachtgleiche:

Ein Korb mit Äpfeln steht zu meinen Füßen,

rund und duftend, und dein Bild steigt vor mir auf:

Wie sonst selten wird uns in dieser Zeit der Ernte bewusst,

wie du uns täglich hältst und ernährst,

wie du alles Leben auf diesem Planeten hältst und ernährst.

Mutter Erde, ich bitte dich:

Halte mich auch in diesem Ritual

und lass mich sicher in dir ruhen,

so wie du es immer tust.

Amen!

 

zu Samhain:

Kühl streicht der Wind über meine Haut,

kühl streicht er über deine Haut, Mutter Erde.

Nebelschwaden hüllen dich ein

und verbergen dich oft vor meinem Blick.

Tautropfen glitzern auf den Spinnwebfäden,

die sich zwischen den Gräsern spannen,

die sich zwischen den Ästen spannen,

die sich zwischen mir und der Welt spannen:

Zeichen für das große Netz des Lebens,

in dem wir alle miteinander durch dich verbunden sind,

durch den Raum und durch die Zeit.

Nicht gefangen, nicht hilflos,

sondern als denkende, fühlende Wesen mit Verantwortung füreinander.

Halte uns, Mutter Erde,

sei unser Anker im Hier und Jetzt,

wenn sich die Schleier zwischen den Welten öffnen

und Zeit und Raum keine Rolle mehr spielen.

Amen!

 

zu Jul/Mittwinter:

Tief hast du dich in dich selbst zurückgezogen,

Mutter Erde,

und doch hast du wie jede gute Mutter immer ein Auge auf deine Kinder:

Auch in der längsten Nacht des Jahres, wenn alles still und starr zu sein scheint,

können wir darauf bauen, dass du für uns da bist

und uns hältst, so wie immer.

Mag auch Schnee dich mit einer Decke überziehen,

mag unwirtliches Wetter uns in die Häuser treiben:

Wir wissen: Du bist da draußen,

immer da,

und sammelst frische Kräfte,

um nach der langen Dunkelheit neues Leben hervorzubringen.

Sei auch in diesem Ritual bei uns und halte uns in deiner Hand.

Amen!

 

zu Imbolc:

Schneeglöckchen kündigen das neue Leben an, Hamamelis und Krokusse:

Der erste Blumenschmuck, ein Farbklecks nach den tristen dunklen Tagen.

Noch hat die Kälte dich fest im Griff,

aber schon werden die Tage länger

und die Sonnenstrahlen kitzeln dein Antlitz

und locken dich aus dem Winterschlaf.

Vor dir sind wir versammelt,

verstreut über den ganzen Planeten,

doch miteinander durch dich verbunden,

und weben dein Netz.

Du bist der Grund, über den wir schreiten,

achtsam und leichten Schrittes,

das Sicherheitsnetz, das uns hält,

im Ritual, wie auch im ganzen Leben.

Amen!

 

zu Ostara/Frühlings-Tagundnachtgleiche:

Wir stehen überwältigt vor deiner Pracht,

die sich gerade Bahn bricht,

Mutter Erde,

die Fülle des neuen Lebens,

die unsere Sinne erfüllt mit

Düften und Farben.

Erde im Wandel,

sich immer wieder verändernd,

immer wieder erneuernd

und doch unser fester Ruhepunkt:

Erde im Gleichgewicht,

uns immer wieder verankernd im Hier und Jetzt,

im Leben und im Ritual.

Amen!

 

 

Mittwinter: Gebet für Ruhe

10. Dezember 2015

Dies sollte eine Zeit der Ruhe sein,
doch wie häufig fühle ich mich gestresst?

Dies sollte eine Zeit der Erholung sein,
doch wie häufig setze ich mich unter Druck?

Ich atme tief ein,
verbinde mich mit Himmel und Erde
und schaue auf das Netz, in dem ich mit allem verbunden bin.

Wie dünn und fragil es ist,
wie leicht die Fäden kaputt gehen können.

Ich mache mir bewusst,
dass ich ein Teil des Ganzen bin,
ein Teil, den ich hegen und pflegen muss.

Ohne Ruhe werden die Fäden reißen,
ohne Erholung wird das Netz zerstört.

Ich nehme mir die Zeit,
bestätige mein Sein im Hier und Jetzt
und weiß: Ich bin nicht allein.

 

Mit diesem Gebet starte ich eine Reihe von Gebeten, die ich letztes Jahr geschrieben habe und die sich für die Tage rund um Mittwinter eignen.

Möget ihr mit einem guten Feuer beten!

Mittwinter: Gebet zu den Matronen

8. Dezember 2015

War es eine schwere Geburt?

Hatte die Mutter große Schmerzen und Angst?

Wir wissen es nicht.

Aber sie war nicht allein:

Drei standen ihr zur Seite,

Hebammen, heute wie zu aller Zeit.

Eine,

um den Faden zur Vergangenheit zu durchtrennen,

alte Lasten fortzunehmen,

abzuschließen mit dem, was war,

und den Funken des Lebens zu entfachen.

Eine,

um den Pfad zu ebnen,

Kraft zu spenden

die Hand zu halten,

und den Funken den Lebens zu hüten.

Eine,

um die Zukunft aufzuzeigen,

die Möglichkeiten und Gelegenheiten,

der Hoffnung Nahrung zu geben

und den Funken des Lebens zur Flamme werden zu lassen.

Matronen, haltet eure Hände über uns,

wie ihr es bei der Sonne getan habt.

Unsere Liebe, unser Respekt begleiten euch,

so wie ihr allen Müttern Hilfe gewährt,

die eure Hilfe suchen.

Sonnen-Devotional

8. Dezember 2015

Die Sonne ist wiedergeboren-

wie unwissenschaftlich das klingt.

Doch damit verbunden ist

die Hoffnung auf eine bessere Zukunft,

die Chance auf einen Neuanfang,

die Möglichkeit daran zu arbeiten,

dass Frieden und Freiheit,

Gesundheit und Gerechtigkeit,

Bildung und Wohlstand

eines Tages

Realität für alle werden.

Ohne das

dreht sich nur die Erde ein Stück weiter

und ein feuriger Ball steigt im Osten auf.

Gebet an eine Wintergöttin

8. Dezember 2015

Göttin des Winters,

ein Gewand aus Eiszapfen kleidet dich,

und wenn du deine silbrigen Haare schüttelst,

sinken Schneeflocken zur Erde.

Auf Schneeschuhen schreitest du voran,

wachst über uns in dieser kalten Zeit.

Schnee und Eis, Kälte und Dunkelheit sind deine Begleiter,

Regen und Sturm folgen dir auf deinem Weg.

Du treibst uns dazu die Wärme unserer Häuser zu suchen,

die Nähe unserer Nachbarn, Freunde und Familie.

Skadi, dies ist dein Werk!

Holle, dies ist dein Verdienst!

(hier könnte man natürlich auch andere Wintergöttinnen einsetzen)

Mittwinter: Gebet an die Erde

8. Dezember 2015

Dunkel ist es, und kalt!

Was einst grün und bunt leuchtete,

erscheint nun leblos, wie tot.

Doch unter ihrem winterlichen Mantel

liegt die Erde schlafend,

und ihr Herzschlag dringt ruhig und gleichmäßig

an die Ohren derer,

die in die Stille horchen.

Sie tankt Kraft

bis die Tage länger werden,

und Licht und Wärme sie wieder erblühen lassen.

Atme tief ein

Höre in die Stille

Fühle in den Boden

Spüre das Pulsieren

Achte die schlafende Erde!