Beten auf vielen Wegen

Beten! Och nee, das klingt aber sehr christlich. Davon wollte ich eigentlich doch wegkommen. So oder ähnlich wird jetzt vielleicht der eine oder andere Leser denken. Aber so ein Gespräch mit den Kindred kann auf verschiedene Art und Weise stattfinden. Je nach Situation, Ort, Anlass und Person gibt es viele Möglichkeiten, den Kontakt mit ihnen zu suchen.

Beten durch Worte

Das ist sicherlich das, woran die meisten als Erstes denken, wenn man sie fragt, wie man betet. Und ja, die richtigen Worte zu finden, kann eine große Wirkung haben, vielleicht nicht auf die angesprochene Gottheit, aber auf alle Fälle, auf den, der sie spricht. Dabei kann man unterscheiden zwischen dem Stoßgebet, das aus einem plötzlichen Impuls oder Bedürfnis heraus gesprochen wird, dem frei formulierten Gebet und dem fest formulierten, ausgefeilten, auswendig gelernten Text.

„Bitte mach, dass ich den Zug noch erwische!“ oder „Gott sei Dank ist das gut gegangen!“, etwas in der Art hat wohl jeder schon mal von sich gegeben, unabhängig davon, wer der oder die geheimnisvolle Angesprochene wohl sein könnte. Solche Stoßgebete sind die unmittelbare und ursprünglichste, basale Form eines Gebets.

Ein frei formuliertes Gebet hingegen hat durchaus einen vorhersehbaren Anlass und muss nicht spontan sein. Im Vergleich zu dem Stoßgebet ist es meist etwas länger. Ein solches Gebet hat oft etwas intimes, ist eine Art Zwiegespräch mit der angesprochenen Gottheit. Man lässt seinen Gedanken freien Lauf. Gerne wird argumentiert, dass dies im Vergleich zu vorformulierten Gebeten die bessere Form eines Gebets ist, da die Worte persönlich sind und von Herzen kommen.

Ein vorformuliertes Gebet, vielleicht sogar eines, das vielen Menschen bekannt ist und regelmäßig gesprochen wird, hingegen hat den Ruf, schnell zu einer Worthülse zu werden, einer leeren Phrase, die ohne nur daher gesagt wird. Oder es klingt gestelzt und unnatürlich. Gleichzeitig hat ein solches Gebet ein unheimliches Potential, wenn es von einer großen Gruppe gemeinsam gesprochen wird. Und es kann einen schnellen Zugang ermöglichen: Je öfter dieses Gebet gesprochen wird, desto breiter und besser ausgebaut ist die Verbindung, die damit geschaffen wird.

Meines Erachtens gibt es für alle diese mündlichen Gebete einen Ort und eine Zeit. Wer in einer akuten Notsituation ist, wird nicht Zeit haben, einen sorgfältig formulierten 20-zeiligen Reim aufzusagen. Wer sich in einem Ritual an eine Gottheit wendet, um ihr zu sagen, was für ein toller Typ sie ist und warum man sie angerufen hat, wird sich hingegen selten mit einem kurzen Satz begnügen. In einem privaten Ritual am eigenen Hausschrein sind persönlich formulierte Worte sicherlich angebracht. Wer ein Ritual für eine große Gruppe abhält, wird sich aber eher vorher schon Gedanken gemacht haben, was er wie sagen will. Und wer viele Leute wenigstens ein bisschen aktiv beteiligen will, der ist gut beraten, auf bekannte Texte zurückzugreifen.

Beten durch Gesten und Haltung

Nun sind Worte aber nicht das Nonplusultra. Wir leben in einer Gesellschaft, die daran gewöhnt ist, Gebete zu sprechen. In anderen Kulturen ist es hingegen durchaus gebräuchlich, mit dem ganzen Körper und durch Gesten zu beten. Vor vielen Jahren hatte ich die Möglichkeit, eine Gruppe indischer Nonnen zu sehen, wie sie ein Gleichnis aus der Bibel tanzten. Jede Bewegung, jede kleine Geste hatte dabei eine eigene Bedeutung, die sich demjenigen, der damit vertraut war, erschloss. Wer sich mit Gebärdensprache auskennt, kann das sich nachvollziehen. Tatsächlich war die sogenannte Orantenhaltung, bei der man die Arme ausbreitet und die Hände dem Himmel entgegenstreckt, über lange Zeit eine sehr verbreitete Gebetshaltung. Heutzutage sieht man sie vor allem bei Priestern in der christlichen Kirche (und bei Neuheiden natürlich), aber es gibt beispielsweise Funde von slawischer Töpferware, auf der Menschen in dieser Haltung abgebildet sind. Diese Haltung drückt die Zuwendung zum Himmel und damit dem Göttlichen aus, und so wird sie auch im heidnischen Bereich wahrgenommen: Ich trete in Kontakt zu den göttlichen Wesen.

Wesentlich bekannter sind die gefalteten Hände. Sie stammen vermutlich aus dem germanischen Raum. Diese Geste hat im Gegensatz zu der im Stehen verwendeten selbstbewussten Orantenhaltung mehr etwas mit Unterwerfung und Abhängigkeit zu tun: Wer früher seinem Fürsten seine aneinander gelegten Hände in dessen legte, der verpflichtete sich diesem. (https://www.erzdioezese-wien.at/site/glaubenfeiern/spirituelles/beten/article/65828.html, Stefan Kronthaler) Diese Geste wurde als Ausdruck der inneren Haltung zu Gott auf den spirituellen Bereich übertragen: „In deine Hände lege ich meinen Geist.“ Viel später, im Zuge der Reformation, tauchten dann die verschränkten Finger beim Gebet auf.

Innerhalb der christlichen Kirchen gibt es noch die Hände, die zu einer Schale geformt werden: Sie findet man vor allem in Italien und bei der Kommunion. Die Schale deutet an: Ich bin ein offenes Gefäß, füll mich!

Außerdem findet man im orientalischen bzw. byzantinischen Bereich das Beten mit gekreuzten Händen. Hierdurch sollen Hingabe und Vertrauen angedeutet werden. Manchmal wird dieses Haltung auch als Osiris-Haltung bezeichnet, da der ägyptische Gott gelegentlich so abgebildet wird. (Beispiel: https://mythopedia.com/topics/osiris)

Und eine weitere Haltung kommt das dem ägyptischen Bereich: die Isis-Haltung. Bei der Isishaltung werden die Unterarme gerade vorgestreckt, mit der Handfläche nach oben. Derjenige, der diese Haltung einnimmt, erwartet, dass ihm etwas gegeben wird.

Wer einmal einen Kindergottesdienst mitgemacht hat, hat vielleicht erlebt, dass hier Lieder häufig mit Gesten unterstützt werden. Ob es der angedeutete Regenbogen am Himmel ist oder die Umarmung, die vermitteln soll, das man geliebt wird – für Kinder, und nicht nur für sie verstärken Gesten unmittelbar das Gesagte und Gesungene, sie machen es anfassbar. (https://www.kinderpastoral.de/fileadmin/5_lp/as42_lp_Kinderpastoral/Methoden/Inhalt_Bewegungen_zum_Gotteslob_Juni2016.pdf Monika Mehringer)

Manche Heiden nutzen die Pommesgabel, auch als Symbol für den Teufel bekannt, hier aber als Symbol für den gehörnten Gott, speziell Cernunnos. Besonders geeignet ist dies, wenn ebenjener Gott angerufen wird.

Aus dem Islam kennen wir die Haltung, die als Sadschda bezeichnet wird. Muslime nehmen sie während der Pflichtgebet ein. Dabei berühren 7 Körperstellen gleichzeitig den Boden (Kopf, beide Hände, beide Knie, beide Füße). In dieser Haltung soll der Gläubige seinem Gott Allah am nächsten sein. Ohne die korrekte Haltung ist das Gebet nicht gültig, es sein denn, man kann sie aus gesundheitlichen Gründen nicht einnehmen.

Eine letzte, etwas extreme Haltung ist die Prostration. Dabei legt sich der Betende mit dem Gesicht nach unten und ausgebreiteten Armen lang ausgestreckt auf den Boden. In der katholischen Kirche ist dies noch üblich, wenn zum Beispiel Diakone geweiht werden. Im Mittelalter war es durchaus gebräuchlich, dass sich auch Könige im Rahmen ihrer Inthronisierung durch hochgestellte Kirchenfürsten/Päpste in diese Haltung begaben, um zu zeigen, dass Gott noch wichtiger war als sie selbst.

Welche Gesten auch immer man benutzt: Es empfiehlt sich, dabei entschieden und eindeutig vorzugehen. Eine bewusst ausgeführte Geste setzt ein ganz anderes Signal als eine unschlüssig oder halbherzig ausgeführte Bewegung. Denke großräumig! Nutze den Raum um dich herum! Besonders in Gruppen kann eine Geste sonst schnell untergehen und verliert ihren Nutzen.

In manchen Fällen werden Gesten noch mit zusätzlichen Hilfsmitteln unterstützt, z.B. einem Stab bei Zeigegesten. Gerade bei größeren Gruppen kann eine Geste so noch besser gesehen werden. Manchen hilft es auch, wenn sich sich in ihrer Gestik noch unsicher sind. Andere nutzen so ein Hilfsmittel, weil sie denken Energie so gezielter bündeln zu können.

Übrigens ist Beten mit Gesten eine schöne Methode, um Inklusion zu betreiben. Immerhin gib es mit der Gebärdensprache eine Sprache, die fast vollständig auf Gesten und Mimik basiert. https://www.youtube.com/watch?v=JwLo1dvO2kQ&list=PLCN4v_tfF58lpsG5aAhlD5z3jux6boDqe&index=3

Tanzen als Gebet

Tanzen wird seit Jahrhunderten und -tausenden als eine Form des Gebets genutzt. Manche Tänze können dazu dienen, die Teilnehmer in eine Art Trance zu führen, andere dienen „nur“ dazu, eine Gemeinschaft aufzubauen. Ob man nun auf Höhlenzeichnungen von Menschen zurückgreift, auf Bibelgeschichten, in denen Menschen vor Gott tanzen, tanzende Feen oder auf Tänze aus anderen Kulturkreisen: Tanzen bringt Menschen und Götter näher zusammen.

Ein Beispiel für Tänze, die sich für Rituale eignen, sind die Reigentänze. Dabei handelt es sich um eine alte Tradition zu jahreszeitlichen Festen (was nicht dasselbe ist wie die modernen Jahreskreisfeste). Die Kreismitte wird dabei als göttliches Zentrum/Ursprungsort interpretiert. Dementsprechend tanzt man oft auch auf die Mitte zu und wieder hinaus. Eine besondere Variante hiervon sind die bretonischen Tänze: Sie stammen aus dem Mittelalter. Man fasst sich dabei an den Händen und folgt einem immer gleichen Schrittmuster, wobei die Hände teilweise mitgeschwungen werden. Die Tanzrichtung ist links im Sonnenverlauf, bei den meisten anderen Ländern hingegen rechts herum im Mondverlauf. Da manche von ihnen relativ simpel in der Schrittfolge sind, eigenen sie sich hervorragend dazu, sie mit größeren ungeübten Gruppen zu tanzen. (Bretonischer Tanz)

Aus dem Yoga kennen die meisten den Sonnengruß, Surya Namaskar, oder manche auch den Mondgruß, Chandra Namaskar. Dabei geht man durch eine Abfolge von Körperhaltungen, die den Lauf der Sonne bzw. des Mondes nachahmen. Auch dies könnte man als eine Tanzform beschreiben. (hier mal ein Video von einer Sonnengrußroutine: Klassischer Sonnengruß von Mady Morrison)

Prozessionen sind eine Tanzform, die den Teilnehmern nicht allzu viel Geschick abverlangen. Manchmal läuft es nur darauf hinaus, von A nach B zu laufen. Natürlich gibt es auch etwas komplexere Prozessionen, z.B. die Echternacher Springprozession oder Prozessionen, bei denen der Lauf an sich durch aufwändige Kostüme ergänzt wird. Als Gegensatz gibt es den einfachen Einmarsch in einen Ritualbereich mit Musikbegleitung, bei dem dieser einmal oder mehrmals umrundet wird, bis alle ihre Position gefunden haben.

Ein bekannter neopaganer Tanz ist der Spiral Dance, den Reclaiming jährlich zu Samhain veranstaltet, und das seit über 40 Jahren. Alle Teilnehmer fassen sich an den Händen und binden eine lange Schlange. Nun tanzt die ganze Formation spiralförmig auf die Mitte zu. Dort angekommen tanzt der Kopf der Schlange Auge in Auge mit den Hineintanzenden wieder hinaus. Jeder Spiral Dance steht unter einem Motto, was sich vielleicht in diesem Fall auch als Mantra bezeichnen ließe. Der Tanz wird von Gesang begleitet. Insgesamt ist es schon durch die Anzahl der Teilnehmer eine sehr beeindruckende Veranstaltung. Ich hätte euch gerne ein Video verlinkt, aber die Videos, die ich gefunden habe, dauern einfach zu lange.

Beim Tanzen im Gebet verbinden sich Körper, Geist und Seele. Wenn man tanzt, ist man sich seiner Position gegenüber der materiellen und immateriellen Welt deutlich bewusst. Die innere und äußere Bewegtheit treffen hier zusammen. Der gebetete Tanz kann die Beziehung zu den Göttern wecken, erhalten oder sogar stärken.

Maibaumtanz aus Süddeutschland

Beten durch Musik und Gesang

Ich bin mit Musik aufgewachsen. Mein erstes Musikinstrument habe ich im Kindergartenalter gelernt. Gemeinsames Singen war für mich immer ein zentraler Bestandteil meines Daseins. Klar, dass ich nahezu kein Ritual abhalte, ohne dabei wenigstens ein Lied zu singen. Musik als Kunstform ist ebenfalls eine Gabe, die man gut den Kindred geben kann. Ein Lied bleibt viel besser im Gedächtnis als eine einfache Erwähnung nebenbei. (Earth, my body, nicht druidisch, aber ein Klassiker)

Musik hat auch den Vorteil, dass sie hilft, eine Gruppe zu organisieren. Daher die Erfindung von Marschmusik als Taktgeber. Und selbst Leute, die nicht durchweg musikalisch sind, neigen dazu, bei einer gespielten Musik im Rhythmus mitzulaufen oder sich zu bewegen, sogar, wenn sie das Lied nicht leiden können.

Musik drückt das aus, was man nicht in Worte fassen kann, und sie berührt einen da, wo Worte nicht hinkommen. Musik kann ganz basale Gefühle zum Klingen bringen: Freude, Trauer, Liebe… Sie kann eine heilende Wirkung haben. Sie kann Effekte steigern, Atmosphäre erzeugen, Erinnerungen wecken. Wie Tanzen kann Musik oder ein Lied dabei helfen, dass man tiefer in eine Gebetshaltung kommt.

Wer sich mit Zahlenmagie/Numerologie/Kabbala etc. beschäftigt, der kann die technisch-mathematischen Aspekte von Musik nutzen, um Musik für eine spezielle Gottheit zu schaffen. Das Ergebnis klingt nicht zwangsläufig hübsch, in dem Fall geht es eher um die Bedeutung hinter den Tonabfolgen. Übrigens haben viele bekannte Musiker diese Möglichkeit gerne genutzt. J.S. Bach hat seinen Nachnamen gelegentlich als Notenfolge in seine Werke eingebaut (B-A-C-H)

Beten durch Arbeit

Manchmal braucht es keine Worte. Gerade in orthopraktischen Religionen und Glaubensgemeinschaften zählt mehr das, was man tut, als das, was man sagt. Und so kann körperliche Arbeit, z.B. Gartenarbeit, Müll sammeln, Bäume pflanzen, Vögel zählen als Bestandsaufnahme … als Ausdruck bewusster Hingabe und ein Gebet angesehen werden, oder auch als eine Opfergabe. Aber natürlich bezieht sich das nicht nur auf den Umweltschutz und die Liebe zur Natur.

Als Heide lebt man im Austausch mit seiner Umwelt, und dazu gehören in ganz entscheidendem Maße die Menschen um einen herum. Daher ist es genau so ein Gebet, wenn man sich für seine Mitmenschen in irgendeiner Form engagiert, z.B. ehrenamtliche Tätigkeiten (Bürgerbus fahren, Trainer im Verein, Nachhilfe geben, bei der Tafel mitarbeiten, Repaircafé, morgens in der Schule Brote schmieren und den Kiosk betreiben, Blut spenden, …) oder auch mal an einer Demonstration für Demokratie, gegen Rechtsradikalismus etc. teilnehmen.

Entscheidend ist dabei, dass man sich bewusst dafür entscheidet, etwas als Gabe an die Kindred zu tun. Das ist der Aspekt, der es zum Gebet macht.

Stille als Gebet

Als Teenager machte ich Bekanntschaft mit den Rosa Schwestern der Societas Verbum Dei (SVD). Dieser Ableger eines Missionsordens geht nicht hinaus in die Welt, um zu missionieren. Im Gegenteil, wer ihnen beitritt, sieht von der Welt nicht mehr allzu viel. Dafür verbringt man den größten Teil seiner Zeit schweigend im Gebet für andere. Als Teenager fand ich es äußerst befremdlich, dass jemand sich freiwillig so isolieren konnte. 30 Jahre später habe ich ein wenig dazu gelernt. Nichts im Leben würde mich dazu kriegen, diesem Orden oder einem vergleichbaren beizutreten. (Rosa Schwestern)

Aber eine Meditation in Stille, ohne an etwas zu denken, ohne zu planen, dieses sich Öffnen für das, was kommt oder auch nicht, diese Bereitschaft zuzuhören, die kann ich als eine Form des Gebets inzwischen annehmen. In einer Zeit der Reizüberflutung ist Stille als Gebet vielleicht die größte Gabe, die man geben kann.

Wie finde ich einen Gott – oder wie findet sie mich?

Zunächst mal vorab: Das ‚einen‘ steht da bewusst, denn hier geht es nicht um die christlichen Gott, Jahwe oder Allah, obwohl ihr die natürlich auch nehmen könnt, wenn ihr euch damit wohl fühlt.

Vielleicht bist du schon seit Jahren im Heidentum unterwegs, hast dich durch verschiedene Ansätze durchgearbeitet, aber noch nicht das Richtige gefunden und dir stattdessen überall etwas herausgepickt, bist aber auf der Suche nach mehr. Vielleicht bist du noch relativ neu, hast angefangen, die Jahreskreisfeste zu feiern, mit Kräutern, räuchern und Steinen zu experimentieren oder dir ein Runen- oder Tarotset besorgt.

In diesem Text geht es darum, die ganze Bandbreite der Götterwesen zu entdecken und herauszufinden, welche Götter und Göttinnen zu einem passen und von wem man sich vielleicht gerufen fühlt.

Aber wie? Da gibt es verschiedene Herangehensweisen.

Vielleicht hast du ja schon eine Tendenz? In dem Fall würde ich dir vorschlagen, einerseits möglichst alles zu lesen, was dir zu dieser Gottheit in die Finger kommt, vorzugsweise erst mal den belegten Kram, aber durchaus auch,welche Erfahrungen andere mit dieser Gottheit gemacht haben. Andererseits solltest du unbedingt selbst den Kontakt suchen, indem du

a) dieser Gottheit passende Geschenke machst (deswegen vorher auch die Leserei)

b) indem du dich kreativ mit ihr auseinandersetzt: die Gottheit malst oder aus Ton/Knete formst, ein Mosaik dazu gestaltest, Gedichte über sie schreibst…

c) in irgendeiner Form im Sinne dieser Gottheit tätig wirst: Kriegergott? Setz dich für eine gerechte Sache ein oder probiere einen Kampfsport. Göttin des Herdes? Koche, backe, probiere mal zu Stricken/Weben/Häkeln/Spinnen… Schicksalsgöttin? Beschäftige dich mit verschiedenen Orakelverfahren….

d) dich allgemein für sie öffnest und dieser Gottheit signalisierst, dass du Interesse an einer engeren Zusammenarbeit hättest und abwartest

Entweder funkt es oder eben nicht. Ich hatte eine zeitlang die Erwartung, dass es zwischen mir und der irischen Brighid aufgrund einiger Gemeinsamkeiten (Name, Haarfarbe, Interesse an Musik und Medizin….) eigentlich total harmonieren müsste. Ist aber nie was Näheres draus geworden. Tja…

Wenn du noch offen für alles bist, rate ich dir zu einem dieser beiden Verfahren:

Meine Glaubensgemeinschaft, Ár nDraíocht Féin: Eine Druidische Gemeinschaft (ADF), arbeitet mit dem kompletten indoeuropäischen Spektrum, von den griechischen Göttern über die vedischen, slawischen, baltischen, germanischen, nordischen, gallischen, walisischen, irischen, schottischen, römischen und noch so einige kleinere Ableger der indoeuropäischen Götterwelt. Am Anfang des Dedikantenpfads, einem freiwilligen Studienprogramm, im Rahmen dessen man sich damit auseinandersetzt, was der eigene Glaube bzw. der Weg von ADF eben bedeutet, steht die Aufgabe, sich eines dieser Götterpantheone auszusuchen und ein Jahr lang damit zu arbeiten. Dabei muss man nicht dabei bleiben. Es geht nur darum, einen Anfang zu machen und in die indoeuropäische Gedankenwelt einzutauchen.

Ich habe mich damals zunächst für die nordischen Götter entschieden, weil das naheliegend war. Da gab es reichlich Infos zu und sie standen mir näher als die griechischen oder vedischen Götter. Im Laufe dieses Jahres ist mir aber auch klar geworden, dass es nicht völlig passend ist. Manches finde ich gut, manches ist mir fremd geblieben. Also habe ich mich weiter umgeschaut und bin schließlich bei einer Mischung aus dem gallischen Pantheon und für meine Region belegten germanischen Göttern (Nehalennia, Vagdavercustis, Hercules Magusanus, Matronae Nersihennae…) gelandet. Ich hatte aber eine Grundlage, von der ich mich vorarbeiten konnte.

Eine andere Möglichkeit ist es, sich eine Liste von diversen Göttern und Göttinnen zu machen, die man kennt oder deren Namen man schon mal gehört hat. Es sollten am Ende ca. 52 Namen sein. Vielleicht googelst du auch einfach mal nach Götternamen. Alternativ kannst du hier im Werkelwald mein „Gottheit der Woche– Projekt“ als Vorlage nutzen. Jede Woche beschäftigst du dich nun mit einer anderen Gottheit und guckst mal, was passiert. Im Rahmen meines Projektes habe ich damals z.B. die irische Morrighan kontaktiert, aber wir werden nicht so richtig warm miteinander. Dafür habe ich Hekate für mich entdeckt, die ich vorher gar nicht so auf dem Schirm hatte und mein Faible für slawisch-baltische Götter. Der Vorteil hierbei ist, dass du dich nicht auf ein Pantehon festlegen musst und auch nicht auf einen Kontinent. Wenn dir ein paar asiatische oder afrikanische Götter über den Weg laufen, die dich faszinieren, dann immer her damit.

Vielleicht stellst du irgendwann auch fest, dass es für dich gar nicht so sehr ein spezieller namentlich bekannter Gott sein muss:

Vor einigen Jahrhunderten (nämlich während der Romantik) haben sich die Leute für Pan und Apollo begeistert, bzw.für Diana/Artemis und einzelne andere Gottheiten. Im Laufe der Zeit wurden diese Götter ihren Originalvorlagen jedoch immer fremder: Aus dem griechischen Gott Pan wurde eine Art Allroundgott der Natur. In seiner Welt war es immer frühlingshaft-sommerlich, alles war grün und schön und besser als in der Realität, in der immer mehr Leute in den Städten zusammenlebten und die Industrialisierung ihren Laut nahm. Pan wurde der gutaussehende Mustermann, der auch mal Gefühle zeigte und das Vorbild des modernen Mannes sein sollte. Übrigens nahm man irgendwann einen Tausch vor. Pan verschwand in der Versenkung und an seine Stelle trat manchmal Cernunnos. Ähnlich erging es den Göttinnen: Auch sie wurden vor allem nach den Büchern von Margret Murray und Robert Ranke Graves immer mehr verallgemeinert zur ultimativen Fruchtbarkeitsgöttin bzw. Dreifaltigkeit von Jungfrau-Mutter-Alte. Daraus entwickelten sich die Götter der Wicca und Hexenkults. Zwar wurden Gott und Göttin noch mit Namen bedacht, aber tatsächlich handelt es sich eher um generische Gottheiten, nicht mehr um die Ursprungsversionen.

Oder du bist der Typ für Archetypen? Du hast verschiedene Kategorien von Göttern für unterschiedliche Aufgaben, aber sie müssen nicht einen bestimmten Namen und den dazugehörigen Hintergrund haben. Es reicht dir ein Donnergott,, ein Fruchtbarkeitsgott, eine Göttin des Herdfeuers und die Konzepte, die sie vertreten (Wetter, Wachstum, Gastlichkeit…) Die Geschichten, die mit den jeweiligen Individuen verbunden sind, interessieren dich weniger. In dem Fall würdest du von manchen Leuten nicht als richtiger Polytheist betrachtet, sondern eine ‚weiche‘ Version, aber das kann dir ja egal sein. Das ist übrigens auch eine Version, mit der viele Agnostiker gut leben können.

Ein Beispiel für eine heidnische Ausrichtung, die sich mit Archetypen befasst, ist das sogenannte Waincraft.

Und andersherum? Wir findet eine Gottheit dich?

Wenn wir das so genau wüssten… Ich habe mir sagen lassen, dass man es merkt, wenn so eine Gottheit deine Aufmerksamkeit erregen will. In dem Fall liegt es dann an dir, den „Anruf anzunehmen“ und die Beziehung auszubauen.

Ich wäre sehr gespannt, von dir zu hören, wie deine Erfahrungen sind.

Meditation mit Bewegung

Der Jahresanfang war so stürmisch wie das Jahresende, aber ich habe es geschafft, mein Ziel, in diesem Monat jeden Tag eine Yogaeinheit zu absolvieren, durchzuhalten. Und wenn man dann so in der Entspannungsphase herumliegt, dann kommen einem neue Ideen…

Hier also für euch meine Art von Basis-Mediatation für die 2 Kräfte (Two Powers):

Wintersonnwendkalender für kleine Heiden – der Adventskalender 2.0

Nachdem ich vor einigen Jahren bereits einen heidnischen Adventskalender für Kinder entwickelt hatte, war es jetzt mal Zeit für eine Überarbeitung. Hier also die neue Version!

Was hat sich verändert?

  • Das Format wurde auf DIN-A4 geändert. Vorteil: Es passt mehr Inhalt auf eine Seite, die Texte sind besser lesbar.
  • Das Layout wurde farblich verändert: Durch die neue Farbgestaltung benötigt man weniger Farbe beim Ausdrucken.
  • Inhalt: Einige alte Beiträge wurden überarbeitet, einige gestrichen, einige neue sind hinzugekommen. Es sind mehr als 40 Beiträge verfügbar. Manche sind eher etwas für ältere Kinder, manche eher etwas für jüngere. Es sollte für alle etwas dabei sein. Wie lange der Kalender dauern soll, kann flexibel angepasst werden (21 Tage, 22 Tage, …)

Fällt euch noch mehr ein, was unbedingt in einen heidnischen Adventskalender sollte? Dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar.

Basteleien:

Bräuche:

Götter rund um die Wintersonnenwende und andere Geister:

Rezepte:

Lieder, Gebete, Rituale:

Sonstiges:

in English: Here are just a few examples. If you need more, feel free to copy/paste the German text into https://www.deepl.com, a great translation program. It is free and easy to use and quick, too.

Endlich auf Deutsch: Der Weg des Herdhüters

Vor ein paar Jahren gab es ergänzend zum Dedicant Path/Dedikatenpfad im ADF den Hearthkeeper’s Way, eine praktische Heransgehensweise ans Druidentum für die, die nicht so aufs Bücherwälzen zu stehen, sondern lieber machen. Und natürlich auch für die, die beides mögen.

Da das Programm kostenlos ist, bietet es gleichzeitig den perfekten Einstieg für diejenigen, die einfach mal unverbindlich ins Druidentum hineinschnuppern möchten.

Und nun, nach langer Wartezeit, gibt es endlich auch eine deutsche Version, die bald auf der ADF-Webseite zu finden sein sollte. Sonst schreibt mich an, ich kann sie euch zur Verfügung stellen.

Hier ist ein Beispiel für das Ritual zur kommenden Frühjahrstagundnachtgleiche. Die Ritualsripte sind weitgehend gleich aufgebaut, um Anfängern den Einstieg zu erleichtern. Wer es gerne etwas aufwändiger hätte oder eine persönliche Note einbringen möchte: Flexibilität ist alles. Es gibt ein paar feste Elemente, die als solches markiert sind. Alles andere kann nach eigenem Gusto gestaltet werden.

Frühlings-Tagundnachtgleiche
Die Frühlings-Tagundnachtgleiche, oft auch Ostara genannt, ist die Zeit des Jahres, in der der Winter endlich die Welt verlässt und der Tag und die Nacht gleich lang sind. Es ist eine Zeit der Fruchtbarkeit, des neuen Lebens und neue Anfänge. Die Bauern können mit der Aussaat beginnen und neues Vieh wird geboren, um die Herden aufzustocken.
Wir konzentrieren uns während dieses Rituals besonders auf Ausdauer und Erneuerung, denn historisch gesehen ist dies der magerste Teil des Jahres: Die Nahrungsvorräte aus dem Winter gingen zur Neige, aber die neuen Feldfrüchte hatten noch nicht zu wachsen begonnen.
Als Herdwächter ehren wir an diesem Hochfest die Flamme der Erneuerung. In dieser Zeit des Frühlingsanfangs halten wir inne, um unsere Gelübde als Hüter der Herdflamme zu erneuern. Konzentrier dich auf die Flamme und stell dir vor, wie du im kommenden Jahr deinem Haus und Herd dienen wirst.
Während wir uns darauf vorbereiten, die Jahreszeit zu feiern, haben wir in das Ritualskript ein pan-indoeuropäisches Wesen aufgenommen, das üblicherweise mit diesem Feiertag in Verbindung gebracht wird: die Erdmutter.
Wir haben auch die Tugend festgehalten , die für diesen Feiertag im Mittelpunkt steht (Ausdauer). Wie bei den anderen Herdhüter-Ritualskripten kannst du die darin enthaltenen Gebete und Rituale beliebig verändern, hinzufügen oder entfernen, um den Bedürfnissen und dem kulturellen Schwerpunkt deines Herdes gerecht zu werden.
Wir werden darauf hinweisen, welche Elemente im Skript wesentlich für das Ritual sind und nicht ausgelassen werden sollten, aber dennoch kannst du sie nach deinen Wünschen verändern.
Wenn du das Ritual wie geschrieben durchführen willst, benötigst du:

  • Opfergaben für:
    o die Herd-Gottheiten
    o die Erdmutter
    o die Ahnen
    o die Naturgeister
    o die Leuchtenden
    o das göttliche Wesen des Anlasses (GödA)
    o das Gabengebet
  • Eine Darstellung für das Feuer, den Brunnen und den Baum
  • Ein Wahrsageset
  • Etwas zu trinken
  • Eine Kerze oder eine andere Darstellung für die Flamme der Jahreszeit

  • Eröffnungsgebet [Herdhüter-Essential]
    Ich (wir), [Name des Herdes einfügen, falls zutreffend], bin ein Baum im Hain von Ár nDraíocht Féin. Während meine Wirbelsäule sich aufrichtet, verflechten sich meine Wurzeln mit den Bäumen im Hain und meine Äste spenden Schatten für mich (die Mitglieder unseres Hains). Das Feuer in mir (jedem von uns) ist ein Stern am Himmel des Geistes von ADF.

  • Einweihung des Ritus

    Einatmen Ich nehme mir einen Moment Zeit, um für das Leben zu danken.
    Ausatmen Ich lasse meine Frustrationen los.
    Einatmen Ich spüre, wie die Luft meinen Körper energetisiert.
    Einatmen Ausatmen Ich spüre, wie sich mein Körper entspannt.
    Einen Moment innehalten, um sich zu zentrieren
    Ich komme in diesen Raum mit einem von Sorgen befreiten Geist.
    Ich komme in diesen Raum mit einem Herzen, das frei von Sorgen ist.
    Ich komme an diesen Ort, um die Kindred zu ehren und die Arbeit weiterzuführen, die ich hier
    getan habe.

  • Der Herd und unsere Verbündeten
    Geboren in den Wassern, entfacht auf dem Land,
    mit einer Rauchsäule, die den Himmel trägt,
    Dieses Feuer brennt im Zentrum von allem
    Um meine Stimme zu den Geistern zu tragen.
    Gezündet von der großen Flamme, bewahrt durch kluges Geschick
    Verbunden mit unserem gemeinsamen Herd, dass diese Flammen eins sind
    Heilige Hüter der Flamme, leuchtet heute hier in mir.
    Nehmt diese Worte und Taten, nehmt meine Gaben an.
    Reinigt mich, führt und leitet mich, helft mir, wenn ich bete,
    Erfüllt mein Herz mit Hoffnung und Liebe, erleuchtet meinen Weg.
    Opfer darbringen

  • Mutter Erde
    Ein Kind der Erde ruft die Mutter an.
    Erdmutter, du bist mein Fundament, mein Ort der Sicherheit und die Quelle meiner Kraft.
    Von dir kam alles Leben und zu dir wird alles Leben zurückkehren.
    Ich gebe dir diese Gabe in Dankbarkeit und Liebe.
    Mutter Erde, nimm meine Gabe an.
    Opfergabe machen

  • Inspiration
    Mögen die Kräfte der Inspiration durch mich fließen, um mir Leichtigkeit der Sprache und Leichtigkeit des Herzens zu geben.

  • Zweck und Absicht [Herdhüter- Essential]
    Wie die Sonne in ihrem zeitlosen Zyklus wandert, so stehe ich, [Name des Herdes einfügen, falls zutreffend], erneut hier, um die Verbündeten meines Hauses und Herdes zu ehren, um in Harmonie mit dem Hain von ADF zu sein und meine Beziehung zu den Geistern zu vertiefen. Ich stehe hier im Licht der Sonne, und beginne eine neue Zeit der Verbindung und Gemeinschaft mit den Geistern, anderen Herden und dem Hain von ADF. Wie meine Vorfahren es früher taten, so tue
    ich es jetzt, und so mögen es meine Nachkommen in der Zukunft tun.
    Während die Erdmutter wieder in der Welt erwacht, entzünde ich das Herdfeuer und rufe zu ihr.
    Geliebte Mutter der Erde, erwache und erfülle unsere Welt mit Wundern! Möge ich in meinem persönlichen Tun und Lassen dich immer hochhalten!

  • Die heilige Mitte
    Heiliger Brunnen, Wasser so tief.
    Reiche zu den Reichen unter dir.
    Bring die Kräfte, die du gewährst, in mein Leben:
    Schöpfung, Weisheit, Schicksal.
    Verbinde mich durch die Kräfte des Chaos mit dem Reich der Ahnen.
    Heiliges Feuer, Flammen so hell.
    Reiche zu den Reichen in der Höhe.
    Bring meinen Göttern die Worte, zu denen ich bete:
    Ehre, Ghosti, Pietas.
    Verbinde mich durch die Mächte der Ordnung mit dem Reich der Leuchtenden.
    Heiliger Baum, du große Säule.
    Umspanne die Welten, verbinde die Tore.
    Bring den Welten meine Taten an diesem Tag:
    Wahrhaftigkeit, Fairness, Ehrlichkeit.
    Verbinde die Mächte oben und unten, zeige uns das Reich der Naturgeister.
    Heiliges Zentrum der Welten, Feuer, Brunnen und Baum:
    Verbinde mich mit den Reichen ringsum.
    Mit dem Himmel oben, dem Land ringsum und den tiefen Gewässern.
    An diesem Ort treffe ich die Kindred.

  • Das Öffnen der Tore
    Heilige Hüterin() der Wege zwischen den Welten: Verbinde deine Magie mit meiner, während ich die Tore zwischen den Welten öffne. Hüterin der Tore, mögen die Tore sich öffnen! () oder Hüter, je nach Wahl

  • Die Kindred einladen
    Geister der Natur, möge ich lernen, achtsam durch diese Welt zu gehen.
    Möge ich mich bemühen, euch zu schützen und unsere Mutter zu schützen. Möge ich mich daran erinnern, dass selbst die kleinsten Dinge helfen, unsere Welt zu erneuern und wiederherzustellen.
    Geister der Natur, ich preise euch und lade euch an mein Feuer ein.
    Opfer darbringen
    Ahnen des Blutes, ich danke euch für die Entscheidungen, die ihr getroffen habt, um mich ins Dasein zu bringen.
    Ahnen des Herzens, ich danke euch für die Gaben und die Liebe, die ihr in mein Leben gebracht habt.
    Vorfahren des Geistes, ich danke euch für die Herausforderung, auf meinem Weg zu wachsen.
    Ahnen, ich preise euch und lade euch an mein Feuer ein.
    Opfer darbringen
    Ihr Leuchtenden, möge ich lernen, mutig in dieser Welt zu gehen.
    Möge ich mich bemühen, die Arbeit zu tun, die ihr mir vorgesetzt habt. Möge ich mich an die Lektionen erinnern, die ihr durch die Zeitalter gelehrt habt.
    Ihr Leuchtenden, ich preise euch und lade euch an mein Feuer ein.
    Opfer darbringen

  • Hauptopfer [Herdhüter- Essential]
    Ich rufe jetzt die Erdmutter meines Herdes an. Mutter Erde, [rezitiert ihre vielen Namen, wenn gewünscht], ich lade dich ein, mein Ehrengast zu sein.
    Mögest du dich an meinem Feuer willkommen fühlen und heute mit mir dieses Ritual dir zu Ehren feiern. Erdmutter, ich preise dich und lade dich an mein Feuer ein!
    Opfer darbringen

  • Gabengebet
    Kindred, ich habe euch Gaben und Lobpreisungen dargebracht. Nehmt dies als mein letztes Opfer an!
    Opfer darbringen

  • Omen
    Möge Weisheit die Omen erfüllen, um mir eine Botschaft und ein Geschenk für die kommende Jahreszeit zu bringen.
    Omen nehmen

  • Gegengabe
    Ich habe euch geopfert und ihr habt mich mit eurer Weisheit gesegnet.
    Ich bitte euch nun darum, dass ihr das Wasser verteilt und es mit euren Gaben durchtränkt.
    Durch die Kräfte der Naturgeister,
    durch die Kräfte der Ahnen,
    durch die Kräfte der Leuchtenden,
    Erfüllt sei dieses Wasser mit Weisheit und (Omen).
    Seht das Wasser des Lebens!
    Trink aus dem Becher

  • Saisonale Ritualarbeit [Herdhüter- Essential]
    Entfache die Flamme der Erneuerung in Deinem Herzen. Zum Frühlingsanfang halten wir inne, um unsere Gelübde als Hüter der Herdflamme zu erneuern. Konzentrier dich auf die Flamme und stell dir vor, wie du im kommenden Jahr deinem Haus und Herd dienen werden.

  • Wiederherstellung des Alltäglichen
    Der Erdmutter danke ich heute besonders.
    An die mächtigen Kindred: Ich danke euch.
    Der Hüterin der Tore danke ich dafür, dass sie über die Wege wacht und sie hütet. Wenn ich nun die Wegkreuzung verlasse, soll alles so sein, wie es vorher war, bis auf die Magie, die ich heute hier gewirkt habe.
    Mögen die Tore sich schließen!
    Inspiration, ich danke dir, dass du meiner Stimme Ausdruck verliehen hast.
    Mutter Erde, ich danke dir, dass du mich immer in meinem Leben und meiner Arbeit unterstützt hast.
    Herdgottheit, ich danke dir für deine Gegenwart und deinen Schutz in meinem Leben.
    Allen Göttern danke ich!
    Wie ich heute meinen Respekt erwiesen habe, so werde ich es auch wieder tun. Helft mir, die Tugenden in meinem Herzen zu bewahren: um mit Weisheit zu wandeln, pietätvoll im Kontakt mit den Kindred zu sein, mit Weitblick klar zu sehen, mit Mut voranzugehen, immer mit Rechtschaffenheit zu handeln, immer mit Integrität zu handeln, die nötige Ausdauer zu haben, mit Gastfreundschaft zu leben, moderat in meinen Handlungen zu sein, ein schöpferisches Leben zu leben und Mitgefühl in meinem Herzen zu haben.
    Dieses Ritual ist nun beendet. Mögen wir alle in Frieden und Gemeinschaft auseinander gehen.

Klorollengöttin: Berehynia

Anlässlich des Kriegs in der Ukraine habe ich eine Version von Berehynia erstellt. Eigentlich zählt sie zu den Vila, slawischen Wassergeistern. In letzter Zeit wurde sie aber zur Schutzgottheit der Ukraine befördert. Diese goldene Statue in Kiev habt ihr bestimmt schon mal im Internet oder Fernsehen gesehen.

Vielleicht könnt ihr sie gebrauchen für Rituale rund um die Ukraine, Friedensgebete oder was auch immer.

Hoffen wir, dass die schlimmen Zeiten für die Ukraine bald ein gutes Ende haben und Berehynia ihre Kinder beschützt.

Die Flut

Anlässlich der schweren Flut vor einigen Monaten gar nicht so weit weg von mir… lässt sich auch anpassen an andere Naturkatastrophen

Die Flut ist gekommen.

Die Flut ist gegangen.

Geblieben sind Schutt, Zerstörung, Ruin.

Geblieben sind Entsetzen, Unglauben, Verzweiflung.

Gebraucht werden Hilfe, Unterstützung, psychologische Betreuung.

Gebraucht werden Maschinen, Material, Geld.

Es ist erst ein paar Monate her.

Es wird noch lange dauern.

Mögen wir gemeinsam den Wiederaufbau durchstehen

und Lösungen finden.

The flood

A flood catastrophe happened a few months ago in Germany, not far away from me. You can easily adapt this for other nature catatrophes.

The flood has come.

The flood has gone.

What remains is rubble, destruction, ruin.

What remains is horror, disbelief, despair.

Help, support, psychological care are needed.

Machines, material, money are needed.

It has only been a few months.

It will take a long time.

May we get through the reconstruction together

and find solutions.

#PrayerADay #ADFDruidry

An den Dreiviertelmond

Wir brechen aus in Begeisterungsstürme beim Anblick des Vollmonds.

Jedes Kind malt eine Sichel, wenn es einen Mond malen soll.

Und alle kennen die berühmt-berüchtigte Zeile „Es war eine finstere, mondlose Nacht“,

durch die der Schwarzmond zu Ehren gekommen ist.

Aber niemand sagt etwas über den Dreiviertelmond!

Vielleicht, weil das Wort nicht so glatt von der Zunge geht?

Dabei leuchtest du für uns fast einen halben Monat lang,

bringst Licht in dunkle Schlafzimmerfenster

und die Nacht zum Schimmern.

Heute Abend, wenn du am Himmel stehst,

grüße ich dich!

To the three-quarter moon

We burst into raptures at the sight of the full moon.
Every child draws a crescent when they are asked to draw a moon.
And everyone knows the infamous line “It was a dark, moonless night”,
through which the black moon has come to honor.
But nobody says anything about the three-quarter moon!
Perhaps because the word does not roll off the tongue so smoothly?
Yet you shine for us for almost half a month,
bringing light into dark bedroom windows
and the night to shimmer.
Tonight, when you stand in the sky,
I greet you!

PrayerADay #ADFDruidry

Mein Herdfeuer

ist kein Feuer aus Holzscheiten, mit offener Flamme.

Mein Herdfeuer

ist ein hochmoderner Pelletofen, der mit kleinen Bröckchen

gefüttert wird.

Nicht so romantisch

und nicht so gut riechend.

Aber dennoch fühlt sich jeder dorthin gezogen,

der ins Wohnzimmer kommt.

Fasziniert vom Flackern,

vom Klappern der Pellets,

von der Wärme, die er ausstrahlt.

Und damit erfüllst du deinen Zweck,

wie seit jeher:

Ein Ort der Gemütlichkeit,

ein Ort, wo man zusammenkommt,

ein Ort, der ‚Willkommen‘ sagt.

My hearth fire
is not a fire of logs, with an open flame.
My hearth fire
is a state-of-the-art pellet stove, which is fed with small crumbs.
with small chunks of wood.
Not so romantic
and not so good smelling.


But still, everyone feels drawn there,
who comes into the living room.
Fascinated by the flickering,
the clatter of the pellets,
by the warmth it radiates.
And with that, you fulfill your purpose,
as you always have:
A place of coziness,
a place where people come together,
a place that says ‘welcome’.

PrayerADay #ADFDruidry

Loslassen

Dies ist der Moment, wo ich eine Grenze ziehen muss.

Eine Grenze zwischen mir und jemand anderem, der mich herunterzieht.

Eine Grenze zwischen mir und einer Aktivität, die mich zusätzlich belastet.

Eine Grenze, einen tiefen Graben, einen Schlussstrich-

Hauptsache, ich wahre mein Selbstwertgefühl.

Ich mache mich wieder heil,

indem ich etwas auflöse.

Ich durchtrenne den Knoten, der uns verbindet,

und lasse los……

Letting go

This is the moment when I have to draw a line.

A boundary between me and someone else who is dragging me down.

A boundary between me and an activity that puts additional stress on me.

A boundary, a deep trench, a final line-.

The main thing is that I maintain my self-esteem.

I make myself whole again,

by unraveling something.

I cut the knot that binds us,

and let go……

PrayerADay #ADFDruidry