Slawische Klorollengötter: Triglav, Porevit, Rugievit, Radegast, Svantovit

16. August 2020

Rügen war sehr inspirierend. Daher folgen hier nun einige westslawische Götter. Zum Download bitte auf das Bild klicken:

Triglav

Der dreiköpfige Triglav hatte unter anderem ein Heiligtum auf dem Harlungerberg in Brandenburg. Er gehört zu den bekannteren unter den slawischen Göttern. Seine 3 Köpfe werden manchmal so interpretiert, dass er in alle drei Ebenen sehen kann: Ober-, Mittel- und Unterwelt. Das macht ihn auch zu einem geeigneten Torhüter. Mit Hilfe seines schwarzen Pferdes mit goldenem Zaumzeug fanden Orakel statt, bei denen das Pferd über Lanzen lief. Er ist ein Krieg- und Stammesgott.

Svantovit

Svantovits/Svantevits bekanntestes Heiligtum stand in der Jaromarsburg am Kap Arkona. Der Kriegsgott macht seinem Kollegen nicht nur beim Pferdeorakel Konkurrenz (mit einem weißen Pferd), er hat auch einen Kopf mehr als Triglav. Damit sieht er in alle vier Himmelsrichtungen. Sein Name deutet auf ‘heilig’ und ‘Licht’hin.

Radegast

Radegast oder Radegost ist den meisten vermutlich eher als Zauberer aus dem Herrn der Ringe ein Begriff. Bei diesem Radegast allerding shandelt es sich um einen Gott der Gastfreundschaft, Fruchtbarkeit und Ernte. Er hat aber wie fast alle slawischen Götter auch eine kriegerische Seite.

Rugievit

Rugievit hat eigentlich 7 Schwerter am Gürtel. In diesem Fall befinden sich die übrigen vier auf der Rückseite, ebenso wie die übrigen vier Köpfe, denn der (möglicherweise) Gott des Frühlings hat auch noch 7 Köpfe – kaum zu toppen. Er wird von Schwalben begleitet.

Porevit

Porevit, der hier gerade so entspannt auf einem Stein hockt, ist der Gott der Lebensfreude und Lebendigkeit. Er ist der Beschützer der Schwangeren und Gebärenden. Manchmal wird er wie Pan oder Cernunnos als Waldgott gesehen. Auch er gehört zu den dreiköpfigen Göttern.

Neue Klorollengötter aus Ost und West: Morrighan, Oengus Og, Indra, Varuna, Agni und Ganesha

25. Juli 2020

Nach einer längeren Pause melden sich nun die Klorollengötter zurück. Für das vedische Pantheon gibt es schon Ushas, die Göttin der Morgenröte. Ihr leisten nun Gesellschaft:

Agni, der Gott des Feuers und des Reichtums

Indra, der Donnergott und Götterkönig, der den Regen bringt

Varuna, Herr über Ordnung und Gesetz, Leben und Tod sowie das Element des Wassers

und als Gaststar Ganesha, der Hindugott, der für die Überwindung von Hindernessen steht, Weisheit und einen guten Anfang. Er gehört nicht zu den vedischen Göttern, ist also eigentlich kein Teil des großen IE-Spektrums. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass viele sich zu ihm trotzdem sehr hingezogen fühlen. Daher habe ich mal eine Ausnahme gemacht. 😉

Aus dem Westen, dem irischkeltischen Pantheon stoßen neu hinzu:

die Morrighan, die Geisterkönigin und Todesbotin im Krieg, eine Göttin des Kriegs und der Leidenschaft

Oengus Og, Oenghus Og, Angus Og (scheinbar auch der Gott der vielen Schreibweisen), eher bekannt das Gott der Liebe, der für alles Schöne, Fröhliche und den Frieden steht


Zum Basteln klickt bitte auf die Bilder, ladet sie euch herunter und druckt sie in der passenden Größe aus. Viel Vergnügen!

Eine frohe Frühlings-Tagundnachtgleiche wünsche ich euch allen (gehabt zu haben)!

5. April 2020
Jedes Jahr zur Tagundnachtgleiche gestalte ich ein Ostaragärtchen: Einen Miniaturkosmos mit Baum (Blütenzweig), Feuer und Quelle (Muschel). Alles andere ist optional, ob man nun Moos nimmt oder frisch eingesätes Gras, Blüten, Steine, eine Eierschale oder eine Ostarafigur… Die Holzscheiben zeigen das diesjährige Ostaraomen. Im Hintergrund seht ihr mein aktuelles Nehalenniastandbild und die Indoor-Mutter Erde.

Jahreskerze 2020

5. April 2020
Jährlich kurz vor Imbolc gestalte ich eine neue Jahreskerze , selbst wenn die alte noch nicht komplett abgebrannt ist. Im Imbolcritual weihe ich sie, und dann wartet sie auf ihren Einsatz, bis ich schließlich von den letzten Resten der alten Kerze die neue anzünde. Auf der Vorderseite sieht man einen Entwurf von Ian Corrigan für die Oberwelt, Mittelwelt und Unterwelt.

DIe Rückseite ist weniger spektakulär: DIeses Jahr zeigt sie einmal einen Schlüssel als Symbol für Frigga und darunter das druidische Awen-Symbol.

Lapbook: Die Gallier – Götter und Kultur

5. April 2020

Vor einigen Jahren habe ich dieses Lapbook für meinen Sohn gebastelt. Jetzt Bin ich wieder darüber gestolpert. Obwohl ich heute ein paar Dinge verändern würde (man lernt ja dazu), poste ich euch hier mal ein paar Bilder davon als Inspiration.

Vorderseite

Bardic Challenge Februar 2020: Eine gallische Pferdesegnung

29. Februar 2020

Ritualelement: Pferde-Segnung

Einleitung/Absichtserklärung:

Seit Ewigkeiten verlassen wir Menschen uns auf die größere Kraft und Schnelligkeit anderer. Besonders ohne das Pferd wären wir nicht zu dem fähig, wozu wir heute imstande sind. Und auch, wenn Pferde in unserer Wirtschaft heute nicht mehr die Rolle spielen, die sie ursprünglich hatten, so wissen wir sie doch immer noch zu schätzen. Darum bitten wir heute Epona als Schutzherrin der Pferde um ihren Segen für unsere Tiere.

Opfergabe für Epona:

– z.B. vorab ein Pferd aus Papier falten und bemalen, als Opfergabe ins Feuer werfen

(Anleitung für ein Origami-Pferd / How to make an origami horse:

https://www.youtube.com/watch?v=DHee_GO87lU )

– Stallbesitzer können einen kleinen Eponaschrein im Stall aufstellen oder eine Girlande aus Immergrün und Rosen aufhängen

Epona-Anrufung:

Hufspuren im weichen Sand, mal Pferd, mal Reiterin, Epona

Hufspuren, denen wir folgen, mal Mutter, mal Kämpferin, Epona

Hufspuren in unserem Leben hast du hinterlassen, Epona

Große Teile Europas folgten einst deinem Ruf,

von den Inseln Britanniens bis in die fernsten Winkel des römischen Reiches.

Und so wie damals folgen wir heute dir,

und ehren dich, Göttin der Pferde!

Kernarbeit:

Epona, göttliche Stute,

Schutzherrin der Pferde,

um deinen Segen bitten wir:

Um Gesundheit,

um Kraft,

um Fruchtbarkeit.

Keine Lähmung soll dieses Tier befallen,

keine Koliken,

keine Mauke, Hufrehe oder andere Krankheit.

Lass es stark sein,

schnell wie der Wind

und geschmeidig in der Bewegung.

Schenke ihm gesunde Nachkommen,

die seine Linie fortsetzen,

und stolze Besitzer,

die sich ihrer Verantwortung bewusst sind.

Epona, göttliche Stute,

unter deinen Schutz stellen wir dieses Pferd.

Gesegnet mit dem Wasser des Lebens, (Stirn besprenkeln)

gestärkt mit Äpfeln aus deinem Füllhorn, (dem Pferd 1 Apfel anbieten zum fressen)

geschmückt mit Rosenblättern, (eine Handvoll Rosenblätter über den Kopf oder Rücken streuen)

dir zu Ehren.

Statement of Purpose:

Since ages we humans have been relying on the strength and speed of others. Especially without the horse we wouldn‘t be able to do what we can do today. And even if horses aren‘t as important for our economy as they used to be, they are still our valued companions.

So we call to Epona, patroness of horses, today, and ask her for her blessings.

Inviting Epona:

Traces of hooves in the soft sand, sometimes horse, sometimes rider, Epona

Traces of hooves that I follow, sometimes mother, sometimes fighter, Epona

Traces of hooves in our lives you have left behind, Epona

Large parts of Europe once followed your call,

from the British Isles to the farthest regions of the Roman Empire.

And like in old times we now follow

and honour your, patroness of the horses!

Offerings:

– fold a little horse and paint it carefully, then offer it to the fire

(How to make an origami horse:

https://www.youtube.com/watch?v=DHee_GO87lU )

– If you actually own a stable, barn etc. you could set up a shrine for Epona there or make a garland from evergreens and roses (in winter paper roses will do) for the door.

Core workings:

Epona, divine mare,

patroness of horses,

we ask for your blessings:

For health,

for strength,

for fertility.

Let this animal not be paralyzed,

No colics,

mallenders, laminitis nor other illness shall affect it.

Let it be strong,

fast as he wind

and smooth in motion.

Gift it with foals in good health to continue the line

and owners who are aware of their resonsibilities.

Epona, divine mare,

under your protection we put this horse,

blessed with the waters of life (sprinkle the head)

strenghtened with apples from your cornucopia (present the horse an apple to eat)

decorated with leaves of roses in your honour. (scatter a handful of petals over the horse‘s back)

ANMERKUNG: Dieses Ritualelement lässt sich sicherlich auch auf modernere Verkehrsmittel übertragen. In dem Fall müsstest du den Text etwas abändern. Sei kreativ!

Bardic Challenge Januar 2020: Eine Wetter-Meditation

28. Januar 2020

Setz oder leg dich hin, so, wie es für dich bequem ist. Vielleicht magst du dich zudecken und ein Kissen unter Kopf oder Knie legen.

Atme ein paar Mal ein und aus und fühle, wie du mit jedem Atemzug etwas Anspannung loslässt.

Dann schließe deine Augen. Atme ruhig weiter… Deine Arme werden schwer… Deine Beine werden schwer… Dein Atem geht ganz tief und ruhig…. Deine Wirbelsäule schmiegt sich an den Untergrund… Dein Kopf wird immer schwerer…. In Gedanken entfernst du dich mit jedem Atemzug ein Stückchen aus deiner Umgebung….

Stell dir vor, du sitzt an einer geschützten Stelle in den Dünen. Es ist Ebbe, und das Meer hat sich weit zurückgezogen, aber du hört das Kommen und Gehen der Wellen, ein konstantes Rauschen, wie ein langsamer Puls. Der Sand unter dir ist lauwarm und weich, um dich herum raschelt leise das Dünengras. Du fühlst dich wohl und sicher hier in deinem Nest.

Ein leichter, lauwarmer Wind weht. Er bringt den Geruch von Frühling mit sich, taunasses Gras und ein Hauch von Blütenduft. Möwen kreischen hoch am Himmel. Die Sonne scheint mild und wärmt deine Haut. Ihre Strahlen kitzeln dich ein wenig in der Nase. Über dir ziehen weiße Wölkchen ihre Bahn….

In der Ferne ziehen graue Wolken auf. Der Wind nimmt zu und treibt sie heran. Es beginnt zu regnen, leicht nur. Der Regen ist nicht kalt. Ein Donnern ist zu hören, gefolgt von einem Blitz, der den Himmel teilt. Das Meer ist grau geworden, aber du liegst sicher und geschützt in deinem Dünennest und betrachtest das Schauspiel am Himmel…. Das Gewitter zieht über dich hinweg, der Regen ebbt ab und die Sonne kommt wieder zum Vorschein….

Sie wärmt deine nasse Haut, sie trocknet deine Kleidung und deine Haare. Es wird immer wärmer…. Der Wind hat aufgehört, und deine Umgebung beginnt zu dampfen, als die Feuchtigkeit verdunstet. Das Dünengras raschelt und knistert in der Hitze, und ein Duft von Heu, Algen und Salz liegt in der Luft…. Unten am Strand hat jemand ein Lagerfeuer angezündet. Der Geruch von Rauch treibt zu dir hinüber. Es wird immer heißer. Bald musst du aus der Sonne gehen…

Doch als du schon bereit bist, dein Nest zu verlassen, kühlt es wieder ab und der Wind kehrt zurück. Er vertreibt die Gluthitze. Am Himmel erscheinen bunte Drachen, die Leute am Strand steigen lassen. Sie tanzen im Wind auf und ab, und das Knattern ihrer Bänder tönt bis zu dir…

Die Sonne hat an Kraft verloren, rot goldene Strahlen bringen deine Umgebung zum Leuchten, als sie sich dem Horizont nähert…

Im Osten zieht es sich zu. Eine dunkle Wolkenwand schiebt sich über den Himmel und bringt die letzten Sonnenstrahlen zum Verglühen. Auch die Drachen sind verschwunden… Es wird kühl, und als der Regen einsetzt, ist es kein freundlicher warmer Frühlingsregen, sondern er prasselt auch dich in dicken, kalten, harten Tropfen herab. Die Tropfen hinterlassen kleine Kuhlen im Sand… Du rollst dich zusammen in deinem Dünennest und verschmilzt mit dem Untergrund. Hier bist du sicher und geschützt. Du fühlst dich wohl. Die Tropfen sind wie eine Massage. Der Sand um dich herum saugt den Regen gierig auf, dankbar für die Erfrischung nach der Sommerhitze….

Auch der Wind wird immer stärker. Er entwickelt sich zu einem richtigen Sturm. Der Sturm füllt die Luft mit feinem Sand, aber er pustet dir auch den Kopf frei. Du kuschelst dich in tiefer in dein Dünennest. Hier kann dir das Unwetter nichts anhaben…

Irgendwann hört der Regen auf, aber es bleibt kühl. Dünne Nebelschleier ziehen über dem Meer auf. Deine Umgebung verschwimmt in weichen Grautönen. Geräusche dringen an dein Ohr wie durch Watte. Nichts kann dich belasten…

Der Nebel verzieht sich, aber es wird kälter, und mit der Kälte kommt der Schnee. In weichen Flocken fällt er vom Himmel und bedeckt die Dünen mit einer dünnen Schicht. Wie eine sanfte Decke legt er sich auf dich, hüllt dich ein in einen weißen Kokon. Das Dünengras ist mit Raureif überzogen. Es glitzert im Licht der Morgensonne, die ihre dünnen Strahlen vorsichtig über den Horizont schiebt. Die Luft riecht sauber und kalt. In deinem Dünennest fühlst du dich geschützt und sicher. Die Kälte kann dir nichts anhaben, genauso wenig wie der Erde unter dir.…

Die Sonne steigt höher und bringt das Eis langsam zum Schmelzen. Von dem langen Halm neben dir tropft es plopp, plopp, plopp… Du spürst, wie der Schnee auf dir ebenfalls verschwindet… Die Wärme lockt junge Triebe von Dünengras aus dem Boden. Ihre zarten Spitzen lugen um dich herum hervor. Bald werden sie das vertrocknete Gras vom letzten Jahr ersetzen.

Auch du spürst, wie dein Körper sich unter den wärmenden Sonnenstrahlen regt. Du atmest einmal tief ein und aus und streckst deine Arme und Beine… Du atmest noch einmal tief ein und aus und verabschiedest dich von deinem kuscheligen Platz in den Dünen….. Du atmest ein drittes Mal tief ein und aus und öffnest die Augen… Du bist wieder voll und ganz in der Realität angekommen und fühlst dich frisch und erholt.

Prayer a day 2019: Gebet zu den leiblichen Vorfahren

15. November 2019

Gebet zu den leiblichen Vorfahren

Ein Grab auf dem Friedhof,

eine Urne mit Asche,

das ist es, was von euren Körpern übrig geblieben ist.

Euer Lachen, eure Umarmungen,

eure Geschichten über das, was ihr erlebt habt,

die Zeit, in der ihr gelebt habt,

die Erfahrungen, im Guten wie im Schlechten, die ihr gemacht habt,

die Gegenstände, die ihr benutzt oder sogar selbst hergestellt habt,

das ist es, was von eurem Geist übrig geblieben ist.

Heute grüße ich meine leiblichen Vorfahren,

die, deren Gene ich teile, deren Blut durch meine Adern fließt.

Meine Erinnerungen an euch sind ein Teil von mir.

So teilt ihr euer Wissen mit mir,

helft mir auf meinem Weg voran.

Nehmt im Gegenzug das Wissen, dass ihr nicht in Vergessenheit geratet!

In English:

A prayer to my biological ancestors

A grave on a cemetry,

an urn with ashes,

that is what is left of your bodies.

Your laughter, your hugs,

your stories about what happened to you,

the time you lived in,

the experiences you made, good or bad,

the things you used or even created yourself,

that is what is left of your spirit.

Today I greet my biological ancestors,

you, whose DNA I share, whose blood rushes through my veins.

My memories of you are part of me.

That is how you share your knowledge with me,

help me along on my way.

Take the knowledge that you will not be forgotten in return!

Prayer a day 2019: Fliegenpilz

15. November 2019

Fliegenpilz

Im Wald sehe ich dich, unter lichtem Gehölz,

und es zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht.

Kleiner Freund in Rot mit weißen Tupfen:

Wie gefährlich du auch sein magst,

so bringst du uns doch das Glück ins Haus,

wenn das neue Jahr beginnt.

Und ich denke: Alles hat zwei Seiten.

Fly agaric

I see you in the forest, on a spot of shrubbery,

and it puts a smile on my face.

Little red friend with white spots:

Dangerous you may be,

but still you bring the luck to our houses

when the new year begins.

And I think: Everything has two sides.