Category: Imbolc

Imbolc-Video des ADF 

28. März 2017

Hier mal ein Video-Tipp für euch. Einige amerikanische Mitglieder des ADF-Clergy Council haben gemeinsam ein Video erstellt, bei dem jeder einen anderen Schritt der Ritualgrundstruktur auf seine Weise präsentiert. Sehr interessant, allein schon wegen der Vielfalt.

https://youtu.be/OJZYhtXfGxs

Playlist: Imbolc 

26. Februar 2017

Brighid of the Mantles – Ian Corrigan

gleiche Melodie, anderer Text:

Brighid upon the Highland – Craig Olson

Into the Green – Spiral Dance, eventuell auch für Ostara

Brigid’s Fire – Hopkins Orchestra, instrumental

Gabhaim Molta Bride

Brighid – Damh the Bard

Welcome Bridhe

Imbolc – Lisa Thiel

Imbolc – Cernunnos Rising

The Quickening – Spiral Dance, mein Favorit 🙂

Brighid’s Flame – Kellianna

Siul linn a Brighid – Diane Emerald Bard

The hymn to Bridget – nach Isaac Bonewits

Lupercalia – Faun, wenn man eher der römischen Herdkultur zugeneigt ist, Lupercalia wird Mitte Februar gefeiert

Das neue Licht – Amei Helm und Monika Wunram

Summer Stars – Thorn C. Coyle und Sharon Knight

weitere Lieder:

http://www.sternenkreis.de/index.php/lieder-a-chants/imbolclieder

IMBOLC-Soloritual 2017

29. Januar 2017

Einleitung

Lied: Kommt zum Hain

Reinigung

(nach Ceisiwr Serith/Ü: Birgit R)

Möge ich rein sein, damit ich die Grenzen überschreiten kann. (Stirn mit Wasser benetzen)

Möge ich die Grenzen überschreiten, um dem Heiligen zu begegnen. (Lippen mit Wasser benetzen)

Möge ich dem Heiligen begegnen, um in allen Dingen gesegnet zu sein. (Herz mit Weihwasser benetzen)

(nach Ian Corrigan/Ü: Ishtar vom Sternenkreis)

Durch die Kraft des Wassers und den Rauch des Feuers:

Dieser Schrein ist hehr und heilig!

(Schrein in alle vier Richtungen mit Wasser und Rauch reinigen)

Mutter Erde begrüßen

Schneeglöckchen kündigen das neue Leben an, Hamamelis und Krokusse:

Der erste Blumenschmuck, ein Farbklecks nach den tristen dunklen Tagen.

Noch hat die Kälte dich fest im Griff,

aber schon werden die Tage länger

und die Sonnenstrahlen kitzeln dein Antlitz

und locken dich aus dem Winterschlaf.

Vor dir sind wir versammelt,

verstreut über den ganzen Planeten,

doch miteinander durch dich verbunden,

und weben dein Netz.

Du bist der Grund, über den wir schreiten,

achtsam und leichten Schrittes,

das Sicherheitsnetz, das uns hält,

im Ritual, wie auch im ganzen Leben.

Amen!

Begründung

Ich stehe hier, in meinem Hain, umgeben von den ersten Zeichen neuen Lebens.

Der Frost ist gewichen, die Temperaturen steigen langsam,

die Sonne steht Tag für Tag länger am Himmel.

Hier stehe ich, in meinem Hain,

und feiere die Rückkehr des Lebens, das Erwachen der Natur.

Ich feiere mit den Kindred, ich feiere mit Brighid, meiner Namenspatronin, der dieses Fest gewidmet ist.

Kosmos (wieder)erschaffen

Zu Beginn war das Urmeer, voller Chaos, voller Potential. Nichts war, und darum war alles möglich. Und in diesem Chaos verbanden sich einzelne Elemente und es wurden Feuer und Eis. Und aus Feuer und Eis wurde das Land und über dem Land wölbte sich der Himmel, und auf dem Land wuchs der Weltenbaum, und verband Himmel und Erde miteinander. So wie damals geschieht es auch heute:

Das Wasser umgibt mich,

Wasser der Flüsse, Seen und Meere, Regen vom Himmel und Grundwasser in den Tiefen der Unterwelt,

Quelle von Kreativität und Potential, fließe in mir! (Opfergabe)

Das Land erstreckt sich zu meinen Füßen,

Bietet Halt und Schutz

für die Wurzeln des Weltenbaums, der in dieser Welt wächst,

und alle Reiche miteinander verbindet.

Heiliger Baum, wachse in mir! (Opfergabe)

Der Himmel wölbt sich über mir,

und sein Feuer leuchtet mir zu: Sonne, Mond und Sterne strahlen über mir

Funke der Inspiration, springe auf mich über! (Opfergabe)

(beides Ceisiwr Serith/ Ü: Birgit R)

Oben und unten, und ich dazwischen.

Um mich und in mir, und ich mittendrin.

Davor und danach, und ich jetzt.

Ich öffne meine Augen und schaue mich um

und sehe das Heilige mitten unter uns

und sehe mich in der Mitte des Heiligen.

Hüter der Tore rufen und Tore öffnen

Nehalennia, meine Patronin.

Nehalennia, die über das Schiff wacht.

Nehalennia, die über mich auf meinen Wegen wacht:

Ich grüße dich und bitte dich:

Sei auch heute an meiner Seite, wenn ich die Tore öffne

und wache über mich, wenn ich mich mit den Kindred treffe.

(Opfergabe an Nehalennia)

Nimm die Muschel und verwandle sie. Lass sie zur heiligen Quelle werden, Tor zur Unterwelt, Tor zu den Vorfahren!

Nimm das Feuer und verwandle es. Lass es zum heiligen Feuer werden, Tor zum Himmel, Tor zu den Göttern!

Nimm den Baum und verwandle ihn. Lass ihn zum Weltenbaum werden, Tor in Mittelerde, Tor zu den Naturgeistern!

Durch und mit deiner Kraft und Magie: Mögen die Tore sich öffnen! (Spirale in die Luft zeichnen, mit beiden Händen die Torflügel aufziehen)

Kindred anrufen

Lied: Sehet mich

Vor der Quelle stehe ich, im Zentrum der Welt, und rufe meine Vorfahren.

Ihr, die hier vor mir lebtet,

ihr, deren Blut durch meine Adern fließt,

ihr, die meine Vorbilder seid:

Ich grüße euch herzlich und lade euch ein:

Kommt zu mir an mein Feuer und feiert gemeinsam mit mir!

Teilt euer Wissen mit mir und nehmt ihm Gegenzug meine Geschenke an!

(Opfergabe)

Vor dem Weltenbaum stehe ich, im Zentrum der Welt, und rufe die Naturgeister.

Geister des Landes, Geister der Elemente,

Geister der Tiere und Pflanzen, Geister des Hauses:

Ich grüße euch herzlich und lade euch ein:

Kommt zu mir an mein Feuer und feiert gemeinsam mit mir!

Teilt euer Wissen mit mir und nehmt ihm Gegenzug meine Geschenke an!

(Opfergabe)

Vor dem Feuer stehe ich, im Zentrum der Welt, und rufe die göttlichen Kräfte.

Ihr, die Ordnung in das Chaos bringt,

ihr, deren Licht uns scheint:

Ich grüße euch herzlich und lade euch ein:

Kommt zu mir an mein Feuer und feiert gemeinsam mit mir!

Teilt euer Wissen mit mir und nehmt ihm Gegenzug meine Geschenke an!

(Opfergabe)

Hauptopfer/Göttin des Anlasses

(inspiriert von Clann Bridhe, Book of Hours, Prayer Beads)

Brighid, Göttin der Inspiration, du segnet mein Herz mit deiner Gabe und lässt mich die Poesie in allen Dingen sehen.

Brighid, Göttin der Heilung, du segnest mein Herz mit deiner Gabe und lässt mich deine Heilungsgabe an alle Welt weitergeben.

Brighid, Göttin der Schmiedekunst, du schmiedest mein Herz auf deinem Amboss und lässt mich an deiner Schöpferkraft teilhaben.

Brighid, Göttin der Gerechtigkeit, du erfüllst mein Herz mit deiner Gabe und verleihst mir die Stärke, allen Dingen gerecht zu werden.

Brighid, Göttin des Feuers, du erfüllst mich mit deinen Flammen und schenkst mir die Leidenschaft, bei allem, was ich tue wie du zu entflammen.

Brighid, Göttin der Quelle, du kühlst meinen Geist mit deinem Wasser, du gibt mir die Kraft in mir selbst zu ruhen, bei allem was ich tue.

Brighid, du Feuer im Wasser, spiegle dich in mir, wie du dich im Wasser deiner Quelle spiegelst,

Brighid, du Erhabene, du Namensgeberin, wirke in mir, so wie das Feuer deine Wasser durchwirkt .

(Opfergabe: selbstgemachte Butter)

Lied: Brighid upon the Highlands (von Craig Olsen)

Omen

Ich habe euch meine Geschenke überbracht. Nun schweige ich und überlasse euch das Wort. Ich öffne meinen Körper, meinen Geist und meine Seele für euch und eure Botschaft. Was habt ihr mir zu sagen?

(Omen ziehen: 3 Runen, anschließend um den Kelch auslegen)

Bitte um Segen

Ich bitte euch nun um euren Segen.

In meinen Händen halte ich einen Kelch.

Macht ihn zum Zentrum eurer Aufmerksamkeit und segnet seinen Inhalt.

Ich fülle ihn mit Milch.

Füllt ihr ihn aus der Quelle der Weisheit, aus dem Horn der Fülle, aus dem Kessel der Inspiration!

Füllt ihn mit eurem Segen, damit die, die davon trinken, gesegnet sind mit euren Gaben!

Heiligung des Segens

3x AWEN singen, dabei den Kelch von oben nach unten absenken, den Segen visualisieren

Annahme des Segens

Lied: Der Segen der Kindred wirke in mir

Kernarbeit: Jahreskerze segnen

Jahreskerze spirituell reinigen:

Durch die Kraft des Wassers und den Rauch des Feuers

sei gereinigt von allem, was dich bindet,

sei gereinigt von allem, was dir schadet,

sei gereinigt von allem, was dich hindert.

Brighid, Erhabene,

segne diese Kerze mit Wohlstand und Wachstum,

segne alle, denen diese Kerze leuchtet, mit Wohlstand und Wachstum!

(Kerze mit einem Tropfen aus dem Kelch besprenkeln)

Brighid, Erhabene,

segne diese Kerze mit Gesundheit und Lebenskraft,

segne alle, denen diese Kerze leuchtet, mit Gesundheit Lebenskraft!

(Kerze mit einem Tropfen aus dem Kelch besprenkeln)

Brighid, Erhabene,

segne diese Kerze mit Schönheit und Inspiration,

segne alle, denen diese Kerze leuchtet, mit Schönheit und Inspiration!

(Kerze mit einem Tropfen aus dem Kelch besprenkeln)

Brighid, Erhabene,

segne diese Kerze mit Weisheit und Erleuchtung,

segne alle, denen diese Kerze leuchtet, mit Weisheit und Erleuchtung!

(Kerze mit einem Tropfen aus dem Kelch besprenkeln)

Brighid, Erhabene,

segne diese Kerze mit Stärke und Mut,

segne alle, denen diese Kerze leuchtet, mit Stärke und Mut!

(Kerze mit einem Tropfen aus dem Kelch besprenkeln)

Soweit diese Flamme leuchtet, wessen Wege sie bescheint:

Dein Segen, Brighid, sei bei ihnen, sei um sie, sei in ihnen!

Amen!

Dankgebet

Ich danke euch allen, die ihr heute hier versammelt seid:

Danke an Brighid!

Danke an alle Götter, die Naturgeister und meine Vorfahren!

Danke an Nehalennia, die Hüterin der Tore!

Verabschiedung der Beteiligten

Meine Liebe geht mit euch, so wie euer Segen mit mir geht.

Für jetzt sage ich euch Lebewohl,

und freue mich auf eine baldiges Wiedersehen mit euch.

Tore schließen

Nehalennia, ich bitte dich nun noch einmal um deine Unterstützung, wenn ich die Tore schließe:

Nimm das Feuer und lass es zur einfachen Flamme werden!

Nimm die Quelle und lass sie zur einfachen Muschel werden!

Nimm den Weltenbaum und lass ihn zum einfachen Baum werden!

Lass alles sein, wie’s vorher war, bis uf die Magie, die hier geschah!

Durch deine und mit deiner Kaft und Magie:

Mögen die Tore sich schließen!

(Spirale in die Luft zeichnen, mit beiden Händen Torflügel schließen)

Mutter Erde danken

Mutter Erde,

ich danke auch dir für deine Unterstützung.

Deine ersten zarten Blüten werden mich durch die kommenden Wochen begleiten.

Ich gebe dir zurück, was ich nicht gebraucht habe.

Nimm es als Stärkung, wenn du aus deinem Winterschlaf erwachst.

Nimm es als Zeichen meiner Liebe und Dankbarkeit.

(Reste aus dem Kelch ausschütten)

Abschlussgebet

Ich habe meinen Bund mit den Kindred bestätigt und gefestigt.

Ich habe Brighid, meine Namenspatronin geehrt und ihr Feuer und ihr Wasser in mich gerufen.

Ich habe den Segen der Kindred in die Kerze gerufen, die uns in diesem Jahr begleiten soll.

Das heilige Feuer ist erloschen, doch in mir brennt es weiter.

Die heilige Quelle ist versiegt, doch in mir fließt sie ewig.

Der Weltenbaum schwankt, doch ich stehe stark und fest auf dieser Erde.

Dieses Ritual ist beendet.

Amen!

Die Mutter Erde anrufen – warum und wie?

28. April 2016

Nemeton 2016 - Mutter ErdeMutter Erde – das klingt freundlich, etwas kindlich naiv vielleicht. Man hat sofort ein kuscheliges Gefühl der Geborgenheit. Hier wird bedingungslos Liebe geschenkt, sie ist immer da für den, der sie ruft. Sie ist einfach da, so lange es irgendwie geht.

Erdmutter – das klingt schon ernsthafter, erinnert an die Venus von Willendorf, die dicken kleinen Statuen aus früheren Zeiten, mit ein bisschen Distanz darin.

Mutter des Landes – nein, damit ist nicht Frau Merkel gemeint. 🙂 Das Land hatte früher seine eigenen Gottheiten, je nachdem wo man sich gerade befand. Göttinnen mit eigenen Namen, eigenen leicht variierenden Eigenschaften und Ausprägungen, eigenständig handelnd. Häufig waren sie verbunden mit den großen Flüssen, die die Region durchzogen. Bei diesen Göttinnen wurde nicht selbstverständlich davon ausgegangen, dass sie einem bedingungslos zur Verfügung standen, sondern man behandelte sie als Wesen, die sich durchaus auch zur Wehr setzen konnten und würden, wenn man sie nicht respektvoll behandelte.

Mutter Erde – ich bleibe mal bei diesem Titel, weil er mir am meisten zusagt – ist aber noch mehr als das. Die Wikinger hatten das Konzept von einem Schicksalsnetz: Alles ist miteinander verwoben, und wenn ich an einem Faden ziehe, indem ich eine bestimmte Handlung ausführe, dann hat das auch Auswirkungen auf andere Teile des Netzes bzw. sogar auf das ganze Netz. Insofern bekommt der Grundsatz: ‚Tu, was du willst, solange du keinem Schaden zufügst‘ noch mal eine besondere Bedeutung. Ich verstehe mich als Teil eines größeren Ganzen, und was ich tue, beeinflusst die Entwicklung des Ganzen. Die Erde als Planet, auf dem wir leben, ist (derzeit noch) einzigartig in ihrer Bedeutung für das Überleben der menschlichen Spezies, da uns ja die Möglichkeiten fehlen, mal eben das Sonnensystem zu wechseln und uns auf einem anderen Planeten niederzulassen. Es empfiehlt sich daher ganz dringend für uns, mit diesem einen Planeten, den wir haben, schonend umzugehen und die Beschränkungen in Bezug auf die Ressourcen, die vorhanden sind, zu respektieren. Passiert häufig leider nicht so wirklich, wenn der Geschäftssinn das Verantwortungsgefühl überwiegt.

Ich halte die Erde allerdings nicht für ein rachsüchtiges Wesen: Wo man früher vielleicht von göttlicher Strafe gesprochen hat, sehe ich eher eine Konsequenz aus ablaufenden Prozessen, die nicht unbedingt denjenigen treffen, der ‚am falschen Faden gezogen hat‘. Wenn ich immer mehr Wasser in ein Litermaß gebe, dann wird es irgendwann überlaufen. Vielleicht werde ich selbst dabei nass, vielleicht aber auch die wichtigen Unterlagen, die jemand dort abgelegt hat, wo ich mein Litermaß hingestellt habe.

Eines Tages sind die Kompensationsmechanismen nicht mehr ausreichend, dann geschieht eine Katastrophe: Die Häuser, die im Boden verschwinden, weil die Bergwerke zu intensiv gegraben haben, die Lawine, die die Schifahrer verschluckt, weil die Hänge zu kahl sind, die überfluteten Felder und Stadtteile, weil der Fluss begradigt wurde und die Deiche nicht mehr halten…

Welches Fazit ziehen wir nun daraus?

Im Ritual

  • machen wir uns bewusst, dass wir durch die Erde miteinander verbunden sind
  • erinnern wir uns ihrer Funktion als unsere Ernährerin, als der Lebensraum, in dem unser Leben überhaupt erst möglich ist
  • zeigen wir der Erde, dass wir dies zu schätzen wissen und drücken ihr unseren Dank und Respekt dafür aus
  • wollen wir der Erde etwas für ihre Leistung, bewusst oder unbewusst) zurückgeben

Darum bitten wir sie am Anfang des Rituals darum, dass sie uns Halt gibt und uns im Hier und Jetzt verankert, und danken ihr am Ende für ihre Unterstützung.

Anm.: Ich spreche normalerweise danach noch ein paar spontane persönliche Worte und mache ein Geschenk aus Körnern, Samen oder einem Lied.

 

Gebete, um die Mutter Erde zu rufen

an Beltane:

Mutter Erde,

du lässt dich von warmen Sonnenstrahlen einhüllen,

du badest in den Regenschauern, die über das Land fegen,

bis dein Leib schwer ist von Feuchtigkeit

und so Nahrung und Halt bietet

für die Samen und Keimlinge,

die in dieser Zeit so unbändig ans Licht drängen.

Ich bitte dich:

Halte mich in diesem Ritual,

wie du auch den Pflanzen Halt gibst.

Lass mir bewusst sein,

dass ich in dir wurzle wie sie und durch dich mit allem verbunden bin,

was lebt.

Amen!

 

an Litha/Mittsommer:

Auf dem Feld vor meinem Haus wiegen sich die Ähren im leichten Wind,

so, als ob du dein goldbraunes Haar für mich schüttelst.

In dieser Zeit, wo die Kraft der Sonne am stärksten ist, bietest du uns Halt,

Mutter Erde,

einen Moment des Atemholens zwischen Säen und Ernten.

Schenke mir auch in diesem Ritual die Gewissheit,

festen Boden unter den Füßen zu haben,

so wie du es immer tust.

Amen!

 

an Lughnasadh/Lammas:

Braun der Boden, Mutter Erde,

krümelig in der Sommerhitze.

Blau der Himmel, Mutter Erde,

wolkenlos und unendlich.

Grün die Wiesen, Mutter Erde,

wogendes Gras in vollem Saft.

Ich bei dir, Mutter Erde,

geborgen in deiner Hand,

wenn ich über das Land schreite,

wenn ich zwischen den Welten wandle,

als Teil deines allumspannenden Netzes.

Amen!

 

zu Mabon/Herbst-Tagundnachtgleiche:

Ein Korb mit Äpfeln steht zu meinen Füßen,

rund und duftend, und dein Bild steigt vor mir auf:

Wie sonst selten wird uns in dieser Zeit der Ernte bewusst,

wie du uns täglich hältst und ernährst,

wie du alles Leben auf diesem Planeten hältst und ernährst.

Mutter Erde, ich bitte dich:

Halte mich auch in diesem Ritual

und lass mich sicher in dir ruhen,

so wie du es immer tust.

Amen!

 

zu Samhain:

Kühl streicht der Wind über meine Haut,

kühl streicht er über deine Haut, Mutter Erde.

Nebelschwaden hüllen dich ein

und verbergen dich oft vor meinem Blick.

Tautropfen glitzern auf den Spinnwebfäden,

die sich zwischen den Gräsern spannen,

die sich zwischen den Ästen spannen,

die sich zwischen mir und der Welt spannen:

Zeichen für das große Netz des Lebens,

in dem wir alle miteinander durch dich verbunden sind,

durch den Raum und durch die Zeit.

Nicht gefangen, nicht hilflos,

sondern als denkende, fühlende Wesen mit Verantwortung füreinander.

Halte uns, Mutter Erde,

sei unser Anker im Hier und Jetzt,

wenn sich die Schleier zwischen den Welten öffnen

und Zeit und Raum keine Rolle mehr spielen.

Amen!

 

zu Jul/Mittwinter:

Tief hast du dich in dich selbst zurückgezogen,

Mutter Erde,

und doch hast du wie jede gute Mutter immer ein Auge auf deine Kinder:

Auch in der längsten Nacht des Jahres, wenn alles still und starr zu sein scheint,

können wir darauf bauen, dass du für uns da bist

und uns hältst, so wie immer.

Mag auch Schnee dich mit einer Decke überziehen,

mag unwirtliches Wetter uns in die Häuser treiben:

Wir wissen: Du bist da draußen,

immer da,

und sammelst frische Kräfte,

um nach der langen Dunkelheit neues Leben hervorzubringen.

Sei auch in diesem Ritual bei uns und halte uns in deiner Hand.

Amen!

 

zu Imbolc:

Schneeglöckchen kündigen das neue Leben an, Hamamelis und Krokusse:

Der erste Blumenschmuck, ein Farbklecks nach den tristen dunklen Tagen.

Noch hat die Kälte dich fest im Griff,

aber schon werden die Tage länger

und die Sonnenstrahlen kitzeln dein Antlitz

und locken dich aus dem Winterschlaf.

Vor dir sind wir versammelt,

verstreut über den ganzen Planeten,

doch miteinander durch dich verbunden,

und weben dein Netz.

Du bist der Grund, über den wir schreiten,

achtsam und leichten Schrittes,

das Sicherheitsnetz, das uns hält,

im Ritual, wie auch im ganzen Leben.

Amen!

 

zu Ostara/Frühlings-Tagundnachtgleiche:

Wir stehen überwältigt vor deiner Pracht,

die sich gerade Bahn bricht,

Mutter Erde,

die Fülle des neuen Lebens,

die unsere Sinne erfüllt mit

Düften und Farben.

Erde im Wandel,

sich immer wieder verändernd,

immer wieder erneuernd

und doch unser fester Ruhepunkt:

Erde im Gleichgewicht,

uns immer wieder verankernd im Hier und Jetzt,

im Leben und im Ritual.

Amen!

 

 

Brighid, die Heilerin

8. Februar 2015

Eine der Funktionen, die Brighid zugeordnet werden, ist die der Göttin der Medizin und Heilung. Sie kennt sich aus mit Kräutern und ihrer Wirkung, schützt vor Krankeit und hilft, wenn sie doch mal eintritt. Sie ist zuständig für die Kranken, aber auch für die Heiler und Ärzte, Pfleger und Therapeuten. Zwar teilt sie sich diese Aufgabe mit einigen Kollegen, z.B. Grannus, aber das kann sich jeder nach eigenem Willen einteilen.

 

Heute wollen wir selber mal etwas für die Heilung und Pflege herstellen. Hierbei handelt es sich jetzt nicht speziell um Medikamente, sondern eher etwas aus der Wellnessecke, aber der wohltuende Effekt für Körper und Seele durch die pflegenden Fette, die Farben und Düfte ist ja auch nicht verkehrt.

Außerdem fühlt man sich nach einem Bad hiermit so richtig schön sauber.

Sprudelnde Badepralinen

Zutaten:Badepralinen 1 klein

– 50g Speisestärke
– 100g Natron
– 50g Zitronensäure
– 50g Kokosfett (Palmin)
– Parfümöl (z.B. Minzöl, Zitronenöl,…)
– Lebensmittelfarbe (KEINE flüssige, nur Gel oder Pulver)
– Silikonform (z.B. für Pralinen)

 

 

Natron, Zitronensäure und Speisestärke werden in einer Schüssel miteinander gemischt.

Das Kokosfett wird über dem Wasserbad geschmolzen.

Gib ein paar Tropfen Parfümöl (Je 5 Tropfen haben bei mir für diese Menge gereicht.) in das flüssige Kokosfett.

Badepralinen 2 klein

Das Kokosfett wird nun zu den festen Zutaten gegossen, kurz abkühlen lassen und dann gut vermischen. Nach Belieben können fein gehackte, getrocknete Kräuter und Lebensmittelfarbe dazugegeben werden.

Badepralinen 3 klein

Wenn alles gut gemischt ist, musst du die Masse in die Silikonförmchen füllen. Wenn du keine hast oder größere Kugeln machen möchtest, kannst du sie auch einfach von Hand formen.

Jetzt kommen die Pralinen für mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank. Dann kannst du sie verpacken und verschenken oder selbst benutzen.

Badepralinen 4 klein

rot: Rosenöl

grün: Babix/Erkältungsmischung

Wenn du jetzt in die Badewanne gehst, dann gib 1-2 Badepralinen in die volle Wanne und genieß das Sprudeln, den Duft und die Farbe.

Achte unbedingt darauf, dass sie nicht zu früh mit Wasser in Kontakt kommen, denn dann geht der Sprudeleffekt los und die Pralinen lösen sich auf.

Viel Spaß!
Anmerkung:

Ich habe für dieses Rezept verschiedene Versionen aus dem Internet getestet und kombiniert, weil mir entweder eine Zutat fehlte oder die Konsistenz nicht so gefiel. Alternativ kann man statt Kokosfett auch Sheabutter oder 75ml Mandelöl oder Jojobaöl nehmen. Ich weiß aber nicht, ob die Masse dann genauso fest wird. Unsere Pralinen lagern in Alufolie gewickelt im Kühlschrank. Wenn die Masse aus irgendeinem Grund krümelig werden sollte, kann ich sie noch einmal leicht erwärmen und neu formen.

Brighids Kreuz/Brighid’s cross

1. Februar 2015

Das Kreuz mit seinen 4 gleich langen Armen, die ineinander
verwoben sind, ist das typische Zeichen für Brighid. Du kannst es
gut selbst aus Stroh basteln. Solche Kreuze werden oft über der
Tür oder dem Herd aufgehängt.

Es gibt auch eine dreiarmige Version, die Triskele.
Sie steht einerseits für die drei Elemente der Kelten (Erde,
Himmel und Meer), aber auch für Brighids Dreifaltigkeit:
Die Heilerin, die Schmiedin und die Dichterin!

Ursprünglich ist es vermutlich aus dem Sonnensymbol entstanden.

Viele Leute basteln diese Kreuze aus Stroh und hängen sie in die
Küche oder an den Hauseingang. Wenn du das auch tun möchtest, kannst du dazu folgenden Spruch benutzen:

“Brighid, segne dieses Haus,
und alle die da gehen ein und aus,
bewahr‘ uns vor Kummer, Krankheit und Schmerz
und bringe Licht in unser Herz!
Dein Kreuz hängt an unserer Tür:
So danken wir und ehren dich dafür!”

Tolle deutschsprachige Beschreibungen, wie man ein solches Kreuz bastelt,  mit vielen Fotos, findest du auf www.sternenkreis.de und www.hexenwissen.at

Für jüngere Kinder eignet sich besser eine Bildvorlage zum Ausmalen.

 

 

 

Brighids Feuer

1. Februar 2015

Eine Mini-Meditation

für ältere Kinder

Macht es dunkel im Zimmer, und stellt eine brennende Kerze in eure Mitte. Macht es euch bequem und betrachtet sie eine Weile. Seht sie euch ganz genau an. Dann schließt die Augen…

Seht ihr die Kerzenflamme noch vor euch?

Ihr Licht reicht weit in der Dunkelheit. Obwohl die Flamme so klein ist, beleuchtet sie das ganze Zimmer. Ihr Licht umarmt euch und hüllt euch ein. Es deckt euch zu wie eine warme, weiche Decke.

Jeder im Zimmer wird von ihm umhüllt, ohne Ausnahme, und alle gleichermaßen.

Es ist für alle da, so wie Brighids Licht: Ihr Herdfeuer brennt für alle, die zu ihm kommen. An ihrem Feuer findet ihr andere Menschen, eine Gemeinschaft, die euch willkommen heißt. Brighids Licht sagt euch: Ihr seid nicht allein. Und wenn diese kleine Kerzenflamme schon so viel Licht verbreiten kann, wie weit muss dann erst das große Feuer in Brighids Herd leuchten?

Seht ihr die Kerzenflamme noch vor euch?

Ihr warmes Licht dringt vor bis in euer Inneres. Sie beleuchtet euch nicht nur von außen. Die Flamme sprüht kleine Funken, die sich in euch ausbreiten: Sie machen es sich in eurem Bauch gemütlich und verbreiten von dort aus Wärme und Licht. Der Funke entzündet ein kleines Feuer in euren Köpfen, er malt schöne Bilder und erfüllt euch mit neuen Ideen und Plänen.

Das ist Brighids Feuer. Es schenkt euch die richtigen Worte und Taten, um die Augen anderer zum Leuchten zu bringen.

Seht ihr die Kerzenflamme noch vor euch? Licht und Wärme, von innen und von außen: Sie verbinden euch miteinander und mit der ganzen Welt. Wenn ihr gleich die Augen öffnet, dann denkt daran, dass diese Flamme immer noch in euch brennt, selbst wenn die Kerze schon längst erloschen ist. Ihr nehmt dieses Licht mit euch.

An Imbolc weckt Brighid die schlafende Erde auf

1. Februar 2015

…und wir helfen ihr dabei!

Dieser Stab ist nicht direkt traditionell, aber trotzdem eine schöne Idee: Brighid wandert draußen über das Land: Wo sie mit ihrem Stab die Erde berührt, kann in ein paar Wochen, wenn der Schnee geschmolzen ist, neues Leben entstehen.

Der Schneeflocken-Zauberstab

(Modifiziert nach einer Bastelidee auf Pinterest)

Du brauchst folgende Sachen:

1 Stock oder Ast

2 Stücke Filz in braun oder hellgrün, 2 Stücke Filz in weiß

1 Schere

etwas Watte

Heißkleber und eine Heißklebepistole

evt. Nähzeug, Bänder in passenden Farben

Aus zwei verschiedenen Filzsorten (z.B. innen hellbraun oder hellgrün, außen weiß) je zwei gleiche Schneeflocken ausschneiden, eine kleinere und eine große, gemusterte. Der innere Teil steht für das Leben, das unter dem Schnee schlummert und aufgeweckt werden soll.

Schneeflockenstab 1

Die kleineren Teile zusammennähen oder kleben und mit etwas Watte füllen. An einer Ecke eine Lücke lassen: Dort wird der Stab eingesteckt. Die große Flocke wird beidseitig um die gefüllte kleinere geklebt. Nun den Stab einstecken und am besten ebenfalls festkleben. Jetzt kannst du ihn entweder mit einigen Bändern umwickeln oder die Bänder unterhalb der Schneeflocke in einer Schleife festbinden.

Schneeflockenstab 2

Mit dem Stock klopft man draußen auf die Büsche und den Boden, um den Frühling zu rufen.

Dazu kann man dann rufen:

Pflanzen in der Erde, wacht jetzt auf! Steckt die Köpfchen aus dem Boden raus!

Pflanzen, hört auf diesen magischen Klang: Im Frühling werden die Tage wieder lang!

Schneeflockenstab 3

Imbolc, das Kerzenfest

1. Februar 2015

Im Englischen heißt Imbolc auch ‚Candlemas‘, das Kerzenfest. An Imbolc geht es viel um das Feuer, aber es ist nicht das gefährliche, zerstörerische Feuer, sondern eher die kleine Flamme und das kontrollierte Feuer.

Was könnte denn heute dazu gehören, wenn du an deinen Alltag denkst?

(Stichworte: Strom, Herd, Backofen, Heizung, Kerzen, im Metallhandwerk: Schweißen/Schmiede/Metallgießerei …)

Viele Leute gießen in der Zeit von Imbolc selber Kerzen oder beschaffen sich anderweitig ihren Kerzenvorrat für das kommende Jahr. Kerzen kann man auf ganz unterschiedliche Weise herstellen: Durch Kerzenziehen (indem man einen Docht immer wieder in flüssiges Wachs taucht und die Schichten schmelzen lässt), indem man Bienenwachsplatten um einen Docht rollt, oder indem man flüssiges Wachs in vorbereitete Formen gießt und einen Docht hineinhängt. Auch hier gibt es wieder verschiedene Möglichkeiten, z.B. mit Eis oder mit Sand, welche mit bleibender Form (in Nussschalen, Orangenschalen oder Gläsern) oder solche, die aus der Form gelöst werden. Fertige Kerzen kann man mit Wachs zusätzlich verzieren. Dafür gibt es dünne, bunte Wachsplatten und Streifen oder Stifte mit flüssigem Wachs. Du kannst deiner Fantasie freien Lauf lassen.

Ich gestalte jedes Jahr für meine Familie eine neue Familienkerze. Dafür nehme ich eine ziemlich große, dicke, Kerze als Grundlage und verziere sie dann mit Schutzsymbolen und anderen Mustern. Diese Kerze zünden wir dann an, wenn draußen ein Unwetter herrscht, oder jemand krank ist, oder wir eine Familienfeier haben…..

ERDKERZE

Hier möchte ich dir eine Art Kerzen herzustellen zeigen, die mit Erde funktioniert. Du brauchst dafür Wachsreste, einen Docht, einen langen Stift oder Kochlöffel und eine Schale mit Erde. Diese Erde sollte relativ sauber sein und etwas feucht (kein Matsch, natürlich), so dass sie pappt. Perfekt eignet sich dafür der feine Sand, den man am Strand an der Küstenlinie findet. Wenn man aber, so wie wir, nicht am Meer wohnt, muss es halt anderer Sand sein.

In die feuchte Erde drückst du eine gewünschte Form, entweder mit der Hand oder mit einem Joghurtbecher oder einem hübsch geformten Glas. Entferne die Form, nimm einen Docht, hänge ihn in deine Mulde und binde das obere Ende an einem Stift fest, den du quer über die Schale legst. Dadurch bleibt der Docht in der Mitte und geht nicht auf Wanderschaft.

Nun schmilzt du die Wachsreste im Wasserbad (da hilft am besten ein Erwachsener oder hat ein Auge darauf). Das flüssige Wachs kannst du noch mit Duftöl versetzen, wenn du magst. Jetzt schüttest du das Wachs vorsichtig (damit die Form nicht kaputt geht) in die Mulde und wartest. Das Wachs wird sich setzen und rund um den Docht stark absinken. Wenn es fester geworden ist, fülle das Loch einfach mit weiterem flüssigem Wachs auf.

Die getrocknete Kerze kannst du nun aus der Erde heben, die Erdreste abklopfen und die Kerze dann anzünden. Es sieht aber auch cool aus, wenn du die Kerze direkt draußen vor Ort in die Erde gießt statt drinnen in einer Schale. Diese Kerzen kannst du dann, wenn drumherum der Boden frei ist und der Wind nicht zu stark, direkt in der Erde anzünden.

Symbolik

Mitten in der kalten, schlafenden Erde glüht ein Funke auf: Das Feuer der Kerze wärmt die Erde vorsichtig, ohne sie zu verletzen wie es etwa ein Waldbrand tun würde. Neues Leben kann erwachen.

 

Imbolc-Kerzen klein

unten links Erdkerze, dahinter Familienkerze, rechts Eiskerzen

Die Eiskerze

Nimm einen Tetrapack mit quadratischem Grundriss (Milch, z.B.) und fülle ihn mit Crushed Ice. Du kannst auch größere Eiswürfel nehmen, dann werden auch die Löcher in der Kerze größer. Nun nimm eine Stabkerze, schneide sie unten ab, so dass sie etwas höher ist als der Eispegel in deinem Tetrapack und stell sie in mitten in das Eis. Das ist nötig, damit rund um den Docht auch bestimmt eine Wachsschicht ist.

Jetzt schmilzt du deine Wachsreste über einem Wasserbad und gießt das flüssige Wachs in den Tetrapack. Lass die Kerze einen Tag stehen, dann kannst du das geschmolzene Eis abgießen und eine ziemlich löcherig aussehende Kerze bewundern. Wie immer gilt: Du kannst das flüssige Wachs mit Duftölen oder Farbpigmenten verfeinern. Durch das Eis bekommt jede Kerze ihre ganz eigene Form.

Symbolik

Aus Feuer und Eis ist in der nordischen Mythologie die Welt erschaffen worden. Das Feuer der Kerze bzw. das heiße Wachs bringt das Eis zum Schmelzen.