Category: Samhain/Halloween

Lied: Ahnenlied – Ancestors Song von Ceisiwr Serith

1. November 2017

 

Das Original stammt von Ceisiwr Serith, über dessen Namen ihr hier ja öfter stolpert. Die deutsche Version, die ihr hier hören könnt, stammt von mir. Die Summstimmen, die unter der Melodie liegen, sind so gewählt, dass eigentlich jeder mitmachen kann, auch wenn man den Text nicht kennt oder glaubt, nicht singen zu können. Ein kleiner Samhaingruß!

Soloritual Samhain 2017

29. Oktober 2017

Samhain 2017

Anmerkung: Die grobe Idee zu der Kernarbeit mit dem Weben kam vom Samhainritual 2012 des Sassafras Grove, ADF. Ich habe die Idee aufgegriffen und daraus ein Soloritual mit gallischem Hintergrund gemacht statt eines nordischen Gruppenrituals. Es lässt sich jedoch auch problemlos mit Kleingruppen abhalten. Die Texte, soweit nicht anders vermerkt, stammen aus meiner Feder. Texte, die ich sehr häufig in meinen Ritualen verwende, habe ich z.T. nur eingeleitet und dann mit … weitergeführt.

Euch allen ein wunderbares Samhain!

 

Eröffnung/Anlass

Dunkel ist es und kalt und ungemütlich.

In dieser Nacht, der Nacht von Samhain, stehe ich hier draußen zwischen den Jahren.

In dieser Nacht, in der die Schleier zwischen den Welten dünn sind, grüße ich meine Vorfahren.

Ich erinnere mich an die, die von uns gegangen sind und halte die Erinnerung an sie wach.

Ich lasse sie in meinem Herzen wieder lebendig werden.

Lied: Samhain (Lisa Thiel)

 

Reinigung

Möge ich rein sein … ( W. Ashton für SDF)

 

Mutter Erde begrüßen

Kühl streicht der Wind über meine Haut,

kühl streicht er über deine Haut, Mutter Erde.

Nebelschwaden hüllen dich ein

und verbergen dich oft vor meinem Blick.

Tautropfen glitzern auf den Spinnwebfäden,

die sich zwischen den Gräsern spannen,

die sich zwischen den Ästen spannen,

die sich zwischen mir und der Welt spannen:

Zeichen für das große Netz des Lebens,

in dem wir alle miteinander durch dich verbunden sind,

durch den Raum und durch die Zeit.

Nicht gefangen, nicht hilflos,

sondern als denkende, fühlende Wesen mit Verantwortung füreinander.

Halte mich, Mutter Erde,

sei mein Anker im Hier und Jetzt,

wenn sich die Schleier zwischen den Welten öffnen

und Zeit und Raum keine Rolle mehr spielen.

Amen!

 

Den Kosmos (wieder)erschaffen

Zu Beginn war das Urmeer, das große Nichts, voller Chaos, voller Potential.

Alles war möglich, weil nichts war. Und inmitten dieses Chaos verbanden sich einzelne Elemente miteinander und wurden zu Feuer und Eis.

Und aus Feuer und Eis wurde das Land, und über dem Land wölbte sich der Himmel, und auf dem Land wuchs der Weltenbaum, und verband Himmel und Erde miteinander. Und Leben wurde möglich.

Als sich Feuer und Eis verbanden, wurde der Kosmos geschaffen. Wie es damals geschah, so geschieht es auch heute:

Das Wasser umgibt mich,

Wasser der Flüsse, Seen und Meere, Regen vom Himmel und Grundwasser in den Tiefen der Unterwelt,

Quelle von Kreativität und Potential, fließe in mir!

Das Land erstreckt sich zu meinen Füßen,

Bietet Halt und Schutz

für die Wurzeln des Weltenbaums.

Heiliger Baum, wachse in mir!

Der Himmel wölbt sich über mir,und sein Feuer leuchtet mir zu: Sonne, Mond und Sterne strahlen über mir

Funke der Inspiration, springe auf mich über!

Oben und unten… (Ceisiwr Serith)

Ich öffne meine Augen und schaue mich um…. (Ceisiwr Serith)

 

Die Tore öffnen

Cernunnos, du. der zwischen den Welten wandert,

du, der trennt und verbindet,

du, der den Toten den Weg zur Küste weist:

Sei heute an meiner Seite, wenn ich die Tore öffne!

LIED: Cernunnos, öffne die Tore….

Cernunnos, ich bitte dich nun:

Nimm diese Kerze und verwandle sie!

Lass sie zum heiligen Feuer werden, Tor zum Himmel, Tor zu den Göttern!

Und nimm diese Muschel und verwandle sie!

Lass sie zur heiligen Quelle werden, Tor zur Unterwelt, Tor zu den Vorfahren!

Und nimm diesen Baum und verwandle ihn!

Lass ihn zum Weltenbaum werden, Tor in Mittelerde, Tor zu den Naturgeistern!

Durch deine und mit deiner Kraft und Magie:

Mögen die Tore sich öffnen!

 

Die Kindred einladen

Hallo, meine Vorfahren!

Ich denke an die, von denen ich abstamme, deren Gene ich teile.

Ich denke an die, die mir ein Vorbild geworden sind und denen ich nacheifere.

Ich denke an die, die meinem Herzen nahestehen.

Ich denke an die, die im Lauf der Jahrhunderte dieses Land, auf dem ich stehe, bevölkert haben.

So lange ich mich an euch erinnere, werdet ihr nicht vergessen sein.

Schön, dass ihr da seid. Ich möchte euch einladen:

Kommt zu mir an mein Feuer und feiert gemeinsam mit mir!

Teilt euer Wissen mit mir und nehmt dafür meine Geschenke an.

Lied: Ahnenruf (Wenn ich mich an euch erinnere…)

 

Hallo Geistervolk!

Ich höre euch im Rascheln der Blätter, im Summen der Bienen, im Gezwitscher der Vögel.

Ich sehe euch in den Steinen am Rand, im Schatten der Bäume, in den Farben der Blumen.

Ich spüre euch im sanften Windhauch auf meiner Haut, in den kühlen Regentropfen in meinen Haaren, im weichen Gras unter meinen Füßen.

Ich sehe euer Werk, doch euch selbst sehe ich nicht.

Dennoch seid ihr hier an meiner Seite, und ich möchte euch einladen:

Kommt zu mir an mein Feuer und feiert gemeinsam mit mir!

Teilt euer Wissen mit mir und nehmt dafür meine Geschenke an.

Lied: Fylgia

 

Hallo Götter und Göttinnen!

Ich sehe euch in dem Rhythmus der Jahreszeiten, im wiederkehrenden Auf- und Untergang der Sonne, in den Gesetzen, die ihr dem Kosmos gegeben habt, wodurch das Leben erst möglich wurde.

Ich höre von euch in den Bruchstücken der Mythen, die von euch geblieben sind, die euer Wirken wiedergeben.

Ich spüre euch in der Wärme eures Feuers, das alles ewiglich verwandelt, im Licht, das mir die Augen öffnet.

Ich grüße euch, Leuchtende, und ich möchte euch einladen:

Kommt zu mir an mein Feuer und feiert gemeinsam mit mir!

Teilt euer Wissen mit mir und nehmt dafür meine Geschenke an.

Lied: Shining Ones, we honor you (Luke Landry)

 

Götter des Anlasses

benötigt wird: Drei oder vier sich überkreuzende Holzstäbe oder Strohhalme, die in der Mitte fixiert sind, dazu Wollfäden

Matronen, Schicksalsweberinnen,

ich grüße euch und heiße euch an meinem Feuer herzlich willkommen.

Ihr, die uns durch den Alltag begleitet,

mit euch knüpfe ich heute das Netz stärker.

Dieses Band knüpfe ich für die Vergangenheit:

Ich blicke zurück, auf das was war,

auf eingeschlagene Wege,

auf genutzte und ungenutzte Möglichkeiten.

Ich blicke zurück zu meinen Vorfahren,

die mir den Weg bereitet

und meine Entscheidungen beeinflusst haben. (Band einweben)

Dieses Band knüpfe ich für die Gegenwart:

Ich stehe ständig am Scheideweg

und muss eine Entscheidung treffen.

Hier uns jetzt treffe ich eine Wahl.

Ich blicke zu den Geistern,

die Seite an Seite mit mir leben

und mit meinen Entscheidungen leben müssen. (Band anknoten und einweben)

Dieses Band knüpfe ich für die Zukunft:

Wohin mich dich Schritte lenken werden,

welche Möglichkeiten sich mir eröffnen,

das weiß ich noch nicht.

Ich blicke zu den Göttern,

auf deren Rat und Beistand ich vertraue,

damit ich gute Entscheidungen treffe. (Band anknoten und einweben)

 

Opfergebet

Lied: Sehet mich

Omen

Matronen,

ihr sitzt da und webt den Faden meines Lebens hinein in das große allumspannende Netz.

An diesem Punkt bitte ich euch:

Schenkt mir einen Blick durch eure Augen,

damit ich erkenne,

welche Botschaft ihr für mich bereithaltet.

 

Bitte um Segen/Heiligung des Segens

Ich bitte euch nun um euren Segen. In meinen Händen halte ich einen Kelch. Macht ihn zum Zentrum eurer Aufmerksamkeit und segnet seinen Inhalt. Ich fülle ihn mit Met. Füllt ihr ihn aus der Quelle der Inspiration, aus dem Horn der Fülle, aus dem Kessel der Vielfalt! Füllt ihn mit eurem Segen, damit die, die davon trinken, gesegnet sind mit Weisheit, Gesundheit und Wohlstand.

Der Segen der Götter – AWEN

Der Segen der Naturgeister – AWEN

Der Segen der Ahnen – AWEN

Der Segen der Kindred ruhe auf mir und in mir. Siehe, das Wasser des Lebens!

 

Bestätigung des Segens

Lied: Der Segen der Kindred wirke in mir

 

Kernarbeit

weitere Fäden einweben: Dieses Band knüpfe ich für meine Oma…(Name), die (Was verbindest du mit dieser Person?). Dieses Band knüpfe ich für meinen Sohn ….etc.

Lied dazu: We are the flow and we are the ebb, we are the weavers weaving the web (Reclaiming)

 

Verabschiedung

Dieses Netz wird mich in den kommenden Wochen begleiten und mich an meine Verbindung mit euch erinnern.

Für jetzt danke ich euch allen, dass ihr gekommen seid:

Götter, Geister und Vorfahren, auf Wiedersehen!

Matronen, danke für eure Unterstützung!

Für euch gilt: Bleibt, wenn ihr wollt und geht, wenn ihr müsst.

 

Schließen der Tore

Cernunnos, ich danke auch dir für deine Unterstützung,

und bitte dich ein letztes Mal um Hilfe, wenn ich nun die Tore schließe.

Lass das heilige Feuer wieder zur Flamme werden!

Lass die heilige Quelle wieder zur Wasserschale werden!

Lass den Weltenbaum wieder zum einfachen Baum werden!

Lass alles sein, wie es vorher war, bis auf die Magie, die hier geschah!

Durch deine und mit deiner Magie: Mögen die Tore sich schließen!

 

Verabschiedung von Mutter Erde

Was von dir kam, Mutter Erde,

kehrt irgendwann zu dir zurück.

Nie ist uns das so bewusst wie in dieser Zeit,

wenn die Welt um uns trüb und nass und neblig erscheint.

Vergänglich sind auch diese Dinge, die ich nicht benötigt habe.

Nimm sie von mir, Mutter Erde,

und nimm meinen Dank.

 

Beendigung des Rituals

Mein Ritual nähert sich dem Ende:

Ich habe meinen Bund mit den Kindred bestätigt und gefestigt.

Ich habe mich an meine Ahnen erinnert, daran, wo ich herkomme und mit wem ich verbunden bin.

Nun sind die Tore geschlossen:

Das heilige Feuer ist erloschen, doch in uns brennt es weiter.

Die heilige Quelle ist versiegt, doch in uns fließt sie ewig.

Der Weltenbaum mag schwanken, doch wir stehen stark und fest auf dieser Erde.

Unser Ritual ist beendet.

Amen!

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Mutter Erde verabschieden – 8 Gebete für die Hochfeste

24. September 2017

Ergänzend zu den 8 Gebeten um Mutter Erde zu begrüßen hier nun der jeweilige Gegenpart:

zu Mittsommer

Tief atme ich ein,

Mutter Erde,

alle Sinne erfüllt von deinen Gaben.

Du gibst mir Halt in dieser Zeit, in der alles auf der Kippe steht,

im Ritual wie zu jeder Zeit.

Ich danke dir

und gebe dir zurück, was ich nicht gebraucht habe.

Nimm es als Zeichen meiner Liebe und Dankbarkeit zu dir.

 

zu Lughnasadh

Braun, blau und grün deine Farben im Sommer

und bunt bedecken dich die Blumen, bevor ihre Farbenpracht Platz macht

für den Herbst und seine roten, gelben und braunen Töne.

Ich stehe hier fest auf dir, geborgen in deiner Hand, geborgen in diesem Ritual wie zu aller Zeit:

Nimm, was ich nicht gebraucht habe, Mutter Erde,

als Zeichen meiner Liebe und Dankbarkeit.

Lass es zurückkehren in den ewigen Kreislauf von Leben und Tod, Geben und Nehmen.

Amen!

 

zur Herbst-Tagundnachtgleiche

Ein Hauch von Kälte liegt in der Luft,

Mutter Erde,

eine Ahnung von den Tagen,

die vor uns liegen.

Ich gebe dir zurück, was ich nicht gebraucht habe,

nimm es auf in deinen Schoß!

Möge es dich nähren, wenn die dunkle Zeit anbricht und du dich zur Ruhe setzt.

Möge es deine Erinnerung an die Zeit wachhalten, in der du deine Fülle vor uns ausbreitest.

 

zu Samhain

Was von dir kam, Mutter Erde,

kehrt irgendwann zu dir zurück.

Nie ist uns das so bewusst wie in dieser Zeit,

wenn die Welt um uns trüb und nass und neblig erscheint.

Vergänglich sind auch diese Dinge, die ich nicht benötigt habe.

Nimm sie von mir, Mutter Erde,

und nimm meinen Dank.

 

zu Mittwinter

Tief im Herzen des Winters,

inmitten von Kälte und Dunkelheit,

feiern wir, dass das Licht die Dunkelheit besiegen wird,

dass der Zyklus von Neuem beginnt.

Von dir zu uns, Erdmutter:

Auch wenn du tief in dir ruhst,

so sind wir doch durch dich miteinander verbunden und auch mit dir verbunden.

Von uns zu dir, Erdmutter:

Nimm, was wir nicht gebraucht haben,

unsere Liebe und unsere Dankbarkeit.

 

 

zu Imbolc

Ein Teil deines Netzes sind wir, Mutter Erde,

durch dich mit allem verbunden.

Durch dich finden wir Halt, im Ritual wie im Leben.

Wenn wir nun gleich gehen, dem Frühling entgegen,

so sind wir uns deiner doch sehr bewusst.

Was wir hier zurücklassen,

soll dir unsere Dankbarkeit und Zuneigung ausdrücken

und deine Kräfte für die kommende Zeit des Erwachens stärken.

 

 

zur Frühjahrs-Tagundnachtglieche

Mutter Erde,

du ewige Verwandlungskünstlerin!

Aus weiß, schwarz und braun der kalten Jahreszeit verwandelst du dich

in ein Kaleidoskop von Farben.

Und doch bist du immer du,

Mutter Erde,

und hältst die Welt im Gleichgewicht.

Auch in diesem Ritual warst du für uns da,

und dafür danken wir dir.

Nimm, was wir nicht gebraucht haben,

mache es zu einem Teil der Wandlung.

Solo-Samhain-Ritual 2016

30. Oktober 2016

Hier ganz kurz der Entwurf für das diesjährige Samhain-Ritual:

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Die gallische Herdkultur steht im Vordergrund.

Der Kürzel CS steht für Ceisiwr Serith, dessen Gebete ich als Grundlage für meine deutschen Versionen genommen habe, z.T. angepasst, wo mir die 1:1-Übersetzung nicht passend erschien.

Nicht alle Texte sind komplett ausgeschrieben, da ich sie standardmäßig in meinen Ritualen verwende. Notfalls schaut einfach unter Mabon, Lughnasadh etc. nach.

Euch allen ein wunderbares Samhain oder auch Halloween!

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Aus der Halloween-Bäckerei: Frankenstein-Cookies mit Matcha, Schoko-Vanille-Spiralen und Keltenkringel, z.T. mit Schokorand

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Samhain-Kalender für Teenager

22. Oktober 2016

Vor einigen Jahren habe ich bereits den Samhain-Kalender für kleine Heiden erstellt. Diese Version hier ist nun eher für etwas ältere Kinder bzw. Teennager gedacht oder auch für Neueinsteiger.

Der Kalender besteht aus vier Teilen. Dabei können die Teile 1-3 auch über mehrere Tage gestreckt werden. Der vierte Teil ist ein abschließendes Ritual, das passend an Samhain gemacht werden kann, aber auch an einem anderen Tag.

Viel Vergnügen!

 

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Die Mutter Erde anrufen – warum und wie?

28. April 2016

Nemeton 2016 - Mutter ErdeMutter Erde – das klingt freundlich, etwas kindlich naiv vielleicht. Man hat sofort ein kuscheliges Gefühl der Geborgenheit. Hier wird bedingungslos Liebe geschenkt, sie ist immer da für den, der sie ruft. Sie ist einfach da, so lange es irgendwie geht.

Erdmutter – das klingt schon ernsthafter, erinnert an die Venus von Willendorf, die dicken kleinen Statuen aus früheren Zeiten, mit ein bisschen Distanz darin.

Mutter des Landes – nein, damit ist nicht Frau Merkel gemeint. 🙂 Das Land hatte früher seine eigenen Gottheiten, je nachdem wo man sich gerade befand. Göttinnen mit eigenen Namen, eigenen leicht variierenden Eigenschaften und Ausprägungen, eigenständig handelnd. Häufig waren sie verbunden mit den großen Flüssen, die die Region durchzogen. Bei diesen Göttinnen wurde nicht selbstverständlich davon ausgegangen, dass sie einem bedingungslos zur Verfügung standen, sondern man behandelte sie als Wesen, die sich durchaus auch zur Wehr setzen konnten und würden, wenn man sie nicht respektvoll behandelte.

Mutter Erde – ich bleibe mal bei diesem Titel, weil er mir am meisten zusagt – ist aber noch mehr als das. Die Wikinger hatten das Konzept von einem Schicksalsnetz: Alles ist miteinander verwoben, und wenn ich an einem Faden ziehe, indem ich eine bestimmte Handlung ausführe, dann hat das auch Auswirkungen auf andere Teile des Netzes bzw. sogar auf das ganze Netz. Insofern bekommt der Grundsatz: ‚Tu, was du willst, solange du keinem Schaden zufügst‘ noch mal eine besondere Bedeutung. Ich verstehe mich als Teil eines größeren Ganzen, und was ich tue, beeinflusst die Entwicklung des Ganzen. Die Erde als Planet, auf dem wir leben, ist (derzeit noch) einzigartig in ihrer Bedeutung für das Überleben der menschlichen Spezies, da uns ja die Möglichkeiten fehlen, mal eben das Sonnensystem zu wechseln und uns auf einem anderen Planeten niederzulassen. Es empfiehlt sich daher ganz dringend für uns, mit diesem einen Planeten, den wir haben, schonend umzugehen und die Beschränkungen in Bezug auf die Ressourcen, die vorhanden sind, zu respektieren. Passiert häufig leider nicht so wirklich, wenn der Geschäftssinn das Verantwortungsgefühl überwiegt.

Ich halte die Erde allerdings nicht für ein rachsüchtiges Wesen: Wo man früher vielleicht von göttlicher Strafe gesprochen hat, sehe ich eher eine Konsequenz aus ablaufenden Prozessen, die nicht unbedingt denjenigen treffen, der ‚am falschen Faden gezogen hat‘. Wenn ich immer mehr Wasser in ein Litermaß gebe, dann wird es irgendwann überlaufen. Vielleicht werde ich selbst dabei nass, vielleicht aber auch die wichtigen Unterlagen, die jemand dort abgelegt hat, wo ich mein Litermaß hingestellt habe.

Eines Tages sind die Kompensationsmechanismen nicht mehr ausreichend, dann geschieht eine Katastrophe: Die Häuser, die im Boden verschwinden, weil die Bergwerke zu intensiv gegraben haben, die Lawine, die die Schifahrer verschluckt, weil die Hänge zu kahl sind, die überfluteten Felder und Stadtteile, weil der Fluss begradigt wurde und die Deiche nicht mehr halten…

Welches Fazit ziehen wir nun daraus?

Im Ritual

  • machen wir uns bewusst, dass wir durch die Erde miteinander verbunden sind
  • erinnern wir uns ihrer Funktion als unsere Ernährerin, als der Lebensraum, in dem unser Leben überhaupt erst möglich ist
  • zeigen wir der Erde, dass wir dies zu schätzen wissen und drücken ihr unseren Dank und Respekt dafür aus
  • wollen wir der Erde etwas für ihre Leistung, bewusst oder unbewusst) zurückgeben

Darum bitten wir sie am Anfang des Rituals darum, dass sie uns Halt gibt und uns im Hier und Jetzt verankert, und danken ihr am Ende für ihre Unterstützung.

Anm.: Ich spreche normalerweise danach noch ein paar spontane persönliche Worte und mache ein Geschenk aus Körnern, Samen oder einem Lied.

 

Gebete, um die Mutter Erde zu rufen

an Beltane:

Mutter Erde,

du lässt dich von warmen Sonnenstrahlen einhüllen,

du badest in den Regenschauern, die über das Land fegen,

bis dein Leib schwer ist von Feuchtigkeit

und so Nahrung und Halt bietet

für die Samen und Keimlinge,

die in dieser Zeit so unbändig ans Licht drängen.

Ich bitte dich:

Halte mich in diesem Ritual,

wie du auch den Pflanzen Halt gibst.

Lass mir bewusst sein,

dass ich in dir wurzle wie sie und durch dich mit allem verbunden bin,

was lebt.

Amen!

 

an Litha/Mittsommer:

Auf dem Feld vor meinem Haus wiegen sich die Ähren im leichten Wind,

so, als ob du dein goldbraunes Haar für mich schüttelst.

In dieser Zeit, wo die Kraft der Sonne am stärksten ist, bietest du uns Halt,

Mutter Erde,

einen Moment des Atemholens zwischen Säen und Ernten.

Schenke mir auch in diesem Ritual die Gewissheit,

festen Boden unter den Füßen zu haben,

so wie du es immer tust.

Amen!

 

an Lughnasadh/Lammas:

Braun der Boden, Mutter Erde,

krümelig in der Sommerhitze.

Blau der Himmel, Mutter Erde,

wolkenlos und unendlich.

Grün die Wiesen, Mutter Erde,

wogendes Gras in vollem Saft.

Ich bei dir, Mutter Erde,

geborgen in deiner Hand,

wenn ich über das Land schreite,

wenn ich zwischen den Welten wandle,

als Teil deines allumspannenden Netzes.

Amen!

 

zu Mabon/Herbst-Tagundnachtgleiche:

Ein Korb mit Äpfeln steht zu meinen Füßen,

rund und duftend, und dein Bild steigt vor mir auf:

Wie sonst selten wird uns in dieser Zeit der Ernte bewusst,

wie du uns täglich hältst und ernährst,

wie du alles Leben auf diesem Planeten hältst und ernährst.

Mutter Erde, ich bitte dich:

Halte mich auch in diesem Ritual

und lass mich sicher in dir ruhen,

so wie du es immer tust.

Amen!

 

zu Samhain:

Kühl streicht der Wind über meine Haut,

kühl streicht er über deine Haut, Mutter Erde.

Nebelschwaden hüllen dich ein

und verbergen dich oft vor meinem Blick.

Tautropfen glitzern auf den Spinnwebfäden,

die sich zwischen den Gräsern spannen,

die sich zwischen den Ästen spannen,

die sich zwischen mir und der Welt spannen:

Zeichen für das große Netz des Lebens,

in dem wir alle miteinander durch dich verbunden sind,

durch den Raum und durch die Zeit.

Nicht gefangen, nicht hilflos,

sondern als denkende, fühlende Wesen mit Verantwortung füreinander.

Halte uns, Mutter Erde,

sei unser Anker im Hier und Jetzt,

wenn sich die Schleier zwischen den Welten öffnen

und Zeit und Raum keine Rolle mehr spielen.

Amen!

 

zu Jul/Mittwinter:

Tief hast du dich in dich selbst zurückgezogen,

Mutter Erde,

und doch hast du wie jede gute Mutter immer ein Auge auf deine Kinder:

Auch in der längsten Nacht des Jahres, wenn alles still und starr zu sein scheint,

können wir darauf bauen, dass du für uns da bist

und uns hältst, so wie immer.

Mag auch Schnee dich mit einer Decke überziehen,

mag unwirtliches Wetter uns in die Häuser treiben:

Wir wissen: Du bist da draußen,

immer da,

und sammelst frische Kräfte,

um nach der langen Dunkelheit neues Leben hervorzubringen.

Sei auch in diesem Ritual bei uns und halte uns in deiner Hand.

Amen!

 

zu Imbolc:

Schneeglöckchen kündigen das neue Leben an, Hamamelis und Krokusse:

Der erste Blumenschmuck, ein Farbklecks nach den tristen dunklen Tagen.

Noch hat die Kälte dich fest im Griff,

aber schon werden die Tage länger

und die Sonnenstrahlen kitzeln dein Antlitz

und locken dich aus dem Winterschlaf.

Vor dir sind wir versammelt,

verstreut über den ganzen Planeten,

doch miteinander durch dich verbunden,

und weben dein Netz.

Du bist der Grund, über den wir schreiten,

achtsam und leichten Schrittes,

das Sicherheitsnetz, das uns hält,

im Ritual, wie auch im ganzen Leben.

Amen!

 

zu Ostara/Frühlings-Tagundnachtgleiche:

Wir stehen überwältigt vor deiner Pracht,

die sich gerade Bahn bricht,

Mutter Erde,

die Fülle des neuen Lebens,

die unsere Sinne erfüllt mit

Düften und Farben.

Erde im Wandel,

sich immer wieder verändernd,

immer wieder erneuernd

und doch unser fester Ruhepunkt:

Erde im Gleichgewicht,

uns immer wieder verankernd im Hier und Jetzt,

im Leben und im Ritual.

Amen!

 

 

Samhain-Kalender für kleine Heiden

21. September 2015

Bis Halloween bzw. Samhain ist es zwar noch ein bisschen hin, aber hier ist schon mal der Kalender zum Fest.

Viel Spaß damit auSamhain Kalender kleinch in 2015!

Samhain-Kalender Vorlage

  • Beide Blätter ausdrucken, grob die Umrisse ausschneiden und die Türchen im Deckblatt an drei Seiten ausschneiden.
  • Dann die Blätter aufeinanderkleben. dabei darauf achten, dass die Türchen genau auf den Bildvorlagen darunter sitzen und nicht festgeklebt sind.
  • Wenn der Kleber getrocknet ist, kann man die Türchen schließen und fertig ist das gute Stück!

 

Samhain-Kalender 25

Wir gestalten einen Stammbaum.

Wer das letztes Jahr schon gemacht hat: Ich habe eine tolle Idee auf Pinterest gefunden, die ich bei Gelegenheit gerne umsetzen möchte. Das ist vielleicht auch was für euch?

Ahnenbaum oder alternativ: Papier mit SW-Bild bedrucken, dann dünn mit Öl einpinseln und auf kleines Schraubglas kleben. Bild großzügig mit Klebefolie versiegeln, Teelicht reinsetzen, aus Draht einen Aufhänger basteln und am Glas befestigen und das Glas nun in einen Strauch oder an einen Ast hängen

Samhain-Kalender 26

Wir veranstalten eine Familienschatzsuche: Fundstücke, die wir mit bestimmten Vorfahren in Verbindung bringen…

Im letzten Jahr waren bei uns z.B. eine Mundorgel (das Liederbuch) für meine Großväter (beides begeisterte Sänger), ein selbst gehäkeltes Deckchen von meiner Oma, ein schönes Trinkglas von meiner anderen Oma, ihr kostbares Weihnachtspuddingrezept, Schokolade und die Totenbriefchen drin.

Samhain-Kalender 27

Wir erfahren, was Äpfel mit Samhain zu tun haben und tauchen danach.

Samhain-Kalender 28

Hier findet ihr ein Gebet zu den Vorfahren.

Samhain-Kalender 29

Wir schnitzen einen Gruselkürbis.

Samhain-Kalender 30Kochende Hexe klein

Wir erfahren etwas über den Brunnen, das Tor zur Unterwelt.

Samhain-Kalender 31

Wir lernen ein Lied für Samhain.

 

 

Samhain-Kalender für kleine Heiden

16. Februar 2015

Nach und nach werde ich ein paar Sachen hochladen, die ich in den letzten zwei Jahren gemacht habe, auch wenn gerade die falsche Jahreszeit dafür ist.

 

Hier also der Samhain-Kalender für kleine Heiden!

Er erstreckt sich über sieben Tage, und anders als sonst ist diesmal relativ festgelegt, was an welchem Tag ansteht. Es gibt eine zweiteilige Kalenderschablone mit Türchen für jeden Tag zum Basteln, die man vorher zurechtschneiden und zusammenkleben muss. Zu jedem Türchen wiederum gibt es ein Textblatt, passend zu dem Bild auf dem Kalender. Die Bildquellen sind bei den Dokumenten angegeben.

Der Kalender ist teilweise druidisch im ADF-Stil gehalten. Es steht euch natürlich wie immer frei, die Umsetzung an eure Bedürfnisse anzupassen.

Viel Spaß damit!

Kalendervorlage:  Samhain-Kalender Vorlage

Tag 25: Der Stammbaum Samhain-Kalender 25

Tag 26: Familien-Schatzsuche   Samhain-Kalender 26

Tag 27: Nach Äpfeln tauchen  Samhain-Kalender 27

Tag 28: Gebet zu den Vorfahren  Samhain-Kalender 28

Tag 29: Der Gruselkürbis  Samhain-Kalender 29

Tag 30: Der Brunnen – das Tor zur Unterwelt  Samhain-Kalender 30

Tag 31: Samhain-Lied ‚Wenn ich mich an dich erinnere‘  Samhain-Kalender 31