Endlich auf Deutsch: Der Weg des Herdhüters

Vor ein paar Jahren gab es ergänzend zum Dedicant Path/Dedikatenpfad im ADF den Hearthkeeper’s Way, eine praktische Heransgehensweise ans Druidentum für die, die nicht so aufs Bücherwälzen zu stehen, sondern lieber machen. Und natürlich auch für die, die beides mögen.

Da das Programm kostenlos ist, bietet es gleichzeitig den perfekten Einstieg für diejenigen, die einfach mal unverbindlich ins Druidentum hineinschnuppern möchten.

Und nun, nach langer Wartezeit, gibt es endlich auch eine deutsche Version, die bald auf der ADF-Webseite zu finden sein sollte. Sonst schreibt mich an, ich kann sie euch zur Verfügung stellen.

Hier ist ein Beispiel für das Ritual zur kommenden Frühjahrstagundnachtgleiche. Die Ritualsripte sind weitgehend gleich aufgebaut, um Anfängern den Einstieg zu erleichtern. Wer es gerne etwas aufwändiger hätte oder eine persönliche Note einbringen möchte: Flexibilität ist alles. Es gibt ein paar feste Elemente, die als solches markiert sind. Alles andere kann nach eigenem Gusto gestaltet werden.

Frühlings-Tagundnachtgleiche
Die Frühlings-Tagundnachtgleiche, oft auch Ostara genannt, ist die Zeit des Jahres, in der der Winter endlich die Welt verlässt und der Tag und die Nacht gleich lang sind. Es ist eine Zeit der Fruchtbarkeit, des neuen Lebens und neue Anfänge. Die Bauern können mit der Aussaat beginnen und neues Vieh wird geboren, um die Herden aufzustocken.
Wir konzentrieren uns während dieses Rituals besonders auf Ausdauer und Erneuerung, denn historisch gesehen ist dies der magerste Teil des Jahres: Die Nahrungsvorräte aus dem Winter gingen zur Neige, aber die neuen Feldfrüchte hatten noch nicht zu wachsen begonnen.
Als Herdwächter ehren wir an diesem Hochfest die Flamme der Erneuerung. In dieser Zeit des Frühlingsanfangs halten wir inne, um unsere Gelübde als Hüter der Herdflamme zu erneuern. Konzentrier dich auf die Flamme und stell dir vor, wie du im kommenden Jahr deinem Haus und Herd dienen wirst.
Während wir uns darauf vorbereiten, die Jahreszeit zu feiern, haben wir in das Ritualskript ein pan-indoeuropäisches Wesen aufgenommen, das üblicherweise mit diesem Feiertag in Verbindung gebracht wird: die Erdmutter.
Wir haben auch die Tugend festgehalten , die für diesen Feiertag im Mittelpunkt steht (Ausdauer). Wie bei den anderen Herdhüter-Ritualskripten kannst du die darin enthaltenen Gebete und Rituale beliebig verändern, hinzufügen oder entfernen, um den Bedürfnissen und dem kulturellen Schwerpunkt deines Herdes gerecht zu werden.
Wir werden darauf hinweisen, welche Elemente im Skript wesentlich für das Ritual sind und nicht ausgelassen werden sollten, aber dennoch kannst du sie nach deinen Wünschen verändern.
Wenn du das Ritual wie geschrieben durchführen willst, benötigst du:

  • Opfergaben für:
    o die Herd-Gottheiten
    o die Erdmutter
    o die Ahnen
    o die Naturgeister
    o die Leuchtenden
    o das göttliche Wesen des Anlasses (GödA)
    o das Gabengebet
  • Eine Darstellung für das Feuer, den Brunnen und den Baum
  • Ein Wahrsageset
  • Etwas zu trinken
  • Eine Kerze oder eine andere Darstellung für die Flamme der Jahreszeit

  • Eröffnungsgebet [Herdhüter-Essential]
    Ich (wir), [Name des Herdes einfügen, falls zutreffend], bin ein Baum im Hain von Ár nDraíocht Féin. Während meine Wirbelsäule sich aufrichtet, verflechten sich meine Wurzeln mit den Bäumen im Hain und meine Äste spenden Schatten für mich (die Mitglieder unseres Hains). Das Feuer in mir (jedem von uns) ist ein Stern am Himmel des Geistes von ADF.

  • Einweihung des Ritus

    Einatmen Ich nehme mir einen Moment Zeit, um für das Leben zu danken.
    Ausatmen Ich lasse meine Frustrationen los.
    Einatmen Ich spüre, wie die Luft meinen Körper energetisiert.
    Einatmen Ausatmen Ich spüre, wie sich mein Körper entspannt.
    Einen Moment innehalten, um sich zu zentrieren
    Ich komme in diesen Raum mit einem von Sorgen befreiten Geist.
    Ich komme in diesen Raum mit einem Herzen, das frei von Sorgen ist.
    Ich komme an diesen Ort, um die Kindred zu ehren und die Arbeit weiterzuführen, die ich hier
    getan habe.

  • Der Herd und unsere Verbündeten
    Geboren in den Wassern, entfacht auf dem Land,
    mit einer Rauchsäule, die den Himmel trägt,
    Dieses Feuer brennt im Zentrum von allem
    Um meine Stimme zu den Geistern zu tragen.
    Gezündet von der großen Flamme, bewahrt durch kluges Geschick
    Verbunden mit unserem gemeinsamen Herd, dass diese Flammen eins sind
    Heilige Hüter der Flamme, leuchtet heute hier in mir.
    Nehmt diese Worte und Taten, nehmt meine Gaben an.
    Reinigt mich, führt und leitet mich, helft mir, wenn ich bete,
    Erfüllt mein Herz mit Hoffnung und Liebe, erleuchtet meinen Weg.
    Opfer darbringen

  • Mutter Erde
    Ein Kind der Erde ruft die Mutter an.
    Erdmutter, du bist mein Fundament, mein Ort der Sicherheit und die Quelle meiner Kraft.
    Von dir kam alles Leben und zu dir wird alles Leben zurückkehren.
    Ich gebe dir diese Gabe in Dankbarkeit und Liebe.
    Mutter Erde, nimm meine Gabe an.
    Opfergabe machen

  • Inspiration
    Mögen die Kräfte der Inspiration durch mich fließen, um mir Leichtigkeit der Sprache und Leichtigkeit des Herzens zu geben.

  • Zweck und Absicht [Herdhüter- Essential]
    Wie die Sonne in ihrem zeitlosen Zyklus wandert, so stehe ich, [Name des Herdes einfügen, falls zutreffend], erneut hier, um die Verbündeten meines Hauses und Herdes zu ehren, um in Harmonie mit dem Hain von ADF zu sein und meine Beziehung zu den Geistern zu vertiefen. Ich stehe hier im Licht der Sonne, und beginne eine neue Zeit der Verbindung und Gemeinschaft mit den Geistern, anderen Herden und dem Hain von ADF. Wie meine Vorfahren es früher taten, so tue
    ich es jetzt, und so mögen es meine Nachkommen in der Zukunft tun.
    Während die Erdmutter wieder in der Welt erwacht, entzünde ich das Herdfeuer und rufe zu ihr.
    Geliebte Mutter der Erde, erwache und erfülle unsere Welt mit Wundern! Möge ich in meinem persönlichen Tun und Lassen dich immer hochhalten!

  • Die heilige Mitte
    Heiliger Brunnen, Wasser so tief.
    Reiche zu den Reichen unter dir.
    Bring die Kräfte, die du gewährst, in mein Leben:
    Schöpfung, Weisheit, Schicksal.
    Verbinde mich durch die Kräfte des Chaos mit dem Reich der Ahnen.
    Heiliges Feuer, Flammen so hell.
    Reiche zu den Reichen in der Höhe.
    Bring meinen Göttern die Worte, zu denen ich bete:
    Ehre, Ghosti, Pietas.
    Verbinde mich durch die Mächte der Ordnung mit dem Reich der Leuchtenden.
    Heiliger Baum, du große Säule.
    Umspanne die Welten, verbinde die Tore.
    Bring den Welten meine Taten an diesem Tag:
    Wahrhaftigkeit, Fairness, Ehrlichkeit.
    Verbinde die Mächte oben und unten, zeige uns das Reich der Naturgeister.
    Heiliges Zentrum der Welten, Feuer, Brunnen und Baum:
    Verbinde mich mit den Reichen ringsum.
    Mit dem Himmel oben, dem Land ringsum und den tiefen Gewässern.
    An diesem Ort treffe ich die Kindred.

  • Das Öffnen der Tore
    Heilige Hüterin() der Wege zwischen den Welten: Verbinde deine Magie mit meiner, während ich die Tore zwischen den Welten öffne. Hüterin der Tore, mögen die Tore sich öffnen! () oder Hüter, je nach Wahl

  • Die Kindred einladen
    Geister der Natur, möge ich lernen, achtsam durch diese Welt zu gehen.
    Möge ich mich bemühen, euch zu schützen und unsere Mutter zu schützen. Möge ich mich daran erinnern, dass selbst die kleinsten Dinge helfen, unsere Welt zu erneuern und wiederherzustellen.
    Geister der Natur, ich preise euch und lade euch an mein Feuer ein.
    Opfer darbringen
    Ahnen des Blutes, ich danke euch für die Entscheidungen, die ihr getroffen habt, um mich ins Dasein zu bringen.
    Ahnen des Herzens, ich danke euch für die Gaben und die Liebe, die ihr in mein Leben gebracht habt.
    Vorfahren des Geistes, ich danke euch für die Herausforderung, auf meinem Weg zu wachsen.
    Ahnen, ich preise euch und lade euch an mein Feuer ein.
    Opfer darbringen
    Ihr Leuchtenden, möge ich lernen, mutig in dieser Welt zu gehen.
    Möge ich mich bemühen, die Arbeit zu tun, die ihr mir vorgesetzt habt. Möge ich mich an die Lektionen erinnern, die ihr durch die Zeitalter gelehrt habt.
    Ihr Leuchtenden, ich preise euch und lade euch an mein Feuer ein.
    Opfer darbringen

  • Hauptopfer [Herdhüter- Essential]
    Ich rufe jetzt die Erdmutter meines Herdes an. Mutter Erde, [rezitiert ihre vielen Namen, wenn gewünscht], ich lade dich ein, mein Ehrengast zu sein.
    Mögest du dich an meinem Feuer willkommen fühlen und heute mit mir dieses Ritual dir zu Ehren feiern. Erdmutter, ich preise dich und lade dich an mein Feuer ein!
    Opfer darbringen

  • Gabengebet
    Kindred, ich habe euch Gaben und Lobpreisungen dargebracht. Nehmt dies als mein letztes Opfer an!
    Opfer darbringen

  • Omen
    Möge Weisheit die Omen erfüllen, um mir eine Botschaft und ein Geschenk für die kommende Jahreszeit zu bringen.
    Omen nehmen

  • Gegengabe
    Ich habe euch geopfert und ihr habt mich mit eurer Weisheit gesegnet.
    Ich bitte euch nun darum, dass ihr das Wasser verteilt und es mit euren Gaben durchtränkt.
    Durch die Kräfte der Naturgeister,
    durch die Kräfte der Ahnen,
    durch die Kräfte der Leuchtenden,
    Erfüllt sei dieses Wasser mit Weisheit und (Omen).
    Seht das Wasser des Lebens!
    Trink aus dem Becher

  • Saisonale Ritualarbeit [Herdhüter- Essential]
    Entfache die Flamme der Erneuerung in Deinem Herzen. Zum Frühlingsanfang halten wir inne, um unsere Gelübde als Hüter der Herdflamme zu erneuern. Konzentrier dich auf die Flamme und stell dir vor, wie du im kommenden Jahr deinem Haus und Herd dienen werden.

  • Wiederherstellung des Alltäglichen
    Der Erdmutter danke ich heute besonders.
    An die mächtigen Kindred: Ich danke euch.
    Der Hüterin der Tore danke ich dafür, dass sie über die Wege wacht und sie hütet. Wenn ich nun die Wegkreuzung verlasse, soll alles so sein, wie es vorher war, bis auf die Magie, die ich heute hier gewirkt habe.
    Mögen die Tore sich schließen!
    Inspiration, ich danke dir, dass du meiner Stimme Ausdruck verliehen hast.
    Mutter Erde, ich danke dir, dass du mich immer in meinem Leben und meiner Arbeit unterstützt hast.
    Herdgottheit, ich danke dir für deine Gegenwart und deinen Schutz in meinem Leben.
    Allen Göttern danke ich!
    Wie ich heute meinen Respekt erwiesen habe, so werde ich es auch wieder tun. Helft mir, die Tugenden in meinem Herzen zu bewahren: um mit Weisheit zu wandeln, pietätvoll im Kontakt mit den Kindred zu sein, mit Weitblick klar zu sehen, mit Mut voranzugehen, immer mit Rechtschaffenheit zu handeln, immer mit Integrität zu handeln, die nötige Ausdauer zu haben, mit Gastfreundschaft zu leben, moderat in meinen Handlungen zu sein, ein schöpferisches Leben zu leben und Mitgefühl in meinem Herzen zu haben.
    Dieses Ritual ist nun beendet. Mögen wir alle in Frieden und Gemeinschaft auseinander gehen.

Video: Meditation zur Frühlings-Tagundnachtgleiche

Solitary Spring Equinox Ritual – Meditation

Ich verpflanze mich in die Erde. Meine Wurzeln bohren sich in den Grund. Durch den Boden hindurch, dunkel, reich, nahrhaft, suchen sie nach lebenspendendem Wasser. Ich tauche tief hinab, berühre das kühle Wasser dort unten, die Ursuppe von Materie und Chaos. Ich sauge diese Energie auf, durch meine Wurzeln, in meinen Körper. Sie erfüllt mich, meinen Körper, meinen Verstand, meine Seele, bis ich überfließe.

(Pause)

Ich strecke mich dem Himmel entgegen. Meine Äste werden länger und stärker. Meine Blätter entrollen sich und öffnen sich für das Licht von Sonne, Mond und Sternen. Aus fernen Himmeln scheint das Licht der Schöpfung auf mich herab. Ich ziehe diese Energie in mich hinein, durch meine Blätter und Zweige, in meinen Körper. Sie erfüllt mich, meinen Körper, meinen Verstand, meine Seele, bis ich überfließe.

(Pause)

Diese beiden Kräfte in mir mischen sich und verschmelzen. Sie werden mein, mischen sich mit meiner eigenen Energie. Ich bin erfüllt mit den schöpferischen und zerstörenden Kräften der Natur. Mögen diese Kräfte und die Kräfte des Geistes, der allen Dingen innewohnt, mir heute und in Zukunft von Nutzen sein.

(Pause)

Zum Himmel fließt die Schöpferkraft zurück, zur Erde fließt die Kraft des Chaos zurück. Ich kehre zurück in die normale Zeit und den normalen Raum, in das irdische Reich der Menschen, aber in mir bleibt der Segen der Kindred!

(aus: “Solitary Spring Equinox Ritual” by Amanda Lynne Orcutt, in Oak Leaves #37, Ü: B.R.)

Diese Mediation ist nicht von mir, sondern nur die Übersetzung. Vielen Dank an Amanda Lynne Orcutt für diese tolle Meditation! Und euch viel Vergnügen beim Meditieren!

https://drive.google.com/file/d/1ZV8oPXSff4IAjXYIJcrjfm-fZX3wwtHT/view?usp=sharing

Eine frohe Frühlings-Tagundnachtgleiche wünsche ich euch allen (gehabt zu haben)!

Jedes Jahr zur Tagundnachtgleiche gestalte ich ein Ostaragärtchen: Einen Miniaturkosmos mit Baum (Blütenzweig), Feuer und Quelle (Muschel). Alles andere ist optional, ob man nun Moos nimmt oder frisch eingesätes Gras, Blüten, Steine, eine Eierschale oder eine Ostarafigur… Die Holzscheiben zeigen das diesjährige Ostaraomen. Im Hintergrund seht ihr mein aktuelles Nehalenniastandbild und die Indoor-Mutter Erde.

Ostara-Frühlingstagundnachtgleiche 2019

Dieses Ostara setze ich für mich den Schwerpunkt des Gleichgewichts und der Tugenden, als Alternative zu den typischeren Themen. In diesem Ritual ehre ich Vagdavercustis, die germanisch-cugernische Göttin der kriegerischen Tüchtigkeit.

Ostara-Ritual 2018 – Nerthus

  1. Eröffnung: Zwischen Licht und Dunkel stehe ich, im Scheitelpunkt der Waage, und halte das Gleichgewicht.

    Heute ist der Tag, an dem wir aus der Zeit der Kälte heraustreten

    und den sonnigeren Tagen entgegen schreiten.

    Die Erde ist erwacht,

    und es ist schon deutlich länger hell als noch vor wenigen Wochen.

    Überall zeigen sich Spuren neuen Lebens,

    Zeichen für den Neubeginn,

    Hinweise darauf, dass das Rad des Jahres sich weiterdreht.

    Hier stehe ich,

    allein, doch umgeben von der wiedergeborenen Natur,

    und durch sie verbunden mit vielen anderen.

  2. Reinigung
  3. Mutter Erde grüßen: Wir stehen überwältigt vor deiner Pracht, die sich gerade Bahn bricht,Mutter Erde,die Fülle des neuen Lebens,

    die unsere Sinne erfüllt mit Düften und Farben.

    Erde im Wandel, sich immer wieder verändernd,

    immer wieder erneuernd und doch unser fester Ruhepunkt:

    Erde im Gleichgewicht,

    uns immer wieder verankernd im Hier und Jetzt, im Leben und im Ritual.

    Amen!

  4. Bitte um Inspiration: Lied: Anrufung zu Ogmios
  5. Begründung: Ich bin hier, um heute, wenn Tag und Nacht gleich lang sind, das Fest des neu erwachten Lebens zu feiern,meinen Bund mit den Kindred zu bestätigen und zu festigen,

    ganz besonders aber mit Nerthus.

  6. Den Kosmos wiedererschaffen
  7. Die Tore öffnen
  8. Die Kindred einladen
  9. Hauptopfer: Alles hat seine Zeit:Es gibt eine Zeit des Erntens und eine Zeit des Säens.Es gibt eine Zeit des Sonnenscheins und eine Zeit des Regens.

    Es gibt eine Zeit des Reifens und eine Zeit des Wachsens.

    Es gibt eine Zeit des Ruhens und eine Zeit des Arbeitens.

    Es gibt eine Zeit um Bilanz zu ziehen und eine Zeit des Planens.

    Es gibt eine Zeit des Dankens und eine Zeit des Bittens.

    Diese Zeit ist nun gekommen.

    Nerthus, Erdgöttin,

    ich grüße dich und heiße dich an diesem Frühlingstag willkommen.

    Heute, wenn Tag und Nacht gleich lang sind, bitte ich dich:

    Fahr mit deinem Wagen aus und bring uns die Tage des Planens, des Säens und des Wachsens.

    Schenk der Erde deinen Frieden, damit unsere Saat auch die Zeit hat zu wachsen und zu reifen.

    Lehre mich dein Wissen,

    Nerthus, Herta, Jörd,

    und nimm dafür meine Geschenke an!

  10. Opfergebet  Lied: Sehet mich
  11. Omen
  12. Bitte um Segen/Heiligung:   Ich habe meine Geschenke überbracht, wie viele andere vor mir.Und wie ihnen wird mir im Gegenzug ein Geschenk gemacht.Kindred,

    nehmt diesen Kelch und segnet seinen Inhalt:

    Macht ihn zum Wasser aus den Tiefen der Erde und zum Regen, der vom Himmel fällt.

    Füllt ihn aus der Quelle der Inspiration, damit die, die davon trinken,

    gesegnet sind mit Gesundheit, Weisheit und Wohlstand!

    Der Segen der Kindred ruhe auf mir und in mir!

Awen-Awen-Awen

Siehe, das Wasser das Lebens!

  1. Annahme des Segens:   Der Segen der Kindred erfüllt meinen Körper, meinen Geist und meine Seele:Möge ich wie das Erdreich sein: Bereit zum Umgraben und das neue Leben willkommen heißend!Möge ich wie die Knospe sein: Mein Potential erkennend und in Farben explodierend!

    Möge ich wie der Fluss sein: Das neue Wasser aufnehmend und mit Kraft vorwärts strebend!

    Möge ich wie die Sonne sein: In den Frühling wandernd und der Welt das Licht bringend!

    (nach Theo Bishop, SDF)

  1. Kernarbeit: vorbereitet: eine Schale mit Sand oder Erde, die mit Erde aus dem Garten gemischt wird, ein Rest des Segens aus dem Kelch, ggf. eine kleine Schaufel

vor dem Sprechen kleine Meditation zur Erde durchführen, was bedeutet dieser Segen speziell für mich?

Vor mir steht eine Schale mit Erde aus meinem Garten,

Erde, in die ich in den nächsten Tagen und Wochen säen und pflanzen möchte.

Den Segen der Nerthus rufe ich in jedes einzelne Sandkorn:

Reck dich und streck dich, Erde,

und heiße das neue Leben willkommen.

Den Segen der Nerthus rufe ich in jedes einzelne Sandkorn:

Wo du auch hinfällst: Sei fruchtbar

und bereichere den Boden.

Den Segen der Nerthus rufe ich in jedes einzelne Sandkorn:

Schenk der Welt deine Frieden,

damit die Saat aufgehen und reifen kann,

damit die Zukunft eine Chance hat.

Jeweils einen kleinen Schluck des Kelchinhalts auf die Erde gießen, anschließend gut vermengen. In einer (Solo)prozession durch den Garten gehen und die Erde überall verteilen – kann auch zu einem späteren Zeitpunkt passieren.

  1. Dank und Verabschiedung
  2. Die Tore schließen
  3. Mutter Erde danken: Mutter Erde,du ewige Verwandlungskünstlerin!Aus weiß, schwarz und braun der kalten Jahreszeit verwandelst du dich

    in ein Kaleidoskop von Farben.

    Und doch bist du immer du,

    Mutter Erde,

    und hältst die Welt im Gleichgewicht.

    Auch in diesem Ritual warst du für uns da,

    und dafür danken wir dir.

    Nimm, was wir nicht gebraucht haben,

    mache es zu einem Teil der Wandlung.

  4. Beendigung des Rituals:   Lied: März, der lässt die Bäche springen

Ein deutsches ADF-Ritualhandbuch

Hier möchte ich euch das vorläufig fertige deutsche Handbuch für die Ritualgrundstruktur von ADF vorstellen, das nach einem Jahr Arbeit nun endlich fertig ist.

Es ist untergliedert in die verschiedenen Ritualbausteine. Zu jedem findet ihr hier die aktuelle Inhaltsangabe, die Bausteine sind auch als Download verfügbar.

Dies ist ein ehrenamtliches Projekt. Ich verdiene daran nichts, aber ich möchte euch bitten, wenn ihr Texte weiterverwendet, einen Hinweis auf eure Quelle zu geben. Nicht so sehr meinetwegen, sondern wegen der anderen Leute, deren Texte ich verwenden durfte. Die mit B.R. gekennzeichneten Inhalte dürft ihr selbstverständlich euren persönlichen Bedürfnissen anpassen.

Viele der Lieder findet ihr hier im Blog auch als Audiodatei zum Reinhören.

Prozession und Eröffnung ALLGEMEIN 01-G-01 Lied: Wir stehen hier
ALLGEMEIN 01-G-02 Lied: Wir nähern uns dem heil’gen Hain („We approach the sacred grove“ von Ian Corrigan)
ALLGEMEIN 01-G-03 Lied: Kommt zum Hain
ALLGEMEIN 01-G-04 Die Geister des Himmels sind über uns…

Baukasten – 01 – Prozession und Eröffnung

 

Reinigung ALLGEMEIN 2-G-01 Durch die Kraft des Wassers…
ALLGEMEIN 2-G-02 Möge ich rein sein, damit ich …
ALLGEMEIN 2-G-03 Möge ich frei sein von allem…
ALLGEMEIN 2-G-04 Durch die Kräfte, die erschaffen …
NORDISCH-GERMANISCH 2-G-05 Wir reinigen die Stelle…
NORDISCH-GERMANISCH 2-G-06 Hammer im Norden, …

Baukasten – 02 – Reinigung

 

Die Erdmutter grüßen ALLGEMEIN 03-G-01 Du stehst am Anfang und am Ende…
ALLGEMEIN 03-G-02 Ich stehe mit beiden Füßen …
ALLGEMEIN 03-G-03 Ich schütte meine Furcht …
ALLGEMEIN 03-G-04 Mutter Erde – Beltane
ALLGEMEIN 03-G-05 Mutter Erde – Mittsommer
ALLGEMEIN 03-G-06 Mutter Erde – Lughnasadh
ALLGEMEIN 03-G-07 Mutter Erde – Herbst-Tagundnachtgleiche
ALLGEMEIN 03-G-ß8 Mutter Erde – Samhain
ALLGEMEIN 03-G-09 Mutter Erde – Mittwinter
ALLGEMEIN 03-G-10 Mutter Erde – Imbolc
ALLGEMEIN 03-G-11 Mutter Erde – Frühlings-Tagundnachtgleiche
SLAWISCH 03-G-12 Lied: Mokoshi
ALLGEMEIN 03-G-13 Lied: Mutter Erde, X X
NORDISCH-GERMANISCH 03-G-14 Großzügige Erde, gebende Erde

Baukasten – 03 – Die Erdmutter grüßen

 

Begründung des Rituals ALLGEMEIN 04-G-01 Ich bin hier, um dem …
ALLGEMEIN 04-G-02 Heute ist …
ALLGEMEIN 04-G-03 Wir sind hier, um die Götter und Geister zu ehren…

Baukasten – 04 – Begründung des Rituals

 

Den Kosmos wieder erschaffen ALLGEMEIN 05-G-01 Lied: Mit Feuer und mit Wasser („Portal Song“, Ian Corrigan)
ALLGEMEIN 05-G-02 Oben und unten
ALLGEMEIN 05-G-03 Lied: Aus den Tiefen der Urquelle
ALLGEMEIN 05-G-04 In der Tiefe fließt …
ALLGEMEIN 05-G-05 Lied: Göttlicher Funke
ALLGEMEIN 05-G-06 Lied: Himmel, Land und Meer
ALLGEMEIN 05-G-07 Wie alles begann…
ALLGEMEIN 05-G-08 Die Wasser halten und umgeben mich
ALLGEMEIN 05-G-09 Lied: Der große, der hohe, der schöne Weltenbaum
ALLGEMEIN 05-G-10 Lasst uns 3 Atemzüge nehmen…
ALLGEMEIN 05-G-11 Am Anfang war das große Nichts…
ALLGEMEIN 05-G-12 Wer sind wir? …
KELTISCH-IRISCH 05-G-13 Eine Quelle weiß ich …
ALLGEMEIN 05-G-14 Ich erwecke die Kraft der…
KELTISCH-GALLISCH 05-G-15 Tief aus Antumnos …

Baukasten – 05 – Den Kosmos wiedererschaffen

 

Die Tore öffnen ALLGEMEIN 06-G-01 Ich mache dem Hüter der Tore dieses Opfer…
ALLGEMEIN 06-G-02 Hüter, vereine deine Kraft mir der unseren….
ALLGEMEIN 06-G-03 Hüter der Tore, ich rufe dich: …
ALLGEMEIN 06-G-04 Lass das Meer sich nicht erheben…
KELTISCH-GALLISCH 06-G-05 Cernunnos, du, der zwischen den Dingen sitzt…
KELTISCH-GALLISCH 06-G-06 Und hier, in der heiligen Mitte…
KELTISCH-GALLISCH 06-G-07 Lied: Cernunnos, öffne die Tore
NORDISCH-GERMANISCH 06-G-08 Heimdall! Du, der das Gras wachsen hört…
NORDISCH-GERMANISCH 06-G-09 Heimdall! Dich sehe ich an der Brücke stehen…
NORDISCH-GERMANISCH 06-G-10 Um Donars Macht ich bitte…
SLAWISCH 06-G-11 Triglav, dreiköpfiger Gott, …

Baukasten – 06 – Die Tore öffnen

 

Die Kindred einladen ALLGEMEIN 07-G-01 Es ist Zeit, die Kindred einzuladen
ALLGEMEIN 07-G-02 Vor dem Brunnen stehe ich …
ALLGEMEIN 07-G-03 Die Kinder der Erde rufen zu den Vorfahren
ALLGEMEIN 07-G-04 Vorfahren, ihr, die hier vor mir wart
ALLGEMEIN 07-G-05 Götter, Ahnen und Geistervolk
ALLGEMEIN 07-G-06 Ich rufe meine Vorfahren
ALLGEMEIN 07-G-07 Hallo Vorfahren!
NORDISCH 07-G-08 Zum Fest rufen wir euch …
ALLGEMEIN 07-G-09 LIED: Ahnenlied („Ancestors Chant“, C. Serith)
ALLGEMEIN 07-G-10 Als du geboren wurdest…
ALLGEMEIN 07-G-11 Wir rufen die Vorfahren…
ALLGEMEIN 07-G-12 Ihr, die uns mit eurer Majestät…
ALLGEMEIN 07-G-13 Wir rufen die Geister des Landes…
ALLGEMEIN 07-G-14 Wir erheben unsere Hände…
ALLGEMEIN 07-G-15 Unsere Stimmen erklingen unter …
ALLGEMEIN 07-G-16 LIED: Götter, Geister, Kindred drei („Gods, and Dead and Mighty Sidhe“, Ian Corrigan, Ü: B.R.)
ALLGEMEIN 07-G-17 LIED: Wir ehren sie im Lied („Ancestor’s song“, Kellianna; Ü/E: B.R.)

Baukasten – 07 – Die Kindred einladen

 

Hauptopfer 08
Opfergebet ALLGEMEIN 09-G-01 LIED: Sehet mich
ALLGEMEIN 09-G-02 Wir haben euch …
ALLGEMEIN 09-G-03 Meine Stimme durchdringt …
ALLGEMEIN 09-G-04 Götter und Geister, …
ALLGEMEIN 09-G-05 Nun haben wir von unserer Liebe und und unserem Reichtum gegeben…

Baukasten – 08 – Hauptopfer

Baukasten – 09 – Opfergebet

 

Omen ALLGEMEIN 10-G-01 Ich sitze still und lausche…
NORDISCH-GERMANISCH 10-G-02 Nornen, ihr sitzt da und webt…
ALLGEMEIN 10-G-03 Wir haben euch unsere Geschenke überbracht…
ALLGEMEIN 10-G-04 Wir stehen an der Schwelle…
KELTISCH-GALLISCH 10-G-05 LIED: Flieg, Vogel, flieg
SLAWISCH 10-G-06 LIED: In meiner Hand ein Stück Metall

Baukasten – 10 – Omen

 

Bitte um Segen ALLGEMEIN 11-G-01 LIED: Hebt den Becher („Pour the waters“, Ian Corrigan)
ALLGEMEIN 11-G-02 LIED: Bringt uns das Wasser des Lebens („Send down the waters“. Melissa Burchfield)
ALLGEMEIN 11-G-03 Ich bitte euch nun, Kindred: …
NORDISCH 11-G-04 Ich bitte euch nun, Asen und…
ALLGEMEIN 11-G-05 Kindred, wir haben euch unsere Opfergaben gebracht…..
ALLGEMEIN 11-G-06 Dies ist ein wirklich mächtiges Omen….
NORDISCH-GERMANISCH 11-G-07 Aus dem Speichel der Götter…

Baukasten – 11- Bitte um Segen

 

Heiligung ALLGEMEIN 12-G-01 LIED: Wasser voll von Möglichkeiten
ALLGEMEIN 12-G-02 Der Segen der Ahnen /AWEN
KELTISCH-IRISCH 12-G-03 Segen der Morrigan (Cathe Mag Tuired)
ALLGEMEIN 12-G-04 Leuchtende Götter, …
NORDISCH-GERMANISCH 12-G-05 Von den Göttern zur Erde zu uns…
KELTISCH 12-G-06 Kraft des Feuers, Kraft des Blitzes… (Carmina Gadelica)
NORDISCH-GERMANISCH 12-G-07 Odin, Allvater! …

Baukasten – 12 – Heiligung

 

Annahme des Segens ALLGEMEIN 13-G-01 LIED: Der Segen der Kindred wirke in mir
ALLGEMEIN 13-G-02 Ich nehme euren Segen an…
ALLGEMEIN 13-G-03 Der Segen der Kindred durchströmt…
ALLGEMEIN 13-G-04 LIED: Der Segen der Götter fließt nun in mir („Power of the spirits“, Ian Corrigan)
ALLGEMEIN 13-G-05 Der Segen der Leuchtenden…
ALLGEMEIN 13-G-06 Ich öffne mich für …
NORDISCH-GERMANISCH 13-G-07 Goldener Met, Skaldenmet…

Baukasten – 13 – Annahme des Segens

 

Arbeiten 14
Danken und Verabschieden ALLGEMEIN 15-G-01 Leuchtende, Ahnen und Naturgeister…
ALLGEMEIN 15-G-02 Die Zeit des Abschieds ist nun hier…
ALLGEMEIN 15-G-03 Liebe Vorfahren, ….

Baukasten – 14 – Arbeiten

Baukasten – 15 – Danken und Verabschieden

 

Die Tore schließen ALLGEMEIN 16-G-01 Herr der Tore, wir danken dir für deinen Schutz…
NORDISCH-GERMANISCH 16-G-02 Heimdall, du hast mein Tun begleitet…
KELTISCH-GALLISCH 16-G-03 Cernunnos, du hast mein Tun begleitet…
SLAWISCH 16-G-04 Triglav, dreiköpfiger Gott…

Baukasten – 16 – Die Tore schließen

 

Dank an die Erdmutter ALLGEMEIN 17-G-01 Erdmutter, wir danken dir…
17-G-02 Mutter Erde, Lebensspenderin, …
17-G-03 Mutter Erde, deine Hände halten mich…
17-G-04 Zu Mittsommer
17-G-05 Zu Lughnasadh
17-G-06 Zur Herbst-Tagundnachtgleiche
17-G-07 Zu Samhain
17-G-08 Zu Mittwinter
17-G-09 Zu Imbolc
17-G-10 Zur Frühjahrs-Tagundnachtgleiche

Baukasten – 17 – Der Erdmutter danken

 

Ritual beenden ALLGEMEIN 18-G-01 Lied: Bis zum nächsten Mal
ALLGEMEIN 18-G-02 Lied: Wenn wir nun gehen
ALLGEMEIN 18-G-03 Unser Ritual nähert sich dem Ende…
ALLGEMEIN 18-G-04 Ihr geliebten und heilsendenden Götter… ( Iolo Morganwg, The Gorsedd Prayer)
ALLGEMEIN 18-G-05 Unser Ritual ist nun beendet und…

Baukasten – 18 – Das Ritual beenden

 

Optionale Bausteine Gabe an die Außenstehenden 19-G-01 Außenstehende Naturgeister …
19-G-02 Dies gilt denen, …
19-G-03 Wir haben unsere Ziele, …
19-G-04 Außenstehende, hört meine Worte…

Baukasten – 19 – Gabe an die Außenstehenden 

 

 Optionale Bausteine Bitte um Inspiration
KELTISCH – GALLISCH 20-G-01 LIED: Anrufung zu Ogmios
KELTISCH – GALLISCH 20-G-02 LIED: Gefesselt von deinen Worten
KELTISCH 20-G-03 Sei gegrüßt, Brighid….
KELTISCH-WALISISCH 20-G-04 Dreifaltige Brighid…
KELTISCH-WALISISCH 20-G-05 Cerridwen, Hüterin des Kessels…
NORDISCH 20-G-06 Dort am Fluss sitzt du, Saga …
NORDISCH 20-G-07 Der Klang deiner Harfe, Bragi…

Baukasten – 20 – Bitte um Inspiration

 

 Optionale Bausteine Erden und Zentrieren 21-G-01 2 Kräfte-Kurzanleitung für Gruppen aus dem DP
21-G-02 Ich bin ein Mensch…
21-G-03 Wo stehe ich? …
21-G-04 2 Kräfte-Meditation komplett

Baukasten – 21 – Erden und Zentrieren

 

Göttinnen und Götter KELTISCH-IRISCH 22-G-01 LIED: „Hymn to Bridget“ (Isaac Bonewits)
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-02 LIED: Baldurs Abschied
KELTISCH-IRISCH 22-G-03 LIED: Brighid, du bist toll
ANGELSÄCH-SISCH-GERMANISCH 22-G-04 LIED: Ostara geht wieder über das Land
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-05 LIED: Skirnirs Ritt
SLAWISCH 22-G-06 LIED: Perún und Veles
KELTISCH-GALLISCH 22-G-07 LIED: Carpe diem, Nantosuelta
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-08 Odin-Odin-Odin
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-09 Rabengott, Herr der Wölfe (Odin)
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-10 Heil sei dir, Erntegott (Freyr)
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-11 Im raschelnden Herbstlaub… (Freyr)
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-12 Freya! Liebliche Göttin….
ALLGEMEIN 22-G-13 LIED: Hans Gerstenkorn („John Barleycorn“, trad.)
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-14 LIED: Fylgia
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-15 LIED: Hold, Hold, Hold
KELTISCH-IRISCH 22-G-16 Brighid, du bist die Hüterin …
KELTISCH-IRISCH 22-G-17 Ich rufe an und rufe herbei (Brighid)
ALLGEMEIN 22-G-18 Wold, Wold, Wold
KELTISCH-IRISCH 22-G-19 Wenn die Erde in Schlaf verfällt (Cailleach)

Baukasten – 22 – Göttinnen und Götter

 

JAHRESKREISFESTE

Baukasten – 23 – Festtage

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschichte: Wie die Tochter der Lüfte den Kosmos formte – ein finnischer Mythos für Kinder erzählt

Einst gab es nur Wasser und Wind. Leben gab es keines, wie wir es kennen. Mit dem Wind dahin trieb die Ilmatar, die Lüftetochter, durch die Leere. Es gab gar nichts zu gucken, nichts zu erleben. Es gab einfach nichts. So ging es für lange Zeit. Irgendwann wurde es dem Mädchen zu langweilig. Sie ließ sich hinab auf die Wellen sinken. Da kam ein Sturm auf: Der Wind tobte, das Meer brauste und die Wellen umspülten sie. Der Ostwind verband sich mit der rauen See und hauchte ihr Leben ein: Die junge Frau wurde schwanger.

Ihre Schwangerschaft dauerte lange: 700 Jahre trieb die Lüftetochter über das Meer, alle Ecken des Ozeans besuchte sie, aber das Kind wollte nicht kommen. Irgendwann wurden ihr die Schmerzen zuviel und sie klagte dem Universum ihr Leid: „Wieviel besser wäre es jetzt, mit dem Wind dahin zu fliegen, als hier im Wasser darauf zu warten, dass mein Kind geboren wird. Ich arme Wassermutter!“ Und sie bat Ukko, den Gott des Himmels, um Hilfe.

Ukko hörte ihre Klage, und er hatte Mitleid mit ihr. Er sandte eine Ente, ein Tier des Wassers und der Luft, hinab zu ihr. Die Ente flog über das Meer und suchte nach einem Plätzchen, wo sie ihr Nest bauen könnte. Aber weit und breit war keine Insel zu sehen, kein sicherer Fleck.

Schließlich erspähte der Vogel doch noch einen Ort, den er für einen grasbewachsenen Hügel hielt. Es war das Knie der Wassermutter, denn das war nun Windstochters neuer Name. Dort ließ die Ente sich nieder und baute ihr Nest. Sie legte sechs goldene Eier und ein siebtes aus Eisen, setzte sich auf das Nest und begann eifrig zu brüten. Sie brütete einen Tag, zwei Tage, drei Tage.

Am dritten Tag hielt die Wassermutter die ungewohnte Hitze auf ihrem Knie nicht mehr aus. Sie reckte und streckte sich und schüttelte ihre Glieder. Dabei fielen die Eier ins Wasser und zerbrachen. Doch was für ein Glück: Die Stücke der Schale verkamen nicht etwa im Schlamm am Meeresgrund, sondern aus dem unteren Schalenstück wurde die Erdkrümmung und das obere Stück formte die Himmelswölbung. Das Eigelb blieb am Himmel und wurde zur Sonne. Das Eiweiß verwandelte sich in Mond und kleine Schalensplitter in Sterne. Dunkle Schlieren wurden zu Wolken am Himmel.

Schließlich, im zehnten Sommer, spürte die junge, schöne Frau, wie sich in ihr etwas regte: Die Wehen setzten ein, und sie wand sich hin und her.

Wo sich ihre Hand festkrallen wollte, formten sich Landspitzen. Wo ihr Fuß lag, entstanden Senken, in denen Fische leben konnten und Schluchten, in denen sich Lachse zu Hause fühlen konnten. Tiefe Meeresschluchten bildeten sich, wo ihr Körper im Wasser versank. Dort, wohin sich ihre Hüfte drehte, tauchten flache Uferstrände aus dem Wasser auf, und wenn sie ihren Kopf dem Land entgegenstreckte, formten sich breite Buchten. Zwischen den Wehen ruhte sie sich aus, und trieb ein wenig weiter aufs Meer hinaus. Dabei entstanden Klippen und gefährliche Riffe im Meer, die später noch oft Schiffen zum Verhängnis werden sollten.

So schuf sie Inseln mit Feldern und Wiesen und mit felsigen Gebirgen, die zum Himmel aufragten.

Und doch dauerte es insgesamt 30 Jahre, bis Wäinämöinen, der Sänger, endlich geboren wurde! Lange wartete er darauf, dass Sonne, Mond und Sterne ihm in Bauch seiner Mutter scheinen würden. Doch nichts geschah.

Endlich, endlich fasste das Kind seinen ganzen Mut zusammen und verließ die dunkle Enge des Mutterleibs. Mit aller Kraft durchstieß es die Pforte und stürzte sich kopfüber in die Wellen.

Acht weitere Jahre dauerte es, bis das Kind schließlich eine Landzunge erreichte und an Land ging. Staunend blickte Wäinämöinen zum Himmel empor und bewunderte Sonne, und Mond und die Sterne des Großen Bären, die nun auf ihn herableuchteten. Wäinämöinen, den man später den Weisen nennen sollte, was geboren! Und auf diesem Weg gab Ilmatar, die Wassermutter und Lüftetochter, auch dem Kosmos, wie wir ihn kennen, seine Form.

(free retold, based on „Kalevala.“, Rune 1, translated by Anton Schiefner, Bibliotheca Augustana. N.p., n.d. Web. 24 May 2017.

Geschichte: Warum es Winter wird – ein griechischer Mythos für Kinder erzählt

Die griechische Göttin Demeter ist die Göttin der Ernte. Selbst hatte sie aber nur eine Tochter, Persephone, die sie sehr liebte. Persephone war sehr hübsch, Als sie eines Tages fröhlich vor sich hin tanzte und Blumen pflückte, sah sie der Gott Hades. Hades herrschte über die Unterwelt und wirkte immer sehr finster und mürrisch. Hades beobachtete Persephone und verliebte sich in sie. Er fand sie toll, aber er wusste, dass es schwer für ihn werden würde, Persephone davon zu überzeugen, dass er der Richtige für sie wäre. Auch Zeus, sein Bruder, konnte oder wollte ihm keinen Rat geben.

Kurz entschlossen lockte er Persephone in eine Falle und entführte sie in sein Reich.

Nach einiger Zeit machte Demeter sich Sorgen um ihre Tochter. Sie war nun schon ein ganze Weile weg, ohne Bescheid zu sagen. Demeter machte, was alle Mütter tun: Sie zog los und fragte alle Leute, die sie traf, ob sie ihre Tochter gesehen hätten.Neun Tage lang irrte sie mit einer Fackel in der Hand umher. Schließlich erzählte ihr Hekate, dass Persephone entführt worden sei. Aber auch sie wusste nicht, wer der Übeltäter war. Zusammen suchten sie weiter und trafen Helios, den Sonnengott. Er hatte die Tat beobachtet und nannte ihnen Hades.

Demeter wurde böse und sehr, sehr traurig. Hades war der Bruder von Göttervater Zeus. Dieser würde nichts gegen seinen Bruder unternehmen. Demeter wollte mit den anderen Göttern nichts mehr zu tun haben. Sie zog eine Weile in der Welt der Menschen umher.

Aber sie vermisste ihre Tochter immer noch. Und weil sie so traurig war, befahl sie den Pflanzen, dass sie nicht mehr wachsen sollten. Bald war alles Grün vertrocknet undes gab nichts mehr zu essen. Die Menschen machten sich Sorgen und beteten zu den Göttern, denn eine Hungersnot bedrohte die Erde.

Auch Zeus beobachtete das Ganze mit Sorgen. Was sollten die Götter tun, wenn es keine Menschen mehr gäbe, die ihnen Weihrauch schickten und zu ihnen beten würden? Es musste etwas geschehen. Zeus beauftragte Hermes, den Götterboten, zu Hades zu gehen. Er sollte ihn überreden, Persephone gehen zu lassen.

Hades willigte ein. Doch bei Abschied überredete er sie ein paar Granatapfelkerne zu essen um sich zu stärken. Es ist aber so, dass jeder, der etwas von dem Essen der Unterwelt gegessen hat, an das Totenreich gebunden ist.

So konnte Persephone zwar zu ihrer Mutter zurückkehren, die sich freute und zur Erleichterung aller die Pflanzen wieder wachsen ließ. Doch jedes Jahr muss sie für vier Monate zu Hades in die Unterwelt ziehen. In dieser Zeit trauert Demeter und alles Leben ruht. Dann ist bei uns Winter.

Aber im Frühling kehrt Persephone wieder an die Erdoberfläche zurück und bringt die Sonne und die Blumen mit sich.

Gottheit der Woche 11: Nerthus zu Ostara

Alles hat seine Zeit:

Es gibt eine Zeit des Erntens und eine Zeit des Säens.

Es gibt eine Zeit des Sonnenscheins und eine Zeit des Regens.

Es gibt eine Zeit des Reifens und eine Zeit des Wachsens.

Es gibt eine Zeit des Ruhens und eine Zeit des Arbeitens.

Es gibt eine Zeit um Bilanz zu ziehen und eine Zeit des Planens.

Es gibt eine Zeit des Dankens und eine Zeit des Bittens.

Diese Zeit ist nun gekommen.

Nerthus, Erdgöttin,

ich grüße dich und heiße dich an diesem Frühlingstag willkommen.

Heute, wenn Tag und Nacht gleich lang sind, bitte ich dich:

Fahr mit deinem Wagen aus und bring uns die Tage des Planens, des Säens und des Wachsens.

Schenk der Erde deinen Frieden, damit unsere Saat auch die Zeit hat zu wachsen und zu reifen.

Lehre mich dein Wissen,

Nerthus, Hertam Jörd,

und nimm dafür meine Geschenke an!

 

In English:

There’s a time for everything:

A time to harvest and a time to sow.

A time for sunshine and a time for rain.

A time to ripen and a time to grow.

A time to rest and a time to work.

A time to take stock and a time to make plans.

A time to thank and a time to ask for something.

Now is this time.

Nerthus, earth goddess,

I greet you and welcome you at this spring day.

Today, when day and night are equally long,

I ask you:

Drive around with your chariot and bring us the days of planning, sowing and growing.

Bless the earth with your peace, so that our seeds have enough time to grown and ripen.

Teach me your knowledge,

Nerthus, Herta, Jörd,

and take my presents for you in return!