Category: Rituale

Das Buch der Toten

8. November 2019

Woher ich diese Idee habe, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Es ist jedenfalls nicht auf meinem Mist gewachsen, aber ich nutze das Konzept seit einiger Zeit.

Im Laufe des Jahres notiere ich mir, wenn jemand in meinem Umfeld stirbt, den Namen, und was er für mich bedeutet hat. In den Tagen vor Samhain setze ich mich auch noch einmal mit meinen übrigen Ahnen des Herzens und des Geistes auseinander: Wer ist noch immer mein Held, mein persönliches Vorbild? Und warum?

Daraus stelle ich eine Liste zusammen mit allen Vorfahren, derer ich gedenken möchte.

In diesem Jahr haben wir Schwimmkerzen entzündet (Tipp: Besorgt euch die im Sommer! Im Oktober kriegt man die kaum noch, weil es Saisonware ist.) Bei jeder Kerze habe ich einen Namen genannt und die Bedeutung dieser Person für mich.

Also z.B.: Diese Kerze entzünde ich für Anne Schmitt, weil sie mir von Anfang an eine gute Nachbarin war. Diese Kerze entzünde ich für Eric Canali, der mir ein Vorbild inspirituellen Dingen ist….

Im nächsten Jahr beginne ich mit dieser Liste als Grundlage. Unter Umständen kann das Ritual dadurch sehr lang werden, aber hey, das ist es wert.

Samhain-Ritual 2019

8. November 2019

Dieses Samhainritual war insofern etwas Besonderes, weil ich diesmal nicht allein, sondern gemeinsam mit meinen Eltern und Schwestern gefeiert habe, allesamt katholisch und in der Kirche engagiert.

Für die meisten von ihnen war es das erste Mal, dass sie einen Einblick in meinen Glauben bekommen haben. Ich habe das Ritual bewusst so gestaltet, dass es sehr persönlich ist und jeder sich mit einbezogen fühlt in die Kernarbeit. Jeder sollte vorab einen Brief an einen Verstorbenen schreiben, der ihm viel bedeutet hat bzw. dem er noch etwas sagen wollte. Die Briefe wurden nicht vorgelesen, sondern in einen Briefumschlag mit etwas Räucherwerk gepackt und verschlossen.

Es war ein wunderbares Ritual, das mich noch lange beschäftigt hat. Viele Erinnerungen sind hochgekommen, bei uns allen, und so sollte es auch sein.

Lied: Kommt zum Hain

Eröffnung/Anlass

Dunkel ist es und kalt und ungemütlich. In dieser Nacht, der Nacht von Samhain, stehe ich hier draußen zwischen den Jahren. In dieser Nacht, in der die Schleier zwischen den Welten dünn sind, grüße ich meine Vorfahren. Ich erinnere mich an die, die von uns gegangen sind und halte die Erinnerung an sie wach. Ich lasse sie in meinem Herzen wieder lebendig werden.

REINIGUNG

Mutter Erde begrüßen

Kühl streicht der Wind über meine Haut, kühl streicht er über deine Haut, Mutter Erde. Nebelschwaden hüllen dich ein und verbergen dich oft vor meinem Blick.

Tautropfen glitzern auf den Spinnwebfäden, die sich zwischen den Gräsern spannen,

die sich zwischen den Ästen spannen, die sich zwischen mir und der Welt spannen:

Zeichen für das große Netz des Lebens, in dem wir alle miteinander durch dich verbunden sind, durch den Raum und durch die Zeit.

Nicht gefangen, nicht hilflos, sondern als denkende, fühlende Wesen mit Verantwortung füreinander.

Halte mich, Mutter Erde, sei mein Anker im Hier und Jetzt, wenn sich die Schleier zwischen den Welten öffnen und Zeit und Raum keine Rolle mehr spielen. Amen!

KOSMOS

Lied: Himmel über mir

Torhüter/Tore öffnen

KINDRED EINLADEN

Ehrengast

Nehalennia,

du wachst über die Fracht, und sorgst dafür, dass sie sicher ihr Ziel erreicht.

Die meiste Zeit über handelt es sich um irgendwelche Güter,

aber manchmal handelt es sich dabei um Seelen,

die auf dem Weg in die Anderswelt ihrer Wahl sind.

Du geleitest sie über Wellen und Wogen,

durch die Schleier hindurch und über den Regenbogen,

bis sie das andere Ufer erreichen

und ihren Platz einnehmen können, ob in der Unterwelt, auf den Inseln im Westen oder im Himmel.

Dich begrüßen wir heute als unsere Fährfrau.

Wenn wir deine Dienste auch nicht persönlich benötigen,

so ehren wir dich doch als Führerin der Toten.

Opfergebet

Lied: Sehet mich

OMEN

BITTE UM SEGEN/HEILIGUNG

Instrumental: Southwind

Kernarbeit:

(vorbereitete Briefumschläge mit Räucherwerk bereitlegen, große flache Schale(Quelle) und Schwimmkerzen, Feuerzeug)

Heute erinnern wir uns an die, die uns vorausgegangen sind, unsere Vorfahren. Nicht nur die leiblichen Vorfahren, sondern auch die, die uns ein Vorbild waren, unsere persönlichen Helden, und die, die uns ans Herz gewachsen sind. Wir reichen durch die Schleier zwischen den Welten hindurch und grüßen euch.

Für manche von euch haben wir noch eine persönliche Botschaft, etwas, das wir euch noch sagen wollten.

Euch alle haben wir nicht vergessen, und ihr ihr werdet auch nicht in Vergessenheit geraten, so lange wir uns an euch erinnern können, an eure Erlebnisse, an eure Geschichten, an das, was ihr für uns bedeutet habt.

(Hinweis an die Gruppe)

Ich bitte euch nun, eure Briefe nacheinander ins Feuer zu werfen und zu sagen, für wen dieser Brief bestimmt ist. Wer mag, kann sich daran anschließen, und etwas erzählen, was er mit demjenigen verbindet.

Für die Vorfahren, an die wir uns erinnern wollen, aber ohne einen persönlichen Brief, zünden wir eine Schwimmkerze an. Ihr seid eingeladen, alle zu nennen, die euch wichtig sind.

(Das Buch der Toten 2019 verlesen)

anschließend: Möge die Straße (Lied)

DANK UND VERABSCHIEDUNG

TORE SCHLIEßEN

Verabschiedung von Mutter Erde

Was von dir kam, Mutter Erde, kehrt irgendwann zu dir zurück.

Nie ist uns das so bewusst wie in dieser Zeit, wenn die Welt um uns trüb und nass und neblig erscheint.

Vergänglich sind auch diese Dinge, die ich nicht benötigt habe.

Nimm sie von mir, Mutter Erde, und nimm meinen Dank.

Beendigung des Rituals

Mein Ritual nähert sich dem Ende:

Ich habe meinen Bund mit den Kindred bestätigt und gefestigt.

Ich habe mich an meine Ahnen erinnert, daran, wo ich herkomme und mit wem ich verbunden bin. Nun sind die Tore geschlossen: Das heilige Feuer ist erloschen, doch in uns brennt es weiter. Die heilige Quelle ist versiegt, doch in uns fließt sie ewig. Der Weltenbaum mag schwanken, doch wir stehen stark und fest auf dieser Erde.

Unser Ritual ist beendet. Amen!

Lied: Wenn wir nun gehen

Prayer a day 2019: Kerzengebet

8. November 2019

A candle prayer

This candle burns for someone who is important for me.

Her light shines for that one in difficult times and at dark places.

Her warmth surrounds her, when there is nobody around to hug that person.

Her mass dwindles for that one when this person needs strength urgently.

This candle burns for someone I can‘t support otherwise.

Prayer a day 2019: Eine Wiedererschaffung des Kosmos

7. November 2019

Aus unbekannten Gründen lässt sich die dazugehörige Gebetskarte nicht hochladen. Daher die reine Textversion.

Eine (Wieder)erschaffung des Kosmos

Hier stehe ich und frage:

Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich?

Und um mich herum und in mir selbst forme ich den Kosmos:

Das Land unter meinen Füßen, das mich trägt.

Und über mir den Himmel, voller brennender Gestirne:

Die Sonne,

lebenspendend, wärmend, Funke der Transformation

und Mond und Sterne, Lichter in der Dunkelheit,

Bewahrer von Geschichten und alten Mythen.

Und um mich das Wasser:

Das Meer, das an die Ufer rollt,

und die Flüsse, die das Land durchziehen,

die Erinnerungen mit sich tragend,

lebenserhaltend, erneuernd, reinigend.

Und dazwischen den Weltenbaum,

beides miteinander verbindend,

der das Gewebe des Universums durchbricht

und so Orientierung ermöglicht.

Heiliges Feuer, brenne in mir!

Heilige Quelle, fließe in mir!

Heiliger Baum, wachse in mir!

A recreation of Cosmos

Here I stand and ask myself:

Who am I? Whre do I come from? Where will I go?

And so I shape the cosmos in me and around me:

The land under my feet, that is carrying me.

And above me the sky, full of burning celestial bodies:

The sun,

life giving, warming, spark of transformation,

and moon and stars, lights in the darkness,

keepers of stories and ancient myths.

And around me the water:

The sea, rolling onto the beaches,

and the rivers, crossing the country,

who carry the memories with them,

life supporting, renewing, cleansing.

And between both the world tree,

connecting them,

breaking through the texture of the universe

and thus making orientation possible.

Sacred fire, burn within me!

Sacred well, flow within me!

Sacred tree, grow within me!

Väntljustaken – ein heidnischer Advent

3. November 2019

Über die USA schwappt aus Schweden in letzter Zeit ein neuer heidnischer Brauch herüber. Dabei handelt es sich um eine Adaption des christlichen Adventskranzes. Durchaus okay für mich, denn auch wir bereiten uns ja auf Mittwinter und die Sonnenwende vor.

Der Kranz bzw. das Gesteck umfasst 6 Kerzen, die jeweils mit den ersten 6 Runen beschriftet werden. Jede Woche wird eine Kerze mehr angezündet, mit einem passenden Gedicht dazu. Das offizielle Gedicht findet ihr hier in verschiedenen Sprachen: https://www.facebook.com/pg/vantljusstaken/photos/?tab=album&album_id=2040025936018459&ref=page_internal

Der Podcast ‘Gifts fo the Wyrd’ hat ebenfalls eine Episode zu diesem Thema auf Lager. Und in der neuesten Ausgabe der ADF-Mitgliedszeitschrift Oak Leaves (Samhain 2019) gibt es auch einen ausführlichen Artikel dazu.

Da es mich persönlich aber nicht so anspricht, habe ich mri eine eigene Version davon geschrieben. Passend dazu gibt es im Anschluss eine Kernarbeit für ein Mittwinterritual. Und da ich die Verse nicht einfach so in der Luft hängen lassen sollte, gibt es passend dazu Aktivitätenvorschläge, wie man sich ganz konkret mit dem Thema auseinandersetzen kann.

Ich wünsche euch viel Vergnügen und eine schöne Vor-Sonnewendzeit!


Gegen das Dunkel entzünden wir das erste Licht,

Fehu, das von Wohlstand spricht.

Wir bedenken, was wir haben,

und geben davon weiter,

kein Hort, sondern ein Fluss,

so birgt es keinen Verdruss.

(Aktionsmöglichkeiten: Essensspende, Weihnachtsgeschenk packen für Bedürftige…)

Gegen das Dunkel entzünden wir das zweite Licht,

Uruz, das von der Kraft der Erde spricht.

Gesundheit ist ihr hohes Gut,

ihr Boden gibt uns Halt,

Stärke und Ausdauer schenkt sie viel

mit Geduld führt sie uns an unser Ziel.

(Aktionsmöglichkeit: sich selbst erden und mit der Erde verbinden durch einen Waldspaziergang, Sport treiben, etwas mit Kräutern machen, den Garten für das Frühjahr planen…)

Gegen das Dunkel entzünden wir das dritte Licht

Thurisaz, das von Chaos spricht.

Die feste Ordnung wird verwehrt,

das Festgefügte wird gestört.

So kommt Bewegung in das Spiel,

ein steter Wandel, nicht zu viel.

(Aktionsmöglichkeit: an einer Demo teilnehmen, schwierige Themen/Probleme ansprechen bzw. etwas dagegen tun)

Gegen das Dunkel entzünden wir das vierte Licht

Ansuz, das von Sprache spricht.

Von Weisheit und Schutz,

Vision und Gesang.

Wir reden miteinander, so wächst das Versteh‘n,

wir können nebeneinander besteh‘n.

(Aktionsmöglichkeit: andere Leute/Gruppen kennenlernen, ein Flüchtlingscafé, eine andere Kirche…)

Gegen das Dunkel entzünden wir das fünfte Licht

Raidho, das vom Wege spricht.

Jede Entscheidung, die wir treffen,

lässt uns etwas Neues lernen.

Stetig dreht sich das Rad der Zeit,

auf und ab führt der Weg so weit.

(Aktionsmöglichkeit: überlegen, was man gerne im nächsten Jahr Neues lernen möchte/welches Buch lesen/welche Sportart oder Meditationstechnik ausprobieren, was man verändern möchte und konkrete Schritte einleiten (anmelden, organisieren…) …)

Gegen das Dunkel entzünden wir das sechste Licht,

Kenaz, das von Feuer spricht.

Vom Funken des Lebens

von Hoffnung und Leidenschaft.

Sein heller Schein, des Opfers Licht,

erfülle uns mit Zuversicht.

(Aktionsmöglichkeit: sich mit Freunden/Verwandten treffen, kleine Kerzen verschenken oder eine andere Aufmerksamkeit, …)

In der Mittwinternacht:

(Eine große Sonnenkerze in der Mitte, die FUTHARK-Kerzen drum herum.

Während man die einzelnen Verse spricht, werden die Kerzen nacheinander angezündet.)

Die Schatten werden länger, dunkle Finger, die sich nach uns ausstrecken, die uns glauben machen, es gäbe kein Morgen mehr.

Doch in dieser Nacht, der längsten Nacht, wenn das Dunkel und Kälte die Oberhand zu haben scheinen,

in dieser Nacht entzünden wir unsere Feuer:

das Feuer auf unserem Altar und das Feuer in unserem Herzen!

Und mit diesen Feuern rufen wir das dritte Feuer herbei:

das Feuer der Sonne,

das Feuer des Lebens, der Wärme und des Wandels,

das Feuer der Kreativität, der Liebe und Leidenschaft!

(ggf. bietet sich hier eine Trommelrunde an, bis jemand die Sonnenkerze auf dem Höhepunkt anzündet)

Und so machen wir uns bewusst,

dass der Kreislauf des Lebens von Neuem beginnt

und uns so neue Möglichkeiten und einen Grund für Hoffnung bietet.

Und so feiern wir gemeinsam die Rückkehr der Sonne,

noch blass und schwach,

aber mit dem Versprechen von Wärme und Licht!

(hier können gemeinsam Mittwinterlieder gesungen werden, etwas gegessen und Geschenke ausgetauscht werden)

Prayer a day 2019: Nehalennia als Fährfrau der Toten

1. November 2019

Nehalennia as a guide of souls

Nehalennia,

you guard the freight, you take care that everything arrives safely its destination.

Mostly the load consists of diverse goods, but sometimes it is souls that are on their way to their chosen afterlife.

You guide them safely over the waves, throught the veils and over the rainbowbridge, until they reach the other side

and claim their appropriate place, be it in the underworld, on the isles in the west or some heavenly realm.

It is you that we welcome as our ferrywoman.

Even if we don‘t need your services personally,

we honor you as the guide and companion of the dead.

Lughnasadh/Freyfaxi 2019

7. Juli 2019

Einführung: Lied ‚Kommt zum Hain‘

Wir befinden uns am Höhepunkt des Sommers. Das erste Getreide wurde geerntet, die Sonne steht hoch und heiß am Himmel und die Ferien haben begonnen. Viele sind verreist (so wie wir) und erholen sich von der Arbeit.

Dies ist eine Zeit, das Erreichte zu feiern und die Früchte der Arbeit zu genießen. Es ist auch eine Zeit, um den Wohlstand für die Gemeinschaft und sich selbst voranzutreiben und zu sichern.

Darum feiern wir heute Frey, den Gott des Ausgleichs, der Fruchtbarkeit und des Wohlstands.

Reinigung:

Wir reinigen die Stelle, wir reinigen den Ort,

Hier wollen wir halten, unseren Blot.

Wasser und Feuer, gehalten nach Osten, dem Bösen zu trotzen;

Wasser und Feuer, gehalten nach Süden, wider den Lügen;

Wasser und Feuer, gehalten nach Westen uns allen zum Besten;

Wasser und Feuer, gehalten nach Norden die Freiheit besorgen.

Wasser und Feuer, zum Himmel gehalten wo die Götter walten;

Wasser und Feuer, zum Boden gebracht, wo es als Egge die Furche uns schafft!

(Andreas G. Wilsdorf, von asentr.eu, Recherche 31.August 2017, abgewandelt für private Zwecke, eigentlich ‚Das Schwert‘ statt ‚Wasser und Feuer‘)

Mutter Erde:

Braun der Boden, Mutter Erde, krümelig in der Sommerhitze.

Blau der Himmel, Mutter Erde, wolkenlos und unendlich.

Grün die Wiesen, Mutter Erde, wogendes Gras in vollem Saft.

Ich bei dir, Mutter Erde, geborgen in deiner Hand,

wenn ich über das Land schreite,

wenn ich zwischen den Welten wandle,

als Teil deines allumspannenden Netzes. Amen!

Kosmos:

Am Anfang war das große Nichts, das Urmeer voller Chaos, voller Potential: Alles war möglich! Und dann verbanden sich die Elemente zu Feuer und Eis, und aus Feuer und Eis entstand das Land, und über dem Land erhob sich der Himmel.

Und auf dem Land wuchs der Weltenbaum, mit den Wurzeln tief in der Erde, die bis an die Quellen im Erdinneren reichen, und den Ästen, die hoch um Himmel aufragen und so alle Reiche miteinander verbinden.

Hier stehe ich nun, in der Mitte von allem:

Mit dem Land unter meinen Füßen, dem Himmel über meinem Kopf und dem Meer, das mich umgibt!

Und hier in der Mitte fließt dreifach das Wasser: Das Wasser der Weisheit und Inspiration, der nährende Regen, der vom Himmel fällt und das Wasser und Blut in mir. (Opfergabe an das Wasser)

Und hier in der Mitte brennt eine dreifache Flamme: Das Feuer der Schöpfung, tief im Erdinneren, das Feuer der Sonne, warm und lebenserhaltend, und das Feuer von Herdflamme und Lebenswillen in mir. (Opfergabe an das Feuer)

Und hier in der Mitte wächst der Weltenbaum, der in alle Reiche ragt: Mit den Wurzeln in der Tiefe, mit der Krone hoch im Himmel und dem Stamm hier in dieser Welt. (Opfergabe an den Baum)

Tore öffnen:

Ich betrete nun liminales Land,

nicht Wasser und nicht fester Grund,

veränderlich in Zeit und Raum.

Nehalennia, Seelenbegleiterin,

ich rufe dich!

Nehalennia, zwischen Land und Meer,

mit dem Himmel über mir;

Sei an meiner Seite,

sei mein Leuchtturm

und wache über meinen Weg,

wenn ich nun den Kindred begegne.

Nimm….

Kindred einladen:

Text nach Wahl/spontan

Hauptopfer/Ehrengast:

(Kekse in Hufeisenform, Schweinchen, …)

Frey-Yngvi,

Gott der Mitte,

Gott zwischen den Extremen,

Gott des Ausgleichs!

Frey-Yngvi,

Gott des persönlichen Glücks,

Gott des Wohlstands,

Gott der Fruchtbarkeit!

Frey-Yngvi,

Gott zu Schiff,

Gott zu Pferd,

Gott mit Eber!

Bruder von Freya

und Sohn von Njörd,

Hüter von Alfaheim, dem lichten Ort!

Ich lade dich ein:

Komm an mein Feuer und feiere mit mir dieses Ritual.

Erfülle diesen Ort mit deinem Licht und deiner gute Laune.

Schenk mir deinen Segen und erfülle auch mich mit deinem Licht und deinen Gaben.

Im Gegenzug überreiche ich dir dieses Geschenk:

Gaben, die das Glück und den Wohlstand symbolisieren!

Opfergebet: Lied ‚Sehet mich‘

Omen:

Ich habe euch eure Geschenke überbracht.

Ich habe eure Namen in der Erinnerung lebendig gehalten.

Nun schweige ich und warte auf das, was ihr mir mitteilen möchtet.

Durch meine Hand, durch diese Runen,

unter der Führung der Nornen:

Wie lautet eure Botschaft für mich?

Bitte um Segen/Segnung/Kommunion:

Ich habe gesät und ich habe geerntet.

Ich habe gegeben und mir wird gegeben.

Hand um Hand, Gabe um Gabe,

stärken wir unser Band.

Füllt diesen Kelch mit eurem Segen, Kindred,

verwandelt dieses Getränk in euer Geschenk für mich!

Awen – Awen – Awen

Der Segen der Kindred wirke in uns, durch uns und mit uns.

Siehe, das Wasser des Lebens!

Lied: ‚Der Segen der Kindred‘

Kernarbeit:

(benötigt: Samen und etwas Erde, gefüllt in einen kompostierbaren Beutel, der mit einem Glücksbringer bemalt ist, Stift zum Beschriften)

Kurze Meditation: Two Powers revisited

Wo stehe ich, inmitten der Welten?

Nicht schwer…

Ich stehe auf der saftgrünen Erde unter einer strahlenden Sonne.

Ich stehe zwischen Himmel und Land.

Das Wasser fällt auf mich herab.

Das Wasser steigt zu mir empor.

Das Wasser umspült das Land.

Das Feuer brennt an Himmels Höh’n.

Das Feuer brennt im Erdinneren.

Das Feuer brennt auf meinem Opferaltar.

Mein Blut entspringt dem Wasser.

Mein Leben entspringt dem Feuer.

Ich bin ein Kind von Erde und Sonne.

(Earrach von Pittsburgh)

(Visualisiere, in welcher Form Freys Segen zu dir kommen soll. Formuliere dazu ein paar persönliche Worte. Beschrifte einen Glücksbringer damit.)

Frey, dieses Symbol für Glück und Wohlstand steht für das, was ich mir von dir erbitte. Mit dieser Geste (ein paar Tropfen aus dem Kelch/Horn darauf sprenkeln) rufe ich deinen Segen in …. . Gleich werde ich es der Erde übergeben. Möge es in der Erde Wurzeln schlagen und reifen, möge es wachsen und gedeihen. Und möge ebenso dein Segen in mir Wurzeln schlagen und reifen.

(Beutel in der Erde vergraben, später die Stelle mit dem restlichen Wasser aus der Quelle gießen)

Danken:

Ich danke euch allen, dass ihr hier heute mit mir gemeinsam gefeiert habt.

Danke den Kindred: Frey, allen göttlichen Kräften, Naturgeistern und Vorfahren!

Nehmt euch aus dieser Mitte, was ihr mögt. Bleibt, wenn ihr wollt und geht, wenn ihr müsst.

Meine Liebe wird euch begleiten, so wie euer Segen mich begleitet, bis wir uns wiedersehen.

Danke auch Nehalennia, die gemeinsam mit mir die Tore geöffnet hat.

Schließen der Tore:

Bitte unterstütze mich nun noch einmal, wenn ich die Tore schließe.

Verabschiedung Mutter Erde:

Braun, blau und grün deine Farben im Sommer und bunt bedecken dich die Blumen,

bevor ihre Farbenpracht Platz macht für den Herbst und seine roten, gelben und braunen Töne.

Ich stehe hier fest auf dir, geborgen in deiner Hand,

geborgen in diesem Ritual wie zu aller Zeit:

Nimm, was ich nicht gebraucht habe, Mutter Erde,

als Zeichen meiner Liebe und Dankbarkeit.

Lass es zurückkehren in den ewigen Kreislauf von Leben und Tod, Geben und Nehmen. Amen!

Beendigung/Abschlussgebet:

Wir haben hier gemeinsam das Fest von Freyfaxi gefeiert. Ich habe Frey geehrt und meinen Bund mit den Kindred bestätigt und gefestigt.

Nun gehen wir auseinander:

Das heilige Feuer ist verloschen, doch in mir brennt es weiter.

Die heilige Quelle ist versiegt, doch in mir fließt sie ewig.

Der Weltenbaum mag schwanken, doch ich stehe stark und fest auf dieser Erde.

Dieses Ritual ist beendet.

Lied: „Wenn wir nun gehen…“