Gottheit der Woche 41: Laima

15. August 2018

Ich höre dich im Ruf des Kuckucks,

Laima, göttliche Prophetin von Glück und Unglück,

du, die alles weiß.

Ich höre dich im Blöken des Lammes,

Laima, Zemynas Schwester,

Bringerin von Wohlstand und Reichtum.

Ich höre dich im Gesang der Meise,

Laima, die den Lebensfaden spinnt.

Leben und Tod liegen in deiner Hand.

Du erschaffst und du zerstörst,

damit aus den Ruinen etwas Neues entstehen kann.

Laima, Göttin der Kreativität,

du lenkst das Schicksal von Göttern und Menschen.

Vom Feuer deines Herdes bitte ich dich an das Feuer in meiner Mitte,

Laima!

Was du mich lehren kannst,

tausche ich gegen meine Opfergaben!

 

I hear you in the song of the cuckoo,

Laima, divine prophetess of luck and bad luck,

you who knows everything!

Ich hear you in the call of the lamb,

Laima, Zemyna’s sister,

bringer of wealth and fortune.

I hear you in the song of the tit/chickadee,

Laima, who sins the thread of life.

Life and death are at your hand.

You create and destroy,

so something new can be created from the ruins.

Laima, goddess of creativity,

you guide the fate of gods and humans alike.

From the fire of your hearth I invite you to the fire in my center,

Laima!

That what you can teach me,

I will exchange for my offerings!

 

Gottheit der Woche 39: Teutates

15. August 2018

Mit der Macht des Feuers verbrennst du unsere Fesseln,

was uns bindet und blockiert.

Mit der Macht der Erde erschütterst du das Selbstbewusstsein unserer Gegner,

was uns verunsichert und klein macht.

Mit der Macht des Wassers spülst du Hindernisse und Blockaden aus unserem Weg,

was unser freies Denken untergräbt und unser Bild von uns selbst verzerrt.

 

Teutates zwischen Himmel, Land und Meer,

Teutates auf der Grenze,

Teutates, Gott des Stammes:

Beschützer des Volkes,

Bewahrer der Traditionen,

Bindeglied zwischen Vergangenheit und Zukunft,

ich rufe dich!

 

Erfülle mich mit der Weisheit des Kriegers,

der Weisheit, die wahren Feinde zu erkennen,

der Weisheit, welche Kämpfe notwendig sind oder wert, gekämpft zu werden,

der Weisheit, zu begreifen, wann Schluss ist.

 

Erfülle mich mit der Kraft des Kriegers,

dem Mut, den Dingen ins Auge zu sehen,

der Integrität, die richtigen Werte hochzuhalten,

der Stärke, den Weg bis zum Ende zu gehen.

 

Lehre mich, an deiner Seite zu kämpfen,

Teutates,

und nimm im Gegenzug meine Geschenke an!

 

In Zeiten von AFD und CSU und immer mehr rechtgerichteten Regierungen um uns herum bitte ich um göttlichen Beistand, wenn es darum geht zu erkennen, welche Werte wirklich wichtig sind, was Heimat wirklich bedeutet und wo Populismus anfängt.

 

In English:

You burn our shackles with the power of fire,

that which binds and hinders us.

You shatter the self-confidence of our adversaries with the power of the earth,

that which makes us feel insecure and small.

You take away obstacles and handicaps with the power of water,

that which undermines our independant thinking and distorts our self-perception.

 

Teutates between sky, land and sea,

Teutates on the borders,

Teutates, patron of the tribe:

Guardian of the people,

keeper of the traditions,

link between past and future,

I call out to you!

 

Fill me with the wisdom of the warrior:

the wisdom to know your true enemies,

the wisdom to know which fights are neccessary and worth to be fought

the wisdom to know when it has to be over.

 

Fill me with the strength of the warrior:

the courage to look things in the eye,

the integrity to hold up the good values,

the power to keep on going rith to the end.

 

Teach me to fight at your side,

Teutates,

and take my offerings in return!

 

At this time, with all those right-wing governments and parties around us, I ask for divine guidance to show me which are the true values, what home truly means and where the fine line is between that and populism.

Ritual zum Schulwechsel

14. August 2018

Diese Ritualelemente wurden für ein Ritual anlässlich des Wechsels auf die weiterführende Schule geschrieben. Sie lassen sich aber sicherlich auch für ein Einschulungsritual abwandeln.

Frey war der Wunschgott des betreffenden Kindes X.

Anlass für das Ritual:

Die Ferien sind fast vorbei. Es war ein toller Sommer, so warm und sonnig, wie die meisten von uns es noch nie oder schon lange nicht mehr erlebt haben. Nun beginnt bald wieder die Schule und damit ein neuer Lebensabschnitt für X, der jetzt ins 5. Schuljahr kommt. Eine neue Schule, eine neue Klasse, neue Fächer, neue Lehrer und neue Herausforderungen warten auf ihn! Heute treffen wir uns hier unter den Bäumen, um dies zu feiern und X in den kommenden Wochen zu unterstützen. Nicht nur wir Eltern, sondern alle Vorfahren, alles Geistervolk und alle göttlichen Kräfte sind hierzu herzlich eingeladen!

Hauptopfer/Ehrengast

Frey, Sohn von Njörd,

Bruder von Freya

Ehemann von Gerd,

Vater von Fjölnir!

Gott der Wanen

Du, der die Welt mit Freude und Leichtigkeit erfüllt,

du, der für das pure Leben und die Produktivität steht,

du, der mit Gullinborsti an deiner Seite buchstäblich immer Schwein hat!

Herrscher über Wind und Regen,

dessen Schiff stets die Segel gefüllt hat.

Herr über das Elbenvolk,

Frühlingstänzer, Sommersänger!

Du, der sein Schwert gegeben hat, um die Frau zu erobern, die er liebte.

Wir grüßen dich!

Opfergabe: Auszug aus ‘Magnus Chase’ vorlesen (Dialog Frey/Magnus am Ende des 1. Bandes), Schweinchen aus Marzipan

KERNARBEIT

Wir rufen Frey!

Gott des Sommers,

deine Saison nähert sich dem Ende,

aber noch können wir dich in unserer Mitte begrüßen.

Einst bist du voller Leidenschaft entflammt und hast sehr viel aufgegeben, um dein Ziel, die Frau deiner Träume, zu erreichen.

Eigentlich warst du auf der Suche nach deiner Schwester. Stattdessen sahst du Gerd.

Trotz des Wissens um die Konsequenzen, die dein Tun haben würde, trotz des Kopfschüttelns deiner Mitgötter, bist du nicht zurückgeschreckt vor deinem Tun.

Dein Schwert mag fort sein, dein Tod an Ragnarök irgendwann dadurch vorherbestimmt, aber du hast dein Ziel erreicht!

Heute bitten wir dich:

Entfache diese Zielstrebigkeit auch in X.

Schenke ihm die Weitsicht, sein Ziel zu erkennen und die Disziplin, es nicht aus den Augen zu verlieren.

Schenke ihm den Funken der Inspiration, der seine Kreativität und sein Interesse daran, neue Dinge zu lernen, weckt.

Schenke ihm strahlende Freude und Spaß in der Gemeinschaft seiner Klasse, Freunde, die ihm den Rücken stärken und die Leichtigkeit, den Augenblick zu genießen.

Schenke ihm Produktivität, die Fähigkeit, Dinge zu schaffen und zu Ende zu bringen, und den Erfolg, dass seine Leistung angemessen gewürdigt wird.

Schenke ihm den Mut und die Integrität, zu sich selbst und seinen Zielen zu stehen, auch, wenn andere ihn dafür belächeln oder den Kopf schütteln.

Schenke ihm Familie, die ihn unterstützt und die ihm Halt gibt, so wie du für deine Schwester Freya.

Vor uns liegt (Gegenstand, z.B. Taschenmesser).

Frey, wir weihen dieses Messer mit dem Wasser des Lebens. Es soll X immer an diese Begegnung erinnern und daran, dass er nicht allein ist. Er geht mit deinem Segen, so wie du mit unserer Zuneigung gehst, und wir begleiten ihn auf seinem Weg.

Evt. können verschiedene TN jeweils eine Zeile vorlesen

 

Anmerkung: Wir hatten ein tolles Ritual im kleinen Kreis. Das Omen für X lautete Dagaz – Ingwaz – Uruz. Für mich persönlich war es sehr spannend, ein Gruppenritual zu leiten, und dann noch Nichtheiden. Normalerweise stehe ich ja alleine da 🙂

Lughnasadh-Ritual 2018: Lugus und Rosmerta

2. August 2018

Ich habe die Texte für Mutter Erde und das Hauptopfer dem Ritual von 2017 entnommen und den Rest ‘frei Schnauze’ zusammengestellt.

Rosmerta hat leckeren selbstgemachten Met bekommen und Orangenweihrauch.

Lugus hat ein Porträt aus Blüten und Körnern bekommen.

Außerdem habe ich die Geschichte vorgelesen, wie Lugus und Rosmerta geheiratet haben (hier im Blog zu finden).

 

Das Omen war wie folgt: Kenaz – Tiwaz – Ansuz

Meine Interpretation: Lugus und Rosmerta schicken mir den Funken der Inspiration (Kenaz). Mit genügend Ausdauer und Zielstrebigkeit (Tiwaz) wird es mir gelingen, meine Worte zu Fliegen zu bringen, also ihnen Schönheit und Ausdruck zu verleihen und sie weiterzugeben an andere (Kommunikation, Ansuz).

Gottheit der Woche 44: Veles

29. Juli 2018

Ein Kind der Erde ruft zu dir:

Veles,

für dich erklingt mein Lied!

Die Quelle trägt meinen Ruf zu dir,

bis in die Tiefen der Unterwelt folgt dir meine Stimme.

Patron der Künstler, Schauspieler und Barden:

Möge dir gefallen, was ich dir zu bieten habe!

Du, der über die Toten wacht,

du, der über das Vieh wacht,

du, der über die Rechtsordnung wacht,

du, der über den Besicht wacht!

Vielfältiger, wandelbarer Veles,

ich bitte dich:

Such dir einen Weg an mein Feuer,

erfreu dich an meinen Gaben für dich!

Im Gegenzug teil dein Wissen mit mir,

deine Inspiration oder was du mich sonst lehren kannst!

 

In English:

A child of the earth calls out to you:

Veles.

my song is just for you!

The well will carry my call to you,

down into the depths of the underworld

my voice will follow you.

Patron of the artists,

of actors and bards:

May you be pleased by my offerings to you!

You who watches over the dead,

you who watches over the cattle,

you who watches over jurisdiction,

you who watches over what belongs to me!

Multifaceted, changeable Veles,

I ask you:

Find a way to my fire,

enjoy what I have to give!

In return share your knowledge with me,

your inspiration or what else you wish to teach me.

Gottheit der Woche 30: Dazbog

29. Juli 2018

Jetzt hatte ich glatt vergessen, den Post einzustellen. Aber hier ist er:

 

Dazbog,

du Spender alles Guten,

Grundlage allen Lebens auf der Erde,

du, der das Feuer auf der Erde repräsentiert,

ich grüße dich und lade dich ein:

Komm an mein Feuer,

erfüll mein Feuer mit deiner Kraft!

Güter des Gesetzes,

lass deine Sonne über mir erstrahlen und lehre mich,

was du mich lehren kannst und möchtest!

 

In English:

Dazbog,

provider of all good things,

foundation for all life on earth,

you, who represents fire on our planet,

I greet you and invite you:

Come to my fire,

fill my fire with your powers!

Guardian of the laws,

let your sun shine down on me and teach me

what you can and want to.

Mittsommer 2018: Gallische Herdkultur

22. Juni 2018

Eröffnung

Dies ist der längste Tag,

und ich bade in deinem Licht, Sonne,

ich lasse mich einhüllen von deinen warmen Strahlen,

mit jeder Pore sauge ich deine Energie in mich auf

und speichere die Erinnerung an diese Tage für eine Zeit,

wenn dein Licht und deine Wärme an Kraft verloren haben.

Jetzt bist du auf dem Höhepunkt deiner Macht,

aber das Rad dreht sich beständig,

und so ist im Höhepunkt auch der Tiefpunkt,

im Leben auch der Tod vorweggenommen.

Ich grüße heute auch Taranis, den, der das Rad vorantreibt.

Reinigung

Die rechte Hand ins Wasser tauchen und die Stirn berühren:

Möge ich rein sein, damit ich die Grenzen überschreiten kann.

Die rechte Hand ins Wasser tauchen und die Lippen berühren:

Möge ich die Grenzen überschreiten, um dem Heiligen zu begegnen.

Die rechte Hand ins Wasser tauchen und das Herz berühren:

Möge ich dem Heiligen begegnen, um in allen Dingen gesegnet zu sein.

(William Ashton, SDF Spring Euxinox Liturgy 2014)

(mit Wasser aus der Quelle und Weihrauch)

Durch die Kraft des Wassers und den Rauch des Feuers:

Dieser Schrein ist hehr und heilig!

(Ian Corrigan, Ü: Elen Lassair)

Mutter Erde grüßen

Auf dem Feld vor meinem Haus wiegen sich die Ähren im leichten Wind,

so als ob du dein goldbraunes Haar für mich schüttelst.

In dieser Zeit, wo die Kraft der Sonne am stärksten ist, bietest du uns Halt,

Mutter Erde,

einen Moment des Atemholens zwischen Säen und Ernten.

Schenke mir auch in diesem Ritual die Gewissheit,

festen Boden unter den Füßen zu haben,

so wie du es immer tust.

Amen!

Den Kosmos wieder erschaffen

Lied: Göttlicher Funke (Ein Kosmos-Lied)

Wasser der Tiefe, schöpferischer Weisheit, Heilige Quelle, komm

und fließe in mir, und fließe in mir!

Göttlicher Funke, Funke des Lebens, Licht des Himmels, komm

und brenne in mir, und brenne in mir!

Heiliger Baum, du Achse der Welten, tief verwurzelt und hoch gekrönt:

Komm, wachse in mir, komm, wachse in mir!

Heilige Mitte, neu geschaffen, hier an diesem heilige Ort:

Seit Tor und Tür mich mich jetzt und hier!

Oben und unten,

und ich dazwischen.

Um mich und in mir,

und ich in der Mitte.

Davor und danach,

und ich jetzt.

Ich öffne meine Augen und schaue mich um,

und sehe das Heilige mitten unter uns

und sehe mich in der Mitte des Heiligen.

(beides: Ceisiwr Serith., A Book of Pagan Prayer, Ü: B.R.)

Die Tore öffnen

Cernunnos,

du, der zwischen den Dingen sitzt,

du, der trennt, was getrennt werden soll,

du, der verbindet, was zusammengehört,

Herr der wilden ungezähmten Natur,

ich grüße dich heute, an diesem längsten Tag des Jahres!

Hier stehe ich, im Zentrum aller Dinge und bitte dich:

Vereine deine Magie mit der meinen, wenn ich nun die Tore öffne!

Schütze mich, wenn ich auf fremden Pfaden wandle

und sei als Vermittler an meiner Seite, wenn ich mich mit den Kindred treffe!

Diese Gabe, Cernunnos, ist für dich:

(Opfergabe bringen)

Nimm diese Muschel und lass sie zur Quelle werden,

zum Tor, das mich mit den Vorfahren verbindet.

Nimm diese Flamme und lass sie zum heiligen Feuer werden,

zum Tor, das mich mit den Göttern verbindet.

Und nimm diesen Baum und lass ihn zum Weltenbaum werden,

zum Tor, das mich mit den Naturgeistern verbindet.

Durch deine und mit deiner Kraft und Magie: Mögen die Tore sich öffnen!

Lied: Cernunnos, öffne die Tore

Die Kindred einladen

Hallo, meine Vorfahren!

Ich denke an die, von denen ich abstamme, deren Gene ich teile.

Ich denke an die, die mir ein Vorbild geworden sind und denen ich nacheifere.

Ich denke an die, die meinem Herzen nahestehen.

Ich denke an die, die im Lauf der Jahrhunderte dieses Land, auf dem ich stehe, bevölkert haben.

So lange ich mich an euch erinnere, werdet ihr nicht vergessen sein.

Schön, dass ihr da seid. Ich möchte euch einladen:

Kommt zu mir an mein Feuer und feiert gemeinsam mit mir!

Teilt euer Wissen mit mir und nehmt dafür meine Geschenke an.

(Opfergabe)

Hallo Geistervolk!

Ich höre euch im Rascheln der Blätter, im Summen der Bienen, im Gezwitscher der Vögel.

Ich sehe euch in den Steinen am Rand, im Schatten der Bäume, in den Farben die Bienen.

Ich spüre euch im sanften Windhauch auf meiner Haut, in den kühlen Regentropfen in meinen Haaren, im weichen Gras unter meinen Füßen.

Ich sehe euer Werk, doch euch selbst sehe ich nicht.

Dennoch seid ihr hier an meiner Seite, und ich möchte euch einladen:

Kommt zu mir an mein Feuer und feiert gemeinsam mit mir!

Teilt euer Wissen mit mir und nehmt dafür meine Geschenke an.

(Opfergabe)

Hallo Götter und Göttinnen!

Ich sehe euch in dem Rhythmus der Jahreszeiten, im wiederkehrenden Auf- und Untergang der Sonne, in den Gesetzen, die ihr dem Kosmos gegeben habt, wodurch das Leben erst möglich wurde.

Ich höre von euch in den Bruchstücken der Mythen, die von euch geblieben sind, die euer Wirken wiedergeben.

Ich spüre euch in der Wärme eures Feuers, das alles ewig verwandelt, im Licht, das mir die Augen öffnet.

Ich grüße euch, Leuchtende, und ich möchte euch einladen:

Kommt zu mir an mein Feuer und feiert gemeinsam mit mir!

Teilt euer Wissen mit mir und nehmt dafür meine Geschenke an.

(Opfergabe)

Hauptopfer:

Ich rufe Taranis, den Leuchtenden!

Und der Donner rollt.

Ich rufe Taranis, der über den Himmel regiert!

Und der Donner rollt.

Ich rufe Taranis, der den Regen bringt!

Und der Donner rollt.

Ich rufe dich:

Bringer der kosmischen Ordnung,

Bewahrer der Kontinuität!

Ohne dich würde uns der Himmel buchstäblich auf den Kopf fallen!

Du hältst das Chaos fern,

und du treibst das Rad des Jahres voran,

den Prozess von Tod und Erneuerung,

von Leben und Sterben,

von Frühling, Sommer, Herbst und Winter!

Dein Blitz sei mein Feuer, Taranis,

und ich lade dich ein:

Teile mein Feuer mit mir,

und teile dein Wissen mit mir!

Lehre mich, was du zu geben hast,

und nimm, was ich dir zu geben habe.

Geschichte von Taranis und Cernunnos erzählen

Omen

Ich habe euch meine Geschenke überbracht und die Erinnerung an euch wachgehalten.

Nun schweige ich und öffne meinen Geist für euch und eure Botschaft.

Kindred, was habt ihr mir zu sagen?

(Omen ziehen, interpretieren, darüber meditieren)

Segen/Kommunion

Ich bitte euch nun, Kindred: Seht auf diesen Kelch in meiner Hand/vor mir.

Ich fülle ihn mit Wein.

Euch bitte ich: Füllt ihn aus dem Kessel der Inspiration, aus der Quelle der Weisheit, aus dem Horn der Fülle!

Füllt ihn mit euren Gaben, damit die, die davon trinken, gesegnet sind

mit Gesundheit, Weisheit und Wohlstand.

(Kelch zum Boden senken) Der Segen der Ahnen! Awen!

(Kelch auf Bauchhöhe) Der Segen der Naturgeister! Awen!

(Kelch auf Kopfhöhe) Der Segen der Götter! Awen!

(Kelch über Kopfhöhe) Der Segen der Kindred wirke in mir und durch mich und um mich!

Siehe, das Wasser des Lebens!

(Kommunion)

Ich nehme euren Segen an.

Möge er mich erfüllen und überfließen, so dass er auch die berührt, die mir begegnen.

Möge der Funke in mir zu einer Flamme werden, die überspringt auf die, die meinen Weg kreuzen.

Dank und Verabschiedung

Mein Ritual nähert sich dem Ende.

Taranis, dein Regen zur rechten Zeit und im rechten Maß ist mir ein willkommener Gruß von dir, auch wenn sich unsere Wege nun trennen.

Kindred, ich danke euch für euer Kommen und Mitwirken.

Meine Liebe geht nun mit euch, so wie euer Segen mit mir geht.

Die Tore schließen

Cernunnos, ich danke auch dir

und bitte dich ein letztes Mal heute um deine Unterstützung,

wenn ich nun die Tore schließe:

Lass das heilige Feuer wieder zur Flamme werden!

Lass den heiligen Brunnen wieder zur Wasserschale werden!

Lass den Weltenbaum wieder zum einfachen Baum werden!

Lass alles sein, wie es vorher war, bis auf die Magie, die hier geschah!

Durch deine und mit deiner Magie: Mögen die Tore sich schließen!

Mutter Erde danken

Tief atme ich ein,

Mutter Erde,

alle Sinne erfüllt von deinen Gaben.

Du gibst mir Halt in dieser Zeit, in der alles auf der Kippe steht,

im Ritual wie zu jeder Zeit.

Ich danke dir

und gebe dir zurück, was ich nicht gebraucht habe.

Nimm es als Zeichen meiner Liebe und Dankbarkeit zu dir.

Ritual beenden

Mein Ritual nähert sich dem Ende.

Ich habe den Kosmos wieder erschaffen und in seiner Mitte gestanden.

Ich habe die Sonne auf dem Höhepunkt ihrer Macht gefeiert, die Fülle des Lebens, die Wärme und das Licht,

in dem Wissen, dass wir nun fast unmerklich der Dunkelheit entgegengehen.

Ich habe Taranis gerufen, den Donnerer, dessen Gewitter den Regen bringen, der die Erde fruchtbar macht.

Ich habe meinen Bund mit den Kindred bestätigt und gefestigt.

Nun gehe ich, allein, doch als Teil des großen Ganzen.

Die heilige Quelle ist versiegt, doch in mir fließt sie weiter.

Das heilige Feuer ist verloschen, doch in mir brennt es ewig.

Der Weltenbaum mag schwanken, doch ich stehe fest verwurzelt in dieser Welt.

Dieses Ritual ist nun beendet. Amen!

The story of the land wight who wanted to know who had lost his hammer

16. Juni 2018

One morning Beorl, the little land wight, wanted to leave his cavern to get a bit of fresh air and have a swim in a lake nearby, but he couldn’t get out. In front of his cavern entrance lay something. It was really huge, heavy and hard, and no pushing or showing helped. Finally Beorl took a shovel and built a tunnel under the thing. Once outside he took a deep breath. What in the name of all nine worlds had happened here?

Beorl took a closer look at the thing: It looked like a big hammer, with an enormous head from metal and some nice engravings, and a relatively short handle that still was rising high enough that Beorl could hardly see the end. Haven’t I been lucky, he thought by himself. That thing could have easily crashed through my ceiling! But how can I get rid of it? The hammer just can’t lie there forever. I can’t use my cavern properly right now!

Beorl thought hard. Something as big as this hammer had to belong to a either a giant or a god. Humans and spirits couldn’t possibly handle such a heavy weapon. And he hadn’t seen a jotun, a giant, in these parts for ages. So a god had to be the culprit.

He washed his face, because that was really necessary after all this shoveling, and started to search for the hammer’s owner.

The way to Asgard wasn’t long, and at Bifröst, the rainbow bridge, Beorl already met the first god. It was Heimdall, who guards the bridge.

„Have you lost a hammer?“, Beorl asked him. „I?“ Heimdall was surprised. „No, I don’t use a hammer. I have a horn.“ And he took a big horn from his back. „You see? But I mustn’t blow it until Ragnarök, when the worlds come to an end.“

But he let the little land wight cross the bridge so that he could search further.

Next Beorl met the goddess Idun who was sitting in her garden.

„Have you lost a hammer?“, Beorl asked her. „Who, I?“ Idun laughed. „No, I have apples, not a hammer. What would I need a hammer for?“ And she plucked an apple and showed it to Beorl. „Here! One of those will keep you healthy and alive for a long time. The gods eat them all the time!“

And she gave it to Beorl, in case he got hungry on his way.

When he moved on he encountered Odin, who was riding his horse Sleipnir. Beorl stopped the god.

„Have you lost a hammer?“ he asked and carefully avoided Sleipnir’s eight dancing legs. „I?“ Odin droned with a deep voice. „No, I don’t need a hammer. I have some ravens instead.“ He whistled, and two ravens sat down on his shoulders. „May I introduce you to Hugin and Munin? They fly around and tell me everything they have seen.“ But they hadn’t seen who had dropped the hammer in front of Beorl’s cavern, so Odin rode on and left the land wight fast behind.

He reached a house with ‘Fensal’ written on the doors. Said doors and all windows were wide open. Beorl, being a polite land wight, knocked first and entered. A fire was burning brightly in the hearth, and next to it sat a woman he recognized as Frigga.

„Have you lost a hammer?“, he asked her. „I?“, Frigga shook her head. „No, I don’t own a hammer. I always use a spindle.“ She reached into a basket, took a spindle out of it and started spinning. The thread made a bulk around the spindle, and when she let go, the spindle sailed through the open window, rose to the sky and changed into a little cloud.

„Oh!“, Beorl marveled the sight, and then went on, before it started raining.

On a meadow there sat the god Frey and was feeding his golden boar Gullinborsti some acorns.

„Have you lost a hammer?“, Beorl asked him. „I?“ Frey was surprised. „No, not a hammer. I lost a sword, but, to be honest, I didn’t really lose it. I gave it to my friend Skirnir, so he would bring me my beloved wife.“ He smiled sheepishly. „But I still have got my ship!“ He drew a piece of cloth from his bag. It didn’t look very impressive to Beorl, and he said so.

Frey smiled. „I know, but if I throw it into the water I transforms into a big ships with enough place for all the other gods.“ Beorl had to admit that this sounded like a cool trick.

It didn’t take long and he met the next goddess. Freya was going for a ride with her chariot. The cats that drew the chariot were meowing loud when they saw Beorl. „Hello! Have you lost a hammer?“, Beorl asked the goddess and admired her beauty. „What, a hammer? I?“ Freya shook her head. „The only use I might have for a hammer is as a trinket, and I have better things for that.“ She opened her cloak a little bit and showed him the sparkling necklace underneath. „Isn’t she wonderful? The dwarfs made her for me. In never go anywhere without Brisingamen. Not even into a fight. One always should enjoy the beautiful things in life, don’t you think?“ Beorl agreed and thought by himself how beautiful it would be to finally get rid of this hammer!

Next he met the god Loki. He seemed to take a rest, but he was wide awake when Beorl asked him his usual question. „I? A hammer?“ Loki smiled with a mischievous grin. „No, but I could use one. Why?“ Beorl had a weird feeling. „Ah, it was just an idea.“, he answered with care and hurried on. Somehow he wasn’t inclined to give this specific god more details.

He was getting more and more frustrated. He had been searching all morning now, and still hadn’t found the owner. Who might it be? Tired he decided to go home again. Just before he reached the rainbow bridge he encountered a god who had just crossed the bridge. Beorl recognized Thor because of his wild red beard.

„Have you lost a ha-“ he wanted to ask, when Thor quick as a lightening clapped a hand across his mouth. „Pssst!“, the thunder god hissed. „Make sure that no one hears us!“ Carefully he loosened his grip.

„Have you found my hammer?“, he then breathed into Beorls ear. The land wight nodded. „He sits in front of my cavern and blocks the entrance.“ he declared. Thor straightened. „Mjölnir fell out of my pocket yesterday during a race against Loki. If the giants know that I lost him, they will raid Midgard and Asgard in no time and cause chaos. Bring me to your cavern, little land wight! Let’s save the world!“

He got his goats and quickly they reached Beorl’s cavern. There lay the hammer, and hadn’t moved a single bit.

Thor beamed, put on a pair of gloves and lifted the hammer as if he were as light as a feather. „There he is, my Mjölnir!“, he shouted happily and banged the hammer on the ground. Thunder rolled.

„Little Beorl, let me thank you!“

„Not necessary!“, Beorl grumbled softly.

Thor invited him for a dinner with goat steaks to celebrate Mjölnir’s return, but Beorl was too tired after his long search. He crawled through his now open entrance into his cavern, fell on his bed and was fast asleep even before the god had left.