Iris und der Regenbogen

4. Februar 2018

Eines Tages gab es einen heftigen Streit zwischen zwei griechischen Stadtstaaten um einen Grenzstein. Jeder Staat behauptete der andere haben den Stein zu seinen Gunsten verschoben. Ein Wort gab das andere, und so drohte bald ein Krieg.

Hera, die Göttin der Ehe und Familie, hatte einige Lieblinge in beiden Städten, die ihr sehr am Herzen lagen. Sie sah die Entwicklung mit großer Sorge, denn sie wusste, wie viele Familien in beiden Orten lebten. So viele Ehen würden zerstört, so viele Familien auseinander gerissen! Das konnte sie so nicht zulassen.

Also schickte Hera ihre Botin Iris mit einer Nachricht zu den Stadtvätern. „Die Göttin Hera lässt euch sagen, dass ihr die Situation überdenken sollt! Einen Krieg heißt sie nicht gut, und sie würde es euch sehr übel nehmen, wenn ihr ihren Wunsch missachten solltet!“

Das löste einiges Stirnrunzeln auf beiden Seiten aus. Hera war immerhin die Frau von Zeus und eine mächtige Göttin. Sie zu verärgern konnte nicht gut sein! Niemand wollte Stress mit den Göttern!

„Aber was sollen wir tun?“, fragten sich die Räte in beiden Orten. „Die anderen haben angefangen. Wir können nicht zulassen, dass sie ihren Willen bekommen. Wer sollte uns dann noch respektieren?“

Iris seufzte leise in sich hinein. Immer das Gleiche….

„Hera verlangt nicht, dass ihr einfach so aufgebt. Aber sie bittet euch darum, die Gaben zu nutzen, die ihr von den Göttern erhalten habt.“

„Welche Gaben?“, fragte ein dicker Rat, der sich zu fragen begann, wie groß seine Lebensmittelvorräte wohl sein mochten, und ob sie für einen Krieg ausreichen würden.

Es war ein warmer, sonniger Tag, und die Sitzung fand im Innenhof des Hauses eines der Räte statt. Dort stand auch ein wunderschöner Springbrunnen, der sein Wasser in kleinen Stößen in die Luft spie. Iris trat zum Brunnen und hielt ihre Hand mit der Innenfläche nach oben ins Wasser.

Ein roter Strahl erschien und krümmte sich von ihrer Handfläche fort zu den Ratsmitgliedern, die erschrocken zurückwichen.

„Die Götter gaben euch Liebe und Fruchtbarkeit. Ihr seid ein großes Volk mit reichen Feldern und einem gut besuchten Hafen. Eure Paare erfreuen sich der gegenseitigen Zuneigung und ihr habt zahlreiche Kinder, die die kommende Generation sichern.“

Ein zweiter Strahl erschien unter dem ersten, diesmal in orange.

„Die Götter gaben euch Freude. Fast täglich findet irgendwo in der Stadt ein Fest statt. Ihr keltert einen hervorragenden Wein und genießt das Leben in vollen Zügen.“

Dabei zwinkerte sie dem dicken Ratsherrn zu, der prompt errötete.

Ein dritter Strahl erschien, leuchtend gelb wie die Sonne:

„Die Götter schenkten euch Erfolg, Willenskraft und Ausdauer. Eure Geschäfte gehen gut und Armut hat in eurem Ort keinen Platz. Eure Häuser sind groß, eure Frauen mit teurem Schmuck bekleidet.“

Der Ratsherr, dem das Haus gehörte, nickte leicht.

Ein vierter Strahl gesellte sich zu den anderen, nun ein grüner Strahl:

„Die Götter schenkten euch Gesundheit und Heilung. Wie viele Jahre ist er her, dass eure Stadt von einer Seuche heimgesucht wurde. Eure Kinder werden groß und stark, und eure alten Leute altern in Würde, statt dahinzusiechen. Die Heilquelle am Apollotempel findet regen Zuspruch.“

Ein fünfter Strahl in tiefem Blau kam hinzu, und Iris sprach schnell weiter:

„Verstand schenkten euch die Götter, und Kreativität. Es sind keine Dummköpfe, die hier sitzen, und eure Stadt ist erfüllt von den schönsten Künsten, die man sich denken kann. Statuen, Brunnen, Gemälde findet man an jeder Ecke, dazu diskutierende Philosophen, Sänger, Tänzer und Schauspieler, die die Sinne erfreuen.“

Ein Murmeln setzte ein, verebbte jedoch, als Iris weitersprach und einen violetten Strahl dem blauen hinzufügte:

„Die Götter gaben euch Visionen. Ihr, die ihr hier sitzt: Wo seht ihr eure Stadt in einigen Jahren? Wie stellt ihr euch eure Zukunft vor? Was wird man später über euch sagen?“

Ein Regenbogen spannte sich von Iris’ Hand aus den versammelten Räten entgegen, voller Verheißungen. Die Räte starrten darauf, und keiner traute sich, laut etwas zu sagen. Schließlich fasste sich der älteste und erwiderte der Göttin:

„Herrin Iris, wir haben eure Worte gehört und sie waren weise. Wir werden uns noch einmal beraten und sicher eine Lösung finden, die alle Seiten zufrieden stellt.“

Iris lächelte fein. Ein goldener Strahl schoss aus ihrer Handfläche und webte feine, fast unsichtbare Spiralen um die anderen Bögen. Der Regenbogen wurde größer und größer: Er dehnte sich aus, bis er sich schließlich über der Stadt spannte und sein eines Ende wies in die Richtung des anderen Staates.

„Das wird Hera sehr freuen, und mich auch. Ich lasse euch diesen Bogen zur Erinnerung an den Segen, den ihr erhalten habt und der euch weiterhin zuteil wird. Und zur Erinnerung daran, was ihr mit diesen Gaben Sinnvolles anfangen könnt.“

So geschah es in beiden Städten: Beide Räte kamen erneut zusammen, Unterhändler trafen sich, Verhandlungen wurden geführt und schließlich erhielten die einen einen Wald, der ihnen sehr zusagte, die anderen gute Bedingungen für die Hafenzölle und auf dem Gebiet, um das man sich gestritten hatte, bauten beide Staaten gemeinsam einen Heratempel.

Der Regenbogen verblasste nach einer Weile, aber bei jedem größeren Regen hielten die Bewohner beider Städte danach Ausschau und dachten, wie viel Glück sie doch gehabt hatten.

 

Ich mag Regenbögen. Ich weiß, dass es sich um ein meteorologisches Phänomen handelt, aber sie lassen sich so schön symbolisch benutzen, und den Menschen vergangener Tage sind sie sicher wie ein kleines Wunder erschienen.

Indoor-Alltagsschrein

4. Februar 2018

Lange Zeit habe ich es abgelehnt, mir im Haus einen Schrein zuzulegen. Nachdem wir umgezogen waren, fehlte es mir einfach an dem richtigen Platz dafür, und außerdem habe ich ja draußen meinen Nemeton für Rituale. Seit Dezember habe ich jetzt aber ein Plätzchen, das mir zusagt. So sieht er derzeit aus bzw. rund um Mittwinter:

Ein Schraubglas mit Wasser aus aller Welt ist meine Quelle, drei kleine Teelichter repräsentieren das Feuer mit  einer Muschelschale zum Räuchern dabei (wobei das schwierig wird, denn über dem Schrein ist der Rauchmelder *g*). An der Vase mit der saisonalen Deko lehnt eine Gebetskarte, die je nach Bedarf wechseln kann. Das Holzschälchen dient als Opferschale. Links steht die Jahreskerze mit dem Runensäckchen davor. Darauf liegt die an Silvester gezogene Jahresrune für 2018. An der Rückwand sind Symbole für die Kindred angebracht. Darüber steht ein dreifacher Kerzenhalter, und daneben jeweils ein Bäumchen: Rechts der Bonsai, den ich gelegentlich bei Ritualen im Haus als Baum verwendet habe, links der Walnussbaum, der aus der Kernarbeit an Mabon 2017 hervorgegangen ist.

Die neue Jahreskerze

4. Februar 2018

Jedes Jahr erstelle ich eine Kerze, die uns im Verlauf des Jahres begleitet. Ich zünde sie an, wenn jemand krank ist, an Geburtstagen, Hochfesten, wenn es daußen mal wieder ordentlich stürmt, usw.

Dieses Jahr zeigt die Vorderseite oben ein Motiv von Ian Corrigan, nämlich oben das Rad für den Himmel, in der Mitte die Halle des Lugh für diese Welt und unten die Spirale für die Unterwelt. Die Rückseite habe ich einfach oben mit einem Feuerstreifen und unten mit Wasser verziert.

 

Gottheit der Woche 37: Tamfana

29. Januar 2018

Alles hat seine Zeit:

Es gibt eine Zeit des Säens und eine Zeit des Erntens.

Es gibt eine Zeit des Regens und eine Zeit des Sonnenscheins.

Es gibt eine Zeit des Wachsens und eine Zeit des Reifens.

Es gibt eine Zeit des Arbeitens und eine Zeit des Ruhens.

Es gibt eine Zeit des Planens und eine Zeit um Bilanz zu ziehen.

Es gibt eine Zeit des Bittens und eine Zeit des Dankens.

Diese Zeit ist nun gekommen.

Tamfana, du, die die Zeit bemisst,

ich grüße dich und heiße dich an meinem herbstlichen Feuer willkommen.

Jetzt, wo die Ernte nahezu eingefahren ist, bitte ich dich:

Lehre mich dein Wissen

und nimm dafür meine Geschenke an!

Tamfana wird in verschiedenen etymologischen Analysen unterschiedlich gedeutet: mal als Herrin der Fülle/Ernte, mal als Herrin des Zeitmaßes. Beides passt zur Tagundnachtgleiche im Herbst. Entsprechend wäre ihr Gegenpart Nerthus. Wenn ihr genau hinschaut, stellt ihr fest, dass die beiden Gebete hier auch ein Paar darstellen. Und wer sich an einen Psalm erinnert fühlt – nun ja, auch als Heide kann man Anleihen bei der Konkurrenz machen. Ist ja nicht immer alles schlecht, ne 😉

 

In English:

There’s a time for everything:

A time to sow and a time to harvest.

A time for rain and a time for sunshine.

A time to grow and a time to ripen.

A time to work and a time to rest.

A time to make plans and a time to take stock.

A time to ask for something and a time to thank.

Now is this time.

Tamfana, you who measures time,

I greet you and welcome you to my autumnal fire.

Now, that the harvest is almost done,

I ask you: Teach me your knowledge

and take my presents for you in return.

 

Etymology sees Tamfana sometimes as the goddess of bounty/harvest, sometimes as the goddess who measures time. Both explanations are suitable for the autumn equinox, which makes her a perfect counterpart for Nerthus. If you check both prayers here in this blog you’ll find that those are a pair, too.

And should this remind you of a certain psalm –  well, you can get inspired by the works of other religions, even as a pagan. Sometimes it’d be stupid to reinvent the wheel.

27. Januar 2018

Wegen des Hochfestes bzw. weil ich mich entschieden habe, das Ritual von 2017 zu wiederholen, gibt es hier kein separates Gebet.

 

There is no special prayer for this week because I will use my ritual script from 2017.

 

Imbolc Altar 2018

Gottheit der Woche 11: Nerthus zu Ostara

27. Januar 2018

Alles hat seine Zeit:

Es gibt eine Zeit des Erntens und eine Zeit des Säens.

Es gibt eine Zeit des Sonnenscheins und eine Zeit des Regens.

Es gibt eine Zeit des Reifens und eine Zeit des Wachsens.

Es gibt eine Zeit des Ruhens und eine Zeit des Arbeitens.

Es gibt eine Zeit um Bilanz zu ziehen und eine Zeit des Planens.

Es gibt eine Zeit des Dankens und eine Zeit des Bittens.

Diese Zeit ist nun gekommen.

Nerthus, Erdgöttin,

ich grüße dich und heiße dich an diesem Frühlingstag willkommen.

Heute, wenn Tag und Nacht gleich lang sind, bitte ich dich:

Fahr mit deinem Wagen aus und bring uns die Tage des Planens, des Säens und des Wachsens.

Schenk der Erde deinen Frieden, damit unsere Saat auch die Zeit hat zu wachsen und zu reifen.

Lehre mich dein Wissen,

Nerthus, Hertam Jörd,

und nimm dafür meine Geschenke an!

 

In English:

There’s a time for everything:

A time to harvest and a time to sow.

A time for sunshine and a time for rain.

A time to ripen and a time to grow.

A time to rest and a time to work.

A time to take stock and a time to make plans.

A time to thank and a time to ask for something.

Now is this time.

Nerthus, earth goddess,

I greet you and welcome you at this spring day.

Today, when day and night are equally long,

I ask you:

Drive around with your chariot and bring us the days of planning, sowing and growing.

Bless the earth with your peace, so that our seeds have enough time to grown and ripen.

Teach me your knowledge,

Nerthus, Herta, Jörd,

and take my presents for you in return!

 

Gottheit der Woche 12: Heimdall

27. Januar 2018

Heimdall, weißer Ase,

Kind von neun Müttern,

Stammvater der Menschen und

Odins Sohn!

 

Heimdall, Scharfäugiger,

du, der das Grad wachsen hört,

Wächter an der Brücke und

Lokis ewiger Feind!
Heimdall, Schlafloser,

du, der den Menschen die Ordnung brachte,

Mittler zwischen hier und dort und

Gulltopps Reiter!

 

Heimdall, Freundlicher,

Lichtgestalt im Ursprung der Zeit,

Freyas Ehrenretter und

Bläser von Gjallarhorn!

 

Sei an meinem Feuer willkommen,

Hüter der Regenbogenbrücke,

du, der die Menschen von damals so vieles lehrte.

Ich bitte dich: Teile heute dein Wissen mit mir!

Lehre mich zu erkennen,

was gut ist und richtig,

und verleih mir die Stärke und den Mut,

gegen das anzukämpfen,

was die Ordnung der Welt bedroht!

Nimm meine Gaben an, meinen Respekt für deine nie enden wollende Arbeit und meine Zuneigung!

 

In English:

Heimdall, white Aesir,

child of nine mothers,

clan father of humankind and

Odin’s son!

 

Heimdall, Sharp-eyed One,

you who hears the grass grow

guardian of the bridge and

Lokis eternal enemy!

 

Heimdall, Sleepless One,

you who brought the people order,

intermediary between here and there and

Gulltopps rider!
Heimdall, Friendly One,

Shining One at the beginning of time,

you who wanted to retrieve Freya’s honour and

the one who will blow Gjallarhorn!
Welcome to my fire,

Keeper of the rainbowbridge,

you, who taught the ancient ones so much.

I ask you:

Please share your knowledge with me today!

Teach me to see what is good and true,

and give me the strength and courage

to fight what disturbs the order of the world.

Take my presents for you, my respect for your work that never seems to come to an end, and my affection!

 

 

 

 

Gottheit der Woche 15: Idun

20. Januar 2018

Göttin des Anlasses: Idun

Unter dem Apfelbaum treffe ich dich,

Idun,

die Erneuernde,

die Verjüngende,

Hüterin der goldenen Äpfel,

die ewiges Leben schenken.

Unter dem Apfelbaum treffe ich dich,

Idun,

Frau von Bragi, dem Barden,

begehrt von Thiazi, dem Riesen,

geopfert und gerettet durch Lokis List.

Ohne dich siechen die Götter dahin.

Ohne dich bleibt die Sonne fern.

Ohne dich versagt der Kreislauf von Sterben und Erneuerung.

Wenn der Winter in den letzten Zügen liegt,

Idun,

dann rufe ich dich und lade dich ein:

Komm an mein Feuer,

Immergrüne,

und teile dein Wissen mit mir!

Lehr mich, mich selbst zu erneuern,

in den Kreislauf einzutauchen,

und erfreu dich auch an meinen Gaben für dich.

 

In English:

Under an apple tree I meet you,

Idun,

Renewing One,

Rejuvenating One,

guardian of the golden apples

that give eternal life.

Under an apple tree I meet you,

Idun,

wife of Bragi, the bard,

desired by Thiazi, the giant,

offered and saved by Loki’s tricks.

Without you the gods are wasting away.

Without you the sun doesn’t return.

Without you the cirlce of dying and living stops.

When winter is coming to an end,

Idun,

I’ll call to you and invite you:

Come to my fire,

Evergreen One,

and share your knowledge with me!

Teach me to renew myself,

be a part of the everlasting circle of life

and delight an the gifts I have for you!

Gottheit der Woche 21: Sigyn

20. Januar 2018

Göttin des Anlasses: Sigyn

Sigyn, Schweigende

Sigyn, Schuldlose

Sigyn, Tapfere,

Sigyn, Treue

Du leidest an Kummer,

denn es sind auch deine Kinder,

die die Götter töten, um Loki zu bestrafen.

Und vielleicht fragst du dich die wie so viele Eltern:

Warum wurde mir mein Kind genommen? Warum traf es mich?

Und trotzdem findest du die Kraft

Lokis Schmerz zu lindern,

so weit es in deiner Macht steht.

Du kannst die Strafe nicht aufheben,

willst es vielleicht auch nicht,

aber du zeigst Milde in deinem Bleiben,

Milde in deinem Handeln.

Du gehst mit ihm durch Dick und Dünn.

Sigyn, sei bei mir in meinen schwersten Stunden,

wenn mich die Kraft zu verlassen scheint,

wenn keine Hoffnung bleibt,

wenn mich die Verzweiflung zu überwältigen droht.

Halt deine Schale über mich,

wenn ich es am nötigsten brauche.

Aber lehr mich auch die Gabe des Mitgefühle und der Gnade,

so dass ich anderen Trost spenden und deinen Segen weitergeben kann,

 

Sigyn war eine Herausforderung, denn eigentlich ist sie die duldsame Frau von Loki, die neben ihrem schillernden Mann völlig verblasst. Sie kennenzulernen, herauszufinden, welche Bedeutung sie für uns heute haben kann, war toll. Neben den starken unabhängigen Göttinnen des nordischen Pantheons nimmt sie so eine wichtige Rolle für mich ein, die mir bislang gefehlt hat.

 

In English:

Sigyn, Quiet One

Sigyn, Blameless One

Sigyn, Brave One

Sigyn, Loyal One

You are grieving,

because it were you children, too,

that the gods killed to punish Loki.

And perhaps you ask yourself like so many other parents:

Why did it have to be my child? Why did this happen to me?

And still you find the power in you

to soften Lokis pain

as much as you can.

You cannot lift the punishment,

maybe you even don’t want to,

but you show mercy in your staying

mercy in your doing.

You go with him, through thick and thin.

Sigyn,

be with me in my darkest hours,

when my strength seems gone,

when hope is lost,

when desparation threatens to overwhelm me.

Hold your bowl over my head,

when I need it most.

But also teach me the gift of empathy and mercy

so I can give comfort to others and pass on your blessings.

 

Sigyn has been a challenge, because she is mostly known as the passive wife of Loki, completely fading in her husband’s glamour. To find out what she can mean for us today was a really cool experience. Next to all those strong and independant goddesses of the Norse she fulfills an important role that has been lacking up to now in my eyes.

Gottheit der Woche 18: Iris

20. Januar 2018

Göttin des Anlasses: Iris

Zwischen Sonne und Regen stehst du,

spannst deinen Bogen

zwischen Göttern und Göttern,

zwischen Göttern und Menschen.

Heras Botin, Vermittlerin,

Hüterin des Konsens,

Friedensbringerin!

Lass deinen Regenbogen an meinem Feuer leuchten,

Iris,

lehr mich die Kunst von Kommunikation und Kompromiss

angesichts von Chaos und Krieg,

und nimm im Gegenzug,

was ich dir zu bieten habe.

 

Mein erster Ausflug ins griechische Pantheon. Vielleicht brauchen wir alle ein wenig mehr Iris in unserem Leben.

 

In English:

Between sun and rain you stand,

place you bow

between gods and gods,

between gods and men.

Hera’s messenger, mediator,

guardian of agreement,

bringer of peace!

Let your rainbow shine above my fire,

Iris,

teach me the art of communication and compromise

when facing chaos and war,

and take in return

what I can offer you.

 

My first experience with the Greek gods. Maybe we all need a little more Iris in our lives.