Prayer a Day 2024: Fremdsprachen lernen

Manchmal ist es ein Krampf mit den Fremdsprachen, vor allem der Grammatik.

Man denkt, man hat das System dahinter verstanden,

und zack!- plötzlich ist die Form eine andere oder es steht da ein Komma, wo im Deutschen keins hingehört (Ich meine dich, Oxford-Komma!)

Da braucht man Geduld und das richtige Nachschlagewerk, um zu verstehen, warum es so ist.

Kindred, schenkt mir die Ausdauer,

jetzt nicht aufzugeben,

nur weil Polnisch 7 verflixte Fälle hat!

Polski jest trudnym językiem!

Learning foreign languages

Sometimes it’s a struggle with foreign languages, especially grammar.

You think you’ve understood the system behind it,

and bang – suddenly the form is different or there’s a comma where there shouldn’t be one in German (I mean you, Oxford comma!)

You need patience and the right reference book to understand why it’s like that.

Kindred, give me the patience,

not to give up now,

just because Polish has 7 darn cases!

Prayer a Day 2024: Für ein Hochzeitspaar

Ihr beiden steht hier in unserer Mitte, um vor uns, euren Freunden und Verwandten, euren Göttern, euren Vorfahren und den Naturgeistern euren gemeinsamen Bund zu bestätigen:

Das Band, das euch verbindet, möge stark sein, so dass ihr euch gegenseitig Halt geben könnt.

Die Liebe, die euch verbindet, möge wie eine Brücke sein, über die ihr zueinander findet.

Die Freundschaft und Zuneigung, die wir für euch empfinden, möge euch unterstützen auf dem Weg, den ihr gemeinsam gehen wollt.

So sei es!

English:

You both stand here in our midst to confirm your common bond before us, your friends and relatives, your gods, your ancestors and the spirits of nature:

May the bond that unites you be strong, so that you can support each other.

May the love that connects you be like a bridge over which you can find each other.

May the friendship and affection we feel for you support you on the path you want to take together.

So be it!

Prayer a Day 2024: Herbstlaub

An trüben Tagen leuchtet das Laub am Straßenrand, und bringt Farben in das neblige, regnerische Grau:

nicht das Rosa und Saftgrün des Frühlings, nicht das leuchtende Rot und Sonnengelb des Sommers, sondern das sanfte Gold, das weiche Braun, das blasse Grün und tiefdunkle Rot des Herbstes.

Und mein Herz lacht.

English:


On cloudy days, the leaves along the roadside glow, bringing color to the foggy, rainy gray:

not the pink and sap green of spring, not the bright red and sunny yellow of summer, but the soft gold, the soft brown, the pale green and deep dark red of autumn.

And my heart laughs.

Prayer a Day 2024: Für Klarheit

Manchmal fällt es mir schwer, das, was mir wichtig ist, woran ich glaube, klar und deutlich zu formulieren.

Was ich fühle, was ich denke, was ich tue, das ist nicht das Problem. Aber wie gelingt es mir, das anderen zu erklären?

Kindred, schenkt mir den Durchblick und die richtigen Worte.

English:


Sometimes I find it difficult to clearly formulate what is important to me, what I believe in.

What I feel, what I think, what I do, that’s not the problem. But how do I manage to explain it to others?

Kindred, give me the insight and the right words.

Prayer a Day 2024: Nach vorne schauen

Etwas ist zu Ende gegangen,

eine turbulente Zeit.

Mit dem Ende des Sommers kommt ein Neubeginn,

die Möglichkeit, Dinge zu ändern,

nach vorne zu blicken,

eine Zukunft zu erschaffen.

Kindred, ich bitte euch:

Seid weiterhin mit Rat und Tat an meiner Seite.

English:

Something has come to an end,

a turbulent time.

With the end of summer comes a new beginning,

the opportunity to change things, to look ahead,

to create a future.

Kindred, I ask you:

continue to be at my side with help and advice.

Playlist: Samhain

Ich habe euch diesmal meine Youtube-Playlist verlinkt, das erschien mir einfacher.

https://www.youtube.com/playlist?list=PLCN4v_tfF58kfzmV9DP_ehJAjUIW7zGwH

Ihr werdet feststellen, dass ich 2 Lieder doppelt, aber in unterschiedlichen Versionen eingestellt habe. Ich konnte mich nicht entscheiden 😉

Mit „The lonesome Boatsman“ ist auch ein instrumentales Stück dabei. Im keltischen Raum gibt es den Glauben, dass sich die Seelen der frisch Verstorbenen an der Küste in Frankreich sammeln und dort von einem Boot abgeholt werden, dass sie in die Anderswelt, zu den Inseln im Westen, ins Sommerland bringt. Behaltet diese Bild im Kopf, wenn ihr das Stück hört.

Viel Spaß beim Reinhören und euch allen ein wunderbares Samhain!

Was wir über Gottheiten am Niederrhein und Umgebung wissen…

Um es kurz zu machen: Viel ist es nicht. Häufig gibt es von einer Gottheit nur einen Namen auf einem Votivstein. Dennoch möchte ich euch hier ein paar Gottheiten vorstellen, die vor allem linksrheinisch am Niederrhein und im weiteren Umfeld zwischen Belgien und Friesland verehrt wurden.

Interessanterweise findet man nur zu einem männlichen Gott etwas mehr Informationen, und zwar zu Hercules Magusanus.

Laut Simek bedeutet der Name „der mächtige Herkules“, bei di Bernardo Stempel heißt es „Der Halbgott Herkules als mächtiger Alter“. Dabei ist Magusanus keltischen Ursprungs, wurde aber germanisiert. Da der untere Niederrhein eine keltisch-germanisch-römische Mischkultur hatte, ist das nichts Ungewöhnliches.

Hercules Magusanus ist auf mindestens 10 Votivsteinen, 4 Armreifen und 2 römischen Münzemissionen von 261 n. Chr. belegt. Der älteste Stein stammt aus dem Jahre 219.

Unklar ist, ob es sich bei Magusanus um einen Beinamen handelt oder ob es tatsächlich einen Gott Magusanus gegeben hat, der mit Herkules assoziiert wurde.

In einem Fall wurde er zusammen mit einer Göttin Haeva genannt. Auf sie gehe ich später ein.

Hercules Magusanus gilt als lokale Variante von Donar, wird aber komplett römisch dargestellt wie Hercules, mit Löwenfell, Keule und einmal sogar mit einem dreiköpfigen Zerberus. Auch sein Kult und seine Anhänger waren nach unserem Wissen römisch geprägt. Verehrt wurde er zwischen dem 1.-3. Jahrhundert.

Hercules Magusanus gilt als Hauptgottheit der Bataver, deren Hauptstadt Noviomagus, das heutige Nijmegen (NL), war.

In Elst, Empel und Lith-Kessel (alle NL) fand man Tempelanlagen, die ihm zumindest bedingt zugeschrieben werden. Bedingt deshalb, weil hierfür noch eindeutige Belege fehlen. Immerhin ist für den Tempel in Elst eine vorrömische Kulttradition nachgewiesen.

Ganz neu eintdeckte man in Herwen-Hemeling bei Zevenaar (NL) eine große militärische Tempelanlage direkt am Limes, wo neben Jupiter und anderen Göttern unter anderem Hercules Magusanus verehrt wurde. Ein entsprechender Votivstein befindet sich heute im Archiv des Valkhof in Nijmegen. Ich hatte das große Glück, ihn in einer Ausstellung dort kurz nach seinem Fund sehen zu können.

Hercules Magusanus gilt als Verteidiger und Schutzgott der viehzüchtenden civitates im Norden. Er war ein Schutzgott der Soldaten, aber auch der Reisenden und Händler. In vieler Hinsicht kann man seine Aufgaben mit denen des Donar vergleichen.

Mars Camulus

Dieser Gott sei hier nur kurz erwähnt, weil es für ihn einen Votivstein in der St. Willibrord-Kirche in Kleve-Rindern gibt. Dort dient dieser seit dem 6. Jahrhundert als Altar. Mehrfach wurde er aus der Kirche entfernt, aber immer wieder zurückgebracht und neu geweiht. Eine Replik kann man im Römermuseum in Xanten besichtigen. Ursprünglich ist Camulus ein keltischer Kriegsgott, der mit dem römischen Mars gleichgesetzt wurde. Asterixfans kennen vielleicht den Ortsnamen Camulodunum, der nach ihm benannt ist. Eine weitere Besonderheit dieses Steins ist, dass dort ursprünglich der Name Nero auftaucht, nach dessen Verdammung aber weggeschmirgelt und durch Tiberius ersetzt wurde.

Die Matronen

Die Matronen und ihr Kult dürften mit Abstand am besten belegt sein, wenn es um Votivsteine und andere Fundstücke geht. Auf dem Gebiet der Eburonen und Ubier zwischen Jülich, Eifel, Bonn und Köln (D) finden sich über 800 Exemplare, von einzelnen Fragmenten bis hin zu Tempelanlagen.

Ihr Kult ging aber über dieses Gebiet hinaus bis nach Xanten.

Dargestellt werden 3 sitzende Frauen in traditioneller ubischer Kleidung. Die beiden äußeren tragen ausladende Hauben, wie bei verheirateten Ubierinnen üblich. Die Frau in der Mitte ist deutlich jünger und hat die Haar unbedeckt. Oft werden die äußeren beiden als Mutter und Großmutter gedeutet, rein optisch gibt es aber keinen großen Altersunterschied.

Alle drei tragen eine Schale mit Äpfeln (oft Granatäpfel) auf dem Schoß, in manchen Fällen sind es auch andere Dinge wie eine Spindel oder ein Baby. Weitere Attribute sind Birnen und Pinienzapfen, manchmal in einem Füllhorn arrangiert. (Lange) Das deutet darauf hin, dass sie generell als Fruchtbarkeitsgöttinnen angesehen wurden. Laut einiger Inschriften verehrte man sie auch als Ahnherrinnen. Sowohl Simek als auch andere Forscher sehen eine Verbindung zwischen ihnen und den Nornen/Moiren/Parzen.

Das Besondere an ihnen ist die Vielfalt an Beinamen, unter denen sie bekannt sind. Deswegen nimmt di Bernardo Stempel eine Einteilung der zahlreichen Beinamen in verschiedene Kategorien vor. Sie lehnt den Namen Matronae als verallgemeinernd ab und verwendet stattdessen den Begriff Muttergöttinnen. Ihre Einteilung umfasst Beinamen der Herrschaft, der Kraft, der Gunst, schicksalsbezogene, reichtumsbezogene, rechtssprechungsbezogene, weissagungsbezogene, fruchtbarkeitsbezogene Beinamen,orts/ethnisch-bezogene, pflanzenbezogene und wasserbezogene Beinamen und noch einige mehr.

Auch ihre Hochzeit umfasst das 2. und 3. Jahrhundert. Allerdings hielt sich der Kult auch noch länger. Die Matronen fanden schließlich ihren Platz im Christentum in Form der drei Bethen. Man geht davon aus, dass der Matronenkult sich von den ländlichen Gebieten hin ausbreitete bis in die Städte.

Interessant für uns sind verschiedene Matronen:

Matronae Nersihennae/Nersihenae, die Matronen der Niers:

Im Jahr 866 war die Niers noch unter dem Namen Nersa bekannt, „Die sich gerne Windende“ (Greule). Im Raum Jülich/Neersen, also näher am Quellgebiet, fand sich eine Weiheinschrift auf einem Votivstein aus dem 2.-3. Jahrhundert. Auch der Ortsname Neersen dürfte auf Nersa zurückzuführen sein.

Matronae Aufaniae:

Diese Matronen wurden unter anderem in Nettersheim in der Eifel verehrt, wo sich eine Tempelanlage befindet.

Gefunden wurde sie 1909 auf der Görresburg, 1977 mauerte man die Tempelmauern ein Stück auf,s o dass sie besser sichtbar wurden und stellte drei Repliken von dort gefundenen Steinen auf. Auch in Xanten wurde ein Tempel für die aufanischen Matronen gefunden, übrigens nach dem Hafentempel und dem Kapitol der drittgrößte Tempel dort. Leider liegt er außerhalb des eigentlichen Parks und ist nicht zugänglich. Bei meinem letzten Besuch in Xanten erfuhr ich übrigens, dass man dort kürzlich einen weiteren Matronentempel gefunden habe. Was der Name Aufaniae bedeutet, ist unklar.

Matronae Vacallinehae:

Diese Matronen wurden zum Beispiel im Matronentempel Noethen/Pesch, ebenfalls in der Eifel, verehrt. Hier findet sich in einem Waldstück auf dem Addig eine große Tempelanlage, zu der auch ein noch existierender Brunnen sowie früher ein Baumheiligtum gehörten. Wie in Nettersheim wurden die Tempelmauern teilweise aufgemauert, so dass eine Cella vorhanden ist. Rund um den Tempel stehen noch weitere Steine. Der Beiname Vacallinehae wird so gedeutet, dass es sich um die Stammesgöttinnen eines lokalen keltischen Stammes handelt. Anders als in Nettersheim wurden die Steine in Pesch nicht gewaltsam zerstört, sondern verfielen im Laufe der Zeit. Neben den Matronen fand man dort auch Spuren des Kybelekults und für eine Jupiterverehrung. Es lohnt sich wirklich, den frei zugänglichen Ort zu besuchen.

Matronae Fachinehae:

Diese Matronen wurden in Zingsheim verehrt. Ihr Name leitet sich von dem heutigen Fluss Fey („Eilende“) ab, im keltischen ursprünglich Bacina, woraus später Facina wurde. Auch hier gab es vor Hirschberg einen Tempelbezirk, der seit 1895 bekannt ist.

Matronae Octocannae:

Einen Votivstein, der diesen Matronen gewidmet war, fand man 1977 in Krefeld in der Nähe des früheren römischen Außenpostens Gelduba. Er wurde auf die erste Hälfte des 3. Jahrhunderts datiert und zeigt die gleichen Darstellungen wie die Steine aus der Eifel. Zusätzlich gibt es noch vier weitere Votivsteine, die sich heute im Rheinischen Landesmuseum in Bonn befinden.

Matronae Alagabiae:

„Die Alles Gebenden“, wie der Beiname dieser Matronen lautet, wurden in zwei Weiheinschriften aus Haus Bürgel in Düsseldorf (D) verehrt. Dort fand man auch weitere Votivsteine für andere Matronen.

Matronae Mahalinehae, die Göttinnen des Things oder der Gerichtsstätte. Sie sind durch 2 Inschriften aus Köln und einen Altar aus dem 2.-3. Jahrhundert belegt.

Sophie Lange hat umfassend über die Matronen recherchiert und ihre Erkenntnisse sowohl teilweise online (siehe Quellen) als auch in Buchform zur Verfügung gestellt.

Eine zwischen Nordseeküste und linkem Rheinufer sehr bekannte Göttin war Nehalennia.

Nehalennias Kult war besonders stark im 2.-3. Jahrhundert. Damals gab es in Domburg bzw. Colijnsplaat in der Provinz Zeeland (NL) vermutlich eine große oder mehrere Tempelanlagen. Vermutlich schreibe ich deshalb, weil diese irgendwann dem Meer und den Dünen zum Opfer gefallen sind. Der Kult geriet danach in Vergessenheit. Am 6. Januar 1647 wurden nach schweren Unwettern jedoch Ruinen in den Dünen freigelegt und man fand eine Vielzahl von Votivsteinen und Altären, allein in Colijnsplaat waren es mehr als 200! Gunivortuus Goos (GardenStone) hat in seinem Buch über Nehalennia (siehe Quellen) zahlreiche dieser Steine fotografiert und beschrieben. Ursprünglich ging man davon aus, dass es sich um einen lokalen Kult handelte, aber auch an anderen Orten fanden sich Tempelreste oder Belege für ihre Verehrung. Der nächstgelegene aus meiner Sicht befand sich in unserem Nachbarort Cuijk (NL). Dabei handelte es sich um einen gallorömischen Umgangstempel. Diesen Tempel hat man als Rekonstruktion im Freilichtmuseum Archeon in Alphen aan de Rhijn (NL) aufgebaut. In Colijnsplaat hat man hingegen vor Ort 2005-2006 einen solchen gallorömischen Umgangstempel komplett nachgebaut inklusive einer Statue der Göttin. Allerdings darf man die Cella heutzutage zu den Öffnungszeiten betreten. Betreut wird der Tempel von einem Förderverein.

Nehalennia gilt zum einen als Schutzgöttin der Seefahrer, und zwar speziell der Fracht, die sicher an ihr Ziel gelangen soll. Einige Figuren zeigen sie stehend mit einem Fuß auf dem Bug. Sie hat aber auch Aspekte einer singulären Matrone, die für den Wohlstand der Familie und Fruchtbarkeitsorgen soll. Meistens wird sie sitzend mit einem Teller oder Korb voller Früchte und Getreide oder einem Füllhorn dargestellt. Häufig befindet sich ein Hund an ihrer Seite, was darauf hindeutet, dass sie auch einen unterweltlichen Aspekt hat, sei es als eine Seelenbegleiterin oder Totengöttin, z.B. für ertrunkene Seefahrer. Sie trägt einen Umhang mit einem breiten, runden, die Schultern bedeckenden Kragen und darunter ein langes Gewand. Häufig sieht man über ihr eine Kammmuschel wie ein Baldachin. Die Rückseite ihrer Steine ist oft mit einer Art Vorhang dekoriert. Persönlich verehre ich sie als Beschützerin meiner persönlichen Fracht, dessen, was mir wichtig ist (zum Beispiel Familienmitglieder unterwegs) und sie ist meistens meine Torhüterin.

Manchmal sieht man auch Brote auf ihren Darstellungen. Dabei handelt es sich um ein bestimmtes Brot, einen sogenannten ‚Duivekater‘. Das ist ein eher süßes Hefebrot, bei dem die Enden eingeschnitten und zur Mitte hin aufeinander zu aufgewickelt werden, so dass es etwas an einen Knochen erinnert. Dieses Brot wird heute noch in den Niederlanden gebacken und wäre unter anderem eine wunderbare Opfergabe für Nehalennia, ebenso wie frische Früchte, Getreide und Muscheln. Rezepte dazu findet man im Internet.

Aufgrund des Funddatums der Ruinen von Colijnsplaat wird manchmal in moderner Zeit der 6. Januar als ihr Feiertag benannt, an anderer Stelle habe ich gelesen, dass sie am 8. Oktober besonders verehrt werden sollte. Einen Grund dafür konnte ich aber nicht finden.

Vagdavercustis war eine Kriegsgöttin, der vor allem vom Militär verehrt wurde. Sie stärkte den Mut und die Kampfeslust. Es gibt 5 Nennungen vom Niederrhein sowie je eine vom Hadrianswall und eine aus Ungarn. Zwei der Steine sind datierbar auf die 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts, einer vielleicht auf 167 nach Chr. Ein Tempel befand sich in Kalkar auf dem Kalkarberg (wenn man am oberen Kreisverkehr Richtung Rees/Xanten abbiegt, rechts). Man fand dort Waffen und Pferdegeschirre als Opfergaben. Leider ist heute von dem Tempel nichts mehr zu sehen, es ist ein Acker. Weitere Funde in der Umgebung machte man in Rindern bei Kleve (D). In Kalkar fanden sich übrigens auch Spuren des Mithraskults.

Haeva wird nur ein einziges Mal erwähnt, nämlich zusammen mit Hercules Magusanus auf einem Votivstein. Über ihren Kult ist nichts bekannt.

Welche Funktion ihr zugewiesen wird, hängt von der Interpretation ihres Namens ab. Manche deuten sie als die griechische Göttin Hebe, die mit Hercules verheiratet war. Als solche wäre sie die Göttin der Jugend. Andere sehen sie doch als germanische Göttin Haeva und als Beschützerin der Familie.

Auch die Göttin Sunuxal/Sunucsal wurde zumindest im 3. Jahrhundert nach Chr. verehrt und gilt als Stammesgöttin der linksrheinischen Sunuci. Es gibt 10 Inschriften aus dem Raum Remagen und Zülpich, sowie einen Tempel bei Kornelimünster und einen in Neuss, der lange als Kybele-Heiligtum interpretiert worden ist. Der Blog „incisapereaude“ (siehe Quellen) hat dazu einen ausführlichen Beitrag.

Etymologisch wird der Name der Göttin Tamfana (auch: Tanfana) abgeleitet von einerseits *temp (spannen), aber auch dem Wort für ‚Fülle‘, woraus man zwei unterschiedliche Funktionen abgeleitet hat. Über Tamfana schreibt Tacitus in seinen Annales I, 51.

Von Tamfana weiß man, dass sie mindestens ein Heiligtum auf dem Gebiet der Marser zwischen Lippe und Ruhr hatte. Dieses wurde im Jahre 4 nach Chr. Von den Römern zerstört, und zwar unfeiner Weise während die Marser dort ein großes Fest feierten. Ursprünglich hat man dieses Fest auf den 27. Oktober datiert und als Herbst- und Fruchtbarkeitsfest deklariert. Neuere Annahmen verlegen den Termin eher in die Nähe der Tagundnachtgleiche, die damals am 24./25. September stattfand. Ihre Verehrung reichte bis über die niederländische Grenze nach Twente, was auf der Höhe von Münster (D) liegt.

Entsprechend der unterschiedlichen Auslegung ihres Namens wird sie mal als Erntegöttin gedeutet, aber auch als „Die, die die Zeit bemisst“. Teilweise wird sie auch mit den Matronen- und Disenkulten in Verbindung gebracht. Almqvist beschreibt auch eine mögliche Funktion als Heilerin und Totengöttin, wenn der Name eher Tanfana wäre. Einen anderen Hinweis darauf habe ich aber nirgendwo gefunden.

Für Hludana gibt es insgesamt 5 Weiheinschriften, unter anderem aus Kalkar (D) und Xanten/Birten (D). 2 Inschriften konten datiert werden, nämlich eine aus Nijmegen (NL) auf 197 nach Chr. und eine aus Münstereifel (D) auf 235 nach Chr.

Ihr Kult erstreckt sich auf Lanaken in Belgien, laut www.livius.org auch auf die Gebiete der Bataver und Cugerner, was dem Raum zwischen Nijmegen (NL) und Goch (D, eine Interpretation des Namens ist eine Herleitung von Cugerni)/Xanten entsprechen würde.

Sie wird als Erdgöttin, möglicherweise eine lokale Entsprechung von Hlódyn/Jörd/Holle gesehen, mit einer chtonischen Komponente. Für mich persönlich ist sie das herbstliche Gegenstück zu Nerthus. Die Website http://frankisk-allodium.com leitet den Namen von *hlûd ab und sieht hier einen Bezug zur Kriegsführung und Seefahrt sowie dem Leben im Sumpfland. Dort wird sie als „Geberin und Kneterin der Brotlaibe“ bezeichnet, im Austausch gegen Kriegsbeute. Die Empfehlung für einen geeigneten Zeitpunkt, Hludana zu ehren, wäre für sie der die Nacht vor dem Winterwollmond (Windermânôth): Dann soll man ihr an einem lokalen Gewässer Münzen opfern, außerdem sei dies ein guter Zeitpunkt, um Anschaffungen für den Haushalt zu tätigen. Almqvist übersetzt ihren Namen mit „Die Laute“ und sieht Ähnlichkeiten mit Nehalennia. Auch di Bernardo Stempel schließt nicht aus, dass es sich bei ihr möglicherweise um eine friesische Variante von Nehalennia handeln könnte. Sie übersetzt den Namen mit „Die Ruhmreiche/Ruhmesgöttin“ und verweist dabei auf die etlymologische Herleitung durch Toriaans. Als alternative oder frühere Namensformen nennt sie Klútonā und Dea HluƟena als ursprünglich keltische Anrufung.

Exomna wird von di Bernardo Stempel als eine keltische Kampfgöttin eingeordnet, die möglicherweise vergleichbar ist mit Minerva oder Athene. Sie ist nur durch einen einzigen Votivstein, der von einem keltischen Dedikanten gestiftet wurde, belegt. Ihr Name lässt sich ableiten aus der Präposition ex- und dem gesamtkeltischen Lexem „obnus“ (Furcht, Angst) und wird übersetzt mit „Die Furchtlose“. Der Votivstein wurde in Alem in Noord Brabant (NL) gefunden, zusammen mit einigen anderen. Sowohl die Häufung an Votivsteinen an diesem Ort als auch die Namensherleitung des Ortes (protogermanisch *alha = heilig) lassen darauf schließen, dass es hier an der Oude Maas ein Heiligtum gegeben haben muss. Die männliche Version ihres Namens, Exsobinius, ist ein Beiname für Mars Lenus. Almqvist gibt an, dass sie auch von den Batavern rund um Nijmegen (NL) verehrt wurde. Der Link, der dies belegen soll, ist allerdings nicht mehr aktiv.

Die Göttin Alateivia , bei der man einen Bezug zu den Matronen vermutet, da ihr Name auch als Alateiviae geschrieben wird, wurde vor allem in Gallien verehrt, aber auch in Xanten (D). Der Name ist keltischen Ursprungs, wurde aber oberflächlich germanisiert. Man vermutet bei ihr, dass sie eine Göttin der Heilung sein könnte, da der Stifter des Xantener Weihesteins ein Arzt war. Er handelte laut Inschrift „ex iussu“, also auf Befehl der Göttin, was auf eine Orakelpraktik schließen lässt.

Jan de Vries hingegen deutet sie vorsichtig als eine Art Hauptgöttin und sieht eine Verbindung zu Frija. Di Bernardo Stempel unterstützt dies, indem sie Alateivia als eine germanisierte keltischsprachige Anrufung einer nicht näher bekannten Göttin bezeichnet und den Namen etymologisch deutet als „Die Gänzlich Göttliche“.

Ein Votivstein aus dem 3. Jahrhundert nach Chr., der der Göttin Rura geweiht waren, sowie Hinweise auf ein Heiligtum wurden 1963 in der Nähe von Roermond (NL) ausgegraben. Man vermutet in Rura die Flussgöttin der Roer (NL) bzw. auf deutscher Seite der Ruhr. Der Stein befindet sich heute im Stedelijk Museum Roermond.

Bei einer Notgrabung in einem später angelegten merowingischen Gräberfeld westlich von Buchte (NL) wurden 1976 Reste eines Tempels gefunden. Aufgrund mehrerer Inschriften, besonders aber eines speziellen Fundes, nämlich eines bronzenen Hahns mit emaillierter Brust und eingestempeltem Namen Arcanua, der wohl eine Votivgabe eines Legionärs war, wurde der Tempel der Göttin Arcanua zugesprochen. Heute ist alles von Industrieanlagen überbaut. Arcanua wurde vermutlich in der Geleenbeek-Region (NL) verehrt. Der Geleenbeek gehört zum Stromland rund um die Maas und mündet bei Stevensweert als Oude Maas in diese. Ihr Name wird von Almqvist übersetzt mit „Die Geheimnisvolle“, Laurian Toorians hingegen interpretiert den Namen als „Vorsängerin“ oder „Ankündigerin“ keltischer Herkunft und vermutet in ihren Verehrern Überreste verschiedener keltischer Stämme (die Bernardo Stempel, Wikipedia). Di Bernardo Stempel bezeichnet sie als eine Naturgottheit, speziell eine Tiergottheit, in diesem Fall eine Hahnengöttin. Als Vergleich nennt sie Epona, die als Pferdegöttin ebenfalls eine Tiergottheit darstellt

Viradecis war möglicherweise eine Schutzgottheit der Condrusen, die zu den Tungrern gehörten, Man hat mehrere Weihesteine mit ihrem Namen gefunden, mehrere davon von Frauen gestiftet.

Möglicherweise war sie ursprünglich eine keltische Göttin, die später von den germanischen Stämmen im Imperium übernommen wurde. Dabei wurde ihr Name dann aber germanisiert, denn -dis ist eine typisch germanische Endung, die keltische Entsprechung wäre -a. Etymologisch ist ihr name auf das protokelische wīrja/wiro (Wahrheit) und *dekos (Ehre) zurückzuführen. Ihr Name entspräche dann „Die die Wahrheit Ehrende“.

Kommen wir zum Schluss zu drei sehr ähnlichen Göttinnen.

Die erste ist Hariasa.

Der Name wird abgeleitet aus dem germanischen *harjan (= verheeren) oder *Harja (= Heer, Kampf). Simek vergleicht die Form Hariasa mit der nordischen Walküre Herja und interpretiert den Namen daher als „verheerende Göttin“.

Sie ist belegt durch einen Weihestein aus Köln, der aber verloren ging. Dieser war datiert auf das Jahr 178 nach Chr.

Der Stifter des Steins kam aus Xanten. Daher vermuten Galsterer und Galsterer dort ihr Kernland.

Sie war eine Kriegsgöttin.

Die zweite ist als Harimella bekannt.

Etymologisch gibt es verschiedene Ansätze. Wie Hariasa wird sie mit Herja in Bezug gebracht bzw. Herfjötur. Gedeutet wird ihr Name als „Die das Heer Hemmende oder Fesselnde“.

Sie ist belegt durch einen Weihestein aus dem 2. Jahrhundert in Schottland.

Über ihren Kult ist nichts bekannt. Man vermutet, sie sei eine Kriegsgöttin der Tungrer oder eine walkürenartige Figur gewesen. Damit läge ihr Kerngebiet in der Gegend des heutigen Tongeren in nördlichen Belgien (Provinz Limburg).

Auch die Dritte im Bunde, Vinhasa, ist wie Harimella eine Kriegsgöttin der Tungrer. Etymologisch wird ihr Name von germn. *wīga (kämpfen) oder *wiha (weihen) abgeleitet, sowie *ansu (Göttin). Mehr ist über sie nicht bekannt.

Quellenangaben:

Almqvist, Imelda; North Sea Water in My Veins; The Pre-Christian Spirituality of the Low Countries; Moon Books; 2021

di Bernardo Stempel, Patrizia; Die sprachliche Analyse der niedergermanischen Votivformulare und Dedikantennamen; Forschungen zur antiken Religion 1; Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften

https://frankisk-allodium.com „Hludana“

Galsterer, Hartmut und Birgit; Die römischen Steininschriften aus Köln, 1975

https://godenvaneigenbodem.com/exomna/ „Exomna“

GardenStone (Goos, Gunivortuus); Die Rückkehr der Göttin Nehalennia; BoD GmbH 2008

https://incisapereaude.wordpress.com/tag/sunuxal „Sunuxal“

www.livius.org „Hludana“

Simek, Rudolf; Religion und Mythologie der Germanen; 2. Auflage; Theiss Verlag, 2014

https://www.sophie-lange.de/matronenkult-und-kultplaetze/index.php „Matronen“

de Vries, Jan; Altgermanische Religionsgeschichte. 3. unveränderte Auflage. De Gruyter, Berlin/New York 1970, Reprint 2010, Band 2

Wikipedia

Playlist Herbsttagundnachtgleiche

Hallo zusammen, ich wünsche euch eine wunderbare Herbsttagundnachtgleiche (oder auch Mabon, wenn ihr es mit Aidan Kelly haltet). Zumindest dieses Jahr passt alles perfekt zusammen: Es ist Wochenende und draußen scheint die Sonne noch mal so richtig vom blauen Himmel, bevor es am Montag kälter und nasser werden soll.

Falls ihr noch etwas musikalische Inspiration für heute benötigt, habe ich euch hier eine kleine Liste zusammengestellt:

Autumn Time von Libana ist ein wunderschöner ruhiger Kanon, der ein bisschen melancholisch den Herbst einläutet.

Ein weiterer ebenso ruhiger Kanon von John Krumm.

Mit diesem Lied von Heather Alexander wird es deutlich lebendiger.

Ein deutschsprachiges Lied aus dem OBOD-Lager.

Ein weiteres deutschsprachiges Lied von Waldtraene zur Herbstäquinox mit germanischen Göttinnen.

Ein allgemeines Erntedanklied von Thexalon von ADF. Der hochmotivierte Barde schreibt zu jedem Hochfest ein neues Lied in ganz unterschiedlichen Stilen.

Eines der ersten Lieder, über die ich mit dem Heidentum in Kontakt gekommen bin. ‚Mabon‘ von Lisa Thiel, eher Wicca oder Hexentum, aber oh so schön…

„The scythe“ von Gaia Consort, ist ein weiteres eher melancholisches Lied, das von der Ernte handelt und dem Übergang zwischen den Jahreszeiten.

Ein deutscher Klassiker. Hier gibt es verschiedene Versionen von. Bei dieser fand ich die Bildauswahl auch so schön.

„Summer’s farewell“ von Spiral Dance aus Australien, ebenfalls eher Wicca/hexisch.

Ein bisschen Country gefällig?

Oder lieber etwas mehr Gospel? Dieses Stück lässt sich ganz einfach im RItual verwenden und mit Gesten begleiten.

Noch mal was auf deutsch, sehr melancholisch.

Und ein letztes Lied, diesmal aus eigener Produktion.

Brot und Gebäck im neuen und alten Heidentum

Brot und Gebäck aller Art hat im Heidentum schon immer eine große Rolle gespielt. Ob als Opfergabe oder im Rahmen des Segens, z.B. im Wicca, oder nach einem Ritual beim gemütlichen Beisammensein, ohne Brot oder Kuchen läuft nichts.

Ceisiwr Serith berichtet in „Deep Ancestors“, dass Brot in Tierform schon von den Proto-Indoeuropäern als Ersatz für Tieropfer genutzt wurde und in seinem Hain, Nemos Ogmios Grove, auch heute genutzt wird.

Die Römer kannten ein eigenes Opferbrot, das Libum, welches im Hausschrein als Opfergabe serviert wurde. Mos Maiorum, ein deutschsprachiger Blog zur römischen Herdkultur, liefert uns neben einem modernen Rezept dafür auch eines für Moretum, eine Art Knoblauchquark, der als Beilage serviert werden kann. Libum kann süß (mit Honig bestrichen) oder herzhaft gegessen werden. Das Rezept findet ihr hier: https://incipesapereaude.wordpress.com/2015/11/26/rezepte-libum-romisches-opferbrot/

Auch die Kelten kannten Gebäck als Opfergabe. Die Keltenkringel gehören zu den wenigen tatsächlich archäologisch belegten keltischen Rezepten. Das süße Honiggebäck erinnert dabei etwas an Lebkuchen. Sie wurden im Gräberfeld Wiederath (Kreis Trier) gefunden.

Es gibt unterschiedliche Varianten im Netz, meist wird zwischen Butter und Schmalz variiert. Im ursprünglichen Rezept wurde eher Pottasche (salzhafte Teile der Holzasche) als Treibmittel benutzt. Die findet man im Supermarkt bei den Weihnachtsgebäckzutaten. Die Version hier stammt mit leichten Ergänzungen von www.sternenkreis.de.

Keltenkringel

Zutaten:

250g Dinkelmehl
200g Honig
1 Ei
20g Butter
10g Hefe oder 5g Pottasche
1 Prise Salz

1. Ei, Honig und zerbröckelte Hefe in einer Schale vermischen.

2. Dinkelmehl dazusieben und die übrigen Zutaten vermengen. Der Teig wird relativ zäh und klebrig.

3. Teig auf ein Backblech und mit einem Löffel portionsweise auf das Blech legen. Die Plätzchen gehen etwas auseinander. Mit dem Stiel eines Holzkochlöffels dann sehr großzügige Löcher in die Plätzchen machen. Da der Teig noch aufgeht, schließen sich die Löcher sonst wieder.

4. Im Ofen bei Umluft 180° 15-20 Minuten backen. Die Kringel werden nach dem Backen noch etwas hart und lassen sich am besten in einer Blechdose aufbewahren.

5. Tipp: Manche fügen noch eine Handvoll gemahlene Nüsse oder zarte Haferflocken dazu. Ich persönlich mag es, die Kringel halb in flüssige Schokolade zu tauchen und trocknen zu lassen.

Gebilde- oder Gebildbrote

Wer es nicht ganz so traditionell mag oder einfach sein eigenes Rezept aufpeppen möchte, der hat die Möglichkeit, sein Gebäck in eine bestimmte Form zu bringen. Ein Beispiel dafür ist es, zur Erntezeit ein Füllhorn aus Hefeteig zu backen und es für das Ritual mit Obst und Gemüse zu füllen. Das kann dann so aussehen:

Eine tolle Anleitung, wie man so ein Füllhorn hinkriegt, findet ihr hier: https://buntwerkstatt.at/2014/09/26/fuellhorn-backen-anleitung/

Zur Frühjahrstagundnachtgleiche wurde Brot früher gerne in Form eines Sonnenrads gebacken.

Zu Lammas, dem Laib-Fest Anfang August backe ich selbst gerne eine Pizzasonne. Dafür brauche ich zwei kreisförmige Teigplatten. Die untere wird mit einer Pizzafüllung (angebratenes Hack oder geschredderter Tofu, klein geschnittene Tomate und Paprika, etwas Paniermehl zum Andicken, etwas Tomatensauce, Reibekäse und Gewürze) belegt. Den Rand bitte frei lassen. Dann legt man die zweite Platte auf die erste und drückt den Rand mit einer Gabel fest. Nun nimmt man ein Glas oder eine kleine Schüssel und stempelt in die Mitte einen Kreis. Achtung, nicht durchdrücken! Bis zu dieser Markierung wird der äußere Ring nun alle 2-3 cm eingeschnitten. Die einzelnen Abschnitte werden seitlich gedreht, so dass die Füllung nach oben zeigt. Nun kann man den Teig noch mit verquirltem Ei oder veganer Milch mit Kurkuma (gibt eine schöne gelbe Farbe) bestreichen und im Ofen backen. Wer mag, schneidet der Sonne noch ein Gesicht. Die Sonne braucht je nach Ofen 35-45 Minuten bei 160°C Umluft, um fertig zu werden. Man kann sie warm oder kalt essen. Dazu schmeckt ein frischer grüner Salat. Genaue Rezepte hierfür findet ihr zum Beispiel auf www.chefkoch.de.

In der Fridthiofssaga wird erzählt, dass Heiden zum Disablòt Götterbilder aus Brot buken und mit Öl einschmierten. Offenbar ist einmal ein Brot in Form von Baldr ins Feuer gefallen. Bei der Gelegenheit brannte das ganze Haus ab. (Grimm, S. 80 bzw. 692)

Sybil Gräfin Schönfeldt beschreibt in ihrem Buch „Feste und Bräuche durch das Jahr“ noch zahlreiche andere Gelegenheiten, zu denen auch noch in christlicher Zeit Gebildebrote gebacken wurden. Bekannt dürften die Weckmänner zu Nikloaus und Sankt Martin sein. Zu Sankt Martin erwähnt sie auch das

Martinshorn/Wotanshorn

Von Sankt Martin heißt es, er trüge Wotans Mantel. Darum erinnern die ihm zu Ehren gebackenen Hörnchen gleichzeitig auch an Wotans Pferd (Hufeisenform).

1kg Weizenmehl, 2 Würfel Hefe, ¼ l lauwarme Milch, 3-4 Eier, etw. Salz, 2 EL Zucker, 200 g weiche Butter abgeriebene Schale einer Zitrone, 50 g grob gemahlene Mandeln, 125 g Rosinen, 100 g Korinthen

Hefeteig zubereiten, den Teig mit dem Rührlöffel schlagen, bis er Blasen wirft, auf dem mehlbestäubten Blech zu einer Rolle mit sich verjüngenden Enden formen und zu einem großen oder 2-3 kleineren Hörnern formen. Die Hörnchen auf dem gebutterten Blech aufgehen lassen, dann mit Butter bestreichen, mit Zucker und Zimt bestreuen, nach Belieben auch mit feingehackten Mandeln und im vorgeheizten Ofen bei 180-200°C 30-40 Minuten backen.

(Schönfeldt)

Ein anderer Zeitpunkt für Gebäck in besonderer Form ist Neujahr. Hier beschreibt sie das sogenannte Neujährchen und das Liefbrot oder Lebensbrot :

Beim Neujährchen handelt es sich um ein Gebäck vom Rhein in Kleeblattform oder rund und mit einem Ewigkeitssymbol versehen. Es wurde den Tieren serviert und sollte ihnen Segen bringen. (Schönfeldt)

Das Liefbrot oder Lebensbrot hingegen war ein dreieckiger Neujahrskuchen, der in England mit Mincemeat gefüllt wurde und den Menschen serviert, in Pommern aus Brotteig und wie ein Nest mit Eiern geformt für das Vieh. Er wurde unter das erste Futter gemischt. (Schönfeldt)

Weitere typische Beispiele sind ein Osterlamm, Brezeln, Ausstechplätzchen als Schmuck für den Weihnachtsbaum, Lebkuchenherzen oder Hefezöpfe. Der Begriff Gebildebrot wurde vom Historiker und Volkskundler Ernst Ludwig Rochholz im 19. Jahrhundert geprägt. Üblicherweise werden sie aus Hefeteig hergestellt, manche auch aus Lebkuchen- oder Mürbeteig. (wikipedia)

Bemalte Brote

Eine schöne Möglichkeit, um Brot zu dekorieren, besteht darin, es mit einer Paste zu bemalen. Die könnt ihr aus 1-2 EL Backkakao, 1 EL Instant-Espresso  und etwas heißem Wasser eine Paste herstellen. Dann müsst ihr 1/2 Eigelb unterrühren, Mit 2 EL Kakao wird die Paste sehr dickflüssig. Tastet euch vorsichtig heran. Die Paste kann man gut herstellen, während die Brote oder Brötchen zum ersten Mal im Ofen sind.

Zum Bemalen braucht ihr natürlich eine ziemlich glatte Oberfläche. Mit krustigem Vollkornbrot klappt das also nicht so gut. Ich habe gute Erfahrungen mit Öl-Quarkteig gemacht. Stellt den Teig nach eurem Rezept her, formt euer Gebäck und lasst es im Ofen backen, bis die Oberfläche angetrocknet ist.

Nun könnt ihr die Paste mit einem Pinsel auftragen. Das darf jetzt natürlich kein breiter Silikonpinsel sein, sondern eher so einer, wie er normalerweise zum Malen benutzt wird. Es empfiehlt sich, hierfür einen neuen Pinsel zu nehmen und auch nur für solche Zwecke zu verwenden. Auf dem Beispielbild sehr ihr meine ersten Versuche: eine Triskele, eine Sonne und Tannenzweige. Auf Pinterest findet man noch mehr tolle Besispiele.

Wer es gerne bunter hätte, sollte mit Lebensmittelfarbe und Eiweiß experimentieren. Damit habe ich aber noch keine Erfahrungen gemacht. Die Paste selbst schmeckt man nachher nicht.

Quellen:

Sybil Gräfin Schönfeldt, Feste und Bräuche durch das Jahr, Urania Verlag in der Dornier

Ceisiwr Serith, Deep Ancestors-Practicing the Religion of the Proto-Indo-Europeans, ADF Publishing (auf Englisch), 2009

Jakob Grimm, Deutsche Mythologie, Dieterichsche Buchhandlung, 1835

„Gebildebrot“, Wikipedia

www.chefkoch.de

https://www.sternenkreis.de/index.php/creativa/582-keltenkringel

ADF Studien: Geschichte des Heidentums und Druidentums/History of Neopaganism and Druidry 1

Frage 1: Define Paleopaganism, Mesopaganism, and Neopaganism, giving examples of each. (minimum 100 words for each)


Frage 2: Name and describe several of the literary sources that contributed to Neopaganism in the first quarter of the 20th century, and discuss their impact on its development. (minimum 300 words)


Frage 3: Describe several examples of authentic folk customs absorbed into Neopaganism, and describe how they have been adapted. (minimum 300 words)


Frage 4: Of the following names, identify and explain the importance each has had in Neopagan history and/or the magical revival (minimum 100 words for each)


Frage 5: Compare and contrast your understanding of three various forms of Neopaganism, such as Wicca, Asatru, eclectic Neopaganism, shamanism, and discordianism. (minimum 300 words )


Frage 6: Discuss the origins and practices of hermetic or ceremonial magic, and how they have influenced Neopaganism. (minimum 300 words)


Frage 7: Discuss the influence of the Pagan festival movement, and how the festivals changed Paganism in the 1980s. (minimum 100 words)


Frage 8: Erörtern Sie den Einfluss des Internets und wie es das Heidentum in den 1990er Jahren verändert hat (mindestens 100 Wörter)


Frage 9: Discuss the origins of the Druidic revival in 18th and 19th century England, naming its key players and describing their contributions. (minimum 600 words)

Frage 10: Discuss the origins of the RDNA, and the influence of Isaac Bonewits, and the founding of ADF. (minimum 600 words)


Frage 11: Describe the groups that have split off from ADF, their history and work. (minimum 600 words)

DEUTSCH – GSP Geschichte des Neopaganismus und Druidentums

GSP History of Neopaganism and Druidry 1 English version

Sources:

Ross Nichols – the Founder | Order of Bards, Ovates & Druids. 16 Dec. 2019, Druidry.org/about-us/ross-nichols-founder. Accessed 24 Feb. 2024.

„Isaac Emon Bonewits“, https://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=129182786, Accessed 11 Feb 2024

Adler, Margot. Drawing down the Moon: Witches, Druids, Goddess-Worshippers, and Other Pagans in America. New York, Penguin Books, 2006. E-book

Emmons, Philip. Neopagan Rites : A Guide to Creating Public Rituals That Work. Woodbury, Minn., Llewellyn Publications, 2007. Kindle Edition.

Hutton, Ronald. The Triumph of the Moon. Oxford University Press, 10 Oct. 2019. E-book

Gründer, René. (2012). Neopaganismus im deutschsprachigen Raum -Entwicklungslinien eines neureligiösen Feldes. 1.

Schönfeldt, Sybil Gräfin; Feste und Bräuche durch das Jahr, Urania Verlag, 2000

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Von Stuckrad, Kocku; Schamanismus und Esoterik. Kultur- und wissenschaftsgeschichtliche Betrachtungen; Leuven 2003

Leskovar, Jutta; Wicca, Kelten, Schamanen. Archäologische Fakten und Fiktionen im Neuheidentum; Verlag Anton Pustet 2023

https://www.deutschlandfunkkultur.de/postmoderne-naturanbeter-heidnische-braeuche-der-romuva-100.html accessed: Aug 10th 2024

Váňa, Zdeněk; Mythologie und Götterwelt der slawischen Völker, Die geistigen Impulse Ost-Europas; Verlag Urachhaus, 1992