Die Geschichte von einem kleinen Landgeist und einem verlorenen Hammer – nordische Götter für Kinder

24. März 2018

Eines Morgens wollte Beorl, der Landgeist, seine Höhle verlassen, um ein bisschen frische Luft zu schnappen und eine Runde im nahegelegenen See zu schwimmen, doch er kam nicht hinaus. Direkt vor seinem Höhleneingang lag etwas. Es war riesig, schwer und hart, und alles Drücken, Schieben und Zerren half nicht. Schließlich nahm Beorl eine Schaufel und grub sich unter dem Ding hindurch. Draußen atmete er erst einmal tief durch. Was im Namen aller neun Welten war denn da bitteschön passiert?

Beorl besah sich das Ding genau: Es sah aus wie ein großer Hammer, mit einem riesigen Kopf aus Metall, in das schöne Muster eingraviert waren, und einem vergleichsweise ziemlich kurzen Stiel, der aber immer noch so hoch aufragte, dass Beorl nur mit Mühe das obere Ende erkennen konnte. Da habe ich ja noch mal Glück gehabt, dass das Ding nicht durch meine Höhlendecke gekracht ist, dachte sich der Landgeist. Aber wie werde ich es jetzt wieder los? Dieser Hammer kann da ja nicht liegen bleiben. So kann ich meine Höhle unmöglich weiter benutzen!

Beorl dachte nach. Etwas so großes wie dieser Hammer musste entweder einem Riesen oder einem Gott gehören. Die Menschen und das Geistervolk konnten mit einer so schweren Waffe gar nicht umgehen. Und Riesen hatte er in dieser Region schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Also musste ein Gott dahinterstecken.

Er wusch sich, denn nach der ganzen Buddelei war das wirklich nötig, und machte sich auf den Weg, um nach dem Besitzer des Hammers zu suchen.

Der Weg nach Asgard war nicht weit, und schon am Bifröst, der Regenbogenbrücke, traf Beorl auf den ersten Gott. Es war Heimdall, der die Brücke bewachte.

„Hast du einen Hammer verloren?“, fragte Beorl ihn. „Ich?“, fragte Heimdall erstaunt. „Nein, ich habe ein Horn, keinen Hammer.“ Und er zog ein großes Horn hinter dem Rücken hervor. „Siehst du? Aber hineinblasen darf ich gerade nicht, erst beim Weltuntergang.“

Doch er ließ den kleinen Landgeist über die Brücke gehen, damit er weitersuchen konnte.

Als Nächstes traf Beorl die Göttin Idun, die in ihrem Garten saß.

„Hast du einen Hammer verloren?“, fragte Beorl sie. „Ich?“ Idun lachte. „Nein, ich habe Äpfel, keinen Hammer. Was sollte ich wohl damit?“ Und sie pflückte einen Apfel und zeigte ihn Beorl. „Siehst du? Einer von denen hält dich lange gesund und munter! Die anderen Götter essen sie jeden Tag!“

Und sie schenkte Beorl, falls er unterwegs Hunger bekommen sollte.

Beim Weitergehen kam ihm Odin zu Pferd entgegen. Beorl hielt ihn an.

„Hast du einen Hammer verloren?“, fragte er ihn und wich dabei geschickt Sleipnirs acht tänzelnden Beinen aus. „Ich?“, dröhnte Odin mit tiefer Stimme. „Nein, ich brauche keinen Hammer. Ich habe meine Raben.“ Er pfiff, und zwei Raben kamen herbeigeflogen und setzten sich auf seine Schultern. „Darf ich vorstellen: Hugin und Munin! Sie fliegen für mich herum und erzählen mir, was auf der ganzen Welt geschieht!“

Dann ritt er weiter und ließ den Landgeist schnell hinter sich.

An einem Haus, an dessen Tür Fensal geschrieben stand, standen Türen und Fenster offen. Beorl klopfte an und trat ein. Im Herd flackerte ein lustiges Feuer, und daneben saß eine Frau, die er als Frigga erkannte. „Hast du einen Hammer verloren?“, fragte er sie. „Ich?“ Frigga schüttelte den Kopf. „Nein, ich habe keinen Hammer, sondern eine Spindel.“ Sie griff in einen Korb neben sich, zog eine Spindel heraus und begann zu spinnen. Der Faden bauschte sich um die Spindel, und als sie sie los ließ, segelte die volle Spindel durch das offene Fenster, stieg zum Himmel auf und verwandelte sich in eine kleine Wolke.

„Oh!“, staunte Beorl, und ging weiter, bevor es noch zu regnen beginnen konnte.

Auf einer Wiese saß der Gott Frey und fütterte seinen goldenen Eber Gullinborsti mit Eicheln. „Hast du einen Hammer verloren?“, fragte Beorl ihn. „Ich?“, war Frey überrascht. „Nein, keinen Hammer. Ein Schwert, aber das habe ich nicht verloren, sondern meinem Freund Skirnir gegeben, damit er mir meine geliebte Frau bringt!“ Er lächelte verliebt. „Aber ich habe ja noch mein Schiff!“ Er zog ein Tuch aus der Tasche. Besonders beeindruckend sah es nicht aus. „Wenn ich es ins Wasser werfe, wird es zu einem großen Segelschiff, auf das alle Götter drauf passen.“

Beorl musste zugeben, dass das ein toller Trick war.

Es dauerte nicht lang, da kam ihm die nächste Göttin entgegen. Freya unternahm einen Ausflug mit ihrem von Katzen gezogenen Wagen. „Hallo! Hast du einen Hammer verloren?“, fragte Beorl und staunte über ihre Schönheit. „Ich? Einen Hammer?“ Freya schüttelte den Kopf. „Einen Hammer würde ich höchstens als Schmuckstück tragen, und da habe ich etwas viel Besseres.“ Sie zog ihren Umhang ein wenig zur Seite, und darunter funkelte eine wunderschöne Kette. „Ist sie nicht toll? Die Zwerge haben sie mir gemacht. Ohne Brisingamen gehe ich nirgendwo hin. Auch nicht in den Kampf. Man sollte die schönen Dinge im Leben viel mehr zu schätzen wissen, meinst du nicht?“

Beorl stimmte ihr zu, und dachte bei sich, wie schön es wäre, wenn er endlich diesen Hammer loswerden könnte.

Als Nächstes traf er auf den Gott Loki. Dieser schien sich gerade auszuruhen, aber er war sofort hellwach, als Beorl ihn fragte: „Hast du einen Hammer verloren?“ „Ich? Einen Hammer?“ Loki grinste schelmisch. „Nein, aber ich könnte einen gebrauchen. Warum?“ Beorl überkam ein merkwürdiges Gefühl. „Ach, nur so!“, antwortete er vorsichtig und ging schnell weiter. Irgendwas hielt ihn davon ab, dem Gott mehr zu erzählen.

Frustriert schüttelte er den Kopf. Jetzt suchte er schon den ganzen Morgen, und hatte immer noch nicht den Eigentümer gefunden. Wer mochte es bloß sein? Müde machte er sich auf den Heimweg. Kurz bevor er die Regenbogenbrücke erreicht hatte, stieß er auf einen Gott, der gerade von dort kam. An seinem wilden roten Bart erkannte Beorl Thor. „Hast du einen Hammer verlo-“, wollte er gerade fragen, als Thor ihm blitzschnell eine Hand auf den Mund presste. „Pssst!“, zischte der Donnergott. „Nicht, dass uns jemand hört!“ Er lockerte vorsichtig seinen Griff.

„Hast du meinen Hammer gefunden?“, hauchte er dann in Beorls Ohr. Der Landgeist nickte. „Er liegt vor meinem Höhleneingang und versperrt mir den Weg!“, erklärte er. Thor richtete sich auf. „Mjölnir ist mir gestern aus der Tasche gefallen, als ich ein Wettrennen gegen Loki gefahren bin. Wenn die Riesen erfahren, dass er weg ist, überfallen sie in Nullkommanichts Midgard und Asgard und stiften Chaos. Bring mich zu deiner Höhle, kleiner Landgeist! Lass uns die Welt retten!“

Er holte sein Ziegengespann und rasch hatten sie Beorls Höhle erreicht. Da lag er, der Hammer, und hatte sich nicht gerührt.

Thor strahlte, schlüpfte in ein paar Handschuhe und hob den Hammer hoch, als wäre er leicht wie eine Feder. „Da ist er ja, mein Mjölnir!“, freute er sich und ließ den Hammer einmal herabsausen. Donner hallte.

„Kleiner Beorl, ich danke dir!“

„Nichts zu danken!“, brummelte Beorl leise.

Thor lud ihn noch zu einem Ziegenbraten ein, um den Fund von Mjölnir zu feiern, aber Beorl war nach der ganzen Sucherei ziemlich müde. Er kroch durch den wieder offenen Eingang in seine Höhle, fiel aufs Bett und schlief ein, bevor der Gott wieder davon gefahren war.

 

Diese Geschichte ist dazu gedacht, jüngere Kinder (Kindergarten, Vorschule) mit den verschiedenen Göttern und Göttinnen der nordischen Herdkultur bekannt zu machen. Jeder wird kurz namentlich und mit einem Attribut oder einer Eigenschaft vorgestellt. Natürlich können nicht alle Götter vorkommen, sonst würde die Geschichte etwas sehr lang werden.

Dafür eignet sich die Geschichte aber sehr gut, um auch mit Bildern begleitet zu werden. Schade, dass meine Malkünste nicht ausreichen, sonst hätte ich daraus ein Bilderbuch gemacht.

Lied: Komm, Schöpfergeist

24. März 2018

Dieses Lied kam als Geschenk in Form eines Geistesblitzes während einer bardischen Two Powers-Meditation zu mir. Die Noten folgen bei Gelegenheit. Die Akkorde sind aber recht einfach:

ganz lange C-Dur,

dann F-C-dm-G

F-C-F-C

Komm, Schöpfergeist, kehr bei mir ein!

Erfülle Herz und Sinne mein!

Lass Worte fließen, schön und wahr!

Lass Werke sprießen, wunderbar!

Komm, Schöpfergeist ….

 

Gottheit der Woche 22: Nodens

23. März 2018

Das Rauschen des Meeres ist dein Wiegenlied,

Nodens,

Herr über das Wasser, das Heilung bringt.

Wo nichts Wirkung zu haben scheint,

da kommst du ins Spiel:

Du bekämpfst die Krankheit und vertreibst sie!

Dein starker Arm ist die Resistenz gegen Viren,

dein Schild wie ein Schutz vor Keimen.

Und was es doch noch durch diesen wehrhaften Wall schafft,

das spülen deine Wasser davon.

Gesell dich zu mir,

Nodens,

und lehr mich dein Wissen.

Diese Gaben hier sollen mein Geschenk für dich sein.

 

In English:

The sound of the sea is your lullaby,

Nodens,

Lord of the healing waters.

When nothings seams to help,

you turn up:

You fight the illness and drive her away!

Your strong arm is the resistance against viruses,

your shield protects us from germs.

And if there is still something that gets trough this mighty wall,

your waters take it away.

Join me,

Nodens,

and teach me your knowledge.

These offerings here are meant for you.

Ostara-Ritual 2018 – Nerthus

18. März 2018
  1. Eröffnung: Zwischen Licht und Dunkel stehe ich, im Scheitelpunkt der Waage, und halte das Gleichgewicht.

    Heute ist der Tag, an dem wir aus der Zeit der Kälte heraustreten

    und den sonnigeren Tagen entgegen schreiten.

    Die Erde ist erwacht,

    und es ist schon deutlich länger hell als noch vor wenigen Wochen.

    Überall zeigen sich Spuren neuen Lebens,

    Zeichen für den Neubeginn,

    Hinweise darauf, dass das Rad des Jahres sich weiterdreht.

    Hier stehe ich,

    allein, doch umgeben von der wiedergeborenen Natur,

    und durch sie verbunden mit vielen anderen.

  2. Reinigung
  3. Mutter Erde grüßen: Wir stehen überwältigt vor deiner Pracht, die sich gerade Bahn bricht,Mutter Erde,die Fülle des neuen Lebens,

    die unsere Sinne erfüllt mit Düften und Farben.

    Erde im Wandel, sich immer wieder verändernd,

    immer wieder erneuernd und doch unser fester Ruhepunkt:

    Erde im Gleichgewicht,

    uns immer wieder verankernd im Hier und Jetzt, im Leben und im Ritual.

    Amen!

  4. Bitte um Inspiration: Lied: Anrufung zu Ogmios
  5. Begründung: Ich bin hier, um heute, wenn Tag und Nacht gleich lang sind, das Fest des neu erwachten Lebens zu feiern,meinen Bund mit den Kindred zu bestätigen und zu festigen,

    ganz besonders aber mit Nerthus.

  6. Den Kosmos wiedererschaffen
  7. Die Tore öffnen
  8. Die Kindred einladen
  9. Hauptopfer: Alles hat seine Zeit:Es gibt eine Zeit des Erntens und eine Zeit des Säens.Es gibt eine Zeit des Sonnenscheins und eine Zeit des Regens.

    Es gibt eine Zeit des Reifens und eine Zeit des Wachsens.

    Es gibt eine Zeit des Ruhens und eine Zeit des Arbeitens.

    Es gibt eine Zeit um Bilanz zu ziehen und eine Zeit des Planens.

    Es gibt eine Zeit des Dankens und eine Zeit des Bittens.

    Diese Zeit ist nun gekommen.

    Nerthus, Erdgöttin,

    ich grüße dich und heiße dich an diesem Frühlingstag willkommen.

    Heute, wenn Tag und Nacht gleich lang sind, bitte ich dich:

    Fahr mit deinem Wagen aus und bring uns die Tage des Planens, des Säens und des Wachsens.

    Schenk der Erde deinen Frieden, damit unsere Saat auch die Zeit hat zu wachsen und zu reifen.

    Lehre mich dein Wissen,

    Nerthus, Herta, Jörd,

    und nimm dafür meine Geschenke an!

  10. Opfergebet  Lied: Sehet mich
  11. Omen
  12. Bitte um Segen/Heiligung:   Ich habe meine Geschenke überbracht, wie viele andere vor mir.Und wie ihnen wird mir im Gegenzug ein Geschenk gemacht.Kindred,

    nehmt diesen Kelch und segnet seinen Inhalt:

    Macht ihn zum Wasser aus den Tiefen der Erde und zum Regen, der vom Himmel fällt.

    Füllt ihn aus der Quelle der Inspiration, damit die, die davon trinken,

    gesegnet sind mit Gesundheit, Weisheit und Wohlstand!

    Der Segen der Kindred ruhe auf mir und in mir!

Awen-Awen-Awen

Siehe, das Wasser das Lebens!

  1. Annahme des Segens:   Der Segen der Kindred erfüllt meinen Körper, meinen Geist und meine Seele:Möge ich wie das Erdreich sein: Bereit zum Umgraben und das neue Leben willkommen heißend!Möge ich wie die Knospe sein: Mein Potential erkennend und in Farben explodierend!

    Möge ich wie der Fluss sein: Das neue Wasser aufnehmend und mit Kraft vorwärts strebend!

    Möge ich wie die Sonne sein: In den Frühling wandernd und der Welt das Licht bringend!

    (nach Theo Bishop, SDF)

  1. Kernarbeit: vorbereitet: eine Schale mit Sand oder Erde, die mit Erde aus dem Garten gemischt wird, ein Rest des Segens aus dem Kelch, ggf. eine kleine Schaufel

vor dem Sprechen kleine Meditation zur Erde durchführen, was bedeutet dieser Segen speziell für mich?

Vor mir steht eine Schale mit Erde aus meinem Garten,

Erde, in die ich in den nächsten Tagen und Wochen säen und pflanzen möchte.

Den Segen der Nerthus rufe ich in jedes einzelne Sandkorn:

Reck dich und streck dich, Erde,

und heiße das neue Leben willkommen.

Den Segen der Nerthus rufe ich in jedes einzelne Sandkorn:

Wo du auch hinfällst: Sei fruchtbar

und bereichere den Boden.

Den Segen der Nerthus rufe ich in jedes einzelne Sandkorn:

Schenk der Welt deine Frieden,

damit die Saat aufgehen und reifen kann,

damit die Zukunft eine Chance hat.

Jeweils einen kleinen Schluck des Kelchinhalts auf die Erde gießen, anschließend gut vermengen. In einer (Solo)prozession durch den Garten gehen und die Erde überall verteilen – kann auch zu einem späteren Zeitpunkt passieren.

  1. Dank und Verabschiedung
  2. Die Tore schließen
  3. Mutter Erde danken: Mutter Erde,du ewige Verwandlungskünstlerin!Aus weiß, schwarz und braun der kalten Jahreszeit verwandelst du dich

    in ein Kaleidoskop von Farben.

    Und doch bist du immer du,

    Mutter Erde,

    und hältst die Welt im Gleichgewicht.

    Auch in diesem Ritual warst du für uns da,

    und dafür danken wir dir.

    Nimm, was wir nicht gebraucht haben,

    mache es zu einem Teil der Wandlung.

  4. Beendigung des Rituals:   Lied: März, der lässt die Bäche springen

Ein deutsches ADF-Ritualhandbuch

17. März 2018

Hier möchte ich euch das vorläufig fertige deutsche Handbuch für die Ritualgrundstruktur von ADF vorstellen, das nach einem Jahr Arbeit nun endlich fertig ist.

Es ist untergliedert in die verschiedenen Ritualbausteine. Zu jedem findet ihr hier die aktuelle Inhaltsangabe, die Bausteine sind auch als Download verfügbar.

Dies ist ein ehrenamtliches Projekt. Ich verdiene daran nichts, aber ich möchte euch bitten, wenn ihr Texte weiterverwendet, einen Hinweis auf eure Quelle zu geben. Nicht so sehr meinetwegen, sondern wegen der anderen Leute, deren Texte ich verwenden durfte. Die mit B.R. gekennzeichneten Inhalte dürft ihr selbstverständlich euren persönlichen Bedürfnissen anpassen.

Viele der Lieder findet ihr hier im Blog auch als Audiodatei zum Reinhören.

Prozession und Eröffnung ALLGEMEIN 01-G-01 Lied: Wir stehen hier
ALLGEMEIN 01-G-02 Lied: Wir nähern uns dem heil’gen Hain („We approach the sacred grove“ von Ian Corrigan)
ALLGEMEIN 01-G-03 Lied: Kommt zum Hain
ALLGEMEIN 01-G-04 Die Geister des Himmels sind über uns…

Baukasten – 01 – Prozession und Eröffnung

 

Reinigung ALLGEMEIN 2-G-01 Durch die Kraft des Wassers…
ALLGEMEIN 2-G-02 Möge ich rein sein, damit ich …
ALLGEMEIN 2-G-03 Möge ich frei sein von allem…
ALLGEMEIN 2-G-04 Durch die Kräfte, die erschaffen …
NORDISCH-GERMANISCH 2-G-05 Wir reinigen die Stelle…
NORDISCH-GERMANISCH 2-G-06 Hammer im Norden, …

Baukasten – 02 – Reinigung

 

Die Erdmutter grüßen ALLGEMEIN 03-G-01 Du stehst am Anfang und am Ende…
ALLGEMEIN 03-G-02 Ich stehe mit beiden Füßen …
ALLGEMEIN 03-G-03 Ich schütte meine Furcht …
ALLGEMEIN 03-G-04 Mutter Erde – Beltane
ALLGEMEIN 03-G-05 Mutter Erde – Mittsommer
ALLGEMEIN 03-G-06 Mutter Erde – Lughnasadh
ALLGEMEIN 03-G-07 Mutter Erde – Herbst-Tagundnachtgleiche
ALLGEMEIN 03-G-ß8 Mutter Erde – Samhain
ALLGEMEIN 03-G-09 Mutter Erde – Mittwinter
ALLGEMEIN 03-G-10 Mutter Erde – Imbolc
ALLGEMEIN 03-G-11 Mutter Erde – Frühlings-Tagundnachtgleiche
SLAWISCH 03-G-12 Lied: Mokoshi
ALLGEMEIN 03-G-13 Lied: Mutter Erde, X X
NORDISCH-GERMANISCH 03-G-14 Großzügige Erde, gebende Erde

Baukasten – 03 – Die Erdmutter grüßen

 

Begründung des Rituals ALLGEMEIN 04-G-01 Ich bin hier, um dem …
ALLGEMEIN 04-G-02 Heute ist …
ALLGEMEIN 04-G-03 Wir sind hier, um die Götter und Geister zu ehren…

Baukasten – 04 – Begründung des Rituals

 

Den Kosmos wieder erschaffen ALLGEMEIN 05-G-01 Lied: Mit Feuer und mit Wasser („Portal Song“, Ian Corrigan)
ALLGEMEIN 05-G-02 Oben und unten
ALLGEMEIN 05-G-03 Lied: Aus den Tiefen der Urquelle
ALLGEMEIN 05-G-04 In der Tiefe fließt …
ALLGEMEIN 05-G-05 Lied: Göttlicher Funke
ALLGEMEIN 05-G-06 Lied: Himmel, Land und Meer
ALLGEMEIN 05-G-07 Wie alles begann…
ALLGEMEIN 05-G-08 Die Wasser halten und umgeben mich
ALLGEMEIN 05-G-09 Lied: Der große, der hohe, der schöne Weltenbaum
ALLGEMEIN 05-G-10 Lasst uns 3 Atemzüge nehmen…
ALLGEMEIN 05-G-11 Am Anfang war das große Nichts…
ALLGEMEIN 05-G-12 Wer sind wir? …
KELTISCH-IRISCH 05-G-13 Eine Quelle weiß ich …
ALLGEMEIN 05-G-14 Ich erwecke die Kraft der…
KELTISCH-GALLISCH 05-G-15 Tief aus Antumnos …

Baukasten – 05 – Den Kosmos wiedererschaffen

 

Die Tore öffnen ALLGEMEIN 06-G-01 Ich mache dem Hüter der Tore dieses Opfer…
ALLGEMEIN 06-G-02 Hüter, vereine deine Kraft mir der unseren….
ALLGEMEIN 06-G-03 Hüter der Tore, ich rufe dich: …
ALLGEMEIN 06-G-04 Lass das Meer sich nicht erheben…
KELTISCH-GALLISCH 06-G-05 Cernunnos, du, der zwischen den Dingen sitzt…
KELTISCH-GALLISCH 06-G-06 Und hier, in der heiligen Mitte…
KELTISCH-GALLISCH 06-G-07 Lied: Cernunnos, öffne die Tore
NORDISCH-GERMANISCH 06-G-08 Heimdall! Du, der das Gras wachsen hört…
NORDISCH-GERMANISCH 06-G-09 Heimdall! Dich sehe ich an der Brücke stehen…
NORDISCH-GERMANISCH 06-G-10 Um Donars Macht ich bitte…
SLAWISCH 06-G-11 Triglav, dreiköpfiger Gott, …

Baukasten – 06 – Die Tore öffnen

 

Die Kindred einladen ALLGEMEIN 07-G-01 Es ist Zeit, die Kindred einzuladen
ALLGEMEIN 07-G-02 Vor dem Brunnen stehe ich …
ALLGEMEIN 07-G-03 Die Kinder der Erde rufen zu den Vorfahren
ALLGEMEIN 07-G-04 Vorfahren, ihr, die hier vor mir wart
ALLGEMEIN 07-G-05 Götter, Ahnen und Geistervolk
ALLGEMEIN 07-G-06 Ich rufe meine Vorfahren
ALLGEMEIN 07-G-07 Hallo Vorfahren!
NORDISCH 07-G-08 Zum Fest rufen wir euch …
ALLGEMEIN 07-G-09 LIED: Ahnenlied („Ancestors Chant“, C. Serith)
ALLGEMEIN 07-G-10 Als du geboren wurdest…
ALLGEMEIN 07-G-11 Wir rufen die Vorfahren…
ALLGEMEIN 07-G-12 Ihr, die uns mit eurer Majestät…
ALLGEMEIN 07-G-13 Wir rufen die Geister des Landes…
ALLGEMEIN 07-G-14 Wir erheben unsere Hände…
ALLGEMEIN 07-G-15 Unsere Stimmen erklingen unter …
ALLGEMEIN 07-G-16 LIED: Götter, Geister, Kindred drei („Gods, and Dead and Mighty Sidhe“, Ian Corrigan, Ü: B.R.)
ALLGEMEIN 07-G-17 LIED: Wir ehren sie im Lied („Ancestor’s song“, Kellianna; Ü/E: B.R.)

Baukasten – 07 – Die Kindred einladen

 

Hauptopfer 08
Opfergebet ALLGEMEIN 09-G-01 LIED: Sehet mich
ALLGEMEIN 09-G-02 Wir haben euch …
ALLGEMEIN 09-G-03 Meine Stimme durchdringt …
ALLGEMEIN 09-G-04 Götter und Geister, …
ALLGEMEIN 09-G-05 Nun haben wir von unserer Liebe und und unserem Reichtum gegeben…

Baukasten – 08 – Hauptopfer

Baukasten – 09 – Opfergebet

 

Omen ALLGEMEIN 10-G-01 Ich sitze still und lausche…
NORDISCH-GERMANISCH 10-G-02 Nornen, ihr sitzt da und webt…
ALLGEMEIN 10-G-03 Wir haben euch unsere Geschenke überbracht…
ALLGEMEIN 10-G-04 Wir stehen an der Schwelle…
KELTISCH-GALLISCH 10-G-05 LIED: Flieg, Vogel, flieg
SLAWISCH 10-G-06 LIED: In meiner Hand ein Stück Metall

Baukasten – 10 – Omen

 

Bitte um Segen ALLGEMEIN 11-G-01 LIED: Hebt den Becher („Pour the waters“, Ian Corrigan)
ALLGEMEIN 11-G-02 LIED: Bringt uns das Wasser des Lebens („Send down the waters“. Melissa Burchfield)
ALLGEMEIN 11-G-03 Ich bitte euch nun, Kindred: …
NORDISCH 11-G-04 Ich bitte euch nun, Asen und…
ALLGEMEIN 11-G-05 Kindred, wir haben euch unsere Opfergaben gebracht…..
ALLGEMEIN 11-G-06 Dies ist ein wirklich mächtiges Omen….
NORDISCH-GERMANISCH 11-G-07 Aus dem Speichel der Götter…

Baukasten – 11- Bitte um Segen

 

Heiligung ALLGEMEIN 12-G-01 LIED: Wasser voll von Möglichkeiten
ALLGEMEIN 12-G-02 Der Segen der Ahnen /AWEN
KELTISCH-IRISCH 12-G-03 Segen der Morrigan (Cathe Mag Tuired)
ALLGEMEIN 12-G-04 Leuchtende Götter, …
NORDISCH-GERMANISCH 12-G-05 Von den Göttern zur Erde zu uns…
KELTISCH 12-G-06 Kraft des Feuers, Kraft des Blitzes… (Carmina Gadelica)
NORDISCH-GERMANISCH 12-G-07 Odin, Allvater! …

Baukasten – 12 – Heiligung

 

Annahme des Segens ALLGEMEIN 13-G-01 LIED: Der Segen der Kindred wirke in mir
ALLGEMEIN 13-G-02 Ich nehme euren Segen an…
ALLGEMEIN 13-G-03 Der Segen der Kindred durchströmt…
ALLGEMEIN 13-G-04 LIED: Der Segen der Götter fließt nun in mir („Power of the spirits“, Ian Corrigan)
ALLGEMEIN 13-G-05 Der Segen der Leuchtenden…
ALLGEMEIN 13-G-06 Ich öffne mich für …
NORDISCH-GERMANISCH 13-G-07 Goldener Met, Skaldenmet…

Baukasten – 13 – Annahme des Segens

 

Arbeiten 14
Danken und Verabschieden ALLGEMEIN 15-G-01 Leuchtende, Ahnen und Naturgeister…
ALLGEMEIN 15-G-02 Die Zeit des Abschieds ist nun hier…
ALLGEMEIN 15-G-03 Liebe Vorfahren, ….

Baukasten – 14 – Arbeiten

Baukasten – 15 – Danken und Verabschieden

 

Die Tore schließen ALLGEMEIN 16-G-01 Herr der Tore, wir danken dir für deinen Schutz…
NORDISCH-GERMANISCH 16-G-02 Heimdall, du hast mein Tun begleitet…
KELTISCH-GALLISCH 16-G-03 Cernunnos, du hast mein Tun begleitet…
SLAWISCH 16-G-04 Triglav, dreiköpfiger Gott…

Baukasten – 16 – Die Tore schließen

 

Dank an die Erdmutter ALLGEMEIN 17-G-01 Erdmutter, wir danken dir…
17-G-02 Mutter Erde, Lebensspenderin, …
17-G-03 Mutter Erde, deine Hände halten mich…
17-G-04 Zu Mittsommer
17-G-05 Zu Lughnasadh
17-G-06 Zur Herbst-Tagundnachtgleiche
17-G-07 Zu Samhain
17-G-08 Zu Mittwinter
17-G-09 Zu Imbolc
17-G-10 Zur Frühjahrs-Tagundnachtgleiche

Baukasten – 17 – Der Erdmutter danken

 

Ritual beenden ALLGEMEIN 18-G-01 Lied: Bis zum nächsten Mal
ALLGEMEIN 18-G-02 Lied: Wenn wir nun gehen
ALLGEMEIN 18-G-03 Unser Ritual nähert sich dem Ende…
ALLGEMEIN 18-G-04 Ihr geliebten und heilsendenden Götter… ( Iolo Morganwg, The Gorsedd Prayer)
ALLGEMEIN 18-G-05 Unser Ritual ist nun beendet und…

Baukasten – 18 – Das Ritual beenden

 

Optionale Bausteine Gabe an die Außenstehenden 19-G-01 Außenstehende Naturgeister …
19-G-02 Dies gilt denen, …
19-G-03 Wir haben unsere Ziele, …
19-G-04 Außenstehende, hört meine Worte…

Baukasten – 19 – Gabe an die Außenstehenden 

 

 Optionale Bausteine Bitte um Inspiration
KELTISCH – GALLISCH 20-G-01 LIED: Anrufung zu Ogmios
KELTISCH – GALLISCH 20-G-02 LIED: Gefesselt von deinen Worten
KELTISCH 20-G-03 Sei gegrüßt, Brighid….
KELTISCH-WALISISCH 20-G-04 Dreifaltige Brighid…
KELTISCH-WALISISCH 20-G-05 Cerridwen, Hüterin des Kessels…
NORDISCH 20-G-06 Dort am Fluss sitzt du, Saga …
NORDISCH 20-G-07 Der Klang deiner Harfe, Bragi…

Baukasten – 20 – Bitte um Inspiration

 

 Optionale Bausteine Erden und Zentrieren 21-G-01 2 Kräfte-Kurzanleitung für Gruppen aus dem DP
21-G-02 Ich bin ein Mensch…
21-G-03 Wo stehe ich? …
21-G-04 2 Kräfte-Meditation komplett

Baukasten – 21 – Erden und Zentrieren

 

Göttinnen und Götter KELTISCH-IRISCH 22-G-01 LIED: „Hymn to Bridget“ (Isaac Bonewits)
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-02 LIED: Baldurs Abschied
KELTISCH-IRISCH 22-G-03 LIED: Brighid, du bist toll
ANGELSÄCH-SISCH-GERMANISCH 22-G-04 LIED: Ostara geht wieder über das Land
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-05 LIED: Skirnirs Ritt
SLAWISCH 22-G-06 LIED: Perún und Veles
KELTISCH-GALLISCH 22-G-07 LIED: Carpe diem, Nantosuelta
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-08 Odin-Odin-Odin
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-09 Rabengott, Herr der Wölfe (Odin)
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-10 Heil sei dir, Erntegott (Freyr)
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-11 Im raschelnden Herbstlaub… (Freyr)
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-12 Freya! Liebliche Göttin….
ALLGEMEIN 22-G-13 LIED: Hans Gerstenkorn („John Barleycorn“, trad.)
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-14 LIED: Fylgia
NORDISCH-GERMANISCH 22-G-15 LIED: Hold, Hold, Hold
KELTISCH-IRISCH 22-G-16 Brighid, du bist die Hüterin …
KELTISCH-IRISCH 22-G-17 Ich rufe an und rufe herbei (Brighid)
ALLGEMEIN 22-G-18 Wold, Wold, Wold
KELTISCH-IRISCH 22-G-19 Wenn die Erde in Schlaf verfällt (Cailleach)

Baukasten – 22 – Göttinnen und Götter

 

JAHRESKREISFESTE

Baukasten – 23 – Festtage

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gottheit der Woche 28: Athene

11. März 2018

Ein Flügelschlag,

und die Eule erhebt sich.

Lautlos gleitet sie durch die Nacht.

Ein stummer Schatten!

 

Scharf ist ihr Blick,

und wenn sie ihre Beute erbllickt,

dann schlägt sie schnell

und unerbittlich zu!

 

Kühl kalkuliert sie

das Verhalten des Gegners

und ist dann genau

am richtigen Ort.

 

Athene,

schlagkräftige Kriegerin,

kühle Strategin,

weise Ratgeberin,

Schutzpatronin der Künste und des Handwerks:

Komm an mein Feuer,

Tochter von Metis,

und lass mich an deiner Weisheit teilhaben,

aber auch an deiner Klugheit,

damit mein Handeln keine reine Kopfgeburt bleibt.

Lehre mich flexibel zu sein und vorausschauend zu denken,

und nimm im Gegenzug meinen Respekt und diese Gaben an!

 

In English:

A flap

and the owl rises,

gliding through the night without a sound,

a silent shadow!

 

Sharp-sighted she is,

and when her eye falls upon her prey

she strikes hard

and without mercy.

 

Sharply she calculates

what her adversary might do,

and so she is there,

where he will be.

 

Athena,

powerful warrior,

clever strategist,

wise giver of advice,

patroness of art and craftwork!

 

Join me at my fire,

daughter of Metis,

and share your wisdom with me,

but you cleverness as well,

so that my doing won’t just stay a far-fetched-idea.

Teach me to be flexible and to think ahead,

and take my respect and these gifts in return!

 

(The German term for a far-fetched idea that has little to do with reality is ‘head-born’, which fits Athena really well, but unfortunately our languages don’t share this little word play.)

Gottheit der Woche 27: Nehalennia

11. März 2018

Nehalennia ist eine meiner Patroninnen. Seit ich von ihr das erste Mal gehört habe, war ich fasziniert von dieser Göttin.

 

Leere Strände, wo deine Tempel standen,

und vergessen dein Name, lange Zeit,

Nehalennia!

Das Murmeln des Meeres raunt deinen Namen,

das Wogen der Wellen trug dich empor,

Nehalennia!

 

Neugeboren aus den Wassern,

wiederentdeckt und wiedererkannt,

kommst du nun erneut zu Ehren,

hier, zwischen Meer und Land,

Nehalennia!

 

Am Bug stehst du und hütest die Fracht,

weist sicheren Weg in endlosen Weiten.

Wer dir vertraute, wer deiner gedacht,

der ließ sich von dir seiner Pfade leiten,

Nehalennia!

 

Dich rufe ich:

Komm an mein Feuer und leiste mir Gesellschaft!

Teil mit mir dein Wissen,

und nimm von mir an,

was ich dir zu geben vermag.

 

In English:

Nehalennia is one of my patron goddesses. I have been fascinated by her from the first time I heard of her.

 

Empty beaches, wehere once you temples stood,

and forgotten your name, for a long time,

Nehalennia!

The mumbling of the sea is murmuring your name,

the surge of the waves lifted you up,

Nehalennia!

 

Reborn from the waters,

rediscovered and recognized

you are honored now again,

here, between sea and land,

Nehalennia!

 

In the prow you stand and care for the freight,

show safe passage in endless range.

Those who trusted in you, those who remembered you,

they were lead by you on their paths,

Nehalennia!

 

To you I call:

Come to my fire and share my company!

Share your knowledge with me

and take, what I have to offer you!

Gottheit der Woche 24: Geister des Landes

11. März 2018

Ich schließe meine Augen und spüre euch:

Die Wärme des Steins, auf dem ich stehe

Der Schatten des Baums, unter dem ich Platz gefunden habe

Das Rascheln der Blätter um mich herum, wenn ein Luftzug hindurchgeht

Das Summen tausender Insekten, die um mich herum ihren Geschäften nachgehen

Das Zwitschern der Vögel, die sich auf den Ästen niedergelassen haben

Der Ruf einer Kuh auf der Wiese

Ich reiche tiefer hinab,

und sehe den Regenwurm, der sich unter mir seinen Weg sucht

und den Pilz, der sein Geflecht weiter ausbreitet

Ich reiche höher hinauf,

bis zu den Gipfeln der weit entfernten Berge,

wo Schnee liegt und Adler kreisen

Ich reiche weit hinaus,

zu den Flüssen, die mich ans Meer bringen.

 

Geister der Pflanzen

Geister der Tiere

Geister der Elemente, von Steinen und Gewässern:

Ich lebe Seite an Seite mit euch.

Jeder von uns hat seine Aufgaben,

seinen Platz im Leben.

Nicht immer ist es offensichtlich,

und darum bitte ich euch:

Nehmt Platz an meinem Feuer und lehrt mich,

wie ich euer Werk besser erkennen und unterstützen kann.

Dies soll meine Gabe an euch sein!

 

In English:

I close my eyes and feel you:

The warmth of the stone I stand upon

The shadow of the tree that I found a place under

The rustling of he leaves around me when a wind blows

The buzzing of thousands of insects that take care of their business

The chirrup of the birds that sit on the branches

The call of a cow in the meadows

I reach deeper,

and I see the worm searching his way under my feet

and the mushroom broadening his network

I reach up higher,

to the tops of mountains far away,

where snow lies and eagles circle

I reach out wider

to the rivers that take me down to the sea.

 

Spirits of the plants

spirits of the animals

spirits of the elements, stones and waters:

We live side by side.

Each of us has his duties,

his place in life.

Not always it is very obvious,

so I ask you:

Have a seat at my fire and teach me,

teach me to recognize your workings better and how to support them.

Let this be my gift to you!

Geschichte: Wie die Tochter der Lüfte den Kosmos formte – ein finnischer Mythos für Kinder erzählt

3. März 2018

Einst gab es nur Wasser und Wind. Leben gab es keines, wie wir es kennen. Mit dem Wind dahin trieb die Ilmatar, die Lüftetochter, durch die Leere. Es gab gar nichts zu gucken, nichts zu erleben. Es gab einfach nichts. So ging es für lange Zeit. Irgendwann wurde es dem Mädchen zu langweilig. Sie ließ sich hinab auf die Wellen sinken. Da kam ein Sturm auf: Der Wind tobte, das Meer brauste und die Wellen umspülten sie. Der Ostwind verband sich mit der rauen See und hauchte ihr Leben ein: Die junge Frau wurde schwanger.

Ihre Schwangerschaft dauerte lange: 700 Jahre trieb die Lüftetochter über das Meer, alle Ecken des Ozeans besuchte sie, aber das Kind wollte nicht kommen. Irgendwann wurden ihr die Schmerzen zuviel und sie klagte dem Universum ihr Leid: „Wieviel besser wäre es jetzt, mit dem Wind dahin zu fliegen, als hier im Wasser darauf zu warten, dass mein Kind geboren wird. Ich arme Wassermutter!“ Und sie bat Ukko, den Gott des Himmels, um Hilfe.

Ukko hörte ihre Klage, und er hatte Mitleid mit ihr. Er sandte eine Ente, ein Tier des Wassers und der Luft, hinab zu ihr. Die Ente flog über das Meer und suchte nach einem Plätzchen, wo sie ihr Nest bauen könnte. Aber weit und breit war keine Insel zu sehen, kein sicherer Fleck.

Schließlich erspähte der Vogel doch noch einen Ort, den er für einen grasbewachsenen Hügel hielt. Es war das Knie der Wassermutter, denn das war nun Windstochters neuer Name. Dort ließ die Ente sich nieder und baute ihr Nest. Sie legte sechs goldene Eier und ein siebtes aus Eisen, setzte sich auf das Nest und begann eifrig zu brüten. Sie brütete einen Tag, zwei Tage, drei Tage.

Am dritten Tag hielt die Wassermutter die ungewohnte Hitze auf ihrem Knie nicht mehr aus. Sie reckte und streckte sich und schüttelte ihre Glieder. Dabei fielen die Eier ins Wasser und zerbrachen. Doch was für ein Glück: Die Stücke der Schale verkamen nicht etwa im Schlamm am Meeresgrund, sondern aus dem unteren Schalenstück wurde die Erdkrümmung und das obere Stück formte die Himmelswölbung. Das Eigelb blieb am Himmel und wurde zur Sonne. Das Eiweiß verwandelte sich in Mond und kleine Schalensplitter in Sterne. Dunkle Schlieren wurden zu Wolken am Himmel.

Schließlich, im zehnten Sommer, spürte die junge, schöne Frau, wie sich in ihr etwas regte: Die Wehen setzten ein, und sie wand sich hin und her.

Wo sich ihre Hand festkrallen wollte, formten sich Landspitzen. Wo ihr Fuß lag, entstanden Senken, in denen Fische leben konnten und Schluchten, in denen sich Lachse zu Hause fühlen konnten. Tiefe Meeresschluchten bildeten sich, wo ihr Körper im Wasser versank. Dort, wohin sich ihre Hüfte drehte, tauchten flache Uferstrände aus dem Wasser auf, und wenn sie ihren Kopf dem Land entgegenstreckte, formten sich breite Buchten. Zwischen den Wehen ruhte sie sich aus, und trieb ein wenig weiter aufs Meer hinaus. Dabei entstanden Klippen und gefährliche Riffe im Meer, die später noch oft Schiffen zum Verhängnis werden sollten.

So schuf sie Inseln mit Feldern und Wiesen und mit felsigen Gebirgen, die zum Himmel aufragten.

Und doch dauerte es insgesamt 30 Jahre, bis Wäinämöinen, der Sänger, endlich geboren wurde! Lange wartete er darauf, dass Sonne, Mond und Sterne ihm in Bauch seiner Mutter scheinen würden. Doch nichts geschah.

Endlich, endlich fasste das Kind seinen ganzen Mut zusammen und verließ die dunkle Enge des Mutterleibs. Mit aller Kraft durchstieß es die Pforte und stürzte sich kopfüber in die Wellen.

Acht weitere Jahre dauerte es, bis das Kind schließlich eine Landzunge erreichte und an Land ging. Staunend blickte Wäinämöinen zum Himmel empor und bewunderte Sonne, und Mond und die Sterne des Großen Bären, die nun auf ihn herableuchteten. Wäinämöinen, den man später den Weisen nennen sollte, was geboren! Und auf diesem Weg gab Ilmatar, die Wassermutter und Lüftetochter, auch dem Kosmos, wie wir ihn kennen, seine Form.

(free retold, based on „Kalevala.“, Rune 1, translated by Anton Schiefner, Bibliotheca Augustana. N.p., n.d. Web. 24 May 2017.

Geschichte: Warum es Winter wird – ein griechischer Mythos für Kinder erzählt

3. März 2018

Die griechische Göttin Demeter ist die Göttin der Ernte. Selbst hatte sie aber nur eine Tochter, Persephone, die sie sehr liebte. Persephone war sehr hübsch, Als sie eines Tages fröhlich vor sich hin tanzte und Blumen pflückte, sah sie der Gott Hades. Hades herrschte über die Unterwelt und wirkte immer sehr finster und mürrisch. Hades beobachtete Persephone und verliebte sich in sie. Er fand sie toll, aber er wusste, dass es schwer für ihn werden würde, Persephone davon zu überzeugen, dass er der Richtige für sie wäre. Auch Zeus, sein Bruder, konnte oder wollte ihm keinen Rat geben.

Kurz entschlossen lockte er Persephone in eine Falle und entführte sie in sein Reich.

Nach einiger Zeit machte Demeter sich Sorgen um ihre Tochter. Sie war nun schon ein ganze Weile weg, ohne Bescheid zu sagen. Demeter machte, was alle Mütter tun: Sie zog los und fragte alle Leute, die sie traf, ob sie ihre Tochter gesehen hätten.Neun Tage lang irrte sie mit einer Fackel in der Hand umher. Schließlich erzählte ihr Hekate, dass Persephone entführt worden sei. Aber auch sie wusste nicht, wer der Übeltäter war. Zusammen suchten sie weiter und trafen Helios, den Sonnengott. Er hatte die Tat beobachtet und nannte ihnen Hades.

Demeter wurde böse und sehr, sehr traurig. Hades war der Bruder von Göttervater Zeus. Dieser würde nichts gegen seinen Bruder unternehmen. Demeter wollte mit den anderen Göttern nichts mehr zu tun haben. Sie zog eine Weile in der Welt der Menschen umher.

Aber sie vermisste ihre Tochter immer noch. Und weil sie so traurig war, befahl sie den Pflanzen, dass sie nicht mehr wachsen sollten. Bald war alles Grün vertrocknet undes gab nichts mehr zu essen. Die Menschen machten sich Sorgen und beteten zu den Göttern, denn eine Hungersnot bedrohte die Erde.

Auch Zeus beobachtete das Ganze mit Sorgen. Was sollten die Götter tun, wenn es keine Menschen mehr gäbe, die ihnen Weihrauch schickten und zu ihnen beten würden? Es musste etwas geschehen. Zeus beauftragte Hermes, den Götterboten, zu Hades zu gehen. Er sollte ihn überreden, Persephone gehen zu lassen.

Hades willigte ein. Doch bei Abschied überredete er sie ein paar Granatapfelkerne zu essen um sich zu stärken. Es ist aber so, dass jeder, der etwas von dem Essen der Unterwelt gegessen hat, an das Totenreich gebunden ist.

So konnte Persephone zwar zu ihrer Mutter zurückkehren, die sich freute und zur Erleichterung aller die Pflanzen wieder wachsen ließ. Doch jedes Jahr muss sie für vier Monate zu Hades in die Unterwelt ziehen. In dieser Zeit trauert Demeter und alles Leben ruht. Dann ist bei uns Winter.

Aber im Frühling kehrt Persephone wieder an die Erdoberfläche zurück und bringt die Sonne und die Blumen mit sich.