Category: Rituale

Die Mutter Erde anrufen – warum und wie?

28. April 2016

Nemeton 2016 - Mutter ErdeMutter Erde – das klingt freundlich, etwas kindlich naiv vielleicht. Man hat sofort ein kuscheliges Gefühl der Geborgenheit. Hier wird bedingungslos Liebe geschenkt, sie ist immer da für den, der sie ruft. Sie ist einfach da, so lange es irgendwie geht.

Erdmutter – das klingt schon ernsthafter, erinnert an die Venus von Willendorf, die dicken kleinen Statuen aus früheren Zeiten, mit ein bisschen Distanz darin.

Mutter des Landes – nein, damit ist nicht Frau Merkel gemeint. 🙂 Das Land hatte früher seine eigenen Gottheiten, je nachdem wo man sich gerade befand. Göttinnen mit eigenen Namen, eigenen leicht variierenden Eigenschaften und Ausprägungen, eigenständig handelnd. Häufig waren sie verbunden mit den großen Flüssen, die die Region durchzogen. Bei diesen Göttinnen wurde nicht selbstverständlich davon ausgegangen, dass sie einem bedingungslos zur Verfügung standen, sondern man behandelte sie als Wesen, die sich durchaus auch zur Wehr setzen konnten und würden, wenn man sie nicht respektvoll behandelte.

Mutter Erde – ich bleibe mal bei diesem Titel, weil er mir am meisten zusagt – ist aber noch mehr als das. Die Wikinger hatten das Konzept von einem Schicksalsnetz: Alles ist miteinander verwoben, und wenn ich an einem Faden ziehe, indem ich eine bestimmte Handlung ausführe, dann hat das auch Auswirkungen auf andere Teile des Netzes bzw. sogar auf das ganze Netz. Insofern bekommt der Grundsatz: ‘Tu, was du willst, solange du keinem Schaden zufügst’ noch mal eine besondere Bedeutung. Ich verstehe mich als Teil eines größeren Ganzen, und was ich tue, beeinflusst die Entwicklung des Ganzen. Die Erde als Planet, auf dem wir leben, ist (derzeit noch) einzigartig in ihrer Bedeutung für das Überleben der menschlichen Spezies, da uns ja die Möglichkeiten fehlen, mal eben das Sonnensystem zu wechseln und uns auf einem anderen Planeten niederzulassen. Es empfiehlt sich daher ganz dringend für uns, mit diesem einen Planeten, den wir haben, schonend umzugehen und die Beschränkungen in Bezug auf die Ressourcen, die vorhanden sind, zu respektieren. Passiert häufig leider nicht so wirklich, wenn der Geschäftssinn das Verantwortungsgefühl überwiegt.

Ich halte die Erde allerdings nicht für ein rachsüchtiges Wesen: Wo man früher vielleicht von göttlicher Strafe gesprochen hat, sehe ich eher eine Konsequenz aus ablaufenden Prozessen, die nicht unbedingt denjenigen treffen, der ‘am falschen Faden gezogen hat’. Wenn ich immer mehr Wasser in ein Litermaß gebe, dann wird es irgendwann überlaufen. Vielleicht werde ich selbst dabei nass, vielleicht aber auch die wichtigen Unterlagen, die jemand dort abgelegt hat, wo ich mein Litermaß hingestellt habe.

Eines Tages sind die Kompensationsmechanismen nicht mehr ausreichend, dann geschieht eine Katastrophe: Die Häuser, die im Boden verschwinden, weil die Bergwerke zu intensiv gegraben haben, die Lawine, die die Schifahrer verschluckt, weil die Hänge zu kahl sind, die überfluteten Felder und Stadtteile, weil der Fluss begradigt wurde und die Deiche nicht mehr halten…

Welches Fazit ziehen wir nun daraus?

Im Ritual

  • machen wir uns bewusst, dass wir durch die Erde miteinander verbunden sind
  • erinnern wir uns ihrer Funktion als unsere Ernährerin, als der Lebensraum, in dem unser Leben überhaupt erst möglich ist
  • zeigen wir der Erde, dass wir dies zu schätzen wissen und drücken ihr unseren Dank und Respekt dafür aus
  • wollen wir der Erde etwas für ihre Leistung, bewusst oder unbewusst) zurückgeben

Darum bitten wir sie am Anfang des Rituals darum, dass sie uns Halt gibt und uns im Hier und Jetzt verankert, und danken ihr am Ende für ihre Unterstützung.

Anm.: Ich spreche normalerweise danach noch ein paar spontane persönliche Worte und mache ein Geschenk aus Körnern, Samen oder einem Lied.

 

Gebete, um die Mutter Erde zu rufen

an Beltane:

Mutter Erde,

du lässt dich von warmen Sonnenstrahlen einhüllen,

du badest in den Regenschauern, die über das Land fegen,

bis dein Leib schwer ist von Feuchtigkeit

und so Nahrung und Halt bietet

für die Samen und Keimlinge,

die in dieser Zeit so unbändig ans Licht drängen.

Ich bitte dich:

Halte mich in diesem Ritual,

wie du auch den Pflanzen Halt gibst.

Lass mir bewusst sein,

dass ich in dir wurzle wie sie und durch dich mit allem verbunden bin,

was lebt.

Amen!

 

an Litha/Mittsommer:

Auf dem Feld vor meinem Haus wiegen sich die Ähren im leichten Wind,

so, als ob du dein goldbraunes Haar für mich schüttelst.

In dieser Zeit, wo die Kraft der Sonne am stärksten ist, bietest du uns Halt,

Mutter Erde,

einen Moment des Atemholens zwischen Säen und Ernten.

Schenke mir auch in diesem Ritual die Gewissheit,

festen Boden unter den Füßen zu haben,

so wie du es immer tust.

Amen!

 

an Lughnasadh/Lammas:

Braun der Boden, Mutter Erde,

krümelig in der Sommerhitze.

Blau der Himmel, Mutter Erde,

wolkenlos und unendlich.

Grün die Wiesen, Mutter Erde,

wogendes Gras in vollem Saft.

Ich bei dir, Mutter Erde,

geborgen in deiner Hand,

wenn ich über das Land schreite,

wenn ich zwischen den Welten wandle,

als Teil deines allumspannenden Netzes.

Amen!

 

zu Mabon/Herbst-Tagundnachtgleiche:

Ein Korb mit Äpfeln steht zu meinen Füßen,

rund und duftend, und dein Bild steigt vor mir auf:

Wie sonst selten wird uns in dieser Zeit der Ernte bewusst,

wie du uns täglich hältst und ernährst,

wie du alles Leben auf diesem Planeten hältst und ernährst.

Mutter Erde, ich bitte dich:

Halte mich auch in diesem Ritual

und lass mich sicher in dir ruhen,

so wie du es immer tust.

Amen!

 

zu Samhain:

Kühl streicht der Wind über meine Haut,

kühl streicht er über deine Haut, Mutter Erde.

Nebelschwaden hüllen dich ein

und verbergen dich oft vor meinem Blick.

Tautropfen glitzern auf den Spinnwebfäden,

die sich zwischen den Gräsern spannen,

die sich zwischen den Ästen spannen,

die sich zwischen mir und der Welt spannen:

Zeichen für das große Netz des Lebens,

in dem wir alle miteinander durch dich verbunden sind,

durch den Raum und durch die Zeit.

Nicht gefangen, nicht hilflos,

sondern als denkende, fühlende Wesen mit Verantwortung füreinander.

Halte uns, Mutter Erde,

sei unser Anker im Hier und Jetzt,

wenn sich die Schleier zwischen den Welten öffnen

und Zeit und Raum keine Rolle mehr spielen.

Amen!

 

zu Jul/Mittwinter:

Tief hast du dich in dich selbst zurückgezogen,

Mutter Erde,

und doch hast du wie jede gute Mutter immer ein Auge auf deine Kinder:

Auch in der längsten Nacht des Jahres, wenn alles still und starr zu sein scheint,

können wir darauf bauen, dass du für uns da bist

und uns hältst, so wie immer.

Mag auch Schnee dich mit einer Decke überziehen,

mag unwirtliches Wetter uns in die Häuser treiben:

Wir wissen: Du bist da draußen,

immer da,

und sammelst frische Kräfte,

um nach der langen Dunkelheit neues Leben hervorzubringen.

Sei auch in diesem Ritual bei uns und halte uns in deiner Hand.

Amen!

 

zu Imbolc:

Schneeglöckchen kündigen das neue Leben an, Hamamelis und Krokusse:

Der erste Blumenschmuck, ein Farbklecks nach den tristen dunklen Tagen.

Noch hat die Kälte dich fest im Griff,

aber schon werden die Tage länger

und die Sonnenstrahlen kitzeln dein Antlitz

und locken dich aus dem Winterschlaf.

Vor dir sind wir versammelt,

verstreut über den ganzen Planeten,

doch miteinander durch dich verbunden,

und weben dein Netz.

Du bist der Grund, über den wir schreiten,

achtsam und leichten Schrittes,

das Sicherheitsnetz, das uns hält,

im Ritual, wie auch im ganzen Leben.

Amen!

 

zu Ostara/Frühlings-Tagundnachtgleiche:

Wir stehen überwältigt vor deiner Pracht,

die sich gerade Bahn bricht,

Mutter Erde,

die Fülle des neuen Lebens,

die unsere Sinne erfüllt mit

Düften und Farben.

Erde im Wandel,

sich immer wieder verändernd,

immer wieder erneuernd

und doch unser fester Ruhepunkt:

Erde im Gleichgewicht,

uns immer wieder verankernd im Hier und Jetzt,

im Leben und im Ritual.

Amen!

 

 

Katholische Messe und ADF-Ritual im Vergleich -ein Versuch

14. April 2016

Ich habe überlegt, wie ich jemandem, der zwar mit den Abläufen einer katholischen Messe vertraut ist, aber keine Ahnung vom Heidentum in jeglicher Form hat, ein Ritual im ADF-Stil näherbringen kann. Da meine Familie sich zum großen Teil aus Katholiken zusammensetzt, fällt es mir immer ein wenig schwer, mich dort einzubringen, weil ihnen der Zugang zu meinem Glauben fehlt. Hier daher ein Versuch, bestimmte Dinge in Beziehung zu bringen und verständlicher zu machen. Dies ist meine persönliche Meinung und muss nicht unbedingt auch die aller anderen sein.

Ich habe die einzelnen Bausteine teilweise anders zusammengefasst, als sie im Ritualablauf/ in der Messe vorkommen, weil ich es so praktischer fand. Den Messpart habe ich dabei kursiv gesetzt, so dass die optische Unterscheidung leichter fällt.

Einzelne Begriffe muss ich vermutlich nach und nach zusätzlich erläutern, weil die zu  spezifisch sind.

 

GRUNDSÄTZLICHES

Eine Messe findet für gewöhnlich in einer speziell dafür gebauten Kirche statt. Die Räumlichkeiten sind entsprechend geweiht und werden nicht für andere Zwecke benutzt. Eine Messe kann aber auch außerhalb der Kirche stattfinden, z.B. häufig an Allerheiligen auf dem Friedhof. Geleitet wird eine Messe in jedem Fall von einem Priester. Unterstützt wird er häufig von Gemeindemitgliedern, die als Messdiener, Lektoren, Kommunionhelfer und Kollektanten fungieren, außerdem gibt es meist noch einen Organisten, der für die musikalische Begleitung sorgt.

Die Messe folgt einem festgelegten Aufbau. Viele Teile sind dabei textlich vorgegeben und immer gleich.

Ein druidisches Ritual findet selten in einem speziell für diesen Zweck gebauten Tempel oder Nemeton statt.

Es kann von einem einzelnen Priester geleitet werden. Meistens sind bei Gruppenrituale jedoch viele Teilnehmer in den unterschiedlichsten Funktionen involviert: Die einzelnen Ritualbausteine werden von verschiedenen Leuten gesprochen und ausgeführt, die dazu nicht ADF-Priester sein müssen. Liturgen können das Ritual geschrieben haben, Barden gestalten musikalische und erzählerische Aspekte etc., jemand hütet das Feuer, usw.

In einem Soloritual übernimmt man halt selbst alle Aufgaben.

Der Ritualablauf in seinen Kernelementen ist festgelegt. Dabei gibt es jedoch Variationen in der Reihenfolge und teilweise zusätzliche Bausteine, die nicht obligatorisch sind.

 

EINZUG

Die Gläubigen haben sich auf die Messe vorbereitet. Sie beginnt durch ein akustisches Signal (Glocken läuten),Gesang und den Einzug von Priester und Assistenten.

Häufig findet vorab eine kurze Meditation statt, bevor alle Teilnehmer den Hain betreten. Meist gibt es ein akustisches Signal zu Beginn: Ein Begrüßungslied oder Glockengeläut.

 

BEGRÜßUNG/BEGRÜNDUNG

Der Priester begrüßt die Gemeinde. Er nennt oft den aktuellen (Fest-)Tag im liturgischen Jahreskreis.

Ein Teilnehmer (TN) gibt eine Einführung in das aktuelle Ritual und begründet, warum es gefeiert wird. Das kann ein ganz spezieller Anlass sein (Hochfest etc.), aber auch einfach ein: “Wir sind hier, um unseren Bund mit den Kindred zu bestätigen.”

 

SCHULDBEKENNTNIS & KYRIE/REINIGUNG

Die Gläubigen gestehen ihre Schuld/ihre Fehler ein und bitten Gott um Vergebung.

Rituale werden meist nicht an speziell dafür angelegten und ausschließlich dafür genutzten Räumen abgehalten. Die TN reinigen daher sowohl den Ort als auch sich selbst mit Rauch und Wasser von allem, was ihn und sie belastet und davon abhalten könnte, sich ganz auf das Ritual zu konzentrieren. Manche Gruppen geben an dieser Stelle auch eine Gabe an die ‘Außenseiter’, und bitten diese Störfaktoren, für die Dauer des Rituals fernzubleiben.

Die Reinigung ist ein flexibles Element, das lediglich von Erschaffung des Kosmos stattgefunden haben sollte.

 

MUTTER ERDE ANRUFEN

Es gibt nichts Vergleichbares.

Die TN begrüßen die Mutter Erde, bringen ihr ein Geschenk und machen sich bewusst, dass wir durch die Erde alle miteinander verbunden sind. Sie ist das verbindende Element, das uns trägt und hält.

 

DEN KOSMOS (WIEDER) ERSCHAFFEN

Grundsätzlich gibt es innerhalb der Messe kein vergleichbares Element. Mircea Eliade weist in seinem Buch ‘Das Heilige und das Profane’ jedoch daraufhin, dass sich auch im Kirchenraum die drei ‘Heiligtümer’ wiederfinden:

Das Feuer brennt als ewiges Licht im Tabernakel.

Das Wasser wird sowohl durch das Taufbecken als auch den Kelch repräsentiert und in gewisser Weise auch durch die Weihwasserschalen am Eingang.

Der Baum kann in Form des Kreuzes wiedergefunden werden, als zentralem Dreh- und Angelpunkt einer Kirche.

 

Nun kreieren die TN einen heiligen Raum, indem wir die Erschaffung des Kosmos nachvollziehen/wiederholen. Entscheidend sind dabei die drei ‘Heiligtümer’: das Wasser, das Feuer und der Baum. Minimal muss eine Repräsentation des Feuers vorhanden sein, ansonsten gibt es Variationen, die abhängig sind von der heidnischen Herdkultur und den örtlichen Gegebenheiten.

Die Erschaffung des Kosmos ging einher mit der Erschaffung der Naturgesetze, der Ordnung, die ‘die Welt im Innersten zusammenhält’. Im Chaos des Urknalls bildeten sich Gesetzmäßigkeiten, die der Welt bzw. Dem Kosmos eine Struktur gaben und so Leben ermöglichten. Es war und ist die Aufgabe der Götter, diese Ordnung zu schaffen und zu erhalten.

Das Feuer ist die Repräsentation des Himmels,ihres Sitzes.

Das Wasser ist das gegenteilige Element: Es ist ebenso lebenswichtig und fruchtbarkeitsspendend wie die Sonne, gilt aber auch als Quelle von Weisheit und Inspiration, die bis tief ins Erdinnere hinabreicht. Es ist die Kontaktstelle zu den Vorfahren. In vielen Mythologien wird erzählt, dass man nach dem Tod über ein Gewässer in das Reich der Toten gelangt.

Übrigens ist das nicht die einzig mögliche Deutung: Genauso kann man an dieser Stelle die beiden Funktionen andersherum interpretieren. Da das Heidentum nicht dogmatisch ist, bleibt diese Auslegung einem selbst überlassen.

Beides, das Feuer in der Höhe und das Wasser ist der Tiefe, werden verbunden durch den Weltenbaum, Nahtstelle zwischen Himmel und Erde. Er bildet das Tor zu den Naturgeistern, den Elementen, die die Welt um uns herum hegen und pflegen.

Sicherlich könnte man noch ganze Bände zu diesem Thema füllen. Ich lasse es aber jetzt hierbei. Wer dazu Fragen hat, kann mir ja gerne einen Kommentar hinterlassen.

 

DEN HÜTER DER TORE ANRUFEN UND DIE TORE ÖFFNEN

Es gibt nichts Vergleichbares.

Der Hüter der Tore fungiert als eine Art Mediator. Er ist meist eine Gottheit, die als Grenzwandler gilt,z.B. ein Psychopomp. Seine Funktion im Ritual ist es alle Teilnehmer unter einen Hut zu bringen. Häufig haben die Anwesenden unterschiedliche Herdkulturen, arbeiten z.B. schwerpunktmäßig mit dem nordischen, griechischen, slawischen oder einem keltischen Pantheon. Der Hüter der Tore sorgt gewissermaßen für eine Tischordnung, bei der alle zufriedengestellt werden und es keinen Streit gibt.

Das Umwandeln der drei Heiligtümer in Tore und das damit verbundene Öffnen der Tore ermöglicht die direkte unmittelbare Kontaktaufnahme zu den Kindred: den Göttern, den Vorfahren und den Naturgeistern! Vielleicht kann man es mit einem Telefonanruf vergleichen. Natürlich kann ich auch einen Brief schicken, aber es dauert länger und geht über Mittelsmänner (die Post).

 

GLORIA, PRÄFATION, HOCHGEBET, TAGESGEBET/ ANRUFEN DER KINDRED UND EHRUNG

Gloria, Präfation und Hochgebet sind Schritte, die alle die Gemeinde in ihrer Verbundenheit mit Gott bestärken sollen und Gott ehren.

Das Tagesgebet dient den einzelnen Gemeindemitgliedern dazu sich auf die Gegenwart Gotte zu besinnen und ein persönliches stilles Gebet zu sprechen.

 

Nach dem Öffnen der Tore rufen die TN die Kindred an, einzeln oder alle zusammen: Wir laden sie ein, am Ritual teilzunehmen, heißen sie an unserem Feuer willkommen und erweisen ihnen unseren Respekt, indem wir ihnen Geschenke in Form von materiellen Gaben, aber auch Liedern und Gedichten etc. machen.

Anders als bei anderen heidnischen Ausrichtungen werden keine Götter invoziert, was meiner Meinung nach eher mit ‘Du MUSST jetzt kommen’ verbunden ist.

Anschließend wird ggf. noch eine spezielle Gottheit besonders gerufen und geehrt: Wer das ist, hängt vom Anlass des Rituals ab.

Zuletzt besteht bei Gruppenritualen meist noch die Möglichkeit, dass jeder einzelne eine persönliche Gabe überreichen kann (Opfergabe).

 

LESUNG, HALLELUJA UND EVANGELIUM

In der Lesung wird normalerweise ein Text aus der Bibel vorgetragen, oft aus dem alten Testament. Das Evangelium hingegen stammt immer aus dem neuen Testament, weil es die Botschaft Jesu weitergibt.

Das Heidentum allgemein ist keine Buchreligion. Daher ist vieles zum einen nicht festgelegt, zum anderen aber auch verloren gegangen. Die meisten Herdkulturen haben noch einzelne Elemente einer Mythologie vorzuweisen, manche mehr (römisch, griechisch, nordisch, …), manche weniger (gallisch, germanisch…) Manchmal wird im Rahmen der Kernarbeit oder der Ehrungen ein Mythos nacherzählt. Ansonsten gibt es hier aber keine Parallelen.

 

PREDIGT/OMEN ZIEHEN

Die Predigt dient der Auslegung des Wortes Gottes und soll einen aktuellen Bezug herstellen.

Bis zu diesem Punkt diente das Ritual dazu, den Kindred gewissermaßen Energie zuzuführen. Wir haben sie ‘gefüttert’, damit sie nun ihrerseits ihre Energie zu unserem Nutzen freisetzen können.

Das Omen ist hierbei der erste Schritt. Wir verwenden Hilfmittel, um zu erfragen, was uns die Kindred mitteilen wollen. Dabei kann es sich um Karten handeln, Runen, Oghamsteine oder anderes. Es kann eine konkrete Frage gestellt werden, aber das wird für gewöhnlich vorab besprochen.

Es ist hilfreich, wenn sich ein Teilnehmer gut damit auskennt und das gezogene Omen für die Gruppe interpretieren kann.

 

CREDO und VATERUNSER

Das Glaubensbekenntnis und das Vater unser sind eine Zusammenfassung der Glaubensinhalte des Christentums.

 

Es gibt zwar den Wicca-Grundsatz ‘Es ist erlaubt, solange du keinem Schaden zufügst.’ und die 9 Tugenden in unterschiedlichen Ausrichtungen. Nichts davon ist jedoch ähnlich dogmatisch und festgelegt wie im Christentum. Das Druidentum stellt die Herausforderung an seine Gläubigen/Anhänger, sich ein eigenes Bild zu machen und nach diesen Grundsätzen zu handeln.

 

FÜRBITTEN UND FRIEDENSGRUß/PERSÖNLICHE GABEN UND KERNARBEIT

Die Fürbitten sind gemeinschaftlich vorgetragene Bitten oder individuell formulierte Gebete um das Wirken Gottes für bestimmte Ziele. Der Friedensgruß soll die Verbundenheit der Gläubigen bezeugen und die Gemeinschaft der Kirche ausdrücken.

Zu den persönlichen Gaben habe ich bereits etwas erzählt.

Der Punkt Kernarbeit ist ein optionaler Baustein. Er kommt zum Einsatz, wenn man mit dem Ritual einen bestimmten Zweck vefolgt: ein Hochfest, Heilung, Schutz, Hochzeit/Handfasting, …. Die Kernarbeit findet immer erst nach der Kommunion statt.

 

GABENBEREITUNG, AGNUS DEI und KOMMUNION/SEGNUNG DES WASSERS UND KOMMUNION

In der Gabenbereitung bzw. Wandlung werden Hostie und Wein in den Laib und das Blut Christi verwandelt. In der Kommunion wird das letzte Abendmahl von Jesus mit seinen Jüngern nachvollzogen. Die Gläubigen nehmen an dieser Mahlgemeinschaft teil.

Zunäacht teilen die TN den Kindred mit, dass sie nun auch bereit sind für deren Gaben. Bei der Segnung des Wassers (das auch Wein, Met, Whiskey, Saft oder irgendein anderes Getränk sein kann) rufen die TN den Segen der Kindred in dieses Wasser hinein. Sie bitten sie es mit ihrem Segen zu erfüllen (und damit zu verwandeln), damit ihr Segen dann die erfüllt, die davon trinken. Anschließend wird das Getränk ausgeteilt an alle Teilnehmer. Dabei kann man auch mehrere Runden machen und bei jeder Runde einem anderen Gott speziell zuprosten. Bleibt noch ein Rest über, so kann dieser später Mutter Erde gegeben werden. Häufig findet eine kurze Meditationsphase statt, in der jeder für sich selbst noch einmal nachvollzieht, was dieser Segen für ihn persönlich beinhaltet.

Bevor es jetzt Verwirrung gibt: Ich ziehe den Begriff Kommunion trotz des christlichen Bezugs allen anderen Varianten vor, weil ich finde, dass er am besten ausdrückt, wie vielfältig dieser Schritt ist. Es geht um den Erhalt des Segens, um die Gemeinschaft mit den anderen Teilnehmern, um die Gemeinschaft mit den Kindred, und nicht zuletzt um ein gemeinsames Feiern. Vermutlich wird man diese Wortwahl sonst aber nirgends finden. 🙂

 

DANKGEBET/BESTÄTIGUNG DES SEGENS UND DANKGEBET

Der Priester dankt stellvertretend für die Gemeinde Gott.

Anschließend bestätigen die Teilnehmer, dass sie gesegnet wurden und danken den Kindred und allen, die am Ritual teilgenommen und mitgewirkt haben.

 

VERABSCHIEDUNG

Dieser Punkt entfällt.

Die TN verabschieden nun entweder nacheinander oder im Paket die Kindred, den Hüter der Tore und Mutter Erde. Manchmal wird noch einmal abschließend der Festanlass zusammengefasst. Bei der Verabschiedung des Hüters der Tore werden auch die Tore wieder geschlossen. Bei der Verabschiedung von Mutter Erde danken die TN ihr für ihre Unterstützung und geben ihr zurück, was wir nicht gebraucht haben, z.B. überzählige Opfergaben, den restlichen Wein aus dem Kelch …. Ich persönlich mische den Rest des Weins immer mit dem Wasser aus meiner Heiligen Quelle (einer großen Jakobsmuschel) und übergebe es dann der Erde.

 

SCHLUSSGEBET UND ENTLASSUNG

Mit dem Schlussgebet und Segen und einem abschließenden Lied zum Auszug wird die Messe beendet.

Das Ritual wird durch ein abschließendes Gebet oder Lied beendet, oder auch ein akustisches Signal wie zu Beginn.

Quellen für Gebete, Ritualbausteine etc.

28. März 2016

Hier möchte ich euch mal ein paar meine Quellen und Inspirationen vorstellen:

Ceisiwr Serith ist der Autor von A book of Pagan Prayer, A Pagan Ritual Prayer Book und Deep Ancestors. Auf seiner Website findet ihr auch weiteres Material zu Familienritualen und andere interessante Sachen. Ich hatte schon einiges von ihm gelesen, bevor ich wusste, dass er auch ADF-Mitglied ist. Keine Ahnung, wie man diesen Namen (er ist ein Psyeudonym) ausspricht, aber was er schreibt, ist absolut lesenswert. Übrigens gibt es bei Youtube auch einige interessante Videos, z.B. zum Thema Cernunnos von ihm.

Die Rituale der Solitary Druid Fellowship (SDP): Gibt es leider derzeit nicht mehr frei verfügbar. ADF-Mitglieder können über die Mitgliederseite noch an die Rituale kommen. Was es mit SDF auf sich hat, steht in diesem interessanten Artikel: ADF and SDF

Spiral Goddess ist die Website von Abby Willowroot mit einem riesigen Fundus an Gebeten für jede Gelegenheit.

PaganWiccan ist eine Seite, die sich ebenfalls mit Gebeten, Ritualen und Brauchtümern beschäftigt. Hier wird man zu jedem Jahreskreisfest fündig.

A Crane breviary Den Ausdruck ‘Brevier’ kannte ich bis dahin nur von Don Camillo. 😉  Ein wunderbares Buch mit Ritualen zu den Jahreskreisfesten, Übergängen und Druid Moons. Alles mit dem Schwerpunkt Galllische Götterwelt und im Stil von ADF. Michael J. Dangler hat einen kleinen Schatz verfasst.

Wer spezifisch etwas zu den nordischen Göttern sucht, wird eher hier fündig: Asatruring Frankfurt  Gebete, Geschichten, Lieder etc. auf Deutsch. Auch Adventskalender zu manchen Jahreskreisfesten für Kinder findet man hier.

Etwas nüchterner und ernsthafter geht es hier zu: Eldaring. Ohne dem Asatruring etwas Böses zu wollen: Manchmal habe ich das Gefühl, dass man sich dort die Dinge passend gemacht hat. Das ist okay für den, der es weiß. Wer sich darauf allerdings als gute Quelle für germanische Ritualgeschichte bezieht, der ist weniger gut beraten.

Der Eldaring geht die Dinge etwas anders an und hat ebenfalls ein lohnenswertes Ritualbuch herausgebracht. Andreas Mang, eines der Mitglieder, hat ein sehr gutes Buch mit dem Titel Aufgeklärtes Heidentum

herausgebracht, das ich fast für Pflichtlektüre halte, wenn man sich als Deutscher mit dem Heidentum auseinandersetzen möchte. Ohne den Hauch des Esoterischen, der ja einen Großteil der einschlägigen Literatur umweht, geht er das Thema an und beschreibt die theologischen Hintergründe des germanischen/nordischen Heidentums und setzt sie auch in Beziehung zum Christentum. Im letzten Kapitel setzt er sich schließlich noch mit unseren ‘braunen Freunden’ vom 3. Reich auseinander. Schädlingsbekämpfung mal anders….

 

Ich hoffe, dass ich diesen Beitrag nach und nach erweitern kann.

 

Ostara 2016

27. März 2016

Hier seht ihr mein Ostararitual 2016. So weit ich es weiß, habe ich die Urheber der verschiedenen Texte angegeben. Die Übersetzungen aus dem Englischen stammen jeweils von mir und wurden ggf. an meinen Sprachgebrauch angepasst. Ostara 2016

Intro

Das Leben ist ein Lied,

und ich bin ein Ton darin.

Ein einzelner Klang, doch zusammen ergeben wir eine Melodie.

Das Leben ist ein Tanz,

und ich bin ein Schritt darin.

Eine einzelne Bewegung, doch zusammen tanzen wir den Rhythmus der Jahreszeiten.

Das Rad hat sich weitergedreht, und aus dem Dunkel heraus tanzen wir ins Licht hinein.

Das Leben hat sich erneuert, die Erde ihren Frühjahrsschmuck angelegt.

Alles wandelt sich, und so wandle auch ich mich.

Reinigung

Nach Ceisiwr Serith (Deep Ancestors):

Die rechte Hand ins Wasser tauchen und die Stirn berühren:

Möge ich rein sein, damit ich die Grenzen überschreiten kann.

Die rechte Hand ins Wasser tauchen und die Lippen berühren:

Möge ich die Grenzen überschreiten, um dem Heiligen zu begegnen.

Die rechte Hand ins Wasser tauchen und das Herz berühren:

Möge ich dem Heiligen begegnen, um in allen Dingen gesegnet zu sein.

Durch die Kraft des Wassers und den Rauch des Feuers:

Dieser Schrein ist hehr und heilig! (Ishtar vom Sternenkreis nach Ian Corrigan?)

Begründung

Ich bin hier, um dem alten Weg zu folgen und die Kindred zu ehren.

Heute stehe ich im Zentrum zwischen Hell und Dunkel, Tag und Nacht.

Die Welt ist im Gleichgewicht, für die Dauer dieses Tages hält sie die Balance,

bevor sie sich nun der hellen Jahreszeit zuwendet und der Frühling Einzug hält.

Mutter Erde anrufen

Ich grüße dich, Mutter Erde,

Anfang und Ende von allem,

was lebt.

Deine Liebe ist bedingungslos.

Du trägst uns, du ernährst uns.

Ich bitte dich:

Halte mich auch in diesem Ritual

und segne mein heutiges Werk!

Den Kosmos neu erschaffen

LIED: Das Kosmos-Lied (Melodie: Göttlicher Funke )

Wasser der Tiefe, schöpferischer Weisheit, Heilige Quelle, komm

und fließe in mir, fließe in mir!

Göttlicher Funke, Funke des Lebens, Licht des Himmels, komm

und brenne in mir, brenne in mir!

Heiliger Baum, du Achse der Welten, tief verwurzelt und hoch gekrönt,

Komm, wachse in mir, wachse in mir!

Heilige Mitte, neu geschaffen, hier an diesem heiligen Ort,

sei Tor und Tür, für mich jetzt und hier.

Oben und unten,

und ich dazwischen.

Um mich und in mir,

und ich in der Mitte.

Davor und danach,

und ich jetzt.

Ich öffne meine Augen und schaue mich um,

und sehe das Heilige mitten unter uns

und sehe mich in der Mitte des Heiligen.

(Ceisiwr Serith., A book of Pagan prayer)

Hüter anrufen und Tore öffnen

Cernunnos,

du hütest die Übergange, du wachst über die Grenzen.

Ich rufe dich, der in den Himmel blickt,

der die Welt kennt und in die Unterwelt sieht:

Richte deinen Blick auf mich, wenn ich heute den Kindred begegne.

Wache über mich, wenn ich fremde Pfade gehe.

Sei als Vermittler an meiner Seite, wenn ich die Tore öffne.

Diese Gabe ist für dich, Wanderer zwischen den Welten.

(Nach einem Ritual des Whispering Lake Grove in Übersetzung von B. R.):

Cernunnos, vereine deine Kraft mit der meinen:

Die Flamme entspringt dem Feuer.

Der Nebel steigt auf aus dem Brunnen.

Flamme und Nebel treffen einander am Baum

und formen so einen Treffpunkt zwischen den Reichen.

Möge die Flamme zum Himmel hinauf ragen und so ein Tor bilden,

durch das ich den Leuchtenden begegne.

Möge der Brunnen bis in die Tiefen der Unterwelt hinab reichen und so ein

Tor bilden, durch dass ich meinen Vorfahren begegne.

Möge der Baum, Bindungsglied zwischen Himmel und Erde sich für mich öffnen

und so ein Tor bilden, durch das ich den Geistern der Natur begegne.

Das Land vor mir! Das Meer um mich! Der Himmel über mir!

Mögen die Tore sich öffnen!

 

Kindred anrufen

(nach SDF March Equinox 2014)

Vor dem Brunnen stehe ich, im Zentrum der Welt, und rufe meine Vorfahren:

Seid mir an meinem Feuer herzlich willkommen!

Vorfahren des Blutes, des Geistes und des Herzens:

Teilt euer Wissen mit mir und nehmt im Gegenzug meine Gaben an!

Vor dem Weltenbaum stehe ich, im Zentrum der Welt, und rufe die Geister des Landes:

Seid mir an meinem Feuer herzlich willkommen!

Geister der Tiere, der Pflanzen, der Landschaft:

Teilt euer Wissen mit mir und nehmt im Gegenzug meine Gaben an!

Vor dem Feuer stehe ich, im Zentrum der Welt, und rufe die göttlichen Kräfte:

Seid mir an meinem Feuer herzlich willkommen!

Ihr bringt Ordnung in das Chaos, Leuchtende:

Teilt euer Wissen mit mir und nehmt im Gegenzug meine Gaben an!

 

LIED: (Erweiterung und Adaption, Original von Kellianna (Ancestor’s song))

Honoring the ones who came before me… honor them with song (Hände auf Boden)

Honoring the ones who live beside me… honor them with song (Hände ausbreiten auf Hüfthöhe)

Honoring the ones who shine from above… honor them with song (Hände gen Himmel)

 

Festgottheit anrufen

Ostara,

Göttin der erwachten Natur,

des erneuerten Lebens:

Blumen blühen, wo dein Fuß den Boden berührt.

Knopen sprießen, wo deine Hand den Ast streichelt.

Hasen folgen deiner Spur, und zeigen, dass sich die Zeit gewendet hat

und das Leben zurückgekehrt ist auf die Erde.

Du segnest den Boden mit Fruchtbarkeit und Fülle,

mit lebenspendender Sonne und nährendem Regen.

Mit dir lassen wir die dunkle Jahreshälfte endgültig hinter uns

und wenden uns der sonnigen Zeit zu.

Ostara,

ich grüße dich und heiße dich an meinem Feuer herzlich willkommen!

Nimm meine Gaben an und erfreue dich an ihnen,

so wie ich mich an deinem Werk erfreue!

LIED: Morgensonne, helles Licht  (Genaueres folgt noch)

Omen

Ich sitze still und lausche,

warte auf ein Zeichen von euch.

Ich bitte euch:

Sprecht zu mir durch das Mittel meiner Wahl,

damit ich eure Botschaft erfahren kann.

Sprecht zu mir aus den Strahlen der Sonne,

warm vom Himmel herab.

Sprecht zu mir aus dem Leuchten des Mondes,

kühl und klar.

Sprecht zu mir im Rauschen des Windes,

wie die Blätter, die vom Baum herabwehen.

Sprecht zu mir im Plätschern des Wassers,

das glitzernd an mir vorbeiströmt.

Sprecht zu mir aus den Tiefen der Erde,

stetig und Halt gebend.

Schenkt mir die Fähigkeit eure Stimmen zu hören,

und schenkt mir das Wissen und die Inspiration,

eure Botschaft zu verstehen.

Und schenkt mir die Kraft und Vernunft,

entsprechend zu handeln.

Omen ziehen, interpretieren und darüber meditieren

Welche Botschaft, welchen Segen halten die Kindred für mich bereit?

 

 

Kommunion (Blessing of the waters)

Ich habe meine Geschenke überbracht, wie viele andere vor mir.

Und wie ihnen wird mir im Gegenzug ein Geschenk gemacht.

Kindred,

nehmt diesen Kelch und segnet seinen Inhalt:

Macht ihn zum Wasser aus den Tiefen der Erde und zum Regen, der vom

Himmel fällt.

Füllt ihn aus der Quelle der Inspiration, damit die, die davon trinken,

gesegnet sind mit Gesundheit, Weisheit und Wohlstand!

Der Segen der Kindred ruhe auf mir und in mir!

Siehe, das Wasser das Lebens!

Annahme/Bestätigung des Segens

Der Segen der Kindred erfüllt meinen Körper, meinen Geist und meine Seele:

Möge ich wie das Erdreich sein: Bereit zum Umgraben und das neue Leben

willkommen heißend!

Möge ich wie die Knospe sein: Mein Potential erkennend und in Farben

explodierend!

Möge ich wie der Fluss sein: Das neue Wasser aufnehmend und mit Kraft

vorwärts strebend!

Möge ich wie die Sonne sein: In den Frühling wandernd und der Welt das Licht

bringend!

(nach Theo Bishop, SDF)

Kernarbeit: Gesegnete Eier (siehe  Baustein Segenseier)

Abschließende Bestätigung

Das Leben ist ein Lied,

und ich bin ein Ton darin.

Ein einzelner Klang, doch zusammen ergeben wir eine Melodie.

Das Leben ist ein Tanz,

und ich bin ein Schritt darin.

Eine einzelne Bewegung, doch zusammen tanzen wir den Rhythmus der

Jahreszeiten.

Alleine, doch durch die Mitte verbunden mit allem,

so stehe ich hier und habe mit euch gemeinsam gefeiert,

dass die Dunkelheit gewichen ist und dem neuen Leben Platz gemacht hat.

Dankgebet/Verabschiedung

Ostara, Frühlingstänzerin,

ich danke dir für deine Anwesenheit heute.

Liebe Vorfahren, Naturgeister und göttlichen Kräfte,

ich danke euch für eure Anwesenheit heute

und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen mit euch.

Euer Segen geht mit mir, so wie meine Liebe mit euch geht!

Tore schließen

Ich danke auch jenen Kräften, die mich unterstützt haben, für ihre Hilfe:

Cernunnos, dem Hüter der Tore: Danke für deine Führung und deinen Schutz!

Ich bitte dich: Schließe nun die Tore.

Lass das heilige Feuer wieder zur Flamme werden.

Lass die heilige Quelle wieder zum Wasser werden.

Lass die Weltenachse wieder zum Baum werden.

Lass alles sein wie’s vorher war, bis auf die Magie, die hier geschah.

Mutter Erde verabschieden

Mutter Erde,

deine Hände halten mich.

In deinen Armen bin ich geborgen,

bedingungslos, ohne Zweifel.

Lass mich dir zurückgeben,

was ich nicht gebraucht habe.

Nimm es als Zeichen meiner Dankbarkeit und Liebe zu dir!

Ritualende

LIED: Tragt hinaus ins Alltagsleben…Bis_zum_naechsten_Mal

Tragt hinaus ins Alltagsleben, wenn ihr nun nach Hause geht,

tragt hinaus der Kindred Segen, der in euren Herzen lebt.

Wohlstand, Weisheit und Gesundheit wurden euch durch sie geschenkt,

Tragt nun diesen Segen weiter, dorthin, wo der Weg euch lenkt.

Unsere Liebe geht mit ihnen, und ihr Segen geht mit uns

bis zum nächsten Wiedersehen, an heiligem Ort, zu heiliger Stund’.

Mittwinter: Gebet für Ruhe

10. Dezember 2015

Dies sollte eine Zeit der Ruhe sein,
doch wie häufig fühle ich mich gestresst?

Dies sollte eine Zeit der Erholung sein,
doch wie häufig setze ich mich unter Druck?

Ich atme tief ein,
verbinde mich mit Himmel und Erde
und schaue auf das Netz, in dem ich mit allem verbunden bin.

Wie dünn und fragil es ist,
wie leicht die Fäden kaputt gehen können.

Ich mache mir bewusst,
dass ich ein Teil des Ganzen bin,
ein Teil, den ich hegen und pflegen muss.

Ohne Ruhe werden die Fäden reißen,
ohne Erholung wird das Netz zerstört.

Ich nehme mir die Zeit,
bestätige mein Sein im Hier und Jetzt
und weiß: Ich bin nicht allein.

 

Mit diesem Gebet starte ich eine Reihe von Gebeten, die ich letztes Jahr geschrieben habe und die sich für die Tage rund um Mittwinter eignen.

Möget ihr mit einem guten Feuer beten!

Mittwinter: Gebet zu den Matronen

8. Dezember 2015

War es eine schwere Geburt?

Hatte die Mutter große Schmerzen und Angst?

Wir wissen es nicht.

Aber sie war nicht allein:

Drei standen ihr zur Seite,

Hebammen, heute wie zu aller Zeit.

Eine,

um den Faden zur Vergangenheit zu durchtrennen,

alte Lasten fortzunehmen,

abzuschließen mit dem, was war,

und den Funken des Lebens zu entfachen.

Eine,

um den Pfad zu ebnen,

Kraft zu spenden

die Hand zu halten,

und den Funken den Lebens zu hüten.

Eine,

um die Zukunft aufzuzeigen,

die Möglichkeiten und Gelegenheiten,

der Hoffnung Nahrung zu geben

und den Funken des Lebens zur Flamme werden zu lassen.

Matronen, haltet eure Hände über uns,

wie ihr es bei der Sonne getan habt.

Unsere Liebe, unser Respekt begleiten euch,

so wie ihr allen Müttern Hilfe gewährt,

die eure Hilfe suchen.

Sonnen-Devotional

8. Dezember 2015

Die Sonne ist wiedergeboren-

wie unwissenschaftlich das klingt.

Doch damit verbunden ist

die Hoffnung auf eine bessere Zukunft,

die Chance auf einen Neuanfang,

die Möglichkeit daran zu arbeiten,

dass Frieden und Freiheit,

Gesundheit und Gerechtigkeit,

Bildung und Wohlstand

eines Tages

Realität für alle werden.

Ohne das

dreht sich nur die Erde ein Stück weiter

und ein feuriger Ball steigt im Osten auf.

Gebet an eine Wintergöttin

8. Dezember 2015

Göttin des Winters,

ein Gewand aus Eiszapfen kleidet dich,

und wenn du deine silbrigen Haare schüttelst,

sinken Schneeflocken zur Erde.

Auf Schneeschuhen schreitest du voran,

wachst über uns in dieser kalten Zeit.

Schnee und Eis, Kälte und Dunkelheit sind deine Begleiter,

Regen und Sturm folgen dir auf deinem Weg.

Du treibst uns dazu die Wärme unserer Häuser zu suchen,

die Nähe unserer Nachbarn, Freunde und Familie.

Skadi, dies ist dein Werk!

Holle, dies ist dein Verdienst!

(hier könnte man natürlich auch andere Wintergöttinnen einsetzen)

Mittwinter: Gebet an die Erde

8. Dezember 2015

Dunkel ist es, und kalt!

Was einst grün und bunt leuchtete,

erscheint nun leblos, wie tot.

Doch unter ihrem winterlichen Mantel

liegt die Erde schlafend,

und ihr Herzschlag dringt ruhig und gleichmäßig

an die Ohren derer,

die in die Stille horchen.

Sie tankt Kraft

bis die Tage länger werden,

und Licht und Wärme sie wieder erblühen lassen.

Atme tief ein

Höre in die Stille

Fühle in den Boden

Spüre das Pulsieren

Achte die schlafende Erde!

Devotional zur Nacht in der Mittwinterzeit

8. Dezember 2015

Die längste Nacht ist gekommen und gegangen.

Die Dunkelheit weicht Tag für Tag mehr dem Licht.

Doch nun ist die Sonne für heute untergegangen,

und noch einmal heißen wir das Dunkel willkommen,

das uns die ersehnte Nachtruhe bringt.

Unser Geist lässt den Tag Revue passieren

und inmitten der Dunkelheit sehen wir

manches in einem anderen Licht.

Die Nacht hüllt uns ein wie eine Decke

und die Sterne verbreiten ihren Glanz über uns.

Auch wenn wir uns auf die Sonne freuen,

wissen wir deine Gaben zu schätzen, Nacht!